der Alpenkuppen das gefüllte Glas, und faſt jedes Lied— chen mußten ſie wiederholen.
Der Fremde ſaß, vom Gram im innerſten Herzen bewegt. Er dachte an die ſchönen Tage der Kindheit und an einen guten Vater und an die ſanfte Schweſter und an die jüngſt geſtorbene Mutter, und auch an das Un— glück, welches die Seinen ſo zernichtend heimgeſucht. Er blieb ſtille, vertieft in's Gedenken an ſein Heimathdörf— chen, und rückte leiſe den grünen Hut und eine Thräne perlte uͤber das vom nahen Lichtſchein erhellte Angeſicht.
Es mochte jedoch ihn ſelbſt angenehm berühren, daß er vereinſamt ſaß und keine nachbarliche Neugierde ihn in ſeinem Sinnen und Betrachten ſtörte. War ein Plan zum Glücke der Seinen im Innern ihm aufgeſtiegen, daß ein freundliches Lächeln ihm über die Wangen glänzte, dann blieb dieſes Freudenbild auch nur im Plane, da Ver⸗ hältniſſe ſeinen Entſchlüſſen ſich entgegenthürmten, die felſenſchroff emporſtarrten und auch nicht den kleinſten hellen Ausſichtspunkt zur Vollendung gewährten.
Der junge Mann war Guſtav Walther, der Sohn Hermann's. Er hatte mit Ehren die Soldatenkleidung abgelegt und ſich bieder und emſig während ſeiner Dienſt— zeit bewieſen. Er hatte den vortrefflichſten Abſchied er— halten. Der Oberſt des Regiments kannte ſeinen Werth und hatte geprüpft ſeine Wiſſenſchaft, und empfahl ihn kurz vorher noch dem Wohlwollen des Königs. Die Gnade des Königs beſtimmte den Sohn des Landkrämers zum Offizier, eine Auszeichnung, welche nur den Söhnen aus vornehmer Familie ſonſt geworden. Aber Guſtav er⸗ ſehnte ſchon längſt den Tag der Entlaſſung, um heimzu— kehren in ſein Dorf und daſelbſt dem alten Vater die Geſchäftsmühen zu erleichtern. War ja derſelbe hochbe— jahrt und bedurfte der kindlichen Stütze. Doch Guſtav, welchem die Abſchiedsſtunde vom Kriegerſtande endlich ſchlug und der die nahe Zukunft im elterlichen Hauſe mit Roſen und Freude ſich ſchon beſäumte, wollte ſich aus dem Zeughauſe gerade entfernen, als noch ein Brief mit ſchwarzem Siegel eintraf, von ſeiner Schweſter Dorothea geſchrieben. Zitternd erbrach er das Schreiben und ſah und las und erfuhr das Schrecklichſte.
„Komme nur heim zu mir jetzt, daß wir berathen, wie denn der Vater noch zu retten ſei; todt iſt die Mut— ter, und der altersſchwache Vater ſoll doch nicht im Schul— denthurme ſterben! Wenn ich ihn doch nur daraus be— freien konnte und würde zum Opfer dafür mein Leben gefordert!“ Das Grab der Mutter iſt in der Mitte des Kirchhofes und iſt dieſelbe Gruft, in der die Großmutter ruht und welche mit dem großen Leichenſteine bezeichnet iſt. Ich habe daſſelbe mit grünen Raſen und mit Blumen ausgeſchmückt. Wenn Du kommſt, gehe nur nicht in unſer Haus, bevor Du erſt an ihrem Grabe geweilt und für ſie gebetet haſt. Ich ſehe ſtündlich auf dieſe theuere Stätte von dem Fenſter meiner Kammer herunter, und höre das Flittergold im Winde rauſchen, welches ich um das ſchwarze Kreuz gewunden habe. Dann denk' ich an den Vater und an Dich und weine!“
Guſtav hatte dieſes Briefchen wieder vor ſich gehabt, und das machte ihn ſo theilnahmlos für die Freuden des Geſanges der Bergleute. Faſt war es ihm, als müſſe er die Zeit beflügeln, um bald bei ſeiner Schweſter zu ſein. Aber noch eine ganze Tagereiſe lag vor ihm.
In ſeiner roſenfarbenen Laune ſtieg der Wirth bald dieſem und bald jenem Tiſche zu und ermunterte die Gäſte zum Trinken. So nahte der Wirth auch dem Fremden mit dem freundlichſten Abendgruße. Guſtav Walther er⸗ wiederte faſt unwillkührlich die Alltagshöflichkeit des Wirthes. In dieſem erhob ſich aber die Neugierde gewaltig, eine
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ſeiner hervorſtechendſten Naturanlagen, und mit einer Miene, welche von Theilnahme den Ausdruck abgeben ſollte, konnte er ſich nicht genug wundern, daß in ſeinen ſchönen Gaſtzimmern und bei dem guten Weine Jemand lautlos und ſtill und in ſich gekehrt bleibe.
Einſilbig entgegnete Guſtav Walther dem Fragenden.
Der emſige Wirth, deſſen Neugierde hiermit noch keine Befriedigung finden konnte, nahm das Wort wieder und ſprach zu Guſtav:„Wenn Ihr heute bei mir zu übernachten gedenkt, ſo muß ich bedauern, daß ich mit be— quemem Lager und freundlichem Stübchen nicht mehr dienen kann. Auch Alles, Saal und Fremdenzimmer, iſt ſchon ausbedungen von einer Anzahl Schützen und Jäger, welche gerade heute ein Feſt bei mir begehen wollen. Es iſt nicht wenig Ehre für mein Haus, daß man unter ſeinen geräumigen Dächern ſolche große Feſte zu feiern beſtimmt. Aber auch trefflichſt ließ ich mein Haus verzieren und ein halber Wald durchgrünt den Saal und! Maiblumen duften auf allen Tiſchen!“ 5
„Alſo kein Zimmer mehr für mich 2, fragte der Fremde.
„Ja doch!“ verſetzte der Gaſtwirth.„Droben in Nro. 16. der Fremdenſtuben iſt noch ein Seitenzimmerchen. Wenn Euch das der reiche Muſikalienhändler Schmidt ab⸗ geben will, nun ſo bin ich dabei. Der iſt heute, gleich wie Ihr, gar zu verſtimmt, und ich glaube, daß Ihr ganz zu dieſem Herrn paſſet. Ich hab' es ſchnell herausgebracht, warum der reiche Mann ſo, düſter blickt. Sein Sohn iſt einberufen zum Soldatwerden. Nun ſucht er einen jungen Mann, der für denſelben ſich einſtelle. Er bot große Summen aus. Allein umſonſt ſeithin. Das Geſetz des Königs gebietet, daß ein Jeder, welcher für einen Andern ſich einſtellen will, bereits drei Jahre muß als Soldat gedient und ſich dabei ein gutes Zeugniß über braves Ver— halten erworben haben. Solchen Tugendhelden kann er nicht finden, und nach dreien Tagen ſchon iſt die Zeit für den Abzug des Sohnes aus dem Elternhaus zum Rekruten— leben bezeichnet. Es gibt ſo viel der armen Menſchen in der Welt, wenn davon nur Einer wüßte, der könnte für den Sohn des Kauſmannes einſtehen und bei ſonſt reichſtem Erfolge noch ſein Glück machen!
Guſtav Walther fühlte brennende Glut in allen Adern. Sein ganzes Weſen ſchien verändert wie von einem Zau⸗ berſchlage. Die Augen ſtrahlten Freudenblicke auf den ge⸗ ſchwätzigen Wirth. Er trank in haſtigen Zügen ſein Glas ohr 15 voll treibender davonſtürmender Unruhe:— „Führt mich zu dieſem Muſikalienhändler i dieſen Augenblic noch!/ 1. 5 5 5
„Geduldet Euch nur; der Kellner ſoll Eu i a führen!“ ſprudelte der Wirth mit faſt 10 den 2 dem Fremden zu, in ſich eine unausſprechliche Freude fühlend, daß es ſeinem Verſtande und ſeinem Redefluß ge⸗ lang, den ſtummen Gaſt doch in einige Bewegung geſetzt zu haben. a
Der Rebſtockwirth zog an dem Mahnglöckchen und verabſchiedete ſich, indem draußen gewaltiges Lärmen rege ward und tobendes Pferdegewieher die Ankunft der Jäger und Schützen deutete.
»Ich wünſchte,“ rief der Geſchwätzige noch von der Thüre her,„daß Ihr dieſem Feſte angeſchloſſen wäret, vielleicht kämen beſſere Gedanken in Euer Gehirn, denn Ihr ſcheint ja gar ſo verlegen, und ſcheint Schweres im Herzen zu bergen!“
Der Wirth verſchwand. Ein Kellner kam.
Walther folgte ihm. e (Fortſetzung folgt.)
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