4 g +
elebung Volke tglieder itglied⸗ N
Ehren⸗
1 Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen 0 Nr. 346 Gießen, 25. Sonnt. n. Trinitatis, den 2J. Nopbr. 1920 9. Jahrg. 10 Eine Stunde heiliger Stille. 0 Dann erst kann eine richtige Feier sich nden Von D. Karl Hesselbacher. gestalten: eine Erhebung des Innern über
5 5 5: das Vergängliche ibenden. S i Eine Stunde heitiger Stille! Wir machen es 1 1 Ai u e unsere Tür zu und lassen den Lärm und 5 ö
die Augen des neugierigen Tages draußen. e en 1 0 Mis en nitatis. Die lieben Gestalten, die von uns gegangen des Trostes in 135 Seele daß die Bünde 5 Uhr: n vor uns auf und sind uns Liebe ewig sind!“ Das ist doch das größte, cler Eine Feier voller Wehmut. Aber doch gestorhen 1 1 95 10 885 8 Uhr: nicht bioß der Wehmut! Wenigstens nicht storben!“ Darin liegt die Ueberwindung iblichen einer Wehmut, die in Rührseligkeit und alles Abschieds von den Liebsten der Erde onners⸗ Schmerzgefühlen zerfließt. Die ist ungesund daß Menschen innerlich eins bleiben, wenn nmlung und wertlos. Wer sein Schicksal mit Tränen sie auch einander nicht mehr mit irdischen ing der begießt, bleibt ein armer Mensch. Aber Augen sehen. Wie wunderbar ist diese Er⸗ al.— unsere Schicksale sind dazu da. daß sie uns fahrung, daß wir einander haben, wiewohl 8 Uhr: zum Charakter hämmern. Darum hat die wir getrennt sind! Wer dies einmal mit be⸗
Mat⸗ Stunde der Totenfeier, wenn sie recht und glückter Seele durchlebt hat, dem muß doch 5 ist, mehr in sich als ein bloßes ein Leuchten aus einer unsichtbaren Welt
5 Trauern. über die dunke e strahlt habe
2 Uhr: Sie muß eine Stunde der inneren Besin⸗ über die dunkeln Erdenaugen gestrahlt haben,
11 Uhr: 5 5 und die Stunde, in der wir der Toten ge⸗
12 0 1 N 7 N 5 N 8 Pfarrer ee e ee. 1 denen, wird zur Feier ihrer stillen und Pfarrer 9. 9 r, starken Gegenwart.
rechung wie das ernste Gedenken an einen Entschslafe⸗
Mon- nen eine weihende Kraft in sich trägt? Sind f f 1. 8 1 5 nicht das die großen Stunden in der Welt⸗ Geschichten und Bilder 9 85 AltGießen. 5 iiblichen geschichte gewesen, in denen ein Starker 26. A us alten Anzeigebl ättern. tag den vor das Bild eines Starken trat, um sich Von Hein rich Hochstätter sen. Gere von ihm spornen und treiben zu lassen?(Schluß.)
„Mit deinem Bild in der Seele will ich die
Jugend Welt gewinnen“— davon müßte doch auch Interessant ist es auch, aus den Blättern
unser Inneres gefaßt werden, wenn das zu erfahren, daß zu jener Zeit in den Ge⸗
„Nach⸗ Anden 0 1 1 5 5 Vater markungen Großen⸗Linden und Lollar, in 2 Andenken an den heimgegangenen ater* 5 7785 12 9 2
Pfarrer N 2 Fiieht Das f i einem Mat⸗ der letzteren zwischen Hangelstein und dem 0 vor uns aufsteht. Das ist bei einem Mat⸗ liarer kopf Torfarnbei betenden ab
thias Claudius das Rührende, wie durch Follarer Kopf, Torsgruben e
Sonn⸗ seine besten Werke das Gesicht des Vaters Der gewonnene Torf wurde zum Teil einer
tr. 15 schaut. In seiner unvergeßlichen Erklärung Versteigerung ausgesetzt, zum Teil aus der
i e erk das Tausend zu 1 fl. des Vaterunsers:„Da denke ich meines Hand verkauft und das Tauf 3 5 Vaters, wie ber so gut war und so gerne 45 Kr. abgegeben. Dieses Brennmaterial
ds 8½ 5 te,“ leuchtet über dem Bild des muß jedoch in der Stadt keinen besonderen a ertrag: derflüben Vaters wie eine wunderbare Anklang gefunden haben, ich kann mich h will⸗ Sonne Gottes heiliges Herz. Und wer einen wenigstens nicht erinnern, daß bis zur Ein⸗ nlichen Vater gehabt hat, aus dem das Beste, fuhr der Steinkohlen etwas anderes als zu un⸗ Reinste und Tiefste des eigenen Lebens Holz oder Braunkohlen zu Heizungszwecken n stammt, der kann eine solche Stunde des benutzt worden ist. 1 a ür das Andenkens an ihn nicht durchleben, ohne Die Zahl der Anzeigen in der Rubrik es am von der Frage durchschauert zu werden:„Feilgebotenes“ ist seit 1834 gestiegen, und tfindet,„Bin ich seiner wert geworden? Wenn er man merkt, daß das Geschäftsleben sich all⸗ Emp⸗ jetzt vor mir stände und die Werke meiner mählich zu entwickeln beginnt. Einige neue te Kar⸗ Hand betrachtete, würde sein liebes Lächeln Geschäfte sind entstanden und für den Ver⸗ über sein Gesicht ziehen:„Bist halt mein kauf, der sich bisher zumeist im Hausehrn . Kind!“ oder würde er mit Wehmut sich ab⸗(Hausflur) an einem Ladentisch oder besten⸗ 8 eim wenden:„Warum hast du dich so weit ver⸗ falls in einer geeigneten Stube abwickelte, Hickel⸗ loren?“ Das Andenken an die Toten ist werden hie und da schon kleine Läden ein⸗ neren eine Gewissensfrage!„Habe ich das Recht, gerichtet. Während man früher die Waren, um sie zu trauern, weil ihr Leben ein die man feilbot, einfach neben die Haustüre rucberel Stück meines Lebens geblieben ist?“ stellte oder sie hinter den Fensterscheiben


