blos noch ein Hinderniß entgegen: Die Ebbe in seiner Kasse.
Ach, auch sein Porte- monnai hatte beßre Tage gesehen, als es einst noch Kronenthaler und Guldenstücke in seiner seidnen Hülle barg. Doch diese hatten es längst wieder verlassen, um nie wiederzukehren. Nur ein Koburger Vögelsgroschen hielt treu und liebend bei ihm aus, so daß er selbst endlich das stolze Porte-monnai von einer so standhaften und stillen Liebe gerührt wurde.
Ein Vögelsgroschen liebte So still ein Porte-m unai, Und wenn er es erblickte, Ward ihm so wobl, so weh.
Und viele, viele Jahre
Blieb er ihm tren und bold, Doch niemals sollt' ihm werden Der Liebe süßer Sold.
In des Porte-monnai's Herzen Brennt nicht dieselbe Glutb; Ach, einem Kronenthaler
War es allein nur gut.
Es hatte eines Tages
Nur flüchtig ihn geseh'n; Doch war's seit dieser Stunde Um seine Ruh' gescheb'n.
Und nimmer kehrt er wieder, Den es geliebt so treu,
Und einsam, unter Klagen Entfloh sein Lebensmai.
Doch endlich es bemerkte Des Groschens stille Lieb'; Es sprach zu ihm die Worte Mit einem Blick so trüb:
„Nur treue Schwesterliebe
„Weiht, Ritter, Euch dies Herz; „Denn jede and're Liebe
„Macht Kummer mir und Schmerz.“
Und nimmer ward sein Sehnen Dem Groschen so gestillt; Das Porte-monnai liebt ewig Den Thaler blank und mild. * 7. *
Lumpiges Geld, an dir scheitern die stolzesten Plane der größten Geister; durch dich wird alles Erhabene in den Staub gezogen, wie schon Ernst Mahner sagt: Du oder vielmehr die Negatoin von dir macht die Wonnetrunknen so nüchtern, wie das Studium der unregelmäßigen griechischen Zeitwörter. Wo du fehlst, da schrumpft der Aetherstrahl der Genies zum Nachtlicht zusammen und Tausende, die sonst zu den Sternen des Nach— ruhms emporgeflogen wären, klopfen ihr Leben lang Chausseesteine.
(Fortsetzung folgt.)
Sehlagschatten aus dem Salon. (Fortsetzung.)
Eine andere hiesige Verbindung war übrigens blos durch 2 Mitglieder vertreten, die außer für die Jungfrau Germania auch noch für andere Schönen zu glühen schienen, so rastlos verfolgten sie einige Damen mit ihren progressistischen Blicken. Der„Meerumschlungene“ schaute sich so neugierig um, als ob er noch nie einen Salon betreten hätte, während sein Verbindungsbruder sich mit mehr Sicherheit auf diesem schlüpfrigen Boden zu bewegen sich den Anschein gab. Zwar sind die Gelehrten noch uneinig, ob er sich mehr durch die Eleganz seiner gepumpten weißen Halsbinde oder durch die ungewöhnliche Größe seines Geruchsor— gans auszeichne; doch seine Virtuosität im Schneiden von Complimenten und Recitiren von ellenlangen Phrasen steht unzweifelhaft fest. Wahrlich wort— kargen und verlegenen Füchsen möchte ich wohl⸗ meinend rathen unter der„Aegide“ dieses blaßgelben Rheinländers den Salon zu betreten. Unlängst versicherte mich eine Dame steif und fest, es sei ihm auf dem letzten Clubball bei einer un— menschlich langen Phrase der Athem ausgegangen und er nur mit Mühe vom Erstickungstode erret— tet worden.
Böse Zungen wollen zwar behaupten Du setztest die langen Complimente zu Hause erst auf, um sie dann auswendig zu lernen, doch tröste Dich, liebender und vielleicht auch geliebter Jüng— ling, mit den Worten des Dichters!
Es sucht die Welt das Glänzende zu schwärzen und das Erhabene in den Staub zu ziehen.
Fortsetzung folgt.)
Noch einmal Bauer und Schmuhl. Bauer: Aich hun fehr 900 Gelle Grond— stöcker verkahft unn wollt bei Ihm frege, ob Sei mer doas Kaafgeld abhannele wollte. Controleur Schmuhl!: Es geht nicht mehr gut, daß ich als Controleur der Sparkasse fernerhin mich mit diesen Kaufschillingshändeln befasse, um so mehr, als die Sparkasse jetzt Mittel hat, um selbst derartige Verträge abschließen zu können. Bauer: Dann will aich mich on die Spar⸗ kasseherrn wenne. Controleur: Das ist gar nicht nöthig, Ihr würdet vielleicht selbst Nichts ausrichten; es ist viel besser, wenn ich für Euch das Weitere be— sorge, geht Ihr nur in Gottes Namen nach Haus. Bauer: Hat dem Herrn Controleur recht herzlich die Hand gedrückt(ich sage nicht, daß er ihm Etwas in die Hand gedrückt habe) und ist in Gottes Namen nach Haus gegangen. Der
Herr Controleur hat hierauf der Sparkasse das fragliche Kaufgeld verrathen, hat aber den Namen des Bauers nicht eher genannt, bis ihm 2 preuß. Thaler Makelgeld aus der Sparkasse bezahlt wur⸗


