Ausgabe 
12.2.1905
 
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Mittel deutsche Sonutaas⸗Zeitung.

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nicht vor! Herr Wilh. Er nst schreibt ferner, daß er nicht zugegeben habe, daß im Deutschen Turnerbunde Politik getrieben werde. Er habe sofort dagegen protestiert, als Herr Böttger seine(C's.) Worte so ausgelegt habe. Herr Ernst hätte das ruhig zugeben können; denn daß Politik im Deutschen Turnerbund getrieben wird, ist eine jederzeit zu beweisende Tatsache. Im übrigen mag die Freie Turnerschaft nur ganz ruhig und unablässig weiter arbeiten und sich nicht stören an dem Hohn und den Gehässigkeiten mit denen sie jetzt von den Patent⸗ patrioten überschüttet wird. Frei Heil!

* Versammlungen fanden am Sonntag in Frischborn und in Angersbach statt. In beiden behandelte unser Reichstagskandidat Gen, Dr. Michels das Thema:Was wir sind und was wir wollen. Der Besuch in Frischborn, wo die Versammlung des Nachmittags im Saale des Herrn Tamm stattfand, war ein recht guter zu nennen, es hatten sich außer einer Anzahl Lauterbacher etwa 8090 Frischbörner eingefunden. Der Vortrag, an dem sich eine interessante Debatte anschloß, in der sich mehrere Anwesende nit dem Redner einverstanden erklärten, wurde beifällig auf⸗ genommen. In der Diskussion entpuppten sich die Genossen Lachmann und besonders Franz Greulich als recht gute Redner. Ueberhaupt zeigte sich, auch nach der Versammlung, baß die Frischbörner nicht auf den Kopf gefallen find und sehr wohl wissen, daß ihre Interessen mit denen der gewaltigen sozialdemokratischen Volksbewegung identisch sind. Eine Tellersammlung für die streikenden Bergarbeiter ergab Mk. 5.12.

Am Abend desselben Tages hielt Gen. Dr. Michels im Saale des Gastwirts Reining in Angersba de eine zweite Versammlung ab. Der Saal sowie die anstoßen⸗ den Zimmer waren gedrückt voll, es mögen wohl an die 150 Personen erschienen sein. Die Zuhörer folgten den Vortrag mit großer Aufmerksamkeit. Was die Sozialdemokratie ist und was die Sozialdemokraten wollen, das haben die Angersbacher ja schon bei der letzten Reichstagswahl gewußt, wie aus dem Wahlresultat hervorgeht. Auch hier zeigte sich, daß die stille Agitation unserer Genossen am Orte schon Früchte getragen hat. Die Versammlung schloß um ½11 Uhr.

Aus dem Rreise Wetzlar.

* Stöckerei und Muckerei. Herr Franz Beh⸗ rens aus Berlin soll bei der nächsten Reichstagswahl bekanntlich den Wetzlarer Kreis für die Chr'stlich⸗Sozialen erobern. Er macht dazu auch die nötigen Anstrengungen und kommt mit jedem jungen Jahr in unsern Kreis, um das stöckersche Evangelium zu verkünden. Er wird dazu allerdings noch nicht sehr viele bekehrt haben. So unaufgeklärt sind unsere Arbeiter und Kleinbauern doch nicht mehr, daß sie die Politik der Lebensmittel⸗ verteurer unterstützen, zu denen Behrens und Konsorten zu zählen sind. Wie wir hören, will Behrens am Samstag in Odenhausen und Salzböden, am Sonntag in Wißmar Versammlungen abhalten.

Ein anderer Heiliger trieb diese Woche in Duten⸗ hofen sein Wesen. Herr Prediger Semmel nämlich, im Nebenamte Wunderdoktor, dessen Pferdekuren in den beiden letzten Nummern unseres Blattes beleuchtet wurden. Daß der Mann in Dutenhofen Leute findet, wie er sie sucht, glauben wir gern; dort steht die Muckerei noch in ziemlicher Blüte. Gegen die Art, wie wir die Semmelgeschichte behandelten, erhoben übrigens einige unserer Genossen Einwendungen. Einer meinte, wir hätten nicht soviel Raum zur Widerlegung des Semmel⸗ schen Unsinns verwenden sollen, denn auf diese Quack⸗ salberei fiele doch kein halbwegs aufgeklärter Mensch herein. Ein anderer, der einem solchenVortrage beiwohnte, schrieb, wir hätten gegen denWetzl. Anz. nicht die Vorwürfe erheben zu brauchen, es sei im Gegenteil verdlenstlich von dem Blatte, daß es diesen Unsinn ans Licht gezogen habe, in Wirklichkeit habe Semmel noch viel tolleres Zeug verzapft. Letzterer Meinung können wir durchaus nicht zustimmen. Wir hätten keine Silbe gegen den Anzeiger gesagt, wenn er nur eine Zeile der Kritik oder des Zweifels geäußert hätte. So, wie der Bericht lautete, muß ein jeder den Eindruck gewinnen, daß das Amtsblatt die Semmelsche Weisheit sich zu eigen machte und für ihre Weiterver⸗ breitung sorgte. Auf den ersteren Vorwurf erwidern wir, daß gerade auf medizinischem Gebiete ungeheuerer Schwindel getrieben wird und Gläubige in allen Kreisen findet. Davor muß eindringlich gewarnt und Aufllä⸗ rung geschaffen werden.

h. Der Bauverein für Arbeiterwohnungen hält am Sonntag, nachmittags Uhr, im Schützengarten eine große Volksversammlung ab, in welcher Dr. Grunen⸗ berg⸗Düsseldorf über:Wesen und Bedeutung der ge⸗ meinützigen Bautätigkeit sprechen wird. Der Besuch dieser Versammlung ist jedenfalls zu empfehlen.

S. In Krofdorf hat sich seit Kurzem eine Zahl⸗ stelle des Verbandes der Pflasterer gegründet, nachdem in einer Versammlung Frickert⸗Frankfurt die Notwendig⸗

keit des gewerkschaftlichen Zusammenschlusses dargelegt

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hatte. Die in Krofdorf wohnenden Pflasterer sind mit wenig Ausnahmen dem Verbande beigetreten, so daß die Hoffnung auf dauernden Bestand der Filtale be⸗ rechtigt ist.

Westerwald und Anterlahn.

a. Viel Sorge und Mühe macht sich die Be⸗ hörde mit dem sozialdemokratischen Wahlverein in Niedershausen bei Weilburg. Ein dortiger Krieger⸗ vereinler(der übrigens in Lollar dem Metallarbeiter⸗ Verbande angehören soll) hat an das Landratsamt be⸗ richtet, daß verschiedene Mitglieder des Kriegervereins dem Wahlvereine angehörten. Da gab es fast täglich große Revision durch Oberwachtmeister und Gendarmen, als ob das schlimmste Verbrechen in Niedershausen be⸗ gangen worden wäre. Der Vorsttzende erhielt die Auf⸗ forderung, eine Mitgliederliste einzureichen, dieser er⸗ widerte jedoch ganz mit Recht, das sei Sache des Vor⸗ sitzenden des Kreiswahlvereins in Dietz. Es ist doch merk würdig, wie viel Zeit die Behörden für die Sozial⸗ demokratie übrig haben!

t. Dr. Burckhardt, der von Zentrums Gnaden christlich⸗soztale Abgeordnete für den Wahlkceis Dillen⸗ burg⸗Herborn, ist schon wieder mit der Wahrheit in Konflikt gekommen. Im Prozeß Burckhardt⸗Beck wurde bekanntlich dem frommen Sozialistenvernichter gerichtlich attestiert, daß es das gute Recht seines Gegners war, Burckhardts Berfahren als nicht aufrichtig zu kennzeichnen. Auch in derMitteldeutschen nagelte Genosse Trott vor längerer Zeit eine ganze Anzahl Burckhardt'scher Verdrehungen fest. Aber der gewandte ehemalige Neunundneunziger versteht es immer, der Wahrheit ein Schnippchen zu schlagen. Das ist ihm fast zur Gewohnheit geworden. ImHerborner Tagebl. richtet E. Leisner, Sekretär der Nationalliberalen, einen offenen Brief an Burckhardt, in dem er diesen der Un⸗ wahrheit, Verdrehung und Fälschung beschuldigt. Und so weit wir sehen können, mit Recht. Wenn Herr B. vom Christentum so durchdrungen ist, wie er immer ausposaunt, dann müßte er lieber seine öffentliche Tätig⸗

keit aufgeben, als sich solche Vorwürfe machen lassen.

* Ein Wurstblättchen gemeinster Sorte ist das Stöckerblatt in Herborn. Es verzapft nicht nur allen möglichen Blödsinn und Pöbeleien gegen unsere Partei, sondern lügt und schwindelt unerhört. Ueber die Vee⸗ sammlung in Herbornseelbach im Januar brachte es einen Bericht, der von bewußten Lügen und ge⸗ meinen Schimpfereien strotzte. In einer neulichen gegen den t. Korrespondenten unseres Blattes gerichteten Brief⸗ kastennotiz schimpft der Stöckerjüngling die Mitteldeutsche Sonntags⸗ZeitungSchmutzblatt, derselbe Herr, der sich nicht schämt, im redaktionellen Teile seines Blattes schmierige Geschäftsreklame zu betreiben und durch Aufnahme von Heiratsannoncen sich in den Dienst der Kuppel ei zu stellen.

s. In Wirges, Westerwald fand am vergangenen Sonntag das Stiftungsfest des sozialdemokratischen Wahlvereins statt. Dasselbe wurde durch ein Referat der Genossin Gisela Michels⸗Lindner aus Marburg über die wirtschaftlichen Zustände und die Sozialdemokratie eingeleitet. Die Rednerin wandte sich vor allem an die sehr zahlreich anwesenden Frauen und führte ihnen vor Augen, wie gerade ste am allermeisten auf dle Durch⸗ führung der sozialistischen Gesellschaftsordnung hin ar⸗ beiten müßten, da die Arbeiterfrau in der heutigen Ge⸗ sellschaft noch geknechteter ist als der männliche Prole⸗ tarier. Sie berührte kurz den Bergarbeiterstreik und die Revolution in Rußland als Episoden des langen Kam⸗ pfes, welchen das Proletariat mit den herrschenden Klassen zu bestehen hat und betonte den Wert der ge⸗ werkschaftlichen, und vor allen Dingen auch der politischen Organisation. Der gesellige Teil brachte ein flottes Tänzchen nach den Klängen der ausgezeichneten eigenen Kapelle der Glasarbeiter und außerdem noch viele gute Darbietungen des Gesang⸗, Turn⸗ und Theatervereins sodaß das Fest einen angeregten und heiteren Verlauf nahm.

Aus dem Rreise Marburg⸗Kirchhain.

O Die Stadtverordneten⸗Versammlung vom vorigen Freitag nahe verschiedene Ersatzwahlen zu Kommissionen für den verstorbenen Stadtverordneten Seebinger vor, während die Ersatzwahl zur Stadt⸗ verordneten⸗Versammlung aus gesetzt wurde, wahrscheinlich bis zum Herbst, da die Wählerlisten infolge des Prozesses Heppe gegen die Gültigkeit einer der letzten Wahlen beim Oberverwaltungsgerichte liegen. Der verstorbene Stadt⸗ verordnete Seebinger hat auf kommunalem Gebiete eine rege Tätigkeit entwickelt, ohne jedoch etwas Hervor⸗ ragendes geleistet zu haben, während man sich in früheren Jahren, als er noch unter dem Einfluß des jetzt nerven⸗ kranken Bäckermeisters Schott stand, mehr von ihm ver⸗ sprach. Der von ihm mitbegründete Bürger⸗ Verein, dessen Leitung er in den letzten Jahren hatte, hat trotz seiner ziemlich hohen Mitgliederzahl keine große Bedeutung. Dem Bürgerverein fehlt es, wie dem Kleinbürgertum überhaupt, an großen Gesichtspunkten, um eine nennens⸗ werte kommunale Tätigkeit entfalten zu können. Auch

auf dem Innungsgebiete war S. hervorragend tätig und bekleidete den Posten eines stellvertretenden Vorsitzenden der Handwerkskammer. Es dürfte sich wohl kaum jemand finden, der dem unfruchtbaren Gebiete des Innungs⸗ wesens so viel Zeit unnütz opfert.

r. In der Stadtverordneten ⸗Sitzung am letzten Mittwoch, die glücklich eine halbe Stunde nach der festgesetzten Zeit beschlußfähig war, stand Be⸗ ratung der Nebenetats auf der Tagesordnung, die auch die ganze Sitzung in Anspruch nahm. Rechts⸗ anwalt Rothe referierte über die Etats: Sparkasse, Gasanstalt, Wasserwerk, Fortbildungsschule, Armen⸗ und Waisenanstalt. Bei dem Etat der Gasanstalt kam eine Eingabe der Laternenanzünder zur Sprache, die unter Hinweis auf die gestiegenen Lebens mittelpreise ihren Lohn von 30 auf 40 Mk. erhöht haben wollten. Die Gaskommission(der auch Herr Engel angehört), billigt jedoch nur eine Erhöhung auf 33 Mk. zu, wofür die Leute die Laternen anzünden, löschen und putzen müssen. Beim Etat des Waisen hauses kam ein Wunsch der Be⸗ wohner zur Sprache, die Reparaturen ausgeführt wissen wollten, was eine Ausgabe von 300 Mk. für das ganze Waisenhaus ausmachte. Davon wurden 200 Mk. ge⸗ strichen. Die Bewohner sollten die Reparaturen selbst bezahlen, hieß es. Ein Stadtverordneter bekämpfte ver⸗ geblich diese Ansicht. Nun sollte über Errichtung eines Volksbades verhandelt werden. Eine Anzahl Stadtväter verließen jedoch die Versammlung und machten sie dadurch beschlußunfähig Das wäre verhütet worden, wenn nur noch einer jener Flüchtigen dageblieben wäre. Von Herrn Engel hätte man dies verlangen können, der mußte aber ins Konzert. Das ist jedenfalls wichtiger als über ein notwendiges Institut wie das Vollsbad zu beraten. Das zeigt, wie weit das Interesse für das Gemeinwesen reicht, während vor der Wahl große Versprechungen gemacht wurden. Das muß sich die Arbeiterschaft Marburgs bis zur nächsten Wahl merken.

(O Die Steuerschraube soll auch im kommenden Jahre wieder fester angezogen werden. Nach dem jetzt vorliegenden städtischen Haushaltsetat werden die Zu⸗ schläge zur Einkommensteuer von 113 auf 123 Prozent erhöht. Davon en fallen 7 Prozent auf die Erhöhung der Kreis⸗ und Bezirkssteuer, welche durch die Verzinsung des Baukapitals zur Kreisbahn Marburg ⸗Dreihausen verschlungen werden. Im Extraordinarium ist die Schluß⸗ rate für die Volksschule im Betrage von 360000 Mk. und die erste Rate für das Elektrizitätsweck enthalten, ferner zirka 175000 Mk. für Kanalisierung, Pflasterung usw. und 80000 Mk. zur Errichtung von Gebäuden für den Militär⸗Fiskus. Zur Deckung dieser Ausgaben sollen die noch übrigen Schuldverschreibungen ausgegeben und ein neuer Pump in Höhe von 640000 Mk. ange⸗ legt werden. Der städtische Haushaltsplan überhaupt bilanziert in Einnahme und Ausgabe mit insgesamt 1838500 Mk. gegen 1486055 Mk. im Vorjahre.

r. Cappel. Hier starb am Sonntag Nacht der Genosse Kupferschmied Eid am an der Lungenentzündung. Er hat jederzeit in unserer Bewegung seinen Mann ge⸗ stellt und erfreute sich allgemeiner Beliebtheit. Wir werden ihm ein gutes Andenken bewahren. Die Parteigenossen in Cappel.

r. Ockershausen. Auch in unserem Orte zeigt sich Juteresse für die streikenden Arbeiter im Ruhrrevier. So wurde von den Mitgliedern des Bürgervereins 21 Mk. gesammelt. Weitere Gaben werden an den bekannten Stellen gerne entgegen genommen.

Letzte Nachrichten.

Der Bergarbeiterstreik beendet! Die am Donnerstag in Bochum staltgefundene Delegierten⸗ Versammlung beschloß, den Streikenden die Wieder⸗ aufnahme der Arbeit zu empfehlen. In einigen Versammlungen kam es infolge dieses Beschlusses zu erregten Szenen, sogar zu Angriffen auf Sachse und Hue. Andere Versammlungen schlossen sich der Ent⸗ scheldung der Delegierten Versammlung an.

Versammlungstalender. Samstag, den 11. Februar,

Gießen. Sozialdem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Staufenberg. Volks verein.

Versammlung bei Wirt Vogel. l Wieseck. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versamm⸗

lung imGambrinus bei Wacker. Friedberg. Wahl verein. Vecsammlung abends

Uhr bei Ihl Gur Konkordia, Bismarckstr.). Niedershausen bei Weilburg. Oeffentliche Volks⸗ versammlung abends 8 Uhr im Saale des Herrn

Bender. T. O.: Der preußische Parteitag. Ref.

E. Krumm⸗Gießen.

Sonntag. den 12. Februar. Gießen. Brauer. Nachmittags Uhr Ver⸗ sammlung bei Löb(Wiener Hof).

N. H. Nodhm. Wegen Raummangel in nächster Nummer. r. Mbg. Polizeil. zurückgestellt. N.⸗N. Schönstadt. Ebenso! Quittungen und mehrere Einsendungen zurückgestellt.

Abends 8/ Uhr