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dann an einem von den Württembergern errichteten sehr schönen Waldlager vorbei über Gut Braki nach Dorf Dembsk zurück.

Heute abend hatten wir in der Feuer⸗ stellung, als es dunkel geworden war, einen sehr feierlichen Feldgottesdienst, den ersten, den ich erlehte. Die Leute hatten einen sehr hübschen Altar hergerichtet. Zuerst sprach

der evangelische, dann der katholische Feld⸗ geistliche, wir sangen einige Lieder. In⸗ zwischen war völlige Dunkelheit eingetreten,

vorn stiegen die Leuchtkugeln in die Höhe. Der Weg zur Wohnung zu ük wir weg en

der zahlreichen tiefen Granatlöcher recht

unangenehm.

18. März 1915. Wir kommen leider von hier weg; wir hätten gerne den Früh⸗ ling hier erlebt. Es muß dann recht schön bier werden. Die Division wird wohl zu⸗

nächst in Ruhe kommen, was die Truppen

auch verdient haben. Aber lange wird die⸗ selbe wohl nicht dauern. 25. März 1915. In der Nacht vom

18./19. wurde meine Batterie von der ersten Ersatzbatterie des Regiments 61 Darmstadt, die Hauptmann Haberkorn, Forstmeister in

Dreieichenhain, führt abgelö k. Es war eiig

kalt, ein schneidender Wind blies uns um die Ohren. Der Neumond ging früher unter,

und es wurde sehr finster. Nachdem ich mich

Stunden halte durchbla en las en, war die neue Batterie eingerichtet und ich konnt⸗

mit der meinen abziehen. Die versahrenen

Wege waren hart gefroren, teilweise ver⸗

eist, Gleich zu Anfang gab es einen längeren

Halt, da eine Deichsel gebrochen war. Wir

ma schierten bis Uhr. Die Russen hat len wieder eifrig mit Scheinwerfern und Leucht⸗

kugeln gearbeitet. Sie haben Kugeln, die sehr hoch steigen und sich dann, wie ein Feuerwerk in unzählige helleuch ene Sterne

auflösen. Mitten in der Nacht bezogen wir Steczelezew, ein kaltes Quartier. Am andern

Tag Weitermarsch bei abscheulich kaltem

Wind über Lowiez nach Jamno. Nach⸗ mittags ritt ich mit meinen Offizieren nach Lowicz, wo abends im Offizierheim sämt⸗ liche Offiziere der Abteilung gemütlich zusammenkamen.

Am 20, marschierten wir wieder bei häß⸗ lichem Wetter nach Kolowie, Lyszkowice, wo wir noch liegen. Wir sind in einem

hübschen Häuschen unterg kommen, wo wir

uns oft an dem Spiel einem dem Besitzer gehörigen Grammophons erfreuen. Zu⸗ sammen mit den Kameraden der 6. Batterie

feierten wir am Abend des 290. Leutnant

Thüres Geburtstag. Ich habe ihn sehr schätzen gelernt.

Die Gegend hier ist nicht so eintönig, wie an der Bzura. Sie ist hügelig, die Felder

von vielen Bächen durchzogen, an deren

Ufer hohe Bäume stehen. Große Kiefer⸗ wälder mit vorzüglichen sandigen Reit⸗

wegen, man könnte glauben, bei Darmstadt

zu sein, die Dörfer sind weit gebaut, die meisten Häuser von hohen Bäumen um⸗ geben. Im Frühjahr, wenn die Bäume grün

werden, muß es hier sehr schön sein. Auch

N

Seen gibt es hier. Ich beginne, nachdem ich täglich mit meiner Batterie Gelände⸗ übungen gemacht und dann noch allein bei schönstem Sonnenschein große Ritte unter nommen habe, diese Gegend liebzu gewinnen.

Bis nach Slupia ritt ich, um meinen Freund Schmitt, der dort im Quartier liegt, zu besuchen, traf ihn aber leider nicht an. Heute ritten wir auf Veranlassung von Hauptmann Geppert eine sehr hübsch an⸗ gelegte Jagd. Alle Offiziere des Regiments nahmen teil. Mehrere Herren der ersten Abteilung lernte ich erst jetzt kennen, da seither nie Gelegenheit zu einer solchen Vereinigung aller Offiziere war.

27. März 1915. Leider geht der schöne Aufenthalt hier morgen zu Ende. Wohin wir kommen, wissen wir nicht. Die Ruhe und reichliche Bewegung waren sehr wohltuend.

Einen Abend war ich mit meinen Offi⸗ zieren zu Major Wangemann eingeladen. Ich traf dort einen Hauptmann von 67 Jah⸗ ren, der den Krieg 1870/71 mitgemacht hat und zu Beginn des Krieges lange als Kompagnieführer mit der Landwehr in Ost⸗ preußen im Schützengraben lag. Jetzt führt er eine Kolonne und reitet täglich mehrere Stunden. Das ist hervorragend. Fortsetzung folgt.)

Kirchliche Anzeigen.

1. Weihnachtstag, 25. Dezember. Kollekte für die Kleinkinderschulen. Stadtkirche. Vorm. 9%: Pfr. Mahr. Hl. Abendmahl für die Matthäus⸗ und Markus⸗

gemeinde. Abends 5: Pfarrassistent Ramge.

Johanneskirche. Vorm. 9/8: Pfr Bechtols⸗ heimer. Abends 5: Pfr. Ausfeld.

2. Weihnachtstag, 26. Dezember.

Stadtkirche. Vorm. 9%: Pfr. Becker. Abends 5: Pfr. Mahr. Montag den 2. Dez., abends 8: Weihnachtsfeier der Konfirmandenvereinigung der Markus⸗ gemeinde. Johanneskirche. Vorm. 9⅛: Pfr. Ausfeld. Hl. Abendmahl für die Lukas⸗ und Jo⸗ hannesgemeinde. Nachm. 2: Taub⸗ stummengottesdienst: Pfr. Bechtolsheimer. Abends 5: Pfarrassistent Ramge. 75 Montag den 27. Dez., abends 8: Weih⸗ nachtsfeier der Konfirmanden vereinigung der Lukasgemeinde.

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ein⸗ Nummer ausfiel, so schließt Jahrgang 1920 desSonntagsgrußes mit Nr. 51.

Berantwortlich: Pfarrer Wechtols heimer. Druck und Verlag der Brübl'schen Univerffräts- ic. und Steindrucherel R. Lange, Gießen.

Da im März infolge politischer Ereignisse

N sofern alle B die bis den9 gruß waren, Herrn dazu l halten.

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