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auch ausländische, besonders Schwei erGeist⸗ liche herangezogen wur ei. Deut ch Parrer nahmen sich in erster Linie de: zahlreichen Deutschrussen an, die als Abkömmlinge ttembergischer Einwanderer und deutscher Balten zumeist der lutherischen Konfess ion, vielfach aber auch den Baptisten, Menno⸗ niten und Stundisten angehörten. Erstaun⸗

lich und erfreulich war ihre Bekanntschaft

mit unseren herrlichen Choräle n und geist⸗ lichen Liedern, deren Kenntnis sich im Innern Rußlands oft durch Jahrhunderte hindurch

erhalten hatte. In den letzten Jahren ver⸗

sah ein ruf ischer Student der Tleologie die Seelsorge unter seinen Mitgefange tien und hielt auch die einfachen Gottesdienste ab. Während für die Iren ein katholischer Ordensgeistlicher ständig im hiesigen Laser tätig war, war die Seelesorge für die Eng⸗ länder und Kanadier wieder einem eng⸗ lischen Kandidaten anvertraut und wurde von diesem auch mit Eifer und Geschick aus⸗ geübt. Verhältnismäßig am leichtesten war die Frage der Seelsorge für die Fran⸗

zosen zu lösen. Da schon seit Jahren in

Frankreich die Trennung von Staat und Kirche vollzogen war, so waren die Theo⸗ logen der verschiedenen Bekenntnisse der Militärpflicht unterworfen, und es fanden sich daher ihrer stets eine größere Anzahl unter den Gefangenen, die die Pflichten des geistlichen Amtes an ihren Kameraden aus⸗ üben konnten, Doch war gewöhnlich auch ein Priester im Lager für die katholi che Seel⸗ sorge angestellt. Jedenfalls ist die Kom⸗ mandantur des hiesigen Lagers wie überall sonst in Deutschland redlich bemüht gewe en, den vielen Zeh ztausenden von Kriegsge an⸗

achtungsstelle auszusuchen. Schließlich rich⸗ tete ich mir sie in einer Scheuer am Ostaus⸗ gang des Dorfes vor der großen Straße ein.

15. März 19155. Vorgestern nach⸗ mittag ritt ich mit Leutnant Thüre und Offizierstellvertreter Obenauer(Rechts⸗ anwalt in Pfeddersheim in Rheinhessen, rückte als Vizewachtmeister d. Res. mit der

Batterie aus und wurde an Kaisers Ge⸗ burtstag Offizierstellvertreter) zurück nach Wesola, wo, dem feindlichen Feuer völlig entrückt, meine Protzen untergebracht sind. Dann besuchten wir in Dorf Swarozin Oberstleutnant von Petery, der die soge⸗ nannten Hindenburgjacken, eine Liebesgabe der deutschen Städte an das Ostheer, ver⸗ teilte. Es sind pelzgefütterte Jacken, die man über den Waffenrock trägt, sie bestehen aus wasserdichtem, feldgrauem Stoff. Sie sind leicht, halten aber gut warm und

werden jetzt namentlich in der Uebergangs⸗ zeit angenehm sein. Gestern ritt ich über

Gut 3 in einem von einem gut

Zlota, wo gepflanzten Park umgebenen, ganz unver⸗ sehrten Herrenhaus ein Lazarett einge ichtet ist, nach Korczierzew, um mir den Kirch⸗ gang anzusehen. In der hübschen romani⸗ schen Kirche sah ich, neben der Orgel auf der Empore stehend, auf das bunte Bild unten herab. Die Frauen in ihren farben⸗ frohen Kleidern mit grellbunten Kopf⸗ tüchern, die Männer in großen Pelzmänteln und Pelzmützen oder kleinen blauen Tuch⸗ mützen. Nach Schluß des Gottesdienstes sah ich mir, vor der Kirche stehend, die Leute noch einmal genauer an. Die jun den Bur⸗ schen haben sehr schöne, bu ztgestickte Westen an. Ich wundere mich, daß alle Männer

genen, die in Gießen gelebt haben, auch in die Mütze vor mir abnahmen und dankte

religiöser Hinsicht gerecht zu werden. Und wie man den in der Gefangenschaft Ver⸗ storbenen militärische Ehren und ein wür⸗

freundlichst. Nach einiger Zeit beme kte ich, daß ich vor dem Standbild eines Heiligen

stand. Ich trat einige Schritte zur Seite

diges Begräbnis zuteil werden ließ, hat und nahm nun wahr, daß der Gruß dem

mancher M itbürger mit eigenen Augen sehen können. Eine große Reihe von Gräbern auf dem neuen Friedhofe hat die Aermsten

aufgenommen, die fern von Heimat und

Angehörigen der Auferstehung entgegen⸗ schlummern. Bilder des Grabes wurden stets den nächsten Angehörigen zugestellt, eine Aufgabe, der sich meistens die Seelsorger unterzogen. Natürlich unterstützte die Lager⸗ kommandantur auch gern den Wunsch und das Bedürfnis der Gefangenen, ih en heim⸗

gegangenen Kamera en ein dauerndes Denk⸗ mal zu setzen. Möchten die Denkmäler und

Gräber unserer Landsleute in den fremden Ländern nur ebenso gepflegt und geschützt werden wie diejenigen unserer Gegner im Kriege bei uns!(Fortsetzung folgt.)

Ein Winter an der Bzura. Aus dem Kriegstagebuch des Hauptmanns d. R. Landgerichtsrat Trümpert in Gießen.

Bild, wie die zahlreich yt

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vertreter mit der 4. 8 Anfang Dezember verwundet worden war,

Heiligen gegolten halte. Es war ein hübsches Kirchenbesucher in ihren bunten Trachsen über die frisch⸗ grünen Wiesen nach ihren Dörfern zu ück⸗

gingen. Auch die kleinen Kinder tragen schon

die bunte Tracht, vierjährige Kna ei tragen bunte Pluderhosen und hohe Schaftstieseln. Die G undsarbe der Kleider ist Orangegelb. Sie sind von oben nach unten von etwa

10 Zentimeter breiten Streifen in verschie⸗

denen Farben durchsitgen. Die Männer tra⸗ gen vielfach Hofen aus diesem Stoff.

Mit Leutnant Beck, der als Offizierstell⸗ Batterie ausgerückt

im Februar aber wieder zur Batte die

zurückgekehrt ist, und Offizterstellvertreter Nebel ritt ich über Rozyce, Gongolin, wo wir deutsch sprechende Frauen

Wice, Deu sch⸗

und Kinder trafen, deren Vorfahren vor

etwa 100 Jahren sich hier angesses elt haben,

Heute machte ich mit Leutnant Thüre nach Gut Mymislow, wo wir die Ritt⸗ einen großen Spaziergang, um eine Beob⸗ meister Freyer und Reinhart besuchten und

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