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1786 habe mich entschlossen meine Sache selbst anzufangen und mich in den Ehestand zu begeben. So habe mich mit der Ehrsame Junfer Dochter Johannette Carolina, Jo⸗ hann Jacob Braun universitäd Buchdrucker allhier in ein Ehe verlöbnis Ein gelassen und habe mich versprochen d. 27. September 1786. Da nun durch umstänte noch nicht meine Beckerprofession konnte betreiben, so habe mich entschlossen, die Handlung zu ergreiffen und habe mich in die Kramer Zunft, begeben d. 31. October 1786, dessen mich gekost hat 97 fl. mit allen unkosten. d. 14. November dito habe bey Johann Mel⸗ chior Loni Erben die untersten zwey Stuben gelehnt um darin meine Handlung zu trei⸗ ben. Weilen ich noch kein Eigen Haus hatte.

D. 3. Decemb. 1786 auf d. zweiten Ad⸗ ventt habe ich mich durch Herrn Pfarrer Buff copuliren lassen und habe durch Gottes Seegen unsere Handlung angefangen, d. 16. February 1787 haben ich meinen Sehlichen Schwager Jacob Kohlermann sein nachge⸗ lassenes Wohnhaus samt Stall und Hinder⸗ garten welches auf dem rathhaus verstrichen worden, erkauft vor 1540 Gulden, und wir bezogen haben d. 30. Mertz 1787.

3.

ihre Mutter Sophia Henrietta Catharina eine geborne Lammersin.

Kulturgeschichtlich interessant ist eine Notiz, die der Schreiber dieses Hausbuches über das Begräbnis seines Schwiegervaters und über die dabei entstandenen Kosten macht. Er schreibt:

D. 1. Aug. 1793 ist mein Schwieger Vatter Joh. Jacob Braun gestorben des nachmittags zwischen 3 und 4 uhr und be⸗ ertigt den 3. Aug. des Morgens um 5 Uhr, alt war er 75 Jahr 5 Monat 18 Tagen

fl kr dem Parrer 1 dem Magister 30 dessen Oppermann 30 dem universität Gerttener vor den Wagen zurecht machen 30 Vor die 2 paarten 80 Vor 2 sticem träger ein 28 kr. 8 der toden Frau 1 30 Beym Anziehen vor ½ mas wein et brandwein und 8 Weck 38

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10 Weck 50 dessen gleichen vor 1(unleserlich,

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D. 3. January 1788 hat uns Gott ge⸗

seegnet mit einem Söhnlein zwischen 4 und

5 Uhr Morgens, dito ist es den Tag auch gethaufft worden 6ten Januar Seine Thauf⸗ baden sind gewesen Herr Vetter Henrich Frech und Johannette Christina Johana Melchior Plocks Eheliebste und mein Herr Schwiegervatter Jacob Braun, welcher sie ihm die Namen mitgetheilt haben Johann Ehristian Jacob so lang als Gott will noch am Leben ist.

Hieran schließt sich ein Eintrag aus spä⸗ terer Zeit, der den Wortlaut hat:1801 auf Pfingsten confermiert geworden. Dieser Johann Christian Jakob Pistor ist, wie wir schon bemerkt haben, später Inhaber des alten Pistorschen Geschäftes geworden, von ihm werden wir noch zu reden haben.

Weitere Einträge besagen, daß dem Jo⸗ hann Melchior Pistor und seiner Ehefrau am 28. Dezember 1789 eine Tochter Maria Sophia geboren wurde. Auch die Paten⸗ kinder des Ehepaares werden, wie es in alter geit in Gießen stets üblich war, gewissenhaft aufgezeichnet.

Ueber die Herkunft seiner Frau macht Pistor folgende Angaben:Meine Frau ist gebohren d. 16. Märtz 1755. Ihro Tauf⸗ paten sind gewessen Junfer Johanette Catha⸗ rina weiland Herrn Joh. Moritz Völkers gewesenen Raths⸗ und Gerichts Schöffen auch Kirchenältesten alhier hinterlassene Ehe⸗ liche Tochter 2) Herr Carl Gersten Juris Candidatus damaliger Schreiber bey Hrn Amtmann zu Köhnigsberg welcher ihr den christlichen Namen mitgetheilt habe Johan⸗ nette Carolina. Der Vatter wahr Johann Jacob Braun universitäts Buchdrucker und

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(Fortsetzung folgt.)

Urgroßtantens Raritätenschrank. Von Helma Esselborn. (Fortsetzung.)

Sie wirkte in ihrer Umgebung wie ein zierliches Porzellanfigürchen, das sich in einem Schaukasten unter schwer⸗ goldne Ehrenpokale und edelsteinbesetzte Ratsketten verirrt hat. Marietta, so nannte sie die Mutter, war aus Eifersucht von der wilden Schwarzäugigen Zitta ge⸗ stochen worden, so viel hatte Fritz in Er⸗ fahrung gebracht. Die Verbrecherin war bereits abgeführt, als er hingekommen war.

Der kraftstrotzende Marko war die Ursache des Streites. Er war von der Baronin zum Schwiegersohn auserwählt worden und hatte auch allem Anschein nach Verlangen, das zarte, zerbrechliche Wesen sein eigen zu nennen; denn das verzweifelte Gebah⸗ ren beim Anblick seiner blutenden Braut legte Zeugnis ab von einer tiefen Leiden⸗ schaft für das Elfenkind. Ob freilich früher die schwarze Zitta nicht ebensolche Gefühle bei ihm erweckt hatte, oder ob er nur der schwarzen Hexe so sehr gefiel, das gelang dem jungen Medikus nicht zu ergründen. Genug, Zitta hatte der kleinen Marietta