Ausgabe 
14.1.1854
 
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am merschte mit mer gedanzt unn hott mer vill Charosches(Neues) erzäilt vun sei grouße Mase matte as er duht betreiwe mit Frichte unn Chore (Waare) unn hott mer gesagt, as er wellet giewe noch en Kouzen(Reichermann), wann Gott wellet, 's fehlet ihm awer in dem Aageblick noch Eppes, unn wann er das su sagte, dann roiente(sah) er mich su mitt seine zwa scheine große, schwarz funkliche Aage vun d'r Seit ahn, as wenn'r mich uffsinkele wellet unn drickt mer derbei allemol su hart die Jad(Hand) as ich hätt mege fir lauter Vergniglichkeit dem Itzig uffem Hals springe.

Hernochend, waß mahnste Memme, waß Itzig gach mer hott gesacht, er hott mer eppes gedivert in's Ohr, ich sellet emol e lanig mit'm geih in e anner Simmer, wou mer wellte schaskene e Schälche Schogremaium, da hew ich gesacht,'s Saarche sellet aach mit geih, weil ich mahnet, es wäret nitt ahständig elanig mit'm Itzig ze geih; hott'r mer aach versproche's Saarche se houle. Wei mer nou im Simmer ware, mahnt der Itzig, 's wär doch scheiner in der Allanigkeit, mer wollet elanig bleiwe. Anfänglich warsch aach recht schei wei mer aus dem Staab unn dem Getös e seit lang war'n unn ruf ich dernachend's Saarche, asses aach e Schälche trinkt. Wei de Blosing widder is angange, sei mer susamme im Saal unn hewe gedanzt,'s word mer awer ganz schwinnelich, ich glaab der Schogremaium war su stark!

Memme. Ich sag d'r oser, verzähl's dem Ette nitt, as'r dich dorch die Wände werft, as dersch noch emol schwinnlich werd.

Beide aus einem Stoff. g Peter: Mouschelche, haste mir das besorgt 20 Mouschelche: Ach verzeihe se, ich hab's vergesse. Peter: No de bist doch en wahrer Lump! Mouschelche: Peter, ich seh de bist doch aach kah Papier?

Diensteifer.

Scholly! Der gnädige Herr hat mir, seinem Bedienten, aufgetragen, Dir strenge zu beaufsich⸗ tigen, dieweile es sich nicht schicken thut, daß ein Hund aus'nem gräflichen Hause sich mit allerhand Gesindel, wie Pudels, Spitze, Bommern und Möpse ꝛc. ꝛc. herumtreibt! Wenn Du also das Verhältniß mit dem Bäcker seinem Caro nicht auf

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giebst, sehe ich mir gedrungen, den gnädigen Herrn auf der Stelle darauf aufmerksam zu machen. Dies merke Dir für die Zukunkft!

Danksagung

(Fränkischer Courier.) Ehre, Dank und Recomedation! Dem unermüdlichen Arzte und Naturforscher, Herrn Dr. Kruselmair(nicht zu verwechseln mit Kreit-, Birk- oder sonstigen Maier'n) der mich binnen 14 Tagen von einem Zahnweh befreite, das mich dem Grabesrande ge nährt hatte; ich kann die neue Methode, nach der er ohne Arznei oder Operation corirt, nicht genug recomediren. Indem ich hiermit dem gescheuten Arzte meine Schuldigkeit abtrage, wünsche ich, daß er gute Geschäfte machen möge, und empfeble mich zugleich dem verehrten Publikum als Handschuh⸗ Wäscherin ohne Geruch.

Nürnberg den 29. Mai 1853.

Doris Heuberger.

Der Rockflicker.

Zetzt sind uff meim Rock bald mehr Plackt als usssder Landkart von Deitschland. Daß wäß awer aach ka Dunnerwetter nitt, alle Ageblick duht sich so e kleines FärschtenthumReiß uff, unn wann nitt bald e Großmacht kommt, die mer die klahne mit sammt de freie Städt unner ihren Schutz nimmt, so löst sich die Verfassung überall noch ganz unn gar uff! ö

Der schristliche Wunsch.

Im Halle'schen Courier spricht eine Gemeinde ihren Dank gegen die Aachen-Münchener-Feuer versicherungsgesellschaft für eine von derselben zum Geschenk erhaltenen Feuerspritze aus, mit dem christlichen Wunsche, es möge diese Spritze recht oft in Gebrauch genommen wer den. Auch nicht übel; es fragt sich aber, ob dieser christliche Wunsch mit den Wünschen einer Feuerversicherungsgesellschaft sich vereinigen dürfte.

Die Courage⸗

Ein sonst sehr munterer Jude kam ziemlich still und niedergeschlagen zum Gastwirth Weck nach Hungen. Dem Gastwirth fiel dies auf und sagte zu dem Juden: Nun warum so still, Salme, du warst ja sonst so munter, ist dir die Cpurage