oder in vorgehängten Schaukästen zu zeigen Außerdem bestand hier eine Konzertgesell⸗ pflegte, können sie jetzt in neugebauten Läden schaft, der ein Herr von Preuschen vorstand. ausgestellt werden. Aus den„Kirchlichen Anzeigen“ ist als
Das Anzeigeblatt benutzen hauptsächlich bemerkenswert hervorzuheben: An Stelle H. Lüdeking am Kreuz, der Münch ner Bal⸗ des Geheimen Kirchenrates Dr. Palmer, der sam und doppelt kölnisches Wasser emp⸗ im Juli 1838 gestorben war, ist Kirchenrat fiehlt, ferner ist ihm der Alleinverkauf von Dr. Engel als erster Stadtpfarrer getreten,
Stahlfedern aus einer Fabrik übertragen worden, welche dieselben aus einer neu⸗ erfundenen Masse herstellt. Hierzu sei be⸗ merkt, daß das Schreiben mit Stahlfedern im Jahre 1840 noch nicht üblich war, in den Schulen wurde es erst etwa 10 Jahre später erlaubt, weil die Lehrer glaubten, nur der Gänsekiel sei imstande, dem Schüler eine leichte Hand zu bewahren. Es folgen dann wiederholt Empfehlungen von L. Jah⸗ veis am Markt, J. G. Appel auf der Mäus⸗ burg, M.& S. Arnstein in der Sonne, H. Heichelheim's Witwe auf dem Linden⸗ platz, Carl Frech am Markt, C. Silbereisen am Seltersweg, Geschwister Kaufmann Worms und Jakob Kaufmann Worms Witwe auf dem Kirchenplatz, J. Balthasar Noll auf der Mäusburg, L. Fr. Semmler am Wallthor, Fr. Wissig am Asterweg und
Daniel Wirth in der Neustadt, der ein Lager von Eisengußwaaren und Dielen
unterhält. Am fleißigsten von allen benutzt jedoch M. Heß das Anzeigeblatt, der in⸗ zwischen sein Geschüft vom Asterweg nach dem Lindenplatz verlegt hat(Ecke der Wall⸗ torstraße und der Wetzsteingasse). Dort gab er demselben ein schon etwas moderneres
Aussehen und richtete darin einen Laden
her. In den Empfehlungsanzeigen gibt er seinen Modeärtikeln der Zeit entsprechend fast nur französische oder englische Bezeich⸗ mungen. Er war auch der erste, der hier sogenannte Warenausverkäufe veranstaltete, und wenn er einen solchen ins Werk gesetzt hatte, dann drückten sich die Leute in dem engen Lädchen und brachten gewöhnlich mit den eingekauften Waren einige interessante Neuigkeiten oder witzige Erzählungen mit mach Hause, womit die Kundschaft beim Ein⸗ kauf unterhalten wurde. Zu der Zeit bestanden hier noch zwei andere Ge⸗
schäfte, deren Inhaber den gleichen Fa⸗ miliennamen führten. In solchen Fällen
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wußte nun der derbe Altgießener Humor sich leicht zu helfen, er belegte die Betreffen⸗ den mit Beinamen, die jede Verwechflung mit einem anderen ausschlossen.
Für Unterhaltung und Vergnügen war
hinreichend gesorgt, in den meisten Num⸗
mern ist irgendwo in der Stadt oder in der Umgebung, wie Busch'schen Garten, Schiffen⸗ berg, Hardthof, Badenburg, Wieseck usw.
Tanz⸗ oder Harmoniemusik angezeigt. Ferner gab der Theaterdirektor August
Friese alljährlich Vorstellungen im alten Zeughaus am Brand. Sein Spielplan war nach den Anzeigen zu urteilen, recht viel⸗ seitig, und in seiner Gesellschaft sollen sich einige ganz tüchtige Kräfte befunden haben.
gleichen
und Pfarrer Bonhard war zum zweiten Stadtpfarrer ernannt. Die Geburts⸗ und Sterbetage bei Getauften und Beerdigten werden jetzt angegeben. In der Nummer vom 5. September 1840 ist angezeigt, daß dem Bürger und Knopfmachermeister Jo⸗ hannes Kattrein dahier am 29. Juli ein Sohn geboren sei, der am 20. August auf die Namen Ludwig Ernst Christian Emil getauft wurde. Dieser Täufling von damals lebt heute noch als Achtzigjähriger gesund und geistesfrisch in unserer Mitte. In der Woche vom 7. bis 15. August haben nicht weniger als zehn Beerdigungen stattgefunden und nur eine Taufe. Die weitüberwiegenden Sterbefälle dauern bis in den Oktober an, es wird daher eine von den gefürchteten Typhusepidemien geherrscht haben, die sich gewöhnlich zur Herbstzeit einstellten. In der Nummer vom 29. August sind neben den kirchlichen Anzeigen der evangelischen Ge⸗
meinde auch die der katholischen Gemeinde bekanntgegeben. Wie der Pfarrer Hartnagel weiter bekanntgibt, soll vom 13. September ab nunmehr regelmäßig jeden Sonntag Gottesdienst in der neuerbauten katholi⸗ schen Kirche abgehalten werden. Mit der Auslese von interessanten und bemerkenswerten Anzeigen aus den alten Blättern mag es jetzt sein Bewenden haben, aus dem bereits Gebrachten läßt sich schon erkennen, wie die Leute vor etwa 80 Jah⸗ ren trotz aller Entbehrungen sehr einfach und sparsam, aber doch glücklich gelebt haben, und im Hinblick auf diese Zeit wird das Schwere, das wir während der langen Kriegsdauer zu ertragen hatten und das wir jetzt noch bei der furchtbaren Teuerung durchleben, uns leichter aufrechterhalten, in der Hoffnung, daß auch wieder bessere Zu⸗ stände kommen und kommen müssen, da nichts auf Erden ewigen Bestand hat. Nachschrift der Redaktion. Zu dem Kapitel„Alte Gießener Anzeigeblätter“ sendet uns Herr Postsekretär Klemmrath eine interessante Zuschrift. In den 60er und 70er Jahren(wohl auch schon früher) war es üblich, daß die Brühl'sche Druckerei für die Familien, deren Kinder in dem Blatte als getauft angeführt wurden, einen Sonderdruck in besonderem Papier herstellte. Die Nach⸗ richt über die stattgehabte Taufe war hier mit Goldbuchstaben gedruckt. Herr Klemm⸗ rath sendet uns einen Sonderdruck der Nummer 55 des Jahrgangs 1868, in der sein am 16. April dieses Jahres geborener Vater Ludwig Ferdinand Christian Hermann Klemmrath, Sohn des Bäckermeisters Hein⸗ rich Klemmrath, als am 3. Mai getauft ge⸗
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