Ausgabe 
15.2.1851
 
Einzelbild herunterladen

u Herren 1 haben, Familien⸗

ite. alt Jeſellſchaft

el mir in u Beitritt

gent ahn. aft.

850 deinen des Jab⸗

uten eine

Thaler n Sieben

lern zur e Herren

o. 8.) be⸗

ent.

fentlichen uns un⸗

eſellſchaft

te

ngen von

Intelligenz-Blatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen

a im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

M 11.

Sonnabend den 15. Februar

1851.

Regierungsblatt⸗Auszũüge.

Nr. 2 enthält: 1) Bekanntmachung, die Beſtätigung von Stif⸗ tungen und Vermächtniſſen betr. 2) Ernennungen in Beziehung auf den außerordentlichen Landtag. Des Großherzogs Königl. Hoheit haben in Gemaßheit der Art. 85 und 86 der Verfaſſungsurkunde und des Art. 2 des Geſetzes vom 10. Oktober 1849, die landſtändiſche Ge⸗ ſchäftsordnung betreffend, zum Einweiſungscommiſſär für die erſte Kammer der Stände den Großh. Miniſterialrath v. Bechtold und für die zweite Kammer den Großh. Miniſterialrath Maurer aller- gnädigſt zu ernennen geruht. 3) Dienſtnachrichten. Am 4. Dec. 1850 wurden der Steuercontrolegehülfe Jäger dahier und am 5. der Steuercontrolegehülfe Eduard Eger dahier zu Acceſſiſten bei der Steuercontrole und Calculator der Oberſteuerdirection ernannt. Am 9. wurde der Steuercommiſſär Hoffmann im St.⸗B. Grünberg in den St.⸗B. Bensheim verſetzt und der Acceſſiſt bei dem Secretariate der Oberſteuerdirection Limpert zum Steuercommiſſar für den St.⸗B. Grünberg ernannt. 4) Militärdienſtnachrichten. Am 9. Okt. 1850 iſt der Kriegscanzliſt Römer zum Protokolliſten Regiſtratur gehülfen bei der Kriegsminiſterialcanzlei, unter Erthellung des Cha⸗ rakters als Canzleiſecretär ernannt worden. Am 30. wurde der Hauptmann Vowinkel im 3. Inf.⸗Reg. a. ſ. N. in den Ruheſtand verſetzt. Am 17. Nov. wurde der Oberlieutenant Kuhlmann im 3. Inf.⸗Reg. zum Hauptmann, und der Lieutenant Spieß vom 2 zum Oberlieutenant im 3. Inf.⸗Reg. ernannt. Am 4. Dec. wurde der penſ. Oberlieutenant Frey zur suite der Infanterie verſetzt. Am 17. wurde der Rittmeiſter v Jager im G.-Reg. Chevauxlegers a. ſ. N. temporär in den Ruheſtand verſetzt. 5) In den Ruheſtand wurden verſetzt: Am 18. Dec. der Poſtmeiſter Graul zu Bingen. 6) Geſtorben ſind: Am 4. Sept. 1850 der penſionirte Brücken⸗ gelderheber Kreuter zu Worms; am 7. Okt. der penſ. Canzlei⸗ ſecretär Booſe dahier; am 7. Nov. der Lieutenant Haneſſe im 3. Inf.⸗Reg.; am 12. der penſ. Landgerichtsactuar Manchot zu Fried berg; am 24. der penſ. Revierförſter Hahn zu Waldmichelbach; am 15. Dec. der evang. Schullehrer Reiß zu Weinolsheim und der Diſtriktsſteuereinnehmer Jäger zu Schlitz.

Der redliche Sohn. (Fortſetzung.) 3

Der Muſikalienhaͤndler Schmidt hatte zum Ueber nachten das Fremdenzimmer Nro. 16. erhalten. Er ſaß unruhig im Lehnſeſſel und das Getöſe jener herbeiſtrömen den Jäger und Schützen und das Rauſchen der Wald muſik war ihm ſchon ſehr drückend geworden in ſeiner finſtern und mürriſchen Gemüthslage. Er dachte an ſeinen Sohn, der, einberufen zum Soldatenſtande, aus der Fremde nicht ankam, und für welchen er bis auf dieſen Augenblick noch keinen Einſtänder gefunden hätte. Er kannte die kind liche Fügſamkeit ſeines Sohnes, aber vielleicht hat ihn der Brief mit dem Rufe zur Heimkehr in die Heimath verfehlt, oder derſelbe ging auf dem Poſtwagen verloren.

Der Vater ſah in dieſem Ausbleiben den Untergang ſeines einzigen Sohnes und einen Flecken unaustilgbarer Schmach für den ſeithin hochgerühmten guten Namen ſeines Hauſes. Auch wußte er aus den früheren Aeußerungen ſeines Sohnes ſelbſt, daß dieſer gern in den Dienſt für's Vater land trete, ja daß er ſogar ſich dieſer Zeit entgegenfreute; denn ſo reich er iſt, ſo waren die Ausnahmen ihm doch ſtets verhaßt.

Darum des Vaters Gram, darum ſein Mißbehagen und ſeine Schlafloſigkeit. Die Gedanken benahmen ihm alle Ruhe. Er fühlte nun bei all' dem Beſitze großer Reichthümer, wie man nur zu oft fremder Arme zum Fortblühen des Familienglückes bedürfe. Das Bewußtſein, daß ſchon nach ſehr kurzer Friſt der Entſcheidungstag komme, zerrüttete faſt ſeine ſonſt ſo vielthätigen Verſtandeskräfte.

Ja den Augenblick mied er, wie ein ſchmerzerwecken des Loos, in welchem er, wenn er ſein Weib und ſeine Töchter wiederſehe, aus ihren trauernden Mienen die Un zufriedenheit herausleſe mit quälenden Vorwürfen, daß ſeine Kunde die troſtloſeſte ſei; und doch war ſein Be mühen das emſigſte und ſorgfaältigſte, um einen Mann auszuſpähen, welcher zum Einſtande für ſeinen Sohn dem Geſetze des Königs genüge.

Da klopft es plötzlich an der Thüre; aber beſchei den leiſe.

Der Muſikalienhändler ſchwieg.

Es wurde wieder angeklopft und zwar heftiger.

Der Muſikalienhändler glaubte, daß ſich vielleicht Jemand verirrt habe. Er ging darum auf die Thüre zu und öffnete. Er war nicht wenig überraſcht, als er einen fremden aber ſtattlichen jungen Mann ſah, welcher höflichſt den Einlaß begehrte. Der Muſikalienhändler vermuthete jetzt einen Jäger in ihm und wies ihn nach dem Gange ſeitwärts, welcher zum Feſtmahle führe. Auch klang wie der die Muſik laut und munter.

Guſtav Walther ſtand überlegend und entſchuldigte ſich bei dem Inhaber des Fremdenzimmers, daß ihn der Wirth müſſe falſch belehrt haben, indem bei Nro. 16. noch eine Nebenſtube frei ſich vorfinde.

Das iſt allerdings hier, ſagte der Muſikalienhänd ler;aber ich bin gern allein und bedauere, daß ich nicht die Ehre habe, Sie zu kennen, indem es mein Grundſatz iſt, nur mit Bekannten auf der Reiſe meine Wohnſtube zu theilen.

Nun, ich will Ihnen bekannter werden, gab Guſtav zur Antwort.Vielleicht nehmt Ihr mich freundlicher auf,