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Nr. 19.
Mitteldentsche Sountags⸗Zeitung.
Seite.
die den anderen Tag stattfand, akzeptiert wurde. Un⸗ wahr ist, daß der Name„Bebel“ oder„Parteileitung“ in der Versammlung ausgesprochen wurde. Ich könnte mir auch gar nicht vorstellen, wie das angehen sollte, da doch die meisten hiesigen Arbeiter bürgerliche Blätter lesen, keinem Verein angehören, mithin die Partei in keiner Weise unterstützen, darum auch gar keine Sozial⸗ demokraten sein können
Man hatte so schön ausgemalt, wie deutsche soztaldemokratische Arbeiter nur der„Partei⸗ knute“ entronnen zu sein brauchten, um ihre wirklich vorhandene monarchische Gesinnung zu offenbaren, die sie angesichts der Parteidiktatur nicht hervorkehren dürfen. Und nun fällt alles in nichts zusammen. Mit einer kläglichen Blamage für die Ordnungspresse endet die schöne Hoffnung auf Wandlungen sozialdemo⸗ kratischer Arbeiter zu huldigenden Byzantinern.
Dalles bei den Sozialistenvernichtern.
Der Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie hat lediglich aus Mangel an Mitteln bisher dem Umsturz noch nicht den Garaus machen können. Er versendet daher aufs neue ein Rundschreiben an Scharfmacher und Scharfmachergenossen, in dem sie flehentlich gebeten werden, endlich die zur Kriegsführung erforderlichen Moneten locker zu machen. Der bisherige Erfolg ist mehr als kläglich. Kaum 20000 Mitglieder hat der Verband bis jetzt aufzuweisen, und über die von diesen gespendeten Summen schweigt der Vorstand sich gründlich aus. Viel Staat wird sich mit der„patriotischen Opferwilligkeit“ wohl kaum machen lassen. Nehmen it seliger, als geben— denken die Herrschaften.
Gemeinheit kapitalistischer Soldschreiber.
Ein Leitartikel der„Post“, des Berliner Scharfmacher⸗Organs, über die Aussperrung der rheinischen Brauer beginnt:„Seit der Brauereidirektor Roesicke, der später durch seinen Dauermarsch hinter der Leiche des Sozenhäuptlings Liebknecht eine ge⸗ wisse traurige Berühmtheit erlangt hat, in Berlin mit den ausständigen Arbeitern den faulen Frieden schloß usw.“ Und solche er⸗ bärmliche Schmurfinken wagen die Kampfes⸗ weise der Sozialdemokratie zu bekritteln.
Aus dem herrlichen Kriegsheere.
Eine ganze Menge Fälle scheußlicher Sol⸗ datenschindereien sind in der letzten Zeit wieder von den Krtegsgerichten abgeurteilt worden.— Der Unteroffizier Elsner vom Fußartillerie⸗ Regiment Nr. 10 in Straßburg verging sich an einer Anzahl Soldaten im Jahre 1903 und 1904 in grober Weise. Einem Rekruten stieß er mit dem Seitengewehr in die Zähne, daß sie bluteten, andere ohrfeigte er, drehte ihnen die Nase um, und wieder andere mußten in der Nacht aufstehen, um ihre Kleider zu reinigen und Knöpfe, welche andere abge⸗ schnitten, anzunähen. Ein Rekrut mußte sich auskleiden und von einigen Soldaten mit Wasser und Wurzelbürste behandeln lassen. In einem Falle schlug der Unteroffizier einen Rekruten mit einem Hebebaum über den Kopf und ähnliches mehr. Das Urteil des Gouverne⸗ mentsgerichts lautete auf fünf Monate Gefängnis und Degradation.
Schwere Mißhandlungen haben sich auch die ehemaligen Unteroffiziere Rothe, Ersing und Sergeant Scherfe zu Schulden kommen lassen, die sämtlich früher im 22. Dragoner⸗Regiment zu Mülhausen i. Els. waren. Es liegt ihnen eine ganze Reihe von schweren Soldatenmißhandlungen zur Last, die ste in der Zeit von 1898 bis 1901 verübt haben. Der Vorsitzende meinte bei Einleitung der Verhandlung, die Angeklagten könnten Gott danken, daß ein Teil ihrer Schandtaten bereits ber jährt sei, da sie sonst noch viel schwerer bestraft werden müßten als es ohnehin schon nötig sei. So mußten u. a. der Dragoner
auger und mehrere seiner Kameraden im inter stundenlang am glühenden Ofen in Kniebeuge sitzen und in der Stube über Schemel ꝛc. hinweg Laufschritt machen, bis sie in Schweiß gebadet waren, worauf sie im Korridor in
strengster Kälte in den Durchzug gestellt wurden, bis sie bis zum Steifwerden abgekühlt waren. Der vernommene Militärarzt bezeichnete diese Grausamkeit als weit schlimmere Miß⸗ handlung als jeden tätlichen Angriff, tatsächlich hätten auch einzelne der Geschundenen derart unter diesen Quälereien gelitten, daß ste heute körperlich völlig ruiniert seien. In der Putzstunde mußte der Rekrut Hauger auf einem Schemel sitzen, der auf den Tisch gestellt wurde; in den Mantel eingehüllt, den Besen zum Präsentieren in der Hand, mußte er dann so lange Zigarren rauchen, bis er betäubt und halb bewußtlos umsank. Noch eine Reihe anderer Schandtaten wurden den Schindern vorgehalten, die sie an dem Hauger begangen haben. Und das Urteil? Ersing bekam drei Monate Gefängnis, Scherfe acht Tage Mittelarrest! Rothe war wegen Krankheit nicht erschienen. Geradezu lächerlich geringe Strafen für solch' niederträchtige Gemeinheiten!
Wieder ein militärisches Schreckens⸗ urteil.
Vor dem Kriegsgericht der fünften Diviston in Frankfurt a. d. O. gelangte am Donnerstag eine Verhandlung wegen militärischen Aufruhrs und Achtungsverletzung gegen die Artilleristen Heinrich Sims und Karl Scheter zum Abschluß. In seiner Entstehung und auch im Urteil erinnert der Fall stark an die Dessauer Affäre. Die Angeklagten hatten unter dem Einfluß des Alkohols einige Unteroffiziere mehrmals angerempelt und beleidigt. Das Urteil lautete gegen Scheier auf fünf Jahre steben Monate und gegen Sims auf fünf Jahre sechs Monate Gefängnis und Versetzung in die zweite Klasse des Soldaten⸗ standes.— Vom Stuttgarter Ober⸗Kriegs⸗ gericht als Berufungsinstanz war der Grenadier Arnold wegen„Verbrechen“ gegen die Pflichten der militärischen Unterordnung zu drei Jahren und fünfzehn Tagen Gefängnis verurteilt worden. Das ist nur ein paar Wochen weniger, als das erste Urteil gelautet hatte. Der Un⸗ glückliche war mit einem Posten in Konflikt gekommen und hatte diesem einen Schlag versetzt.
Beteiligung an den Landtagswahlen
haben unsere Parteigenossen auf der Landes versammlung beschlossen. Abg. Geyer referierte am zweiten Verhandlungstage dar⸗ über und trat entschieden für die Beteiligung an diesen Wahlen ein. Man habe dagegen eingewandt, daß wir keine Erfolge erzielt hätten; die Wahlbeteiligung treiben wir nicht des Er⸗ folges wegen, sondern der Agitation wegen. Man wolle durch Protestversammlungen gegen das Dreiklassen⸗Wahlrecht protestieren, allein der Protest reiße nicht dauernd das Volk mit und gebe den bürgerlichen Parteien nur Ge⸗ legenheit, sich der dritten Wählerklasse anzu⸗ nehmen. Auch durch einen Massenstreik lasse sich nicht eine Aenderung des Wahlrechts er⸗ zielen, denn ein solcher Streik könne nicht vor⸗ bereitet werden, sondern müsse spontan entstehen, und dies könne nur geschehen, wenn das Volk durch Maßnahmen der Gegner aufgepeitscht würde. Es bleibe nur die Wahlbeteiligung übrig, gemäß dem Mainzer Parteitags. Beschluß. Dem Referat folgte eine sehr rege Debatte, an deren Schluß eine von Geyer vorgeschlagene Resolutton, in der es heißt:„Die Sozialdemo⸗ kratie Sachsens beteiligt sich gemäß dem Be⸗ schlusse des Parteitages der deutschen Sozial⸗ demokratie zu Mainz im Jahre 1900 trotz des Dreiklassenwahlsystems an den sächsischen Laud⸗ tagswahlen,“ mit allen gegen 9 Stimmen an⸗ genommen wurde.— Die Landes versammlung nahm ferner ein Referat des Genossen Lange über: Die Armengesetzgebung in Sachsen entgegen. Eine Resolution, in der gefordert wird:„Uebernahme der Armenlasten durch den Staat; von den Gemeinden vorbeugende Maß⸗ nahmen und ausreichende Unterstützung,“ fand Annahme. Es wird ferner noch beschlossen, das Zentralkomitee in Dresden zu belassen.
Beleidigte sächsische Majestät.
Seit dem Regierungsantritt des Königs Friedrich August mehren sich die Majestäts⸗
beleidigungsprozesse in Sachsen bedenklich. Der kürzlichen Verurteilung des Redakteurs unsres Zwickauer Parteiblattes wegen Beleidigung des säͤchsischen Königs ist jetzt eine neue Verurteilung gefolgt. Vom Landgericht Leipzig wurde der Verlagsbuchhändler Bremer, weil er in einer von ihm verfaßten Broschüre:„Louise und ihr Sachsenbolk“ sich der Majestätsbeleidi⸗ gung schuldig gemacht haben soll, zu acht Monaten Gefeugnis verurteilt. Eine unerhörte Strafe!— 15 90 Straßburger Parteiorgan wurde auch mit einer Anklage wegen Beleidigung des Königs von Sachsen bedacht. Die Beleidigung soll in einem der Wiener Arbeiter⸗Zeitung“ entnommenen kleinen Feuilleton enthalten sein, welches das Vorgehen gegen die ehemalige Kronprinzessin Louise von Sachsen kritisterte.— Auf die Art will man Kate die monarchische Gesinnung im Volke ärken.
Zarische Bluthunde.
In Warschau haben die Kreaturen am Montag ein scheußliches Gemetzel inszeniert. Auf dem Wibkowsky⸗Platz wurde am Nach⸗ mittag eine 5000 Köpfe zählende Arbeiter menge vom Militär angegriffen. Das Militär schoß. Die Sanitätswache zählte 31 Tote und 15 Verletzte. Die Polizei schaffte außerdem 60 Tote und Verwundete fort. Auf der Jerusalemer Straße wurde Militär von der Menge angegriffen, wobei 25 Ar⸗ beiter verwundet und 25˙ getötet wurden.
Kleine politische Nachrichten.
Bei der Stadtverordnetenersatzwahl in Itzehoe ge⸗ lang es unseren Genossen, trotz des 900⸗Mark⸗Zensus zwei Sozialdemokraten durchzubringen. Es sind dies die beiden ersten Parteivertreter im Stadthause.— Einen glänzenden Sieg errang unsere Partei ferner bei den Stadtverordnetenwahlen in Karler uh e. Die Wahl am Montag in der dritten Klasse brachte unseren Kandidaten 3400 Stimmen, während der bürgerliche Zettel nur 2200 Stimmen erhielt. Das Zentrum en sich jedoch zum Teil der Wahl ferngehalten zu aben.
Soziales, Gewerkschaftliches, Arbeiterbewegung.
Aussperrungen. 2800 Arbeiter sind in Bremen ausgesperrt. Die Werft⸗ Aktiengesellschaft„Weser“ hat die vor einer Woche ihren gesamten Arbeitern ange⸗ kündigte Aussperrung zur Tatsache gemacht. Die Werft wollte die Aussperrung, mochte es kosten was es wollte. Als die Kün⸗ digung der gesamten Arbeiter am vorigen Donnerstag ausgesprochen und ein folgenschwerer und erbitternder Kampf in nahe Aussicht gerückt war, war der Vorsitzende des Gewerbegerichts in Bremen, Herr Dr. Meyer, sofort bemüht, eine Vermittlung herbeizuführen. Diese Bemüh⸗ ungen scheiterten jedoch.— In Hamburg nimmt die Aussperrung der Tischler einen größeren Umfang an. Die Bautischlereien haben sich mit den Möbeltischlereien solidarisch erklärt und mit der Aussperrung begonnen.— In Dresden sperrte der Arbeitgeberverband wegen Arbeitsversäumnis am 1. Mai 750 Bauarbeiter mehrere Tage aus.
eee eee von Nah und Fern. Hessisches.
— Ueber die Wahlrechts vorlage verhandelte am Freitag der Ausschuß der Ersten Kammer. Was dabei heraus kam, ist nicht bekannt; ein kurzer Bericht besagt, daß die Diskussion„streng vertraulich“ gewesen sei. Die Privilegierten scheuen also das Licht der Oeffentlichkeit und sie haben jedenfalls auch allen Grund dazu. Wenn diese Art Volks⸗ vertreter Wahlrechtsreform macht, kann man sich schon denken, das etwas ausgeheckt wird, was dem Volke zum Schaden gereicht.
— Der Gemeindesteuer-Gesetzent⸗ wurf wurde vom Ausschuß der Zweiten Kammer im Prinzip abgelehnt. Die Re⸗ gierung soll ersucht werden, eine Vorlage auf


