Ausgabe 
12.2.1851
 
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Intelligenz-Vlatt

fuͤr die

Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg

im Beſonderen.

M13.

Mittwoch den 12. Februar

1851.

Amtlicher Theil.

Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter resp. Beigeordneten und Polizeicommiſſäre dieſes Regierungsbezirks. Betreffend:

Unterſuchung gegen Gemeinderechner Georg Bertram von Nidda wegen Veruntreuung und Schriftfälſchung.

Rubrikat, welcher wegen Veruntreuung und Schrift⸗ fälſchung bei Gr. Landgerichte Nidda in Unterſuchung ſtand, iſt am Abend des 5. d. M. aus dem daſigen Gefangniſſe entwichen.

Sie werden auf denſelben fahnden, im Betretungsfalle ihn arretiren und an uns abliefern. Sein Signalement iſt beiläufig folgendes:

Alter: 34 Jahre. Größe: circa 605. Haare:

blond. Augen: grau. Augenbraunen: blond. Naſe: gewöhnlich. Mund: gewohnlich. Bart: blond, Hambacher. Kinn: oval. Geſicht: oval. Ge⸗ ſichtsfarbe: bleich. Statur: unterſetzt.

Kleidung: bei ſeiner Entweichung trug er einen braunen Oberrock von Bieber, eine dunkelgraue Tuchhoſe, geſtreifte Weſte, ein feines Hemd mit Falten, Stiefel, keine Kopf bedeckung.

Friedberg am 6. Februar 1851.

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Regierungsblatt⸗Auszüge.

Nr. 1 enthält: 1) Edict, die Ergänzung der Feldtruppen im

Jahr 1851 betr. Ludwig III. von Gottes Gnaden ze. In Gemäß⸗ beit der Artikel 2 und 3 des Recrutirungsgeſetzes vom 20. Juli 1830 verordnen wir hierdurch, wie folgt: Einziger Artikel. Zur Ergän⸗ ung der Feldtruppen im Jahre 1851 ſind Ein Tauſend Sechshundert ann erforderlich, welche aus den Aufrufsfähigen des Jahres 1850 ausgehoben werden ſollen. Urkundlich Unſerer eigenhändigen Unter⸗ ſchrift und des beigedrückten Staatsſiegels. Darmſtadt den 18. Dec. 1850. Lud wei g. Frhr. v. Schäffer-Bernſtein. 2) Bekannt⸗ machung, die Vertheilung des Recrutenbedarfs von 1851 auf die Provinzen betr.(Taugliche: Provinz Starkenburg 1646, Oberheſſen 1547, Rheinheſſen 1310; zu Stellende: Prov. Starkenb. 585, Oberh. 350, Rheinh. 465.) 3) Dienſtnachrichten. Am 16. Dec. 1850 wurde dem Schulvicar Sander zu Wallertheim die evang. Schul⸗ lehrerſtelle zu Offenheim, Reg-Bez. Worms, übertragen. Am 18. wurden die Hofgerichtsaſſeſſoren Frhr. v. Lehmann und Schenck zu Darmſtadt zu Räthen bei dem dortigen Hofgerichte ernannt. 4) In den

Ruheſtand wurden verſetzt: am 18. Dec. 1850 der Geh. Juſtizrath Stockbauſen dahier, auf Nachſuchen, in ſeiner Eigenſchaft als Mit⸗ glied des hieſigen Hofgerichts, unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte; an demſelben Tage der Phyſikatsarzt Dr. Buch zu Langen, mit Rückſicht auf ſein vorgerücktes Lebensalter und ſeine ge⸗ ſchwachte Geſundheit. 5) Exledigt find: die 1. evang. Pfarrſtelle zu Büdingen, mit jährl. 1041 fl., Fürſt Aſenburg⸗Büdingen'ſches Präſentationsrecht; die evang. Pfarrſtelle zu Siefersheim, mit jähr⸗ lich 1007 fl.

Der redliche Sohn. 2 (Fortſetzung.)

Das Landhaus zum goldenen Rebſtock, eine Tagereiſe weit von der Rheinſtadt K. gelegen, war von Gaͤſten um ringt und man erfreute ſich des erwachenden Frühlings und der lauen Abendluft, welche leicht in den Blüthen zweigen der Baume ſpielte. Daͤmmerungsgrauen ſpann ſich immer trüber und trüber um die Gegend und zwang die lärmenden Gäſte bald in das Landhaus, wo beim friſchen Trunk Weines die Anweſenden ſich noch erquickten.

Alle Gäſte ſchienen froh. Nur Einer derſelben ſchien ſich nicht in den hier waltenden Frohſinn theilen zu können. Tief im Zimmer, beim einſamen Tiſche, ſaß ein junger Mann im Reiſemantel, ſtumm und in ſich verſenkt. Seine Nachbarn kümmerten ſich wenig um den ſteinernen Gaſt, über deſſen Lippen noch keine Sylbe geklungen war. Bläſſe und Roͤthe wechſelten in dem ſonſt anmuthigen Ge ſichte. Nur zuweilen glänzte das große ſchwarze Auge unter dem Hute hervor. Selten griff er nach dem Glaſe, welches wie Wermuth ihm zu ſchmecken ſchien. So mitten unter dem Geräuſche blieb er in ſich gekehrt, gleich dem Tiefſinne, welcher Alles um ſich her vergißt und den Aus weg aus Dornenſchluchten des Unglücks finden mochte. Auffallend ſprach aber auch hin und wieder aus ſeinem Antlitze ein Spannen in plötzlicher Bewegung und ein ſie gendes Lächeln, als ſei es das Erwachen kriegeriſchen Kraftgefühles und dann wieder verdunkelten, wie Herbſt nebel die Flur, Kummerſchatten ſein ganzes Weſen.

Noch immer ſaß der Fremde ſchweigend. Ein Chor fahrender Bergbewohner trat ſo eben ein und ließ ſich in den artigſten Geſangesweiſen hören, und alle Gäſte lauſch⸗ ten überraſcht und entzückt den Aelplern. Immer kräftiger und bald wieder ſchwermüthiger klangen die Lieder der Bergmannsfreiheit und der Bergmannsſehnſucht. Jeder⸗ mann reichte den rüſtigen Söhnen der Schweizerthaler und