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Witteldentsche Sountags⸗Zeitung.
Seite.
Schule„entchristlichen“ zu wollen.— Wie habe sich nun die Sozialdemokratie bei diesem Kampf um die Schule zu verhalten? Der Auffassung, den Kampf den Liberalen zu überlassen, tritt Redner entgegen, da in Deutschland eben eine wirklich lüberale Partei nicht bestehe. Aber auch die weitgehendsten liberalen Pro⸗ gramme bleiben in wesentlichen Punkten hinter den Forderungen der Sozialdemokratie zurück. Der Sozialdemokratie ist das Losungswort, mit dem sie in den Schulkampf zu ziehen habe, aufgezwungen; da man die Konfessionsschule einführen wolle, so müsse unser Kampfeswort lauten:„Fort mit der Religion aus der Schule!“ Anderseits müsse unsere Haupt⸗ forderung sein: die Einheitsschule. Erst wenn diese unsere Forderung erfüllt ist, wenn die Kinder der Reichen mit denen der Armen zusammen unterrichtet werden, haben auch unsere anderen Forderungen Ausstcht auf Erfolg.
Die Volksschule ist unter der Herrschaft der kapita⸗ listischen Gesellschaft zu einer Anstalt entwickelt worden, deren vornehmste Aufgabe ist, die bestehende Klassen⸗ herrschaft zu erhalten und die vorhandenen staatlichen und gesellschaftlichen Autoritäten zu stützen.
Um diesen Zweck in höherem Grade zu erreichen, ist die Schule dem Einfluß und der Herrschaft der Kirche unterworfen, ist der Geistliche zum Vormund des Lehrers elngesetzt worden, ist anstatt der Einheitsschule für sämtliche Kinder des Volkes ein nach den sozialen Schichten geschiedenes Schulsystem entwickelt worden, das darin gipfelt, daß der Lehrstoff für die in den eigent⸗ lichen Volks schulen vereinigten Schüler auf das dürftigste bemessen ist.
Obgleich die preußische Volksschule längst von dem Volksschulwesen in vielen anderen Staaten überflügelt wurde, und obgleich es die Entwickelung des modernen Wirtschaftssystems in hohem Grade fördert, wenn auch der letzte Arbeiter ein höheres Maß von Wissen und Können besitzt, hat ein großer Teil der sich liberal nennenden Bourgeoisie sich mit den ausgesprochensten Feinden der Volksbildung zu dem sogenannten Schul⸗ kompromiß vereinigt.
Der Schulkompromiß ist ein Verrat an den bis⸗ herigen Kulturerrungenschaften, ein Akt namenloser Feig⸗ heit einer sich liberal nennenden Bourgeoiste, die damit die Volksschule endgültig zur Dienerin der Kirche herab⸗ würdigen will.
Der Parteitag der Sozialdemokratie in Preußen sieht in der allgemeinen möglichst hohen Volksschulbildung aller ein eminentes Kulturelement, das die geistigen und materiellen Interessen des Volkes aufs höchste fördert.
Von diesem Gesichtspunkt aus fordert der Parteitag als Mindestmaß zur Hebung des Volksschulwesens in Preußen:
1. Die Trennung der Schule von der Kirche, d. h. die gänzliche Beseitigung des Einflusses der Geist⸗ lichkeit in der Schule und die Ausscheidung jedes religiösen Unterrichtes aus dem Lehrstoff der Schule.
2. Die Einheitsschule für alle der Schulpflicht unter⸗ worfenen Schüler; neben der Unentgeltlichkeit des Unterrichts auch die Unentgeltlichkeit der Lehrmittel; Beschränkung der Schülerzahl auf ein Maß, das dem Lehrer die volle Unterweisung seiner Schüler ermöglicht. Bessere Ausbildung und Besoldung der Lehrerschaft.
3. Schaffung von Schulräumen und Lehrmitteln, die den Anforderungen der Hygiene und der vorge⸗ schrittensten Pädagogik entsprechen.
4. Ernährung und Bekleidung aller hülfsbedürftigen Schüler.
Der Parteitag fordert die Parteigenossen auf, im Sinne der vorstehenden Forderungen die Agitation für eine Umgestaltung des Volksschulwesens in Preußen mit größtem Nachbruck zu betreiben.
An das vorzügliche Referat schloß sich eine eingehende Diszussion, auf die wir raumes⸗ halber aber erst in nächster Nummnr eingehen können, ebenso auf die Verhandlungen über das Kontraktbruchgesetz und das Landtagswahl⸗ recht. Die Resolution zur Schulfrage wurde mit einigen Zusätzen einstimmig angenommen. 22————
Politische Nundschau.
Gießen, den 5. Januar 1905.
Die Ausbungerung des deutschen Volkes.
Die„Soziale Praxis“ brachte dieser Tage eine wirtschaftliche Untersuchung von Dr. Ferd. Goldschmidt über den Fleischkonsum in Deutschland. Er geht davon aus, daß der
Mensch ein bestimmtes Quantum Eiweiß nur durch Fleischnahrung asstmilieren kann, da Pflanzeneiweiß durch den menschlichen Körper nur im beschränkten Umfang assimiliert wird; dasselbe gilt von den Kohlehydraten. Gold⸗ schmidt kommt zu dem Schlusse, daß in Deutsch⸗ land ein durchschnittliches Jahresdefizit von 6½ Kilogramm Eiweiß pro Kopf der Be⸗ völkerung besteht, zu dessen Deckung ein Mehrkonsum von 32½ Kilogramm Fleisch pro Kopf nötig wäre, auf den heute nur 40 Kilo⸗ gramm Jahreskonsum entfallen.„Dieses Plus vermag die Bevölkerung nicht zu kaufen,“ führt Goldschmidt aus,„und wie deckt ste den Mangel? Sie deckt ihn gar nicht, sondern sie setzt das Nahrungs⸗ bedürfnis herab durch— Alkohol. Die wechselseitige Abhängigkeit des Fleisch⸗ und Branntweinkonsums ist durch die französische Statistik festgestellt.“ Dieser Nachweis der Aushungerung des deutschen Volkes durch den Fleischwucher läßt die Unterernährung der großen Masse weniger kraß erscheinen, als ste tatsächlich ist. Denn in die Durchschnittsrech⸗ nung sind auch die Angehörigen der besitzenden Klassen einbezogen, die ihren Leib nicht zu kasteien pflegen, und sicher weit über das von Goldschmidt als Minimum bezeichnete Ausmaß von 72 Kilo Fleisch pro Kopf und Jahr konsu⸗ mieren. Derlei Feststellungen kennzeichnen das Verbrecherische der agrarischen Fleischwucher⸗ pläne, deren Verwirklichung die deutsche Reichs⸗ regierung jetzt in den Vertragsverhandlungen mit Oesterreich so hitzig betreibt!
Wieder ein militärisches Zuchthausurteil!
Von dem Kriegsgericht in Trier wurden zwei Musketiere wegen militärischen Aufruhrs zu je fünf Jahren Zuchthaus ver⸗ urteilt.— Die Berufungsverhandlung der Dessauer Verurteilten, Voigt und Günther, soll am 11. Januar in Magdeburg stattfinden.
Wegen eines andern„Verbrechens“ gegen den unbedingten Gehorsam bekam ein Infanterist des Regiments Nr. 39 vier Monate Ge⸗ fängnis. Ein Leutnant hatte dem Manne den unseres Erachtens chikanösen Befehl gegeben, den Namen eines Vorgesetzten zwanzigmal abzuschreiben. Darauf hatte der Füstlier vor versammelter Mannschaft erwidert:„das tue ich nicht, wir sind hier nicht in der Schule“. Diese Sünde muß der Mann mit vier Monaten büßen.
Geschlagener Ordnungsbrei.
Einen schmählichen und wohlverdienten Rein⸗ fall hat das Scharfmachertum in Crimmit⸗ schau erlitten. Bei der letzten Stadtverord⸗ netenwahl stegten unsere Genossen in der ersten Klasse(das sind die ärmeren Steuerzahler) mit einer Mehrheit von nur 2 bis 6 Stimmen. Es gelang den Gegnern, die Ungültigkeits⸗ erklärung der Wahl zu erreichen. Nunmehr machten die Reichstreuen und Scharfmacher, an deren Spitze ein Rechtsanwalt Tietze steht, die wahnsinnigsten Anstrengungen, um unsere Genossen aus der Stadtvertretung zu drängen. Die Streikbrecher vom vorjährigen Textilarbei⸗ terstreik wurden als Wahlhelfer benutzt und sonst mit allen den gemeinen Mitteln der Ver⸗ leumdung gegen unsere Partei gearbeitet, wie sie nur das sächsische Ausbeutertum und seine Tintenkulis gewohnt sind. Aber es nützte der Gesellschaft nichts. Mit 18 Stimmen Mehr- heit wurden am 29. Dezember nach heißem Kampfe unsere Genossen wiedergewählt, auf die sozialdemokratische Liste entfielen 677, auf die gegnerische 659 Stimmen. Als Erfolg ihrer traurigen Machinationen ernten die„Reichs⸗ treuen“ jetzt die Blamage.—
Zwangsgeschenke für Prinzessinnen
treibt man in Mecklenburg ein. Für die Herzogin Cäcilte, die Braut des deutschen Kron⸗ prinzen, müssen 73099 Mk. Prinzessinnensteuer aufgebracht werden, wozu auch die kleinen Eigentümer mit beitragen müssen. Man„hofft“, diese mittelalterliche Einrichtung zu beseitigen, ob's aber gelingt, ist eine andere Frage.
Nussisches.
Rußland ist eben dabei, einen neuen Pump von 500 Millionen Mark anzulegen und deut⸗ sche Bankhäuser bemühen sich, den mit 4¼% verzinslichen Betrag aufzubringen. Erst im April v. Js. kam die letzte russische Anleihe von 648 Millionen Mark heraus. Der wahn⸗ sinnige Krieg kostet natürlich ein heidenmäßiges Geld; ein großer Teil des Volkes nagt aber am Hungertuch.
Vätercheuns Gnade. Die lebensläng⸗ liche Kerkerstrafe, die Sasanow, dem Mörder Plehwes, zuerkannt wurde, ist gemäß dem katserlichen Erlaß vom 24. August d. J. be⸗ treffend die von Sondergerichten gefällten Ur⸗ teile auf 14 Jahre ermäßigt, die dem Mit⸗ angeklagten Sikorskt zuerkannte Strafe von 20 Jahren auf 10 Jahre Kerker ermäßigt worden. Mehrfache Behauptungen, daß man es bei den Verurteilten überhaupt nicht mit den wirklichen Mördern zu tun hätte, ge⸗ winnen dadurch an Wahrscheinlichkeit.
Unterdes wächst die Bewegung gegen den Zarismus immer mehr. In vielen Orten fanden Demonstrationen gegen die Re⸗ gierung und gegen den Krieg statt, über die aber nur selten wahrheitsgetreue Berichte in das Ausland gelangen. In Kalisch(Russisch⸗ Polen) fanden von Mittwoch bis Freitag Straßenkämpfe statt, wobei die russtsch⸗ orthodoxe Kirche und mehrere angrenzende Straßen völlig zerstört wurden. In Mielce und Wansk verband sich die Bevölkerung mit den Reser visten, welche unter keiner Bedingung in die Militärzüge einsteigen wollten. Die Behörden waren gegenüber den Revoltierenden mehrere Tage machtlos.— Ferner wird aus Schuscha berichtet: Der Steuerinspektor Scherdakoff wurde durch fünf Revolverschüsse am Tage mitten in der Stadt getötet. Den beiden Attentätern gelang es, zu entfliehen. Dem Attentat liegen politische Beweggründe zugrunde.
Das Publikum erweist den verurteilten Mördern Plehwes Ehrungen und bekundet ihnen Sympathie. In der Literarisch⸗artistischen Gesellschaft in Odessa stellte jemand nach einem Vortrage den Antrag, Sasanow und Sikorski durch Erheben von den Sitzen zu ehren. Das gesamte Publikum erhob sich, wie ein Mann, die anwesenden Militärpersonen nicht ausgenom⸗ men.„Die Regierung“— setzte der Redner fort— „hat sie verurteilt, doch hat der Urteilsspruch des Absolutismus selbstverständlich nicht die geringste moralische Bedeutung.“ Ein brausendes „Nieder mit der Alleinherrschaft!“ erfüllte bei diesen Worten den Saal. Es sprachen noch ein Sozialdemokrat und ein revolutionärer Sozialist und zum Schluß auch ein Liberaler, der seine Ansprache mit dem Rufe:„Nieder mit dem Kriege!“ schloß, was in der gauzen Versammlung stürmischen Widerhall weckte.
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Russisch⸗japanischer Krieg.
Der Fall von Port Arthur ist am 2. Januar nun endlich erfolgt. An diesem Tage berichtete General Nogi der japanischen Regierung, daß er einen Brief General Stössels erhalten habe, worin dieser Vorschlaäͤge zur Uebergabe mache. Die Feindseligkeiten wurden noch an diesem Tage eingestellt und die beiderseitigen Befehlshaber und Bevoll⸗ mächtigten verhandelten über die Kapitulations⸗ bedingungen. Darüber kam es noch im Laufe des Nachmittags zu einer Einigung und Abends gegen 10 Uhr wurde das Abkommen unter⸗ zeichnet. Den gefangenen Offizieren werden danach alle militärischen Ehren zugestanhen und ihnen die Erlaubnis zur Rückkehr nach Rußland unter der Bedingung gegeben, daß ste nicht wieder gegen Japan kämpfen. Die Mannschaften werden zu Kriegsgefangenen gemacht Nach den Berichten muß die Besatzung Port Arthurs in der letzten Zeit schrecklich gelitten haben, mehr als 14000 Kranke und Verwundete befinden sich in den Hospitälern. Die Stadt gleicht einem Trümmerhaufen.
Selbstverständlich rief die Nachricht von dem Falle Port Arthurs in Japan ungeheueren


