wenn ich Euch ſage, daß ich Guſtav Walther heiße, aus— gedienter Soldat bin und wieder Dienſt nehmen möchte durch Einſtand für einen Anderen, der mir eine erträgliche aber gleich zu bezahlende Vergütung gibt. Der Wirth meldete mir, Sie ſuchten eine ſolche Perſon.“
Das brachte für Guſtav die freundlichſte Empfang— nahme. Der Muſikalienhändler erſchien nun wie ein Freude— trunkener. Er begrüßte Guſtav wie einen alten Freund und hieß ihn im Namen der Seinigen herzlich willkommen. Aber mit jener kalten uͤberlegenden Kaufmannsklugheit unterbrach plötzlich durch einiges Nachſinnen der Muſikalien— händler den Ausdruck ſeines Frohgefühls, denn ihm war es, als riefe Jemand ihm warnend in's Ohr: Nun, der junge Mann könnte denn doch auch ein Betrüger ſein. Er forderte darum die Einſicht der Papiere Guſtav's und er— hielt ſie. Er las und las aufmerkſam dieſelben durch und betrachtete zuweilen die ganze Geſtalt des Fremden, und als er deſſen vortrefflichen Abſchied gefunden, rief er aus vollem Herzen:„Bravo! das Spiel iſt gewonnen!“
Er ſtand auf, führte den jungen Mann zum Tiſche näher und ließ aus dem Gaſthauskeller einige Flaſchen des beſten Weines bringen.
„Und wie viel Geldes wollet Ihr für den Einſtand haben?“ fragte der Muſikalienhändler.
„Gebt mir 1200 Gulden, und ich bin zufrieden!“
„Das iſt zu wenig. Ich gebe Euch 2000 Gulden, denn Ihr dürfet in mir keinen Undankbaren erkennen!“ jauchzte der glückliche Vater.
Guſtav küßte dem Großmüthigen dankbar die Hand und gab die freudigſte Zuſage. Zwei Glückliche waren nun in dieſem Zimmer, denn Einer nahm dem Anderen den Kummer vom Herzen. Der Vater Schmidt ſah nun
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ſeinen Sohn von Verfolgung und ſein Haus von jeder Schmach befreit; und Guſtav, der brave Sohn, konnte nun löſen die Ketten von der altersſchwachen Hand des lieben und ſo hart vom Unglücke bedrängten Vaters.
Beide plauderten noch lange und begaben ſich dann zur Ruhe.
Guſtav konnte nicht ablaſſen von dem Gedanken an ſeinen Vater im Schuldthurme und an ſeine Schweſter Dorothea im Leidenskämmerchen. Rettung für den Vater! klang als Loſungswort durch ſeine Seele. Hülfe! war der Ruf ſeiner Wünſche für die fromme Schweſter, welche daheim ſich abhärmte, ledig alles Troſtes und der alle Freu— denblüthen aus den Lebenstagen ausgereutet lagen. An Nachtfrieden war uicht zu denken, wie wohlthuend auch ein milder Traum auf ihn hätte wirken müſſen. Nicht Kummer war's, was ihn jetzt im kleinen Gemache raſtlos hin⸗ und hergehen ließ, ſondern der Wunſch, daß der Tag bald anbrechen möge, daß der Vertrag mit dem Muſikalien⸗ händler feſt geſchloſſen und ſeine neuen Dienſtverhältniſſe geordnet wären, und daß er am Abende mit dem Gelde zu ſeiner Schweſter heimkehre und auf den Sonntag dann der alte Vater wieder friſch aufathme in der Luft der Freiheit. Er betete noch für den Vater und die Schweſter mit dem innigſten Flehen, daß der Himmel ſich der Ge— prüften erbarme, daß ſanfte Schlafruhe ſich auf ihre Lager⸗ ſtätten herabſenke, und daß ihnen Kraft bliebe zum Dul⸗ den und Ausharren, bis die Stunde der Befreiung von aller Qual ihnen ſchlüge. 5
Er wollte ſchlafen und konnte nicht, denn Freuden⸗ thränen benetzten ſtets ſein Auge.
(Jortſetzung folgt.)
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
cc CN 100 Gulden
(240) liegen im Kirchenkaſten zu Rodheim vor der Höhe zum Ausleihen bereit. Der Kirchen vorſtand.
Holz ⸗Verſtei gerung.
(244) Donnerſtag den 20. Februar l. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, ſoll in dem Freiherrlich von Ritter'ſchen Walde bei Hof Haſſeleck nachſtehendes Holz öffentlich an den Meiſtbietenden unter den vorher bekannt gemacht werdenden Bedingungen verſteigert werden:
18 eichen Bauſtämme, circa 2966 Cubikfuß
enthaltend,
32 Stecken eichen Scheitholz,
5„„ Prügelholz,
2„ birken 5 4925 Stück eichen und birken Wellen, 4062„ tannen Wellen,
18„ Backwellen und 2300„ tannene Bohnenſtangen.
Die Zuſammenkunft iſt auf Hof Haſſeleck.
Friedberg den 10. Februar 1851.
In Auftrag: Fa
Bekanntmachung.
(242) Der Müller Chriſtian Müller dabier iſt geſonnen, ſeine im hieſigen Orte an dem vereinigten Uſa- und Wetter ⸗Fluſſe gelegene Mühle mit zwei Mahlgängen und einem Roll⸗ gange nebſt dem dazu gehörigen Gelände, be⸗ ſtehend in circa 100 Morgen Gärten, Aecker und Wieſen, Mittwoch den 26. Februar l. J., Vormittags 10 Uhr, 5
in der Mühle ſelbſt öffentlich an den Meiſtbie⸗
tenden unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen freiwillig zu verkaufen und ladet Kaufluſtige ergebenſt ein. Bemerkt wird, daß die Mühle nur eine halbe Stunde von der Main-Weſer-Eiſenbahn entfernt und mit dieſer durch Chauſſee verbunden iſt, 955 daß dieſelbe jeden Tag eingeſehen werden ann. Bruchenbrücken bei Friedberg den 3. Februar 1851. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Be ſt.
Ed ie kal ea.
(25) Gegen Adolph Eſchbächer zu Rocken⸗ berg hat Großh. Hofgericht formellen Concurs erkannt. Alle bekannte und unbekannte Anſprüche ſind daher im Termin 5 Mittwoch den 2. April 1. J., Vormittags 9 Uhr, bei Vermeidung des Rechtsnachtheils anzumel⸗ den und zu begründen, daß ſonſt ohne weiteres Präcluſiodecret Ausſchluß von der Maſſe eintritt. Butzbach den 4. Februar 1851. Großh. Heſſ. Landgericht Ebel.
Bekanntmachung.
(255) Die zur Concursmaſſe des Baders
Conrad Stier und deſſen Ehefrau Chriſtine, geborue Erle, zu Reichelsheim gehörigen in da— ſiger Gemarkung gelegenen beiden Grundſtücke ſollen Mittwoch den 19. März l. J., Nachmit⸗ tags 2 Uhr, auf dem Rathhaus daſelbſt öffent⸗ lich verſteigert werden. Reichelsheim den 11. Februar 1851. Herz. Naſſ. Landoberſchultheißerei Hildenbrand.
Mobiliar⸗Verſteigerung.
(256) Mittwoch den 26. Februar d. J. und die darauf folgenden Tage, von Morgens 9 Uhr
an, wird der Mobiliar⸗Nachlaß des dahier ver⸗ ſtorbenen penſionirten Gr. Stabsarzt Renz in deſſen Bebauſung in der Burg öffentiich meiſt⸗ bictend verſteigert. Die zur Verſteigerung kom⸗ menden Gegenſtände beſtehen in Gold, Silber, Porzellan, Glas, Holzwerk, Fäſſer, Meubeln verſchiedener Art, Betlwerk, Kleider, Weißzeug ſowie ſonſtigen verſchiedenen Haushaltungsgegen⸗ ſtänden, wozu Steigliebhaber hiermit eingeladen werden. Friedberg den 13. Februar 1851. a In Auftrag Großh. Heſſ. Landgerichts Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Holzverſteigerung. (257) Das unterzeichnete Rentamt verſtei a Montag, 1 5 17. d. Mts een in den Diſtrikten Kreuztannen Haſſelecker Pfad 30½ Stecken Nadelſcheitholz; 7„dergl. Prügelholz; 484 dergl. Stockholz und 2912½ Stück dergl. Wellen; 1 ſodann 129 Stämme Kiefern⸗ und Weißtannen⸗ Bau⸗ und Werkholz, worunter Stämme von 6— 17 Zoll Durchmeſſer und 25—75 Fuß Länge; endlich 13 Stück Weißtannenſtangen von 3— 42 Zoll mittl. Durchmeſſer und 20— 35 Fuß Länge. Zuſammenkunft: an der Sandkaute, Vor⸗ mittags 9 Uhr.“ Ockſtadt am 12. Februar 1851. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt Angerer.
Bekanntmachung.
(258) Das in den Diſtrikten längs der Straßheimer Hecken und anderſeits der
und am
cneiſe el
träglch 1 Jahr
ö Dag, 10
gib.
b ö Nächſte
g Worm
0 Buſtilt dewal 6 S1
0
3 1300 eichen 850 Weic 1100 Dorn dann 36 Stamm ö von 10 Mittler öffnllch an die? Nicdetwoll *
Holz! (260) Nonta mittags 9 Ut, ſchildſchen Bad
3000 Stüc! 7100 400„
öffentlich meift Die Zuſamm. von Rodheim! Okarben a
Be! (261) Dient Bortmidtags 10 des Gaftwirtho Ohöle aus de Ofeltlc wrſtig
I) aus dem hinte 2 Schock 4 1 Maus der B/ klaſter 1 1½ Schock 1% Klafte Windecken
1
Arbei 262) Dien 10 Uhr, sollen die bei Erbauu gegen Aſsenheif dt vorkomm


