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den Schulden auch jetzt noch 42 000 Mk.; und diese Schulden müssen verzinst und getilgt werden. Wir bitten deshalb herzlich um weitere besondere Zuwendungen, Gaben und Vermächtnisse für unser Haus, damit wir sorgenfrei wohnen und unsere Arbeit treiben können.(Geldbeträge werden erbeten auf Postscheckkonto von Pfarrer Lic. Waas, Ober⸗Ramstadt, Frankfurt a. M. Nr. 19626.)

Güte und Freundlichkeit füllte im neuen Haus den Keller, und auch die Speisekammer blieb nicht ganz leer. Zu großem Dank sind wir den Gemeinden Altenstadt, Dietzenbach, Eichelsdorf⸗Oberschmitten, Lindheim, Messel, Mommenheim, Schaafheim, Schornsheim, Trebur, Ueberau, Wald-Michelbach und Wörrstadt verpflichtet, die uns Kartoffeln, Obst und Gemüse brachten oder sandten. Durch die Zuwendungen waren wir im⸗ stande, unsere Schwestern auskömmlich zu ernähren. Dürfen wir der Hoffnung leben, daß im kommenden Herbst zu den alten Getreuen neue Freunde kommen, die uns durch Naturalgaben weiterhelfen?

Die Zahl unserer Schwestern beträgt 151. Fünfzig davon sind in hessischen Gemeinden und Fürsorgeein richtungen tätig. Die übri⸗ gen stehen im Krankenhausdienst oder sind in der Ausbildung begriffen.

Während manch anderer Verband sein Ar⸗

beitsgebiet aus Mangel an Schwestern ver⸗ kleinern muß, übernehmen wir von Jahr zu Jahr neue Stationen. Hilfsbereitschaft und Opferwilligkeit gehen durch unsere Reihen. Schwestern sind willig zum Eintritt. Gewährt uns, Ihr lieben Freunde im Hessenland, die nötigen Mittel, sie auszu⸗ bilden und zu versorgen. Unsere Gemeinden, unsere evangelische Kirche, unser ganzes hessisches Volk hat den Segen davon.

Uleine Mitteilungen.

Etwas Neues für unsere Gießener evan⸗ gelische Gemeinde war ein Frühgottesdienst,

der am 15. d. Mts. in der alten Stiftskirche

auf dem Schiffenberg auf Wunsch des Wart⸗ burgvereins und des Evangelischen Arbeiter- vereins abgehalten wurde und wobei Herr Pfarrer Becker die Predigt übernommen hatte. Schon Pfingsten dieses Jahres hatte der Wartburgverein einen Waldgottesdienst bei einer Tagestour an der bekanntenDicken Eiche bei Hof Bubenrod abgehalten, woran trotz des weiten Weges über 100 Personen teilnahmen. Diesmal war die Beteiligung weit größer. Zahlreich strömten am frühen Sonntagmorgen Junge und Alte zu Fuß und zu Wagen auf verschiedenen Waldwegen dem Schiffenberger alten Kloster zu. Tags zuvor waren junge Mitglieder des Wartburg⸗ vereins(Auerbach, Ganß und Schön) schon dort gewesen und hatten den alten Altar schön hergerichtet. Herr Lyncker, dessen Fa⸗ milie bekanntlich schon seit mehr als hundert Jahren die Domäne Schiffenberg in Pacht hat, gab bereitwilligst Decken, Leuchter und

Blumenvasen zum Schmucke des Altars. Da, wo früher die Kanzel gewesen war, wurde wieder eine Kanzel, mit frischem Grün bekränzt, hergerichtet. Das hatte sich das alte Türmchen nicht gedacht, und seine Sparren werden sich gewundert haben, als das in ihnen hängende Glöckchen noch einmal zu Ehren kam und zum Gottesdienst ein⸗ läuten konnte. Der Gemischte Chor des Evangelischen Arbeitervereins brachte vor und nach der Predigt die beiden ChöreGott ist mein Lied undSo nimm denn meine Hände wirkungsvoll zum Vortrag. Die Lieder, welche von der Gemeinde gesungen wurden, wurden vom Bläserchor des Wart⸗ burgvereins sehr schön begleitet, und wie von einer versteckten Orgel ertönten deren. Weisen harmonisch hinaus in das Freie. Allen Teilnehmern hinterließ diese schöne Morgenandacht ein erhebendes Gefühl und man hörte nur den einen Wunsch, daß solche Frühgottesdienste im Freien öfters abge⸗ halten werden möchten. Anderwärts, so in den Waldungen zwischen Frankfurt a. M. und Darmstadt, hält man Waldgottesdienste schon seit Jahren. Die Gießener Geistlichen sind gern bereit, im nächsten Jahre solche Gottesdienste öfters zu veranstalten, und der Gesamtkirchenvorstand wird sicherlich hierzu

seine Einwilligung geben. Selbstverständlich

dürfen Waldgottesdienste nicht dazu führen, daß die Gemeindegottesdienste, die man zur gewohnten Zeit in den Kirchen veranstaltet, weniger besucht werden. Waldgottesdienste unter großer Beteiligung und daheim leere Kirchen, das ist kein erstrebenswerter Zu⸗ stand. Wenn die gut besuchten Gottesdienste in Gottes herrlicher Natur dazu führen, daß solche, die bisher von dem Glauben ihrer Väter nichts mehr wissen wollten, nun inniger mit Gott in Verbindung kom⸗ men und ihrem Heiland nahegebracht werden und wenn hierdurch das gottesdienstliche und religiöse Leben in den Kirchen und Ge⸗ meinden eine Bereicherung erfährt, so wer⸗ den die Waldgottesdienste eine sehr segens⸗ reiche Einrichtung sein.

Kirchliche Anzeigen. Sonntag, den 29. August, 13. n. Trinitatis.

In der Stadthirche. zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Matthäusgemeinde: Pfarr⸗ assistent Ramge. Vormittags Uhr: Pfarrer Becker. Beichte und Feier des heili⸗ gen Abendmahls für Matthäus⸗ und Mar⸗ kusgemeinde. Die Gemeindepfarrer erbitten vorherige Anmeldung. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markus⸗ gemeinde: Pfarrer Becker.

In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, fällt aus, siehe Stadtkirche! Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannes⸗ gemeinde: Pfarrer Ausfeld.

Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindrucherei N. Lange, Gießen.

Vormittags 8 Uhr,

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