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Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen
Hr 5 Gießen, Septuagesimä,
den J. Februar 1920 9. Jahrg.
Den heimkehrenden.
Pfalm 126. Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Maiden Der Herr hat Großes an ihnen getan. Der Herr hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich. Herr, bringe wieder unsre Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringest im Mittagslande! Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen, und kommen mit bringen ihre Garben 05 55 Psalm ist ein ergreifendes Lied Zeit. Ein Mann, der lange Zeit in da Hon gefangen war und sehnsuchts⸗ voll d er Heimat gedachte, hat es gescheit eben. Wie ist dieses alte Gotteslied in der furcht⸗ baren Kriegs eit, die hinter uns liegt, wieder lebensvolle Wirklichkeit geworden! Was viele unserer d deutschen Familien in dieser Zeit erlebt haben, ist weit über 1 1 hinausgegan⸗ 0 was in alten Tagen an Drangsalen über die Menschen gekommen ist. Jahr um
Jahr waren unsere Ehegatten, Brüder und Söhne Kriegsgefange ne. sie waren von der Heimat und von den fremder Willkür untertan, es war für uns fast, als ob sie tot seien.
Nun hat dieses Leid ein Ende. lich sind in der Kriegsgefanger dieser Welt geschieden, dahin tiefem Herzeleid, ohne die Lieben in der imat noch einmal gesehen und gesegnet zu haben. Auch die seelisch schwer bedrückt sein, doch wieder heim. Und wenn wir für sie gebetet haben: Herr, bringe wieder unsere Gef fangenen, wie du die Wasser wieder⸗ bringest im Mittagslande, so geht es jetzt an ihnen in Erfüllung: Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, so wir sein wie die e dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein, dann wird man sagen unter den Heiden: Der Herr hat Großes an ihnen getan, des sind wir fröhlich.
Wie sollen wir unsere empfangen? Geschenke können wir kaum bieten; durch unsere Reihen geht der Mangel.
Viele frei⸗ nschaft aus
ihnen
Freuden und zieml lich dürftig, erst
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Ihren getrennt und
Heimkehrenden, daß ihnen in der Heimat Herzen in 125 und Treue entge egenschl agen, in werden sie innerlich wieder gefunden und auf die schwere Zeit der Kriegsgefangenschaft zurückf chaue en wie auf einen schweren 2 Traum. Vor ihnen aber wird das Leben liegen mit einer Arbeit und seiner Freude, und diesem 8 werden sie mit Mut und. trauen entgegengehen. H.
Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen.
20. Aus der Geschichte der Gießener Kr 1 unft. Schluß.)) e sind in der ältesten Zeit im letzten Viertel des 18. Jahrhunde erts werden sie ausführlicher und interessanter. In der ältesten Zeit beschränkt 19 5 sich darauf, die Namen der 17 iftmeister und der neu aufgenommenen Zunftge enossen 1315 verzeichnen, später re⸗ gistriert man auch die angenommenen Lehr⸗ jungen Zu allen Zeiten sind in die trocke⸗ nen Listen Notizen eingestreut, die zum
Die Protokoll
Teil, wie wir sehen werden, recht inter⸗ essant sind. 8 950 In alter Zeit scheint es manchmal bei
den Zusammenkünften hoch hergegangen zu
sein, und es mußte zur Mäßigkeit er⸗ mahnt werden. So wird folgender Beschluß protokolliert:„Annd 1709 den 18. Decemb.
hat die sämtliche Zunfft beschlossen, das diesses künfftige 1/10 Jahr e Ge both nicht soll das allergeringste ve
Heimkehrenden werden d aber sie kommen einen
werden
andere mehr trinken will,
fried
. hannes Heimkehrenden
denn unser Land ist arm und buch ein: Aber rio haben wir Ein Jubiläum, nehmlich die
werden. Als einig und allein auff öhr⸗Tag(Wahltag), wann der junge Zunff stme ister seinen Imbiß giebt, so sollen die Zunfftmeister der Zunfft 3 Gul ten zum besten geben als 2 Gul ten den ersten Tag und Gulten den anderen Tag e beym Johannes Geboth sollen gleichfal die Zunfftmeister der Zunfst 1 Gul lten, Zum besten geben, wann beydes verzehret soll der Zunfftmeister auffglobben und es der Bru⸗ derschafft ansagen, 1 5 einer oder der so soll ein jeder von seine m Ge lt geben was ihm beliebet. Zu mehrerer Beglaubnis hat sich sämtliche Zunfft eicenbant unterschreiben. Gott Riodtsch, ältester Zuuf ftmeister. Jo Verdrieß, jüngster Zunfftmeister. 1 Im Jahre 1/38 schrieb der Zunftmeister Johann Ludwig Verdrieß in das Zunft⸗ „In diessem Jahre im Februa⸗
sie sollen merken, daß sie in unserer Liebe fünfzigjährige Regierung unseres durchlauch⸗
und Fürsorge geborgen sind. Merken die
tigsten Landesfürsten Ernesti Ludovici er


