Ausgabe 
28.1.1854
 
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sie in eine Quelle, wobei er das bekannte Schiller'sche Gedicht:Der Jüngling am Bache vor sich herdeclamirte. 5

O, der süßen Schwärmerei des Liebenden o verkörperter Wahnsinn?

Ach, es fehlte ihm an einem vertrauten Freunde, an dessen Brust er sein Herz hätteaus schütten können. Aus der Gesellschaͤft, deren Mitglied er einst war, war er wieder ausgetreten, weil selbst seinen nicht gerade allzu bedeutenden Verstandeskräften die ewigen Schmeicheleien über seine schöne Gestalten endlich wie Ironie erklangen.

Mit ihm war Martin, seiner Vertrautesten Einer, ausgetreten. Dieser junge Mann, der sich weniger durch die Schärfe seines Verstandes, als

durch die Weiße seines Haares auszeichnete, hatte

bis jetzt alle Geheimnisse Caspar's getheilt.

Aber ihm das zärteste aller Geheimnisse mit zutheilen, dazu mochte Caspar Martin's Zimmer für zu grobkörnig halten.

Doch was ist die Liebe ohne Gegenliebe, die heißeste Leidenschaft ohne die Gewißheit, daß sie getheilt wird? ö

Eine Rose ohne Duft, ein Hund ohne Zähne, eine Sonne ohne Wärme, ein Frühling ohne Blumen, ein Messer ohne Klinge, ein Buch ohne Blätter, eine Nuß ohne Kern, ein Rahmen ohne Bild, ein Frühlingstag ohne Sonne, eine Uniform ohne Degen ꝛc. ꝛc.

Und das gütige Geschick zeigte unserm Helden eine Gelegenheit, mit dem Gegenstand seiner Nei gung zusammenzutreffen und sich möglicher Weise Gewißheit zu verschaffen, die er beim Zopf er⸗ greifen zu müssen glaubte es sollte nächstens ein Studentenball abgehalten werden.

Aber nun diesen mitmachen zu können, be⸗ durfte er eines schwarzen Frackes, bedurfte er baaren Geldes.

Und ach, in seinem Porte-Monnai sah es wüst, öde und leer aus, als ob die Stürme des Jahrhunderts hindurchgefahren wären.

Verhältnisse der Art, wie sie so oben geschil dert wurden, gaben Caspar'n die Thürklinke des A'schen Hauses in die Hand.

Herr K., können Sie mir Geld schaffen?

E Geld wollese, Gott soll hüte, alleweil Geld? woher nemme in dere Zeite? No, ich werd sehe, waß ze mache. Schenkese mer emol uff Morge d'r Aehr widder! ich werd mer lehne, Ihne ze lieb, sagte der Jude.

(Fortsetzung folgt.)

Vergleichungsstaffeln. Nach Saphir.

Positiv. Comperativ. Superlativ. Bummler Urbummler Athlet Diebstahl Raub Rambsch unverschämt unverschämter Laternemännche wahnsinnig wahnsinniger Bruder Carl muthig muthiger Filzmucker närrisch närrischer scherdecker Grünberger Wein Essig Clubbwein blutiger Schmiß Abführung albern alberner Schwung durstig durstiger Student fromm frommer Wingolf patent patenter der Leu Fischweib Rheinschnakne Sachsehäuser

Oeffentliche Erklärung.

Dem Vernehmen nach ist auch für die hiesige Stadt der Vorschlag gemacht worden, uns blos mit Maulkörben den Ausgang zu erlauben. Wir protestiren hiermit ein für allemal gegen eine solche Beeinträchtigung der persönlichen Freiheit, und er klären hiermit, daß wir der Ausführung dieser Maßregel passiven Widerstand entgegensetzen werden.

Die vereinigten Hunde Gießens:

. A.

Grog, Schafsgesicht.

Blech, Rentier aus Neufundland,

Melankus, Landjunker.

Arah, Partikulier.

Boxer, Kettenhund a. D.

Sultan, Harembesitzer.

Bella, Schooshündchen.

Caro, Pooletarier.

Auch wir Unterzeichnete schließen uns diesem

Proteste an. Birne, Fuchs. Landvogt, Hundezüchter. Hugo, Besitzer mehrer Windspiele.

Beide stehen an der Ecke der Conditorei von Lind auf dem Seltersweg.

Student: Fräulein S....... könnte ich

das Vergnügen haben, Sie noch bis zu Ihrem Hause zu begleiten? Ach ich danke Ihnen, ich

Fr S mae