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eine Szene gemacht und war schließlich tät⸗ lich geworden, als ihr Marietta ruhig er⸗ klärte, sie solle Marko nur nehmen, ihr sei es am liebsten so, sie wolle ihn gar nicht. Zitta hielt dies für Spott und stach zu.

Merkwürdig ruhig war bei diesem allem die Mutter geblieben. Sie hatte in ihrem wechselvollen Leben so vieles von Liebe und Leidenschaft erlebt und kannte das leicht erregte Zigeunerblut so gut, daß der ganze Vorgang sie kalt ließ. Nachdem sie vom Arzt vernommen, daß keine Gefahr vor⸗ liege, brachten ein paar halblaute ruhige Worte Ordnung in die Bande, und jeder ging, als sei nichts geschehen, und tat, was die Baronin befahl. Fritz legte die nötigen Verbände an, empfahl Ruhe für die Kranke und versprach, am andern Tage wieder nachzusehen. Auf einen Wink der Baronin drückte ihm ein älterer Zigeuner ein Ma⸗ schenbeutelchen mit goldnen Münzen in die Hand, doch mit energischer Bewegung schob er es zurück. Ein feines Lächeln um die Mundwinkel der Baronin das einzige, das je jemand an ihr sah gab Zeugnis, daß sie den Vorfall bemerkt hatte.

Das alles hatte uns der Fritz erzählt. Er ging jetzt täglich zu Marietta. Die Kleine fieberte und war auch durch die Aufregung und den großen Blutverlust ge⸗ schwächt, so daß die Bande tagelang still⸗ liegen mußte. Fritz war nicht böse darüber, das Empfinden hatten wir alle, und 50 die Krankenbesuche so häufig gerade not⸗ wendig waren, ist auch fraglich. Er war halt sehr gewissenhaft, 2 5 die Sache hätte beinahe ein schlimmes Ende für ihn ge⸗ nommen. Art paßt zu 7 und daß das Elfenkind besser zu Fritz als zu dem wilden Marko paßte, das lag auf der Hand, und in den acht Tagen hatten die jungen Her⸗ zen Feuer gefangen. Unser Fritz stand hell in Flammen und war bereit, jede Dumm⸗ heit zu begehen.

Der alte Kantor hatte auch Lunte ge⸗ rochen und sprach ganz ernsthaft mit mei⸗ nem Vater darüber. Dieser riet ihm, die Sache gehen zu lassen und nicht durch Widerspruch noch Oel ins Feuer zu gießen. Zwei Tage später kam aber die Geschichte zum Klappen. Die jungen Leutchen mögen recht unvorsichtig gewesen sein, und die Zigeunermutter hatte wohl auch schon etwas gemerkt. So wie so stand die Abschieds⸗ stunde bald bevor; denn die Wunden waren fast geheilt. Mit den abenteuerlichsten Plä⸗ nen im Kopf schlich Fritz noch spät abends ums Lager herum, als er plötzlich einen Ruck im Rücken spürte und dann das Be⸗ wußtsein verlor.(Fortsetzung folgt.)

Kleine Mitteilungen.

Am 27. April feiert Herr Rektor Knauß sein 50jähriges Dienstjubiläum. Die Ver⸗ dienste, die sich der bewährte Mann um unsere Schule erworben hat, sind allen Be⸗

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wohnern der Stadt Gießen bekannt. seiner langjährigen Amtswirksamkeit wa es ihm stets ein heiliges Anliegen, in er Linie ein Erzieher der Jugend zu sei den Charakter der Heranwachsenden z stärken, aus ihnen treue, für die Allgemein⸗ heit brauchbare Menschen zu machen. Da dabei das Lernen nicht zu kurz kam, brauch nicht gesagt zu werden. Viele danken ihm i diesen Tagen, daß er ihnen für den harten Lebenskampf wertvolle Antriebe mitgegeben, mit ihnen nach dem Psalmwort gehandelt hat: Ich will dich unterweisen und dir den* Weg zeigen, den du wandeln sollst. In diesem Geiste hat der Jubilar auch als Schulleiter gewirkt. Auch um unsere Kirchen⸗. gemeinde hat sich Herr Rektor Knauß, be⸗ sonders in seiner Eigenschaft als Kirchen⸗ vorsteher der Matthäusgemeinde, verdient gemacht. Wie er mit seinem Herzen zum Glauben und zur Religiosität unseres evan⸗ gelischen Volkes steht, hat er durch 95 ein⸗ dringliche, ergreifende Rede gezeigt, die er am 5. Januar 1919 in der Versammlung in SachenTrennung von Staat und Kirche in der Johanneskirche gehalten hat. Möge dem rüstigen und tatkräftigen Manne noch manches Jahr der gesegneten Wirksamkeikt beschieden sein! 4 Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 25. April. Jubilate.

In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, 1 zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗

ten aus der Markusgemeinde: Pfarrer Becker. Vormittags 9 Uhr: Pfarrer

Mahr. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr. Montag den 26. April abends 8 Uhr: Jahresversammlung des eins für Innere Mission. Predigt: Pfarrer Schäfer aus Darmstadt.

In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Ehristenlehre für die Neukonfirmier⸗

ten aus der Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld. Vormittags Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr:

Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 8 Uhr: Bibel- besprechung im Johannessaal. 5 f

Evang. Arbeiterverein.. Sonntag den 25. April: Beteiligung am Jugendtag, s. Programm des Wartburg⸗ vereins. Dienstag den 27. Abril und Samstag den 1. Mai abends Markussaal(Kirchstr, Vortrag überEinführung in die Musik.

Wartburg⸗Verein. 5

Abends 8 Uhr in der Fa⸗ milienabend. Ansprache: Herr Prof. D Dr. Schian. Deklamatlonen, 19 lische Darbie⸗ tungen des Blas⸗ und Streichchors sowie von Freunden des Vereins und der Ge⸗ sangsabteilung. Programme in der Musi⸗ kalienhandlung Busch und bei allen Mit⸗ gliedern.

Berantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Ster R. Lange, Gießen.

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