Ausgabe 
3.9.1905
 
Einzelbild herunterladen

90. ch den

pollen sragz⸗ t ber.

satt⸗ bbenbe, teung (Acht

luser⸗ eullche . statt⸗ lischen

vollen, ewährt ihter chalts⸗ werden bandes Ftanl⸗ dungen Nach erband ultur⸗ andten cheote⸗ ragen

isez ig in ach 10 Beck e Vur⸗ vesend. Seit Vor Jahte reulich r ging wierig⸗ det i und rigen Fernen f uh wirken, bt. ib wal h. De Krelz⸗ ubege⸗ t. daß 1 Ge⸗ f auß jersolg, it zun ch bete Del Jul d elne nag e bel⸗ Auß⸗ 0 M., stoß trans rie! u ett b nich b del ageßel einn fla 1 Vol⸗ en auß ih meint, welle 10 afl 0 lte Kriftel 10 eilt ien allol Wendel mülle⸗

Nr. 36.

Mittel deutsche Sountags⸗Zeitung.

Seite 5.

durch die rückschrittliche Mehrheit die Wahlreform hinter⸗ trieben worden und manche das minderbemittelte Volk schwer schädigende Gesetzesbestimmung beschlossen worden sei. Es sei nötig, daß unsere Partei, die allein die Interesse der ärmeren Bevölkerung vertrete, mehr Ver⸗ treter in den Landtag entsende. Als Kandidaten für den Wahlkreis Gießen⸗Land schlägt er den Genossen Vetters vor. Dieser erklärt, daß er die Kandidatur annehme und im Falle der Wahl seine Pflicht gewissen⸗ haft erfüllen wolle. Die Vertreter der zum Wahlkreis gehörigen Orte beschließen hierauf einstimmig, Vetters als Kandidaten aufzustellen. Ueber die Aufgaben des Parteitages referiert Vetters. Nach kurzer Dis⸗ kussion wird beschlossen, den Parteitag zu beschicken und Vetters mit der Vertretung unseres Kreises beauftragt, Das nächstjährige Kreis fest soll in Hausen ab⸗ gehalten werden. Außer diesem Orte hatten sich noch Rödgen und Lollar darum beworben, für letzteres trat, Forbach⸗Lollar ein. Die Tagesordnung war damit er⸗ ledigt und der Vorsitzende schloß die Konferenz mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Sozialdemokratie.

8. Watzenborn⸗Steinberg. Der sozial⸗ demokratische Wahl verein hielt am Samstag seire regelmäßige Versammlung ab. In An⸗ betracht der Wichtigkeit der Tagesordnung wäre es erwünscht gewesen, wenn die Genossen etwas zahlreicher erschienen wären. Zunächst erstattete Genosse Häuser Bericht von der Landeskon⸗ ferenz. Er erörterte die Beschlüsse und Ver⸗ handlungspunkte derselben in eingehender Weise. In der Diskussion erklärte man sich mit den Beschlüssen der Konferenz, sowie mit der Tätig⸗ keit des Delegierten einverstanden. Ferner wurde die Tagesordnung der Kreiskonferenz besprochen und den Delegierten aufgegeben, für eine bessere Ausgestaltung unserer Presse und intensivere Agitation einzutreten. Im Verschiedenen wurden noch die politischen Tagesfragen besprochen.

Versammlung in Trohe. Sonn⸗ tag, den 10. September findet im Lokale des Herrn Seipp in Trohe eine Versammlung statt, zu welcher die Parteigenossen von Alten⸗ buseck, Rödgen, Wieseck und Trohe hiermit eingeladen werden. Der Delegierte zur Landes⸗ konferenz, Genosse Wacker⸗Wieseck wird hier über diese Bericht erstatten. Außerdem wird voraussichtlich Genosse Vetters⸗Gießen über ein noch zu bestimmendes Thema sprechen. Zahlreiches Erscheinen der Parteigenossen wäre erwünscht.

Aus dem Nreise Sriedberg⸗Püdingen.

d. Antisemitischer Bauernfang. In Rommelhausen hielt am Samstag der Antisemitrich Reuter aus Offenbach eine Ver⸗ sammlung ab, um für die Wahl des Bauern⸗ bündler Bär in den Landtag zu agitieren. In seiner Einleitung schwafelte er zuerst etwas von Reichspolitik, wobei er über unsere Partei herzog. Seine Ausführungen waren wieder die alten, welche er vor etlichen Wochen hier in einer Versammlung dem Genossen Busold gegenüber zum Besten gab. Juden als sozial⸗ demokratische Führer, Börsenjuden als Sozial⸗ demokraten usw., das waren die Phrasen, mit denen er zu imponieren suchte. Als er dann auf die Landtagswahl zu sprechen kam, fing er an die Sozialdemokraten zu loben, weil die sozialdemokratischen Abgeordneten bei der Kom⸗ munalsteuergesetzborlage geschlossen mit den Antisemiten gegen einzelne Bestimmungen ge⸗ stimmt hätten. Nun, uns ist's gleich, welcher 94850 beiden Kuddelmuddel⸗Männern gewählt W 5

Aus dem Rreise Wetzlar.

*Die Fleischteuerung und ihre wahren Ursachen lautet die Tagesord⸗ nung einer diesen Sonntag, nachm. 3 Uhr im Lokale des Herrn Trinkhammer(Göth's Garten) stattfindenden Volksversammlunng. Die Metzgerinnung, sowie der lendwirtschaft⸗ liche Verein sind zu dieser Versammlung be⸗ sonders eingeladen. Der letztere sollte von dieser Einladung unbedingt Gebrauch machen und das seinige zur Abstellung der Fleischnot tun. Denn daß eine solche tatsächlich existtert, hat vor kurzem selbst der frühere konservative Ab⸗ geordnete Schlabach in einer Versammlung des land wirtschaftlichen Vereins zugegeben. Aber auch ohne dies wird sie ja jeder Familie auf

das empfindlichste fühlbar.

h. Einigkeit und Praktiken der Metzger. Während einige Innungsmetzgermeister durch Plakate an⸗ kündigen, daß sie Wurst zu den alten Preisen verkaufen, haben andere überhaupt nicht aufgeschlagen. Den Herren, welche die Kantine der Sophienhütte mit gefüllten Därmen versehen, hat der Generalgewaltige Kafser angekündigt, falls sie aufschlagen, würde die Wurst von sonstwo be⸗ zogen. Und die starken Helden beugten sich und lieferten zum alten Preis: 50 Pfg. das Pfund Blut⸗ und Leber⸗ wurst. Diplomat Kaiser denkt eben: alte Preise, alte Löhne. Aber weshalb verlangen dieselben Herren von ihrer Ladenkundschaft 70 Pfg. für die gleiche Ware? Gibt es eine besondere SorteHüttenwurst?

h. Zum Gedächtnis Lassalles hielten die Wetzlarer Parteigenossen am Sonntag in Gleiberg eine Versammlung ab, in welcher Parteisekretär Rudolph⸗Frankfurt über Lassalles Leben und Wirken sprach. Die Ver⸗ sammlung war gut besucht und nahm das Referat beifällig auf. Ein merkwürdiges und ungewöhnliches Verlangen stellte der über⸗ wachende Gendarm, der jedenfalls zum ersten⸗ male in einer Versammlung war und diese mit einer Kontrollversammlung verwechselte. Er forderte nämlich die Besucher auf, ihre Stöcke und Schirme außerhalb des Lokales abzustellen! Später erst leuchtete ihm doch wohl das Zweck⸗ lose dieser Maßregel ein und von den zuletzt Erschienenen verlangte er es nicht mehr. Der Mann braucht keine Augst zu haben. Er wird die Erfahrung machen, daß die Sozialdemo⸗ kraten weder sich noch Andere verprügeln.

k. Polizeiliche Krankheitsverhü⸗ tung. In Krofdorf bemüht sich die Poltzei sehr, die Verbreitung von Viehseuchen zu ver⸗ hüten. Es darf deshalb kein verendetes Vieh

untergescharrt werden, bevor durch den Tierarzt

festgestellt ist, an welcher Krankheit das Vieh gefallen ist. Nun ist es in letzter Zeit öfters borgekommen, daß verendetes Vieh eine Reihe von Tagen auf dem Rasen, wo es nach der Verendung hingebracht werden muß, unverscharrt liegen blieb, weil der Tierarzt es nicht eher besichtigen konnte. Am vergangenen Dienstag wurde sogar ein Schwein vergraben, das vom Montag, den 21. bis Dienstag, den 29. August, also volle acht Tage, frei auf dem Rasen gelegen hat! Den Besitzer des Tieres trifft daran keine Schuld, er hat sofort den Fall der Behörde angezeigt. Soll aber durch ein solches Verfahren die Seuchengefahr vermindert werden? Welches Unglück kann daraus entstehen! Wie leicht kann durch eine Fliege, die an den Kadaver ging, das Gift auf einen Menschen übertragen und so dessen Tod herbeigeführt werden. Die Behörde sollte doch hier etwas mehr Vorstcht walten lassen.

k. Krofdorf. Unsere Nottz in voriger Nr. der Mitteld. Sonntagsztg. über die Zu⸗ stände in der Zigarrenfabrik Georgi bedarf einer kleinen Berichtigung. Es ist dort in Bezug auf Herrn Gerlach infolge eines Druckfehlers ge⸗ sagt, daß er jungen und älteren Fabrikarbeite⸗ rinnen gegenüber nicht liebreich sei. Damit tut man Herrn Gerlach unrecht. Das Gegen⸗ eil ist richtig, es muß heißen: sehr liebreich. Und es trifft auch dieser Ausdruck noch nicht das Richtige, es kann getrost gesagt werden, daß Werkmeister Gerlach seine Liebe geradezu verschwendet. Er verteilt sie nur etwas ungleich, die männlichen Arbeiter merken gar nichts davon.

Aus dem Rreise Marburg⸗Nirchhain.

Parteiversammlung. Ueber das neue Organisationsstatut und den Parteitag in Jena sprach Gen. Rudolph ⸗Frankfurt, der Parteisekretär für Hessen⸗ Nassau, in eiuer am Mittwoch vor 8 Tagen bei Jesberg abgehaltenen Parteiversammlung. In einem stündigen Vortrage besprach Redner eingehend die wichtigsten B: stimmungen des Entwurfs, den die vom Bremer⸗Parteitag eingesetzte 23er Kommission ausgearbeitet hat. Wie groß das Interesse der Genossen im Reiche an der Or⸗ gauisationsfrage sei, gehe aus den nicht weniger als 350 Anträgen hervor, die zu dem Entwurfe einge⸗ gangen sind. Zu dem Parteitag in Jena meinte Redner, es werde voraussichtlich über die Frage des politischen Massenstreiks und die Maifeier zu lebhaften und ernsten Debatten kommen. In der sich an den Vortrag anschließenden Debatte wurde über einige Bestimmungen des Statuts und die dazu gestellten Anträge debattiert, ferner besonders die Frage erörtert, ob in Marburg neben dem Wahlverein noch die sogenannte lose Organi⸗ sation bestehen bleiben soll. Die meisten Redner

1

und auch Gen. Rudolph sprachen sich für Aufhebung der losen Organisation aus, doch wurde ein Beschluß darüber nicht gefaßt. Mit den Stadtverord⸗ netenwahlen befaßte man sich nur kurz. Der Vor⸗ stand des Wahlvereins wurde mit den nötigen Vor⸗ arbeiten beauftragt.

Maßregelung. Die Bauhilfsarbeiter haben die Forderung auf Einführung der 10 stündigen Arbeits⸗ zeit an die Unternehmer gestellt. Als der Vorsitzende der Bauhülfsarbeiter am Mittwoch die Forderung ein⸗ reichte, wurde er sofort von der FirmaFrankfurter Beton Gesellschaft, wo er beschäftigt ist, entlassen. Hoffentlich lassen es seine Kollegen nicht an der nötigen Solidarität fehlen!

Geisteskrank. Der Lehrer Minzel aus Weidenfeld, der vor einiger Zeit seine jugendliche Ge⸗ lieble erstach, wurde, nachdem er 6 Wochen in der Landesirrenanstalt zugebracht hatte, für geisteskrank er⸗ klärt und auf freien Fuß gesetzt.

* Herr Lehrer Schulz in Redde⸗ hausen bestreitet in einer Zuschrift an uns, daß er es gewesen sei, der im Frühjahre einige sozialdemokratische Flugblattoerteiler grob ange⸗ fahren habe, wie das in unserem Blatte berichtet wurde. Uns ging die betr. Mitteilung von zuverlässiger Seite zu, doch haben wir keinen Grund an den Versicherungen des Herrn Lehrers zu zweifeln. Es kann ja immerhin bei den Flugblattverteilern ein Irrtum in der Person vorliegen.

Wahlkreis Alsfeld⸗Lauterbach. Sonntag, den 3. September vormittags 2 10 Uhr: Nreiskonferenz

im Lokalezum Stadtpark in Alsfeld.

Tagesordnung: 1. Vorstands⸗ und Kassenbericht. 2. Neuwahl des Vorstandes, 3. Agitation und Organi⸗ sation. 4. Vortrag des Gen. Dr. R. Michels über: Der Parteitag in Jena.

Die Parteigenossen aus dem Kreise wollen sich zahl⸗ reich an der Konferenz beteiligen und ihre Delegierten entsenden.

An die Parteigenossen von Hausen und Garbenteich. Parteigenossen! Sonntag, den 3, September nachmittags 4 Uhr findet in Garbenteich bei P. Beckerzum kühlen Grund eine Versammlung statt. Tages⸗Ordnung:Berichter⸗ stattung von der Landeskonferenz in Alzey. Referent: K. Häuser⸗ Steinberg. Wir ersuchen zu dieser Ver⸗ sammlung recht zahlreich zu erscheinen.

Die Vorstände der Arbeitervereine Hausen und Garbenteich,

An die baugewerblichen Arbeiter

des Großherzogtums Hessen!

Arbeitsgenossen! Auf Anregung der Bauarbeiter hat die Bauarbeiterkommission zu Offenbach a. M. im Einverständnis mit dem dortigen Gewerkschaftskartell beschlossen, Sonn tag, den 1. Oktober ds. Is. eine

Bauarbeiterschutz Konferenz nach Offenbach a. M. einzuberufen.

Tagesordnung: 1. Der Bauarbeiter⸗ schutz der Gegenwart und Beratung weiterer Maßnahmen. 2. Unsere Forderungen an die Regierung und Kommunalbehörden. 3. Anträge. 4. Wahl einer Landeskommission für Bau⸗ arbeiterschutz..

Alle Anfragen und Zuschriften gehen an die Bauarbeiterschutz-Kommsssion Offenbach a. M., Gewerkschaftshaus, Austraße 9.

J. A. der Bauarbeiterschutz⸗Kommission F. Weber, Domstraße 60.

Versammlungskalender.

Samstag, den 2. September. Gießen. Holzarbeiter. Abends Uhr Ver⸗ sammlung bei Löb(Wiener Hof). Vortrag von Kollege Weidner⸗Frankfurt. Metallarbeiter. Abends 8 ¼ Uhr Versammlung bei Orbig. Sonntag, den 3. September. Krofdorf⸗Gleiberg. Wahlverein. Nachmittags 31½ Uhr Mitgliederversammlung bei Gastwirt Feußer in Gleiberg. Mittwoch, den 6. September. Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sitzung bei Orbig. Wetzlar. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sitzung in derGlocke. Samstag, den 9. September. Wieseck. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Wacker. Wetzlar. Wahl verein. Jeden zwetten und vierten Samstag im Monat, abends 9 Uhr, Versammlung im GasthausZur Glocke.