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Gemeindeblatt fuͤr die e Gießen
33 ießen, 12. Sonnt. n. Trinitatis, den 27
„ August 1920 9. Jahrg.
Wahre Freiheit.
Evang. Joh. 8, 34 u 36. Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. So euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr recht frei.
Unsere Zeit ist erfüllt mit aller Art. Ein gerade zu verhängnisvoller Mißbrauch wird mit idealen Werten ge⸗ trieben, die auf diese Weise oft in ihr Gegen⸗ teil verkehrt werden. Am schlimmsten wird in
unserer Zeit wohl mit dem Wort„Freiheit“
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. beißt ihr
einer Stüt ze.
*
* ech aller niedrigen
.
umgesprungen. Je eder legt's in seiner Weise aus und stempelt sein Handeln, mag es noch so verwerflich sein, mit dem hehren Begriff der Freiheit. Er wird der Zuchtlosigkeit gleichgestellt, weil die sittlichen Voraus⸗ setzungen wahrer Freibeie fehlen. denn wahre Freiheit? Darauf gibt Schiller eine treffliche Antwort. Er „Beherrschung der 1 sche Kraft ist Geistesfreiheit und Würde Ausdruck in der Erscheinung.“ Wir fügen ergänzend dazu: Die Kraft gibt uns erst das Christentum; liegt nicht im natürlichen
Menschen, der stets dem Triebleben in möglichster Unge⸗
uns sagt:
bundenheit zuneigt. Nur Christus mit seinen
hohen, aus den Quellen der Ewigkeit stam⸗ menden Sittlichke eitsidealen kann uns wahr⸗ haft frei me 1 Ohne ihn sind und bleiben wir Sklaven der Sünde und erst recht unfrei, wenn wir uns am fre eiesten wähnen. Die Freiheit, wie sie uns heute be eschert ist, belastet jeden Einzelnen mit erhöhter Ver⸗ antwortu ug, wei il jeder aus sich heraus den Maßstab für sei ine 1 itliche Lebenshaltung finden muß. Dazu sind die wenigsten Men schen innerlich beif genug. Sie bedürfen Diese Stütze bietet uns nicht die Gunst die bre der weltlichen Führer und Pro⸗ pheten, nicht die Politik und die Morallehre, nicht Kunst und Wisse enschaft. Allein der ewige Gott, wie er sich in Jesus geoffenbart hat, kann e Halt und Unterlage für unser 9 1 iches Leben sein. Von ihm lernen wir als erste Bedingung für alles Streben nach Freiheit die Forderung der Selbstzucht, der Triebe, die uns hindern, zu wahrer Mensch dit empor⸗ zusteigen. Auf dem Gi pfel dieses? Weges zur Höhe steht als höchstes die Geistesfreiheit. „Wenn Freiheit du begehrst, Des Menschen höchste Zierde, Herrsch' über Leidenschaft und Neigung und Begierde!
Schlagworten
Was ist Triebe durch die mora⸗
moralische die Ernennung treten. Im
diesem
Walther witteilt, so haben die Neuapostolische en den
als ein und das Urteil der Menge, nicht O
auf sich.“
1 bilde dir nicht viel auf diese Herrschaft
ein; Stolz ist Gott gehorsam sein.“
es freien Willens
Warnung vor einer Sekte.
Neuapostolischen machen in Gießen wieder von sich reden. Schon im Jahrgan 1912 des„Sonntagsgruß“ haben wir aus⸗ führlich die Irrlehren dieser Sekte wider⸗ legt, so daß wir uns heute kurz fassen und von einer Darstellung der Entstehung und Geschichte dieser absonderlichen Geistes rich⸗ tung absehen können. Nur das sei über die Entstehung der neuapostolischen Sekte ge sagt, daß sie ganz und gar undeutsch ist und 85 England zu uns herübergekommen ist. Die bei ihr am meisten hervortretende Lehre ist die, daß das Amt der Apostel Jesu Christi erneuert werden müsse und daß Apostel im Sinne des Heilandes noch heute die Führung der Christenheit übernehmen sollen. Darum ist man in diese m Kreise an teuer„Apostel“ herange⸗ Jahre 1878 wurde ein Bahn⸗ eister Krebs„Apostel“, er wurde auch postelvater“ genannt. Jetzt ist ein Land⸗ aus Westfalen, Niehaus mit Namen, „Stam mapost tel“ wenn er nicht etwa unter⸗ dessen wieder abgesetzt und uch einen an⸗ deren„Apostel“ ersetzt worden ist. Was in Kreise über den„Apostel“ und seine Bedeutung gesagt wird, das schlägt 15 ernsten Christen in das Gesicht und grenzt an Lästerung des Heilandes. Wie Professor Köhler in Zürich(früher in Gießen)
. Die
stellt:„Jesus hat sich in Krebs lebendiges, herrliches, vollgültiges Opfer hingegeben, das tragende Lamm(da⸗ mit ist Kre bs gemeint) nahm unsere Sünden In dem Skammgßoftese habe sich, so sagt man hier, der Menschensohn Christus verkörpert. Die eragon che f singen das Lied:„Apostelamt! wie schmücks
du die Herzen mit grünem Geistestum! Apostelamt! du Träger unserer Schmerzen, an deiner Brust wir ruhn.“ Die Kinder beten:„Ich bin klein, mein Herz ist rein, niemand soll drin wohnen als Jesus im Apostel allein.“
Aber genug mit dem Unsinn, unsere Leser werden sich aus dem Mitgeteilten schon ein Bild von der Geistesbeschaffenheit der Führenden unter dieser Sekte machen können. Eine große Rolle spielt bei ihr die
Satz aufgef


