Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Ein deuischer Städtetag m Anfang der Woche in B erlin 144 Städte beteiligten. a der Verhandlungen bildete die leischversorgung der deut⸗ und die Schädigung ihrer Be⸗ die gegenwärtige Fleischteu⸗ ndelskammersyndikus Dove dem Standpunkt, führte e der Produktion chaftliche Sache an⸗ eranlassung, zu e die wich ⸗
teuren Luxuszigarren auf Kosten der 88 d. H. billigen Zigarren steuerlich zu bevor ⸗
m Schlusse des Artikels wird die Hoff⸗ nung ausgesprochen, daß die Reichstagsmehr⸗ heit„jede Gewichts steuererhöhung ablehnen wird, um diese große heimatliche Industrie kleiner Existenzen nicht dem Ruine preiszugeben“.— Diese Hoffnung dürfte sich leider kaum erfüllen, denn die Entscheidung liegt bei dem„regteren⸗ den“ Zentrum, das noch immer die Hoffnungen etäuscht hat, wenn es sich um Wahrnehmu er Volksinteressen gehandelt hat. Jetzt eben der Zentrumsführer Reichsgerichtsrat Spahn um Oberlandesgerichtsprästdenten in Kiel be⸗ ördert worden und es wird wohl nicht mit Unrecht angenommen, daß die Regierung das Zentrum damit in bewilligungslustige Stimm⸗ ung versetzen will. Wenn nicht die Volks⸗ massen selbst mit aller Energie gegen die neuen Belastungen Front machen, dann werden ste ihnen nicht erspart werden.
Zu der Eisenacher Ersatzwahl
und dem jämmerlichen Verhalten der Frei⸗ stunigen, die wieder einmal einem reaktionären Junkertrabanten in den Reichstag verhalfen, bemerkt unser Erfurter Parteiblatt: Von den 17434 Stimmen der Hauptwahl erhielt der Soztaldemokrat 6799, der Freisinnige 2692. Hätten die Freisinnigen nun Maun sür Ma nn den Sozialdemokraten in der Stichwahl gewählt, so hätte das 9491 ausgemacht, so wären dem Antisemiten von den 18 946 bet der Stichwahl abgegebenen Stimmen nur 9455 Stimmen ge. blieben, mithin der Sozialdemokrat gewählt worden. Der Sozialdemokrat Leber hat bei der Stichwahl aber nur 1822 Stimmen ge⸗ wonnen, von denen sicher 900 bis 1000 aus zialdemokratischen Reserven und ver⸗ 8 den andern Parteien n im besten Falle etwa 800 bis 900 Freisinnige für Leber ge⸗ stimmt, d. h. etwa der dritte Wähler der Hauptwahl. Hätten aber 2 Freisinnigen für uns gestimmt und mit unsern 1000 Reserven vereint, dann Genosse Leber mit 10 500 gegen 8500 antisemitische Stimmen gewählt wo artige Dinge hat man ja v helden öfters wenn unsere
Aufgabe unserer Partei wird es sein, die Masse des Volkes auf diese Tatsach
lichst hinzuweisen.
Frage der F schen Städte völkerung durch erung, wozu der Ha
Revolution in Rustland.
Wenn in den letzten Tagen verschiedene Meldungen aus Rußlan revolutionären Bewegung
ch, daß diese
Stillstandes un flammen um so bald an allen E Soviel steht jedenfalls fest: nicht mehr zurück t sich auch nicht mehr mit leeren Ver⸗ abspeisen, es wird den Kampf fort⸗ 8 seine volle Freiheit erkämpft hat. Machthaber werden sich umsoweniger re Kosaken stützen e der Truppen als en werden muß. e bastopol revoltiertendie Am Samstag ver⸗ rt Matrosen aller Abteilungen. wski erschien mit einer Zordnung und forderte auseinanderzugehen, Darauf kommandierte doch fiel auf sein Kom⸗ mando kein Schuß von seiten der Kom- wohl aber von seiten der Matrosen. leicht durch die Schulter Ein Kapitän des Regi⸗ der Kommandeur der ie, wurde getötet. Am 25. November sich die Hafenarbeiter den Matrosen mit diesen unbewaffnet die gasernen des Regiments wo sie mit Begeisterung empfangen das Regiment schloß sich der Revolte an. Es durchzog mit den Matrosen in einem 10000 Mann starken Haufen die Stadt bis Boulevard, wo das Regiment Gewehr stand. Das Regiment ock empfing die Meuterer mit Hurra, ch ihnen aber nicht an. Gegen Abend die Meuterer in die Kasernen zurück, skommandanten und arretiert und in Nach dieser der Spitzen des Militärs riebrigade und ein Re⸗
d das Abflauen d meldeten, so zeigt es Nachrichten sehr verfrüht siud. schlagen nach wenigen Tagen des d der Ruhe die Revolutions- mächtiger empor und zünden cken des ungeheueren Reiches. die Revolution drängen und das
er aus, der diese Frag und als technisch⸗landwirts sehe, hätten die Städte olle V betonen, daß es sich auch um ein Konsumtionsinte
industriellen Produktion Eine Unterernährung der Industrie beschäftigten Bevölkerungs- iner Herabsetzung der Leistungen Ausgleich durch Lohnerhöhungen die wiederum die Produkelon edner schlägt eine Anzahl von Leitsätzen vor und empfiehlt eine möglich st rte Einfuhr lebenden 3 dem Auslande unter twendigsten Schutzmaßregeln g in den öffentlichen Schlacht⸗ infuhr ausländischen Büchsen⸗ gen Fleischdauerwaren, sowie der Zölle und Elsenbahntartfe — Unsere Genossen, beteiligten sich
berührende Fra sei das Juteres
schicht führe zu e und es müsse ein gesucht werden, auf ihr Bajonette und ih können, als die gro erlässig angese ungehinde Viehes au Wahrung d zur Abschlachtun häusern, die E fleisches und sonsti eine Ermäßigung in Zeiten der Futternot. Singer und Ulrich, en andern von verschiedenen Städten rteigenossen, an den Verhand⸗ ten sich mit Schärfe gegen Raubpolitik, gen werden müsse. und Zölle sei die Die vorgeschlagenen Leitsätze wurden schließlich angenommen und ein ständiger Vorstand gewählt.
Deutschlands Fleischyproduktion
reicht bekanntlich nicht aus, seigen eig Das wissen auch die dem behaupten ste in der Oef⸗ Unter sich ur⸗ So hat die Landwirt⸗ für die Provinz Branden⸗ holt den amtlichen Kreis⸗ Aufforderung an die Land⸗ „Die Kälberaufzucht stärker betrieben werden! unserer Provinz muß im kommen⸗ indestens 1 Kalb mehr als „Es wäre ja sehr schön, wenn ten sämtlich diesem Rat Folge Die große Frage ist nur, ob
Marinetruppen! sammelten sich do Der Admiral Pisare Kompagnie in voller Krieg die Matrosen auf,
weigerten sich dessen. der Admiral„Feuer“,
delegierten Pa lungen und wende die agrarische schärferer Ton angeschla Beseitigung der Hauptsache.—
Der Admiral brach, getroffen, zusammen. ments Brest, Stein,
an und durchzogen
Stadt bis vor die sprengten Ueberläufern au
Demnach habe
eil der frei⸗
darf zu decken. sehr wohl, trotz fentlichkeit das Geg teilen sie anders. schafts kammer burg schon wiede blättern folgende wirte beigelegt:
um historischen
rden.— Der⸗ n Freisinns⸗ Es ist aber gut, Parteifreunde sich das merken. Wie die„Nationalztg.“ zu dem Wahlaus⸗ Autisemiten den Wahl⸗ Schwindel erobert. liberale Organ schreibt: ze Stimmenzahl, die der Anti⸗ Schack in der Stichwahl in Eis okraten auf sich vereinigte, f die raffinterte Ausbeu⸗ sozialdemokratischen Demonstration der Stichwahl zurückzuführen. Noch de in Eisenach ein fulminan⸗ ie Revolution in Eise⸗ mit dem am grauenden evölkerung durch die gellen⸗ der antisemitischen Sendboten aus chreckt wurde. ch auf dem Lande in vollstem in vielen
schon erlebt.
nachdem sie den Festun den örtlichen Divistonsche die Kasernen interniert hatten. Gefangennahme schlossen sich die Artille servebatalllon den Meuterern au.
Aehnliche Milttärevolten werde on Städten berichtet. die letzte Hoffnung der Re⸗ die Militärgewalt zu stützen. Wladiwostock, sowie in der Mand⸗ schurei befinden sich die Soldaten ebenfalls in Wladiwostok und Charbin seien zum größten Teile niedergebrannt.— m stwo⸗Kongreß, der in verlangte man zwar das allge⸗ meine Wahlrecht, doch wurden von mehreren Mitgliedern auch Reden gehalten, die gegen die Reglerung und Witte zu viel Vertrauensselig⸗ keit bekundeten.
Politische Rundschau
Gießen, den 30. November 1905.
Der Reichstag
ist am Dienstag mit einer Thronrede eröffnet worden, in welcher die Flottenforderungen und die im Leitartikel besprochenen neuen Steuern Nebenbei wird erheblich efahr operiert, wozu nicht die vorliegt.— Mittwoch ichstag und wählte das
gange schreibt, haben die kreis durch gemeinen Das genannte überraschend gro
Viehhaltung den Winter m sonst aufziehen. die Viehproduzen leisten würden.
sie dazu auch im stande sind.
„Tabak ist Luxus.“
Die„Süddeutsche Tabakztg.“ schrelbt zu den Mitteilungen über die Tabaksteuer: 1 wir endlich, was das Wort f teure Zigarren und Zigaret⸗ ten hat, das man einigen Zentrums⸗ Tabak ist Luxus“,
n aus einer den Sozialdem hauptsächlich
am Vortage in der Nacht wur tes Flugblatt:„D nach“ angefertigt,
ganzen Reihe v schwindet damit
„Jetzt wisser „Luxussteuer ten“ zu bedeu rern souffliert hatte.„ lich belastet man die 3, 4 und 5 igarren dermaßen, Qualitäten ni
Auf dem Se Moskau tagte,
dem Schlafe ges Dieses Flug⸗ blatt hot denn au Maße seine
Orten ist
Schuldigkeit getan; eine Stimmenbeteiligung in der Stichwahl erzielt wor den, bei den[Septen nats⸗ verzeichnen gewesen
daß ihre Fabrikation in cht mehr möglich sein hrend die deutschen Zigarren in den reislagen von 15, 20, 30 und mehr Pfennigen Gewichtszoll, dieselbe Belastung zu n werden, wie die billigsten Preis⸗ die hohen und höchsten Preislagen ch einen Schutz durch die Erhöh⸗ olles auf Importen, während die deren Herstellung allein vornehmlich die Zollreform zu tragen t ihr der Inlandstabakbau, zu wie es heißt, die norddeutsche Zigarre„keine Beeinträchtigung er⸗ Das nennt man eine logische 1 Man vernichtet die west⸗ die schlesische wie die süddeutsche 5 weil man den Genuß aks als entbehrlich ansieht, folglich eine Luxussteuer erstrebt, um— die
wie sie selbst wahlen nicht zu
0 r.
Daß der elende Schwindel seine Wirkung nicht verfehlte, läßt sich leich gen ist aber auch von S ation nicht energ
tragen habe
t denken. Im übri⸗ n unfrer Genossen isch genug betrieben wenigstens beklagt sich in der Erfurter Tribüne ein Genosse darüber, indem er u. g. Der Umstand, daß es den Antisemiten durch ihre schwindelhafte Agitation andleuten Sand in die Augen zu
1
bekommen no
160 000 Arbeiter ernährt, Kosten diese haben wird. Mi
angekündigt wurden. dessen Gunsten,
mit der Kriegs mindeste Veran konstituierte sich der frühere Präsidium wieder. wählten Singer als ersten Vizepräsidenten, der jedoch nur 66 3 anmen erhielt. Bürgerlichen wählen
lehnt, zu Hofe zu gehen
gelungen ist, den kleinen L reuen(indem sie ihnen Vorteile aus der Zoll⸗ kelten und die Landleute dies wie wir nur durch beit unter der Land wirtschaft g den Antisemiten das Und das darf nicht der Wahl geschehen.“ Das ist
fahren dürfe“. Beweisführung fälische wie die sächstsche, er und ebenso
politik vorgau beweist uns,
—
ufklärungsar treibenden Bevölkerun Wasser abgrabe nur kurz vor
die Eichsfeld
weil er es ab⸗ Bücklinge zu
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