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Ageſagt, ſobald ich die nöthige Mimik erlernt haben werde. „Mimik? Was iſt das?“ fragte die Mutter neugierig. 5„Sie iſt die Kunſt, den Körper nach den Regeln der unſt und Schönheit zu tragen, die Glieder zu halten ind zu bewegen, mit einem Worte: Mimik iſt die Ge— B und das Haupterforderniß einer Schauſpie— erin und Sängerin.“ Die gute Frau erſtarrte, als ſie weiter hörte, wie ſine jede Unterrichtsſtunde in der Mimik, welche Camilla ſon einer der beſten Schauſpielerinnen zu erlernen habe, nit zwei Thalern bezahlt werden müſſe. Da fielen plöͤtz⸗ ich alle Luftſchloͤſſer wieder ein. Aber Morelli ſchlug ſich n's Mittel.. „Camilla“— ſprach er—„iſt der im Acker ver⸗ orgene Schatz, für deſſen Erlangung ich alles dahingebe. enn Camilla für die 200 Thaler, die ich mir mit Ge⸗
gangunterricht erſpart habe, die erforderliche Mimik erlernt,
o iſt es ihr ein Kleines und Leichtes, mir, wenn ſie 3 is 4 tauſend Thaler Gehalt bezieht, alljährlich 200 Thaler avon zu geben. Das heißt man ſein Kapital zu hundert rocent ausleihen.“
Zu ihrer ſchnelleren Ausbildung hatte Camilla von 55 Generalintendanten einen Freiplatz in allen Opern⸗ orſtellungen erhalten und zwar befand ſich derſelbe in inem Range, deſſen Beſucher der vornehmern und reiche— fen Welt angehörten. Daher mußte auch Camilla nicht bloß anſtändig, ſondern ſelbſt in gewählter Kleidung daſelbſt erſcheinen. Da nun die Herbſttage mit ihren rauhen Winden, ihren Regengüſſen und ihrem Froſte kamen, veranlaßte Frau Niedner ihre jüngere Tochter, der älteren Schweſter Sen Regenſchirm oder den Mantel in das Theater zu tra— Zen, was dieſe auch ohne Weigerung that. Eleonore, wenn ſie wartend in der Vorhalle oder in den Gängen des Theaters ſtand, war ſchon glücklich, wenn ſie das Bruch⸗
ſtück eines Geſanges durch die dünnen Logenwände erhor— chen konnte und willig ließ ſie ſichs gefallen, wenn die übrigen wartenden Dienerinnen ſie als ihres Gleichen be— handelten.
f Eines Abends kam Camilla in Begleitung eines jungen Officiers die breiten Stufen des Theatergebäudes 0935 Eleonore vernahm, wie jener zu ihrer Schweſter anhub:
„Mein Fräulein! würden Sie ſich entſchließen kön⸗ nen, ein paar Minuten in die Conditorei zu treten? Ein Gläschen Punſch oder Nekus in dieſem naßkalten Wetter dürfte Ihnen nur dienlich ſein.“
„Wohin denken Sie nur, Herr von Brandtner?!“ verſetzte Camilla lachend—„Das würde ſich ſchicken! Auch ſteht dort mein Mädchen mit Schirm und Mantel. Was würde dieſe dann aus plaudern!“
Mit ſtillem Schmerz über die ſchweſterliche Verleug— nung umkleidete Eleonore Camilla mit dem Mantel und da der Officier dieſer nicht von der Seite wich, ſo pilgerte jene in einiger Entfernung hinterdrein. Dabei bemerkte Eleonore, wie Camilla den dargebotenen Arm des Offi— ciers annahm.
In der Nähe der älterlichen Wohnung aber ſprach Camilla mit entſchiedenem Tone:„Hier ſcheidet ſich unſer Weg. Gute Nacht, Herr Lieutnant!“,
Dieſer küßte der Sängerin die Hand und ging. Ca⸗ milla dagegen erwartete die Annäherung ihrer Schweſter und ſagte befehlend:
„Sage unſerer Mutter nicht, daß mich der Lieutnant aus dem Theater geführt hat. Unſere Aeltern ſind noch nach dem altväteriſchem Zuſchnitte erzogen und begreifen darum nicht, was ſich jetzt ſchickt.“
Wirklich ſchwieg Eleonore, weil ſie wußte, daß ihre Schweſter ſchon längſt ſich nichts mehr von Vater und Mutter ſagen ließ.(Fortſetzung folgt.)
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
rr Main Weſer⸗Eiſenbahn. Section Gießen. ) Bei den Erdarbeiten in der Lindner . fleißige Arbeiter gegen guten Lohn Beſchäftigung erhalten.
4 Gießen den 12. Auguſt 1851.
Der Großh. Heſſ. Sections⸗ Ingenieur
4 Eickemeyer.
Bekanntmachung.
78 Donnerſtag den 11. December l.. Hon 11 Uhr, wird in bieſigem Rath⸗ hauſe die Hälfte des unten beſchriebenen Philipp Schmidt'ſchen Gartens, beſtehend in 39,3 Klaf⸗ ter= 20 Ruthen, meiſtbietend verſteigert, als von: Pag. No.
123 7 78, Klafter= 40 Ruthen Garten,
in der 4. Gewann bei der Langgaß
an Johannes Steinhäußer, gibt in die
Stadtkirche 27 e
Fri den 27. ober 0
Friedberg In Avftrag
Großh. Heſſ. Landgerichts
Der Großh. Heſſ. Bürger meiſter
Bender.
Güter ⸗Verſteigerung.
) Donnerſtag den 27. November d. J., 88 10 Uhr, werden auf freiwilligen Antrag die der Ehefrau des hieſigen Bürgers Daniel Chriſtian Julius Fritz in deren elterli⸗ chen Erbtheilung zugefallenen Güterſtücke in den Gemarkungen Friedberg und Fauerbach II. in dem hieſigen Rathhauſe öffentlich meiſtbietend
unter dem Anfügen verſteigert, daß bei annehm⸗ baren Geboten den Letztbietenden ſogleich der Zuſchlag ertheilt wird.
Flurſchütz Briel dahier iſt beauftragt den be⸗ treffenden Steigliebhabern etwa nöthige Aus⸗ kunft zu ertheilen.
Friedberg den 17. November 1851.
In Auftrag Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender.
(Butzbach). Verkauf getragener Mon⸗ tirung und Reitzeugs.
(1890) Donnerſtag den 27. dieſes Monats, des Vormittags von 9—12 und des Nachmit⸗ tags von 1—5 Uhr, ſollen in der hieſigen Reitercaſerne eine Anzahl getragener Mäntel und ſonſtige Montirungsſtücke, ſodann ausran⸗ girtes Reitzeug und Caſernerequiſiten, wobei viele Teppiche meiſtbietend gegen gleich baare Zahlung verſteigert werden.
Indem man dies zur öffentlichen Kenntniß bringt, erſucht man zugleich die Herrn Bürger⸗ meiſter dieſen Verkauf in den unterhahenden Gemeinden geeignet bekannt machen laſſen zu wollen.
Butzbach den 14. November 1851.
In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter.
Bekanntmachung.
(1901) Donnerſtag den 27. November, Mor⸗ gens um 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die im Flurbuch auf den Namen Emrich Mül⸗ ler und Wilhelm Hechlers Frau eingetragenen Güterſtücke in den Gemarkungen Friedberg, Ockſtadt und Fauerbach, wie ſolche im Intel⸗ ligenzblatt No. 44 Inſ. 733 ſpeciell verzeichnet ſind, Folge eingelegten Nachgebots unter dem
Anfügen nochmals verſteigerk, daß bei einem
annehmbaren Gebot die Genehmigung ertheilt werden wird. Friedberg den 19. November 1851. In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben dreir,
Bekanntmachung. (18910 Samſtag den 6. December, Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll die Lieferung der Schul⸗
beſoldung, als: ½ Malter Gerſte,
19½„ Korn, 1½ Fuder Kornſtroh und 1½%„ Gerſtenſtroh,
öffentlich wenigſtnehmend bei mir vergeben werden. Utphe den 13. November 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Beöſch er.
Main ⸗Weſer⸗ Bahn.
(1900 Mittwoch den 3. December l. J. Vormittags 9 Uhr ſollen auf dem Bauplatze im Roſenthal dahier, mehrere Parthieen Brennholz, altes Schmiedeiſen, Laternen, verſchiedene Werk— zeuge für Maurer, Handrammen, Karren, Rä⸗ der ꝛc. ꝛc. an den Meiſtgebenden öffentlich ver⸗ kauft werden. Friedberg den 19. November 1851. Der Großh. Heſſ. Sections ⸗ Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand.
Holz⸗ und Zimmerſpähne- ꝛc. Verkauf. (19050 Auf dem Gräflich Solms Rödelhei⸗ miſchen Braunkohlenbergwerke bei Bauernheim ſollen künftigen Freitag den 28. l. M., Vormit⸗ tags um 10 Uhr,
60 Stecken Grubenholz,


