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Nr. 49.
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Mitteldentsche Sounags⸗Zeitung'
Seite 3.
zwelsellos richtig und hat Gültigkeit für die,
Genossen überall. Die sächsische Dreiklassenwahl⸗Schande
tage über eine von nationalliberaler Seite aus⸗ gehende Interpellation wegen der Wahlreform verhandelt. In der Beantwortung der An⸗ frage erklärte der Minister Metzsch, daß die Regierung nicht daran denke, ein anderes Wahl⸗ recht vorzuschlagen. Es sollen demnach also auch fernerhin neun Zehntel des sächstschen Volkes rechtlos bleiben. Natürlich fanden diese Ausführungen die begelsterte Zustimmung der kouservativen Beutepolttiker. Der einzige Sozial⸗ demokrat im sächstschen Landtage, Genosse Goldstein sagte den Wahlrechtsräubern das Nötige. Er wies auf die machtvollen Demon⸗ strationen hin, die vor kurzem auch in Sachsen stattfanden und erklärte, daß dieselben sich in immer mächtigerer Weisewiederholen würden und immer stürmischer würden die Forderungen des Volkes erhoben werden, bis sich das Wort erfüllt: Gebt dem Volke, was des Volkes ist.— Den sächstschen Perücken muß allerdings durch eindring⸗ lichere Mittel die nötige Einsicht beigebracht werden. Unsere Genossen werden in dieser Beziehung ihre Schuldigkeit tun.
a Gewaltige Wahlrechts⸗Demon strationen
haben am Dienstag in ganz Oesterreich statt⸗ gefunden. Ueberall verliefen dieselben großartig und überaus eindrucksvoll. In Wien herrschte vollkommene Sonntagsruhe. Ein Riesenzug, dessen Teilnehmerzahl von der Polizei auf mindestens 220000 angegeben wird, nach andern Schätzungen 250000 betrug, bewegte sich durch die Straßen und dauerte fünf Stunden. Eisiges Schweigen herrschte im Zuge wie auch unter den zahllosen Zuschauern. Die Kund⸗ gebung war würdig und tiefernst und machte einen gewaltigen Eindruck. Nirgends kam eine Störung oder Ausschreitung vor.„Man hatte auf bürgerlicher Seite weder geglaubt, daß die Sozialisten eine so unge eure Masse aufbieten, hoch daß ste so musterhabt disziplinteren könnten,“ wurde der Frkftr. Ztg. geschrieben. Die Christ⸗ lich⸗Sozialen, die Lueger⸗Trabanten, sind pein⸗ lich überrascht und ganz kleinlaut geworden. Diese hatten nämlich am Sonntag vorher eben⸗ falls einen Umzug zu Gunsten des allgemeinen Wahlrechts veranstaltet, der jedoch kläglich ver⸗ lief. Die Eröffnungssitzung des Abgeordneten⸗ hauses stand ganz unter dem Eindruck der Demonstration; der Ministerprästdent Gautsch versprach, daß die Regierung die Vorlage über das allgemeine Wahlrecht spätestens bis Ende Februar einbringen werde.
In Prag ruhte ebenfalls der Verkehr und die Arbeit vollständig. Auch dort bewegte sich ein ungeheuerer Zug durch die Straßen, an dem sich außer den Sozialdemokraten auch die czechischen National⸗Sozialen und viele Bürger⸗ liche beteiligten. Im Zuge wurde auch ein Ochsenwagen geführt, auf welchem eine Puppe, das tote Parlament darstellend, sich befand. Ein anderer Wagen enthielt eine Frau mit einer Jakobinermütze, die Freiheit darstellend, ein dritter einen schwarzen Sarg, der das tote Herrenhaus bedeutete. Im Zuge sah man viele rote Fahnen, darunter solche mit roten Hussitenkelchen auf schwarzem Grunde und mit einer von Arbeiterfäusten zerbrochenen Flinte als Symbol der bewaffneten Macht.— Sicher ist, daß die österreichische Arbeiterschaft auf dem Wege zur Erringung des allgemeinen Wahl⸗ rechts eine gute Strecke weiter gekommen ist.
Kleine politische Nachrichten.
Die Chemnitzer Parteigenossen stellten als Reichstagskandidaten den Redakteur Nos ke zur Ersatz⸗ wahl für Schippel auf.
In Dresden wurden am Mittwoch vier Sozialdemokraten in die Stadtverordneten⸗ Versammlung gewählt. Das sind die ersten Sozial⸗ demokraten, die in das Dresdener Stadthaus einziehen.
Für unsre Frauen!
Militarismus.
K. Seit langen Jahren rufen die enormen Ausgaben, die für den Moloch„Militarismus“ aufgewendet werden, berechtigte Entrüstung im Volke hervor. Besondere Ursache, dieses System einmal genauer anzuschauen, haben auch die Frauen, da sie die gewaltigen Summen, die der Moloch verschlingt, mit aufbringen müssen. Denn jeder Deutsche ist diesem Moloch sztribut⸗ pflichtig; die deutsche Bevölkerung bezahlt nach einer Berechnung aus dem Jahre 1903 jähr⸗ lich pro Kopf rund 21 Mark für Heer und Marine.
Der Steuerzettel verzeichnet diese Last frei⸗ lich nicht. Kein Gerichtsvollzieher pfändet dtese Summe. Wir bezahlen sie in den durch Zölle und indirekte Steuern künstlich erhöhten Preisen unsrer Lebeus⸗ und Genußmittel. Wäre diese künstliche Verteuerung, die dem Militarismus dient, nicht da, so würde der knappe Lohn des Arbeiters viel weiter reichen. So könnte die Mutter den Kindern größere Brotschnitten schneiden und brauchte sie nicht vornehmlich auf Kartoffelkost zu setzen, unzureichend für den Aufbau eines gesunden Körpers, der gesunden Geist beherbergt. Und bitter muß es die Mutter empfinden, daß bei jeder Vergrößerung der Familie auch der Tribut an den Militarismus wächst. Vom Kinde schon nimmt er die Steuer, denn das Kind verzehrt ja auch die vom Mili⸗ litarismus verteuerten Lebensmittel. Der Kindersegen, von dem die Bibel spricht, er 1 in unserer verderbten Gesellschaft zum
uch!
Diese Militarlasten beuten das arbeitende Volk bis zum Weißbluten aus; wie ein Krebs⸗ geschwür am menschlichen Körper Verheerungen und Verwüstungen anrichtet, so verübt der Militarismus Verwüstung am Gesellschafts⸗ körper und untergräbt die Volkswohlfahrt, daß Not und Elend in breiten Volksschichten nicht verschwinden.
Der Militärismus ist ein Zwillingsbruder des Kapitalismus. Während dieser Raubbau mit der Arbeitskraft des Proletarta“s treibt, für möglichst niedrige Löhne die Arbeitskraft der Bevölkerungsmehrheit ausbeutet, suchen die gesetzgebenden Körperschaften die gewaltigen Summen, die der Militärismus verschlingt, durch Steuern und Verbrauchsabgaben aus den Taschen des Proletariats herauszuholen.
Schon jetzt warten Kriegsminister und Marinestaatssekretär sehnsüchtig auf die Geld⸗ ströme, die der neue Zollstarif fur dieses System bringen wird. Alle Milliarden, die der Mili⸗ tarismus verschlingt, werden vorwiegend durch die Besteuerung der Armen und Aermsten aufgebracht, und wahrlich, die Summen sind nicht gering.
Im Jahre 1880 betrug die Gesamtausgabe
für Heer und Marine 463 Millionen Mark, im Jahre 1903 waren schon 1065 Millionen Mark notwendig, um die laufenden Ausgaben 1 decken und immer neue Quellen werden ge⸗ ucht und gefunden, um Futter für diesen Mo⸗ loch herbeizuschaffen. In der nächsten Reichs⸗ tagssesston wird wiederum versucht werden, aus dem Tabak und dem Bier neue Summen her⸗ auszupressen. Tansende und Abertausende junger kräftiger Söhne des Volkes werden all⸗ jährlich aus ihren Berufen herausgerissen, um sich einem Drillsystem zu unterziehen, das den Menschen zur Maschine entwürdigt.
Durch den Militarismus werden die Klassen⸗ gegensätze verschärft und das Volk vom Volk getrennt. Das dokumentieren die Worte Wilhelms II.:„Wenn ich es befehle, so müßt ihr auf Vater und Mutter sckießen!
Angestchts solcher Tatsachen kann es nicht wun⸗ der nehmen, daß die Mutter den unter Schmerzen und mit Gefahr des eigenen Lebens geborenen Sohn nur ungern den bunten Rock anziehen läßt. Weiß sie doch von vielen Nachrichten über schändliche Soldatenmißhandlungen, was eventuell auch ihrem Sohne passteren kann. Denn das militärische Drillsystem treibt rohe, gefühllose Vorgesetzte gar leicht zu Soldaten⸗ schindereien, wodurch manches blühende Menschen⸗
leben frühzeitig vernichtet worden ist. Durch den aller Kultur hohnsprechenden Militarismus wird das Menschenherz häufig schwer getroffen; daher sollten die Frauen weit mehr als bisher diesem System den Krieg erklären.
Schon der Kriegsgedanke erfüllt uns mit Entsetzen. Der ostasiatische Krieg hat gezeigt, welche Wunden ein mit modernen Waffen ge⸗ führter Krieg schlägt.
Um derartige Völkermorde, die im Interesse weniger Kapitalisten geführt werden, zu ver⸗ hindern, bedürfen wir einer Ummodelung unserer sogenaunten„göttlichen Weltordnung“. Der Ruf: Die Waffen nieder! klingt zwar recht schön, doch zeigen dieRegierungen wenig Neigung, diesem Rufe zu folgen. Erst wenn der sozia⸗ listische Gedanke von allen Herzen Besttz er⸗ greift, erst dann wird eine andre Weltordnung Platz greifen, worin keine am Mar? der Völker zehrende Einrichtungen geduldet werden. Dann tritt auch der Passus unsres Programms in Kraft, der da lautet: Erziehung zur allge⸗ meinen Wehrhaftigkeit, Volkswehr an Stelle der stehenden Heere, Entscheidung über Krieg und Frieden durch die Volksvertretung, Schlich⸗ tung aller internattonalen Schreitigkeiten auf schiedsgerichtlichem Wege.
Der Frauenwelt liegt nun die schöne Auf⸗ gabe ob, innerhalb der Sozialdemokratie das Grab des Militarismus mit schaufeln zu helfen. Er muß versinken, um für den Kulturfortschritt 1 den Völkerfrieden Platz und Raum zu geben.
Vorwärts! Frauen und Mädchen des Pro⸗ letartats, helft das kulturfeindliche System des Militarismus, auf den die Kapitalsmacht sich stützt, vernichten! Helft der Sozialdemokratie zum Siege!
Parteigenossen!
Im Juli dieses Jahres haben wir bereits einmal einen Aufruf an Euch gerichtet, in dem wir Euch baten, Euer Solidaritätsgefühl für unsre im russischen Reiche kämpfenden Genossen dadurch zu be⸗ tätigen, daß Ihr Geldsammlungen für die Opfer der russischen Revolution veranstaltet.
Die damaligen Sammlungen haben einen Ertrag von über 130 000 Mk. ergeben. Aber wie erfreulich dieses Resultat ist, es reicht nicht entfernt, um die furchtbaren Wunden zu heilen, die seitdem wieder der heldenmütige und unvergleichliche Kampf geschlagen hat, den das russische Proletariat unter Führung unserer Genossen gegen das fluch⸗ und schmachbeladene Regiment des russischen Zarismus führt.
Zehntausende und aber Zehntausende sind wiederum im Laufe weniger Monate als Schlachtopfer tot oder verwundet gefallen, Tausende füllen die Gefängnisse, Hunderttausende Männer, Frauen und Kinder befinden sich infolge dieser Kämpfe in schrecklichstem Elend oder in bitterer Not und sind der Verzweiflung nahe. Und noch ist kein Ende dieses Kampfes abzusehen.
Die deutsche Arbeiterklasse, welche dem russischen und polnischen Proletariat einen vollen Erfolg seiner helden⸗ mütigen Anstrengungen zum Sturze des russischen De⸗ spotismus und für eine neue, bessere und gerechtere soziale und politische Ordnung der Dinge im russtschen Reiche wünscht, kann durch schleunige Samm⸗ lung von Geldmitteln die ungeheure Not und daa s Elend der Opfer lindern, die dieser einzit dastehende Kampf für die Befreiung Rußlands bisher gekostet hat.
Parteigenossen! Wir richten deshalb nochmals an Euch die Aufforderung, sofort und überall Geld⸗ sammlungen in die Wege zu leiten und den Ertrag dieser Sammlungen an unseren Kassierer, Genossen Albin Gerisch, Berlin SW. 68, Lindenstraße 69 zu senden. Für eine gerechte Verteilung der eingehen ⸗ den Beträge werden wir Sorge tragen.
Parteigenossen! Frisch ans Werk! Betätigt durch eine möglichst umfassende Sammlung Eure tatkräftigen Sympathien mit unsern kämpfenden Genossen und Euer Mitgefühl mit den Opfern dieses Riesenkampfes.
Hoch die Internationalität Sozialdemokratie!
Berlin, den 23. November 1905.
Der Parteivorstand.
der
Von Nah und Lern. Hessisches.
Zu den Landtagswahlen.
Die Abgeordnetenwahlen, die am vorigen Freitag erfolgten, haben im allge⸗


