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schließlich in Holz geschnitzt und vor lauter Liebe aufgegessen.

Als Anisgebackenes, setzte Tante Luise schnell hinzu, als sie unsre verblüfften Ge⸗ sichter sah.

14. Der Hirschdukaten.

Durch die Dukaten ward' ich verraten, so lasen wir mühsam auf der alten Gold⸗ münze, die uns die Großtante heute zeigte. Das ist ein Hirschdukaten, erklärte sie uns und deutete auf das Bildnis des Hirschen, das auf der andern Seite geprägt war.

Den Hirschdukaten erhielten vor Jahren die Jäger vom Landgrafen, wenn sie ihm den Stand oder Wechsel eines Hirschen aus⸗ gemacht hatten. Diesen hier hat sich euer Urahn auf ganz absonderliche Art erworben. So steht's in einem alten Büchlein geschrie⸗ ben, und da wird es wohl auch wahr sein.

Der Ururgroßvater, das war ein einfacher

Geißbub, der im Sommer seine Geißen

hütete und auch im Winter, obgleich er eigentlich mußte, nicht oft zur Schule ging.

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Des landgräflichen Leibschützen und Wald⸗ 4 hüters

rs Kind war ein liebliches Ding, blonde Zöpfe und dunkle Kirschenaugen, die hell in die Welt schauten, zierlich wie ein Rehlein und flink wie ein Wiesel. Als älteste von sechs Geschwistern half sie schon früh ihrer Mutter, wo sie nur konnte, und bemutterte nebenher den großen Freund und die kleinen Geschwister, ohne daß er es selbst recht wußte. Als die Kinder aus der Schule kamen und eingesegnet waren, da wurde die Sache nicht

einem Bauern verdingen und war dort bald wegen seiner starken Arme auch geschätzt im übrigen aber, weil er sich nichts sagen ließ und sich oft stundenlang im Walde her⸗ umtrieb, wenig beliebt und mißtrauisch be⸗

krittelt. (Fortsetzung folgt.) Kirchliche Anzeigen.

Sonntag den 25. Juli(8. nach Trinitatis), In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr,

Den Wissenschaften blieb er sein Lebtag ab⸗ hold, aber in andern Sachen, da wußte er verdächtig gut Bescheid. Der Vater war früh gestorben, die arme Witwe mußte stramm verdienen, um sich und den Jungen durchzubringen. So war sich der Bub viel selbst überlassen, was ihn aber wenig küm⸗ merte. Er fand wußte in Wald und Flur sich zu vergnügen und seine Geißen waren seine besten Freunde. Er kannte in der Nähe des Dorfes jeden Baum und Strauch, jedes Nest darauf und fand die Spur von Hirsch und Reh, Fuchs und Marder, ohne daß es ihn jemand ge⸗ lehrt hatte.

Waldläufer nannten ihn die Buben im Dorf, aber nur heimlich hinter seinem

schon Unterhaltung. Er

zugleich Christenlehre für die Neukonfir⸗ mierten aus der Markusgemeinde: Pfarrer Becker. Vormittags, ¾ Uhr: Pfarrer Mahr, Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Matthäus⸗ und Markus⸗ gemeinde. Die Gemeindepfarrer erbitten vorherige Anmeldung.

In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Johannesgemeinde: Pfarrer Ausseld. Vormittags Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vorm. 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bech⸗ tolsheimer. Abends 8 Uhr: Bibelbe⸗ sprechung im Johannessaal: Pfarrassistent Ramge.

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Rücken; denn er war ein starker Bursche, und

Händel suchte deshalb so leicht keiner mit

ihm. In der Schule freilich, da ging es ihm

schlecht, und deshalb blieb er weg, wann er nur konnte. Die kleine Christel, die half ihm manchmal, wenn er sinnierend vor der Schiefertafel saß und nicht weiter wußte. Die war die einzige im Dorf, die den Wald⸗ läufer leiden mochte; sie war eben auch ein Waldkind und freute sich, wenn er die Vogelstimmen so täuschend nachahmte, daß die kleinen gefiederten Gesellen Antwort ga⸗

ben, oder wenn er Flöten schnitzte oder was

dergleichen Künste mehr waren.

Die kleine Christel umgekehrt imponierte

dem großen Burschen gar sehr, wenn in dem blonden Köpfchen das Einmaleins so fest saß, daß hurtig die Lösung der schwie⸗ rigsten Aufgaben auf der Schiefertafel zu

lesen war. Er stand dann daneben, die Fäuste

männlich in die Hosentaschen vergraben, und blies verlegen die Backen auf, was soviel heißen sollte, alsJa, wenn ich nur wollte, so könnte ich's auch!

Evangelischer Arbeiterverein.

Sonntag den 25. Juli Tagesausflug nach Groß-Rechtenbach mit Abkochen. Führung Herr Arnold. Abmarsch: 8 Uhr Ecke Liebig⸗ straße und Frankfurter Straße(Eisenbahn⸗ übergang). Knaben und Mädchen im Alter von 10 Jahren, die beim Gartenfest bei der Aufführung eines Reigens mitwirken wollen, müssen sich umgehend beim Vor⸗ sitzenden, Schiffenberger Weg 16, melden.

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Wartburg⸗ Verein.

Sonntag den 25. Juli Beteiligung und Besuch der Reichsjugendkämpfe der Gießener

Turn⸗ und Spielvereinigung. Dienstag abends 8 Uhr: Singstunde des Sopran des

Donnerstag den 29. Juli abends Uhr

Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buck- und Steindrucherel R. Lange, Gießen.

gem. Chors im Markussaal, Kirchstr. 9.

im Heim, Diezstr. 15, Vortrag:Erlebnisse

viel anders. Der Waldläufer mußte sich bei

in französischer Kriegsgefangenschast, drei⸗ 6 malige Fluchtversuche usw.: Herr Auerbach.

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