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in Marburg hinterlassener ehelicher Sohn, und Jungfer Josepha Mocchetti, Herrn Peter Mocchetti, Handelsmanns in Como im Mayländischen, eheliche Tochter. Die Kopulation ist in Como geschehen. Offen⸗ bar haben wir es hier mit einer jener ita⸗ lienischen Kaufmannsfamilien zu tun, die wie die Brentano nach Deutschland einge⸗ wandert sind. Das Ehepaar Rossi war katholisch. Daß der Heiratseintrag im Kopu⸗ lationsbuche der hiesigen evangelischen Ge⸗ meinde erfolgte, ging auf die damaligen gesetzlichen Bestimmungen zurück. Auch die Kinder dieses Ehepaares wurden bei ihrer Taufe in unser Taufbuch eingetragen, ob⸗

wohl sie von katholischen Geistlichen ge⸗

tauft wurden. Das erste Kind Petrus An⸗ tonius Bernhardus Johannes wurde 1792

geboren. Dem Taufeintrage ist die Bemer⸗

kung beigefügt:Dies Kind wurde nach

vorher erbetener Erlaubnis und nach ge⸗ schehener Bezahlung der Stolgebühren von dem katholischen Pfarrer zu Roßdorf bei Amöneburg Herrn Kanonicus Gnau ge⸗ tauft. Daß die evangelischen Geistlichen bei der Taufe eines Kindes, das gar nicht zu ihrer Gemeinde gehörte, sich die Stol⸗ gebühren bezahlen ließen, entspricht nicht der heutigen Auffassung, beruht aber auch auf gesetzlichen Bestimmungen. Im 19. Jahrhundert ist man duldsamer geworden. Das zweite Kind hieß Nunziata Maria Isa⸗ bella. Es ist in unserem Kirchenbuche nicht verzeichnet, wer es getauft hat. Pate war neben anderen dabei Johannes Antonius Vanossi aus Marburg. g terer Beweis dafür, daß damals öfters ita⸗ lienische Kaufleute nach Deutschland einge⸗ wandert sind. Als dem Ehepaare das dritte Kind geboren wurde, war hier ein katho⸗ lischer Geistlicher tätig. Dem Taufeintrage ist die Bemerkung beigefügt:Das Kind ist nach gesuchter und erhaltener Dispen⸗ sation von dem hiesigen katholischen Pfarrer Herrn Carl Basilides de Labroise getauft worden. Hiernach mußte der katholische Pfarrer damals es war dies im Jahre 1796 die evangelische Geistlichkeit um Erlaubnis ersuchen, wenn er ein Kind seiner Konfession taufen wollte. Aus unserem Kirchenbuche ist nicht zu ersehen, wer die später geborenen Kinder, es sind im gan⸗ zen 7 gewesen getauft hat. Bei der im Jahre 1801 geborenen Magdalena Chri⸗ stiane Louisa war der Gießener katholische

Pfarrer Ludwig Boellner, der mithin La⸗ firmierten

broise abgelöst hatte, Pate.

Im 19. Jahrhundert werden folgende Zunftmeister genannt: 1801 Christian Ger⸗ hard Taschs und Barthold Friedrich Faber, 1807 Philipp Daniel Borbeck und Georg Gerhard Hösterreich, 1810 Philipp Moritz Damian Höpfner und Martin Bücking, 1818 Johann Melchior Müller und Wilhelm Spruck, 1820 Georg Philipp Gail und Wilhelm Stein. Georg Philipp Gail, der

Das ist ein wei⸗

hervorragende Gießener Bürger und Be⸗ gründer der bekannten Weltfirma, starb im Jahre 1865 im Alter von 79 Jahren. Höpfner wurde über 90 Jahre alt und starb 1846, Jakob Pistor hingegen verschied 1829 schon im 42. Lebensjahre. Auch Mar⸗ tin Bücking, der 1828 verschied, brachte sein Leben nur auf 50 Jahre. Ueber das Ab⸗ leben des Beigeordneten Silbereisen, der später Bürgermeister war, ist in unseren Kirchenbüchern nichts zu finden. Für 1826 werden als Zunftmeister genannt Jakob Pistor und Beigeordneter Silbereis Silber⸗ eisen). Weitere Einträge über die Erwäh⸗ lung von Zunftmeistern finden sich nicht in dem Buche. (Schluß folgt.) Kleine Mitteilungen.

Sonntag den 25. Januar wird Missionar Heinrich Walther aus Beuern im Abend⸗ gottesdienste der Johanneskirche predigen. Missionar Walther ist den Gliedern unserer Gemeinde längst bekannt. Hat er doch für unser Gemeindeblatt so viele interessante Schilderungen seiner Arbeit in Kamerun, auch so viele anschauliche Schilderungen von Land und Leuten geschrieben. Im Sep⸗ tember 1912 ist er zur Missionsarbeit aus⸗ gezogen und hat zwei Jahre unter den Heiden gewirkt. Beim Ausbruche des Krie⸗ es traf ihn, wie so viele Missionare deut⸗ cher Nationalität, das Schicksal, in fran⸗ zösische Gefangenschaft zu geraten. Nach längerer Gefangenschaft in Dahome kam er nach Marokko und endlich nach Frank⸗ reich, wo er sich sehr bemüht hat, kranke Landsleute zu pflegen und ihnen Gottes⸗ dienst zu halten.

Kirchliche Anzeigen. Sonntag d. 25. Jan., 3. S. n. Epiphanias, Gottesdienst.

In der Stadtkirche. Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Becker. Vorm. 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Markusgemeinde: Pfarrer Becker. Abends 5 Uhr: Pfarrer Mahr. Montag den 26. Januar abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde.

In der Johanneskirche. Vorm. Uhr: (zugleich Militärgottesd.): Divisionspfarrer Tiesmeyer. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Aus⸗ feld. Abends 5 Uhr: Missionar Walther. Abends ½8 Uhr: Vereinigung der kon⸗ männlichen Jugend der Jo⸗ hannesgemeinde. Montag den 26. Jan. abends ¼8 Uhr: Vereinigung der konfir⸗ mierten weiblichen Jugend der Lukasge⸗ meinde. Freitag den 30. Januar abends ½8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde.

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Von Sonntag den 1. Februar an be⸗ ginnen die Abendgottesdienste um 6 Uhr.

Verantwortlich: Pfarrer Be chtols heimer. Druck und Verlagsder Brühl'schen Universitäts- Buß und Steindruckerel R. Lange, Gießen.

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Pfalm 2 8 W 9

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