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Nr. 40.
Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
und verliest mehrere Briefe der Firma, worin diese es erst ablehnt mit der Arbeiterschaft zu verhandeln und erklärt, keinen der Streikenden wieder einzustellen. Hernach war sie aber froh, ihre alten Arbeiter wieder zu bekommen. Wenn man auch nicht einen vollständigen Sieg er⸗ rungen, so sei doch ein großer Erfolg von Seiten der Arbeiter zu verzeichnen. In seinen weiteren Ausführungen kommt Ehrler auf ein Flugblatt von Solingen zu sprechen, in welchem dem deutschen Metallarbeiterverband von den Christlich⸗Sozialen Arbeiterverrat vorgeworfen wird, um im Trüben zu fischen. Redner er⸗ klärt, daß nur der ein Recht habe, darüber zu urteilen, der die örtlichen Verhältnisse dort kenne und fordert hierauf den christlichen Ver⸗ bandsfunktionär Scherrer von Offenbach auf, sich in der Diskussion hierüber zu äußern. Nachdem Ehrler den Christlichen ihre unschöne Handlungsweise gekennzeichnet und ihr Ver⸗ halten in Köln bei dem Holzarbeiterstreik als Streikbruch und Verrat bezeichnete, schloß er uater lebhaftem Beifall seinen mit großer Auf⸗ merksamkeit verfolgten Vortrag. Hieran knüpfte sich eine sehr lebhafte Diskusston. Der Vertreter der Christlichen, Scherrer von Offenbach, er⸗ klärte sich mit dem ersten Teil von Ehrlers Ausführungen einverstanden; bei der Bewegung in Köln sei jedoch der freie Holzarbeiterverband selbst schuld, daß die Christlichen nicht mit⸗ machten, Köln würde ihnen nicht schaden. Nach⸗ dem noch einige Gewerkschaftler das Gebahren der hiesigen christlichen Metallarbeiter einer Kri⸗ tik unterzogen hatten und ein solcher dann er⸗ klärte, daß sie in zehn Jahren in Gießen stär⸗ ker sein würden, schloß die Diskusstion. Hierauf erhielt Kollege Ehrler das Schlußwort, in wel⸗ chem er auf Grund von erdrückendem Beweis⸗ matertal die christlichen Arbeiterführer als Ar⸗ beiterzersplitterer und Verräter kennzeichnete; die freien Gewerkschaften seien allein in der Lage durch ihr so oft bewiesenes mannhaftes Auftreten bei Lohnkämpfen die Interessen der Arbeiter zu vertreten.
— Ueber den weiteren Verlauf und das Ende des Streiks bei Schaffstädt wäre noch kurz folgendes zu berichten. Nach⸗ dem die Firma in einem Schreiben vom 14. d. Mts. in der Beantwortung eines solchen der streikenden Arbeiter an den Chef der Firma erklärt hatte, daß sie jeden der sich persönlich melde, soweit noch Platz vorhanden sei, zu den alten Bedingungen wieder einstelle, be⸗ schlossen die Streikenden am 16. d. M. durch Kommissions mitglieder der Firma mitzuteilen, daß sie gewillt wären, die Arbeit wieder auf⸗ zunehmen, wenn dieselbe verspreche die Lohn⸗ verhältnisse zu regeln und die Arbeiter wieder bis auf die Abgereisten einzustellen. Das Re⸗ sultat dieser Verhandlungen war, daß von 24 Streikenden 16 wieder eingestellt werden sollten, wenn sie bis 6 Uhr abends ein Schriftstück unterzeichneten, in welchem sie erklärten, am Montag ½7 Uhr morgens die Arbeit wieder bedingungslos aufzunehmen. Da eine be⸗ dingungslose Aufnahme der Arbeit und eine nur teilweise Einstellung der Streikenden nach Lage der Sache ausgeschlossen war, blieb die Firma ohne Antwort. Bei den Streikenden stand es nunmehr, nachdem ste sich die größte Mühe zur Beilegung der Differenz gegeben hatten, fest, daß es jetzt Sache der Firma sei, mit Vorschlägen an die Arbeiter heranzutreten. Dies muß wohl auch dieser zur Erkenntnis ge⸗ kommen sein, denn am 19. d. M. fand auf Veranlassung des Chefs der Firma, eine Be⸗ sprechung desselben mit einem Mitgliede der Kommisston statt, in welcher sich ersterer bereit erklärte, die Lohnverhältnisse zu regeln und sämtliche noch nicht abgereisten Streikenden wieder einzustellen. Im Vertrauen auf dieses Versprechen, beschlossen die Arbeiter am fol⸗ genden Morgen die Arbeit wieder aufzunehmen. Im Interesse eines dauernden Friedens, liegt es nun, wenn den Wünschen der Arbeiter, welche ja der Firma bekannt und auch schon zum Teil erledigt worden sind, die Erfüllung nicht versagt wird. Möge dieser Streik sein Teil dazu beigetragen haben, die Lohnverhältnisse der Gießener Metallarbeiter zu bessern und sie in Einklang zu bringen mit den gesteigerten
Ansprüchen, welche die Lebenshaltung fort⸗ während erfordert.
— Einen Schmutzartikel gegen die freien Gewerkschaften leistete sich der Anzeiger in seiner Samstags⸗Nummer. Er ist einem Unternehmerorgan entnommen, das natürlich alles Interesse daran hat, die christlichen Streik⸗ brecher herauszustreichen. Alle möglichen Scheuß⸗ lichkeiten werden da den Mitgliedern des freien Holzarbeiter⸗Verbandes angedichtet und fast gewinnt es den Anschein, als ob es in Köln gar keine Polizei gäbe. Schwindel nichts als Schwindel! Das weiß auch der Anzeiger, trotz⸗ dem verbreitet er ihn weiter. Die Arbeiter müssen stch's gut merken.
Aus dem RNreise gießen.
— Am Samstag fand in Daubringen eine Versammlung der Tabakarbeiter und „Arbeiterinnen statt. Kollege Hermann referierte, er wies auf die traurige Lage der in dieser Branche beschäftigten Arbelter und Arbeite⸗ rinnen hin, ferner auf die drohende Tabaksteuer⸗ vorlage, nach deren Annahme die Arbeiter noch mehr ausgebeutet würden. Nur durch eine gute Organisation könnten die Arbeiter sich eine bessere Lebenslage erringen. Redner forderte zum Schluß auf, sich dem Tabakarbeiter⸗Verband anzuschließen.
— Oeffentliche Turnerversammlungen finden am Samstag, den 30. d. Mts. abends in Steinberg und Staufenberg, am Sonntag, den 1. Oktober, nachmittags 3 Uhr, in Annerod, Wie seck und Alten⸗Buseck statt. In diesen Versammlungen sprechen vom Arbeiter⸗Turnerbund Bezirksvorsteher Keaft⸗Frankfurt und Krüger⸗Offenbach über„Deutsche Turnerschaft und Arbeiter⸗ Turnerbund.“ Mögen die Arbeiterturner und die Freunde der Turnsache in jenen Orten für guten Besuch der Versammlungen Sorge tragen, damit die Arbeiterturnsache auch hier an Boden gewinnt und dem letzten Arbeiter zur Erkenntnis kommt, daß sein Platz nicht in der hurrapatriotischen„Deutschen Turnerschaft“, sondern bei seinen Arbeitsbrüdern im Arbeiter⸗Turnerbund sein muß! Die Freie Turner⸗ schaft Gießen hält ihre Monatsversammlung am Sonntag 1. Oktober, vorm. 10 Uhr auf Lonys Bier⸗ keller ab, in welcher Kreisvertreter Stunz⸗Frankfurt über den Bundesturntag in Berlin Bericht erstatten werd. Die Heuchelheimer Turngenossen sind hierzu be⸗ sonders eingeladen.— Kraft wird der Als felder freien Turnerschaft am Sonntag Abend über den Bundesturntag berichten.
Aus dem Nreise Wetzlar.
h. Die Wetzlarer Stadtpäter ver⸗ handelten kürzlich auch über die Fleischnot und die Eingabe, welche von der Volksversammlung beschlossen wurde. Der Vorsitzende erkannte das Vorhandensein der Fleischnot an. Trotzdem empfahl er und der Ausschuß Uebergang zur Tagesordnung und die Versammlung beschloß demgemäß. Die Herren können sich vorläufig noch Fleisch leisten und deshalb pressiert's ihnen voch nicht, etwas zur Linderung des Notstandes zu tun. Der Plebs mag Kartoffeln fressen.
Aus dem Rreise Marburg⸗-Rirchhain.
Eine Stadtverordneten⸗Stitz⸗ ung fand nach längerer Pause am vergangenen Donnerstag wieder einmal statt. Es wurde in derselben eine Verbesserung des Droschken⸗ Fahrverkehrs in Marburg besprochen. Wegen einer Ausgestaltung derselben hatte man sich an die Marburger Fuhrwerksbesitzer gewandt, die jedoch keine Neigung zu etwelchen Kon⸗ zessionen zeigten. Es erklärte sich aber Herr Heppe bereit, einige Droschken bereit zu stellen. Die Einzelfahrt soll 1 Mk. kosten.— Auf der „Weide“ soll ein 2 ha großer Spielplatz er⸗ richtet werden. Zu diesem Zwecke wurden die Berghöfer'sche Bleiche und die daran liegenden Grabländer auf 30 Jahre gepachtet.— Ein armer Fabrikarbeiter, der 5 Kinder zu ernähren hat, ersuchte die Stadtverwaltung um Erlaß der Müllabfuhrkosten, die er bei 15(sage fünf⸗ zehn!) Mark Wochenverdienst nicht erübrigen könne. Man war schließlich so gnädig und er⸗ ließ ihm diese Forderung. Die Stadtväter sollten sich mal zu Gemüte führen, was es heißt, eine sieben Köpfe starke Familie mit 15 Mark wöchentlicher Einnahme zu„ernähren.“
Fest der„Eintracht“. Vor einem aus⸗ verkauften Hause konnte am Sonntag der Arbeiter⸗ gesangverein„Eintracht“ sein 5. Stiftungsfest feiern.
Diesmal hat ihn die Marburger Arbeiterschaft reich lich unterstützt. Die einzelnen Programmnummern fanden den lebhaften Beifall der sehr zahlreich erschienenen Gäste. Präsident Birnert hlelt eine Ansprache, in welcher er die stimmbegabten Arbeiter aufforderte, dem Vereine beizutreten. Die„Freie Turnerschaft Ockershausen“ half das Fest noch verschönern, indem sie Pyramiden stellte und andere turnerische Produktionen ausführte. Ihre Leistungen wurden mit großem Beifall aufgenommen.
Das Lied von der Leuchtenburg.“
Der Staat ist in Gefahr! Der Staat ist in Gefahr! Der Staat, der niemals sicher war, Niemals sicher war, Der Staat ist in Gefahr!
Was macht die rote Brut?
Was macht die rote Brut?
Der geht's in Deutschland viel zu gut,
Deutschland viel zu gut, Der ganzen roten Brut.
In Jena hält sie Rat, In Jena hält sie Rat, Zu unterwühlen dort den Staat,. Wühlen dort den Staat, In Jena hält ste Rat.
Doch liebt sie auch die Lust, Doch liebt sie auch die Lust, Sie amüstert sich zielbewußt, Ja, ganz zielbewußt, Die weil sie liebt die Lust.
Das Altenburger Land, Das Altenburger Land. Das brächt' sie gern aus Rand und Band, Außer Rand und Band, Das Altenburger Land.
Doch hat es eine Burg, Doch hat es eine Burg, Da rennt kein Sozischädel durch, Sozischädel durch, Die stolze Leuchtenburg.
Auf diese rückten an, Auf diese rückten an, Die Revoluzzer Mann für Mann, Luzzer Mann für Mann, So rückten ste heran.
Was wollen sie wohl dort?
Was wollen sie wohl dort?
Erstürmen sie durch Brand und Mord,
Ja, durch Brand und Mord,
Das wollt' die Bande dort.
Doch ward dies nicht erreicht, Doch ward dies nicht erreicht, Der Staat hat ihnen heim⸗ geleucht't, Juja, heimgeleucht't, Drum ward dies nicht erreicht.
Zum Burgwirt kam's Gebot, Zum Burgwirt kam's Gebot, Zu reichen weder Bier, noch Brot, Weder Bier noch Brot, So lautet das Gebot.
Gerettet ist der Staat, Gerettet ist der Staat, Durch dlese große, kühne Tat, Große, kühne Tat. Gerettet ist der Staat.
Denn ohne Bier und Brot, Denn ohne Bier und Brot, Ist selbst der Umsturz mausetot, Umsturz mausetot, Hat er nicht Bier, noch Brot.
O Altenburgs Lykurg! O Altenburgs Lykurg! Wle leuchtet jetzt die Leuchtenburg, Hell die Zeiten durch, O Altenburgs Lykurg! (Aus Nr. 20 des„Süddeutschen Postillon“. Bezieht
sich auf die bereits erwähnte Verfügung der Altenburger Regierung, den Parteitagsdelegierten bei dem nach der Burg geplanten Ausfluge nichts zu verabreichen.)
Letzte Nachrichten.
Bei der an! 28. September in Essen stattgehabten Reichstagsstichwahl erhielt Giesbert(Zentrum) 42047, Genosse Gewehr 38085 Stimmen. Es ist dem Zentrum noch einmal gelungen den„Sieg“ an seine Fah nen zu heften. Unsere Parteigenossen können mit dem Ausgang der Wahl völlig zufrieden sein, auch die Stichwahl brachte uns eine Zunahme von 10 000 Stimmen die zum großen Teil aus unseren Reserven stammen dürften.
Versammlungskalender. Samstag, den 30. September.
Gießen. Holzarbeiter. Abends ½7 Uhr Ver⸗ sammlung bei Löb(Wiener Hof).— Metall⸗ arbeiter. Abends 8 ¼ Uhr Versammlung bei O rbig.
Alten-⸗Buseck. Tabakarbetter⸗Versamm⸗ lung. Abends 8 Uhr bei Wirt Becker.
Steinberg. Wahlverein. Abends ½9 Uhr Ver⸗ sammlung im Lokale„Zur Stadt Gießen“. Wich⸗ tige Tagesordnung. Zahlreich erscheinen!
Sonntag, den 1. Oktober.
Krofdorf⸗Gleiberg. Wahlverein. Nachmittags 3½ Uhr Mitgliederversammlung bei Gastwirt Feußer in Gleiberg. Erscheinen aller Mit⸗ glieder sehr notwendig,
Gleiberg. Tabakarbeiter⸗Versammlung. Abends 4 Uhr bei Th. Wuz.
Krofdorf. Tabakarbeiter⸗Versammlung. Abends 8 Uhr bei Karl Hoffmann.
Mittwoch, den 3. Oktober.
Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sitzung bei Orbig.
Sonntag, den 8. Oktober.
Staufenberg. Volks versammlung. Nach⸗ mittags 4 Uhr bei Wirt Gelßler.
Mehrere Juschriften mußten wegen Raum⸗ mangels zurückgestellt werden.


