Ausgabe 
5.11.1905
 
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Nr. 45.

Mitteldeutsche SonntagsZeitung.

Seite 5.

Hochzeitsschmause versammelt hatten, betrug über 150.

Dem gesegneten Appetit der onsehnlichen Tischgesellschaft

fielen 1 Oechslein von über 6 Zentnern und 2 Schweine

von 4 Zentnern Schlachtgewicht zum Opfer, ferner wurden

4 Zentner Weizenmehl zum Hochzeitskuchen verbraucht.

Den Wein lieferte der Keller des einen Hochzeitsvaters. An leeren Fässern um denNeuen keltern zu können, soll es ihm jetzt nicht sehlen. Weyer ist ein ziemlich kleines Dorf, besondersgroße Bauern, die etwa hunderte von Hektaren besitzen, gibt es dort nicht. Trotz⸗ dem scheint nach dem Berichte des Wetzlarer Amtsblattes die Not nicht allzugroß zu sein.(Herr Bürgermeister Köhler in Langsdorf kann sich ja, wie vor zwei

Jahren einmal in einem ähnlichen Falle, der aus Olden⸗

burg berichtet wurde, bei seinem Kollegen in Weyer er⸗

kundigen, ob die Schilderung des Kreisblattes zutrifft.)

i Noch bei einigen andern Gemeinde⸗ wahlen, als bei den in letzter Nummer bereits er⸗ wähnten sind sozialdemokratische Kandidaten gewählt worden. So in Launs bach unser Genosse Hahn und in Odenhausen L. Pfaff. Unsere Freunde werden es sich selbstverständlich angelegen sein lassen, soviel in ihren Kräften steht, gewissenhaft ihre Pflicht zu erfüllen, die Wohlfahrt ihrer Gemeinden zu fördern und das

Iunteresse der werktätigen und minderbemittelten Gemeinde⸗

angehörigen im Gemeinderat wahrzunehmen

Kontrollversammlungen im Kreise

Wetzlar werden abgehalten in:

Oberndorf, Ausgang nach Wetzlar, 9. November 1 Uhr 45 nachmittags für Albshausen, Bon baden, Braunfels. Burgsolms, Oberndorf.

Aßlar, Bahnhof, 13. November 1 Uhr 15 nach⸗ mittags für Aßlar, Ber ghausen, Blasbach, Klein⸗ Altenstädten, Werdorf.

Wetzlar, Schützengarten, 13. November 3 Uhr 30 nachmittags für Wetzlar einschließlich Wetzlar⸗ Niedergirmes(ausschließlich der auf dem Bude⸗ rus'schen Eisenwerkte und der Karolinenhütte be⸗ schäftigten Kontrollpflichtigen).

Wetzlar, Schützengarten, 14. November 10 Uhr Vor⸗ mittags für Hof Altenberg, Garbenheim, Nauborn, Oberbiel, Steindorf.

Westerwasd und Anterlahn.

t. Die Stadtverordnetenwahlen in Haiger finden nächsten Mittwoch, den 8. November statt. Die 3. Klasse wählt von 11 Uhr Vormittags bis 1 Uhr Nachmittags, die 2. Klasse von 2 bis 3 Uhr Nachmittags und die 1. Klasse von 3 bis Uhr Nachmittags. Die Verlegung der Wahlzeit der 3. Klasse in die Mittagszeit, ist sehr zu begrüßen; ist es doch dadurch den Arbeitern leichter gemacht, sich an der Wahl zu beteiligen. Da in unserer Stadtverwaltung noch Manches der Verbesserung harrt, wäre es sehr zu wün⸗ schen, wenn endlich ein paar Sozialdemokraten in das Stadtparlament einzögen. Die Frage eines Schulhausneubaues, die Behebung der Wohnungsnot, die Neupflasterung der Straßen, die Durchführung der Kanalisation, die Errichtung einer Badeanstalt, die Hebung des Verkehrs, der Märkte usw. alle diese dringend nötigen Reformen hapren noch der Lösung. Um sie in Fluß zu bringen, ist as notwendig, daß die alte Lauheit des Bürgertums verschwindet. Besonders muß entschieden dagegen Front gemacht werden, daß die Heimlichtuerei zund Scheu vor der Kritck und Oeffentlichkeit auf unserem Rathaus aufhört. Wer seine im Interesse der Stadt zund Bürgerschaft getätigten Ausführungen und Hand⸗ lungen nicht verantworten kann und im Dunkeln munkeln will, der äst des Ehrenamtes als Stadtverordneter micht würdig.

Kontrollversammlungen im Dillkreis finden statt in: Herborn, Schießplatz, 4. November 2 Uhr 20 nachmittags. Haiger, Marktplatz, 7. No⸗ vember 11 Uhr 45 vormittags. Dillenburg, Paradeplatz, 7. November 2 Uhr nachmittags.

aus dem Xreise Marburg⸗Airchhain.

Der soz. dem. Wahlverein hielt am Samstag seine Generalversammlung ab, die ziemlich gut besucht war. Der angekündigte Vortrag des Gen. Dr. Michels mußte wegen Erkrankung des Referenten ausfallen. Kassierer Steets gab den Kassenbericht, der zufrieden. stellende Kassenverhältnisse nachweist. Darauf führte Härtling in seinem Jahresberichte an, daß im letzten Jahre 7 Vorträge über ver⸗ schiedene Gegenstände meist von auswärtigen Rednern gehalten wurden. Ferner fand eine Flugblatt⸗ und eine Kalender verteilung statt. In den Vorstand wurden gewählt: Härtling, Vorsitzender, Steetz, Kassierer und Fischer, Schriftführer. Als Kandidaten für die am 14. Nobember stattfindenden Stadtverord⸗ neten wahlen wurden G. Posern, F. Fischer und Dr. Michels aufgestellt. Die Berufsstatistik zum Wahlverein ergab

folgendes: Arbeiter 7, Bäcker 3, Bauhills⸗

arbeiter 4, Buchbinder 1, Buchdrucker 17,

Dachdecker 1, Dr. phil. 1, Formstecher 2,

Gastwirte 2, Gärtner 1, Holzarbeiter 14,5

Kupferschmiede 1, Maler und Lackierer 8,

Maurer 3. Metallarbeiter 8, Müller 4, Ofen⸗

setzer 2, Schneider 7, Schuhmacher 5, Zimmerer

1, Heizer 2. Zusammen 75 Mitglieder. An⸗

gesichts der Gewerkschafts⸗ Mitgliederzahlen

müßte der Wahlverein bedeutend stärker sein.

Der Vorsitzende ermahnte besonders die ag⸗

wesenden Gewerkschafts mitglieder, in ihren Kollegenkreisen für den Wahlverein und unsere Presse zu agitieren.

O ünsere Stadtverordneten brüteten am Dienstag über neue Steuerprojekte, welche sie den darüber wohl nicht besonders erfreuten Bürgern bescheeren wollen, Der nächste Etat verlangt 28 000 Mk. Einnahme mehr, und nach langem Suchen ist man auf die Kanalisation gefallen: die Mieter bezahlen ja keine Kanalgebühr. Zwar haben die Hausbesitzer fast aus- nahmslos die Kanalgebühren auf die Mieter abgewälzt, viele sogar das Doppelte dabei herausgeschlagen, aber das schadet nichts, die Mieter müssen nochmals herhalten. Und die Art und Weise, wie sie herangezogen werden sollen, ist ganz unserem Stadtparlament angepaßt: Prozent der Miete sollen als Kanalgebühren erhoben werden, also eine veränderte Form von Wohnungssteuer, und ctwa 30 000 Mk. sollen dabei herauskommen. Daß bet dieser Steuer die kleinen Wohnungen der Arbeiter verhültnismäßig am stärksten getroffen werden, liegt klar auf der Hand. seines Einkommens für Wohnungsmiete ausgeben, während der Reiche in der Regel nur 0 bis ½¼0 seines Einkommens dafür zu verausgaben braucht. Dazu kommt noch, daß unsere Hausbesitzer es verstehen, ihre eigenen eleganten Wohnungen zu einem geringen Nutzungs- werte einschätzen zu lassen. Die neue Steuer wird al so am stärksten wieder die breite Masse der Minderbemittelten belasten und jede Mietsteigerung wird als Fluch der bösen Tat erhöhte Steuer im Gefolge haben. Der vor einiger Zeit in Vorschlag gebrachten Wertzuwachs⸗ steuer können unsere Stadtverordneten dagegen wenig Geschmack abgewinnen. Sie wurde zurückgestellt, es sallen erst nochErhebungen angestellt werden. Diese Steuer würde ja die eigenen Klassengenossen treffen! Ehe die Herren anseinandergingen, hatten sie noch eine Kulturtat zu vollbringen. Die Reorganisation des Unterrichts in der Handwerker⸗Fortbildungsschule bedingt eine Mehrausgabe von etwa 1000 Mk. Der Magistrat schlug vor, daß die Meister jährlich 5 Mk. pro Schüler bezahlen sollten, denn die Stadt habe keine Verpflichtung, für einen Stand besondere Aufwendungen zu machen, sagte unser Oberbürgermeister. Der Magistratsantrag und noch zwei andere Anträge erzielten bei der Ab⸗ stimmung Stimmengleichheit und der Stadtverordneten⸗ Vorsteher hatte nun die Entscheidung zu fällen, die denn auch in einer Weise ausfiel, die auf salomonische Weisheit keinen Anspruch machen kann. Derselbe entschied sich für einen von ihm selbst gestellten Antrag, daß die Lehrlinge diese 5 Mk. bezahlen sollen, der Lehrherr solle jedoch dafür haften. Eine andere Angelegenheit von öffent lichem Interesse fand keine endgiltige Erledignng. Es sollen Plakatsäulen undTafeln aufgestellt und an Privatunternehmer verpachtet werden. Anstatt das An⸗ schlagswesen in eigene Verwaltung zu nehmen, will man es der Willkür eines Unternehmers übergeben, nur über das Wie und Wer ist man noch nicht einig.

In einer öffentlichen Holzar⸗ beiterversammlung, die den Umständen nach gut besucht war, sprach am Dienstag Kollege Simon⸗ Augsburg über die Erfolge des Deutschen Holzarbeiter⸗ verbandes. Sein Vortrag fand lebhafte Zustimmung. In der sich daran schließenden Diskussion wurde das Verhalten der modernen Streikbrecherorganisatton, des christlichen Holzarbeiterverbandes einer vernich⸗ tenden Kritik unterzogen und namentlich auf dessen er⸗ bärmlichen Arbeiterverrat bei dem Kölner Schreinerstreik hingewiesen. Alle Redner waren in der Verurteilung dieser Streilbrecher einig und sprachen sich für den weiteren Ausbau der freien Gewerkschaften und speziell des Holzarbeiterverbandes aus.

O In Amöneburg, dem katholischen Städtchen im Kreise Kirchhain, in welchem vor einiger Zeit der Bürgermeister größere Unterschlagungen verübte, gab in diesem Sommer der Magistrat einem Gärtner den Aus⸗ trag, zur Anwesenheit des Bischofs von Fulda die Straßen zu schmücken. Als der Gärtner seine Rechnung von ca. 100 Mk. einreichte, machten die Stadtverord⸗ neten Schwierigkeiten, da sie nicht gefragt worden waren. Der Gärtner klagte die Forderung ein und vorige Woche verurteilte das Amtsgericht zu Amöneburg die Stadt zur Zahlung der Summe.

O Ein Opfer unserer sozialen Ver⸗ hältnisse stand am Dienstag voriger Woche vor dem Schöffengericht in Wetter, Kreis Marburg.

Ein 16 jähriger Kaufmannslehrling hatt; sich wegen

Der Arbeiter muß durchgängig /s bis

Veruntreuungen zu verantworten. Seine Mutter war kurz nach seiner Geburt verstorben, der Vater arbeitete in einer Fabrik, infolgedessen war seine Erziehung eine mangelhafte und während seiner Schulzeit hatte er sich Unredlichkeiten zu Schulden kommen lassen und während seiner Lehrzeit hatte er Gelder widerrechtlich einkassiert und damit die Kasseler Ausstellung besucht. Die sechs Wochen Gefängnis, welche ihm das Gericht zuniktierte, dürften kaum ein geeignetes Mittel zur Besserung sein.

* Einen Brot aufschlag hat die Dar m⸗ städter Bäckerinnung eintreten lassen und zwar um zehn Pfennig den Fünfpfundleib.. Also neben teuerem Fleisch auch noch teueres Brod!

Partei-Uachrichten

Provinzial⸗Parteitag für Hessen⸗Nassau. Das Agitations⸗Komitee für die Provinz Hessen⸗Na ssau beruft auf Sonntag, den 26. November vorm. 10 Uhr, in das Gewerkschaftshaus zu Frank⸗ furt a. M. einen außerordentlichen Pro⸗ vinzialparteitag ein. Den einzigen Tagesordnungspunkt bildet die Organi⸗ satlonsfrag e. Der noch auszuarbeitende Ent⸗ wurf eines Provinzial⸗Organisations⸗Statuts wird ver⸗ öffentlicht.

Wahlkreis Wetzlar⸗Altenkirchen. Sonntag, den 12. November, nachmittags Uhr im Gasthaus Zur Glocke in Wetzlar: Seneralversamm⸗ lung des Wahlvereins. Tagesord.: 1. Ge⸗ schäfts⸗ und Kassenbericht. 2. Bericht vom Parteitag in Jena. Bericht der Gemeindevertreter⸗Konferenz in Frankfurt a. M. 4. Neuwahl des Vorstandes.

Un zahlreichen Besuch ersucht der Vor st an d.

NB. Zutritt nur gegen Mttgliedsbuch.

Die Differenzen zwischen dem Parteivorstand und den entlassenenVorwärts-Redakteuren Bütt ner, Eisner, Gradnauer, Kaliski, Schröder und Wetzker be schäftigen die Parteipressen lebhaft. Wir werden in nächster Nummer eingehender darauf zurückkommen.

Der erste Parteidampfer. Unser Ham⸗ burger Parteiblatt, dasHamb. Echo hat ich einen Dampfer zugelegt, der dieser Tage in den Dienst gestellt wird. Die BarkasseHamburger Echo ist dazu bestimmt, bei der Kolportage des Hamb. Echo und dem Schriftenvertrieb im Hamburger Hafen Verwendung zu finden. Das Fahrzeug stellt einen ganz neuen Typ dar; ist 9 50 Meter lang, 2.06 Meter breit und 1.10 Meter tief. Der Hintertell ist mit einer Kajüte zur Unter⸗ bringung der Zeitungen und Schriften versehen. Das stetige Anwachsen der Echo⸗Kolportage im Hafen hat die Beschaffung eines Fahrzeuges, das lediglich dem Zweck der Kolportage dient, notwendig gemacht. Bisher war für die Kolpo tage die BarkasseHans gechartert, die aber den gestellten Ansprüchen nicht genügt. Das Boot wurde bei seiner ersten Fahrt, die es am Moutag machte, durch den Hafen überall freudig begrüßt von denLeuten von der Waterkant. r

Versammlungskalender.

Samstag, den 4. November.

Gießen. Sozialdem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.

Gießen. Fuhrleute und städtische Arbeiter. Abends 8 Uhr Versammlung in Lon y's Bier⸗ keller. T.⸗O.:Die Mannhei ner Lohnbewegung und ihre Erfolge. Ref. R. Habicht⸗Frankfurt.

Alten⸗Buseck. Volksvereln. Abends 8 Uhr außerordentliche Mitglieder⸗Versammlung bei Wirt

Becker. T.⸗O.: Die Land'agswahl.

Watzenborn⸗Steinberg. Wahlverein. Abends 1/9 Uhr Generalversammlung im LokaleZ ur Wilhelmshöhe. Tages⸗Ord.: 1. Landtags⸗ wahl. Nominierung der Wahlmänner. 2. Flugblatt⸗ verbreitung. 3. Verschiedenes. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht aller Parteigenossen zu erscheinen!

Wieseck. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei Wacker. T. O.: Landtagswahl. Sonntag, den 5. November Staufenberg. Volksverein. Nachm. ½4 Uhr

Versammlung bei Wirt Vogel. Alsfeld. Oeffentl. Holzarbeiter⸗Versam m⸗

* lung nachm. 3 ½ Uhr imStadtpark Ref. Koll.

Montag, den 6. November. Gießen. Schneider verband. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Dienstag, den 7. November. Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sitzung bei Orbig.

Briefkasten. Zuschriften aus Wetzlar,) Marburg, Krofdorf,

Steinberg mußten zurückgestellt werden. . 22