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Vorsicht gebrauchen, indem die Durchfahrt reichten wir Erbach, Walf(Walluf! und sehr schmal ist, daß sie nicht an die Felsen endlich Schierstein. Schon lagen die Türme anstoßen. Nachdem ich uns einige Zeit an von Maintz wieder vor uns, als wir nach dem Anblick dieser schauerlich schönen Sinne einigem Ruhn von unserm treuen Begleiter ergötzt, so mietheten wir uns einen Kahn, Abschied nahmen, noch einen Rückblick in das der uns nach Rüdesheim überfahren sollte. reizende Rheingau warfen und links nach Gegen 9 Uhr betraten wir wieder nahe an Wiesbaden einlenkten. Ziemlich spät kamen Rüdesheim das vaterländische Ufer. Ein wir in diesem Kuhrort an. 8 gewisses Wohlbehagen füllte meine Seele mich wieder auf deutschem Boden zu sehen, 12. wo nicht jeder Schritt am Ufer von den Unser erster Ausflug war nach der heißen gierigen Douaniers belauscht werden, wo heilsamen Quelle hin, welche diesem Ort man freyer athmen und. ungestört jedem seinen Glanz verdankt. Sie liegt mitten in Gefühl der Freude sich überlassen konnte. der Stadt, und ist mit einer Mauer ein⸗ Rüdesheims Anblick verräht Wohlstand. Die gefaßt. Ein stark nach Schwefel riechender Weinlese hatte hier noch nicht angefangen, Dampf steigt aus ihr herauf, wo es stets wie indem man gewohnt ist, die Trauben bis zur kochendes Wasser braußt. Das Wasser ist Ueberreife hier hängen zu lassen, wodurch so heiß, daß die Metzger ihre Schweine
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zwar weniger Wein gewonnen wird, allein die Güte soll desto vorzüglicher seyn. Man bezahlt nicht selten ein Stück von einem guten Jahrgang mit 3000 Gulden. Nachdem wir nun flüchtig diesen schönen Ort durch⸗ streift, und noch einen Blick rückwärts auf die schauerlichen Felsen des Binger Lochs ge⸗ worfen, traten wir nun unsere Rückreise durch die herrlichen Fluren an, die wir tags vorher in einem Blick überfahren hatten. Der Rhein war unser treuer Führer, an seinem Gestade wandelten wir froh und heiter hin, überall gewährte er uns durch Abwechselun⸗
heim war jetzt eingeholt; sein trefflicher Wein ist auch sehr bekannt.— Eine halbe Stunde weiter dehnte sich Langenwinkel am Ufer hin, das gar kein Ende nehmen wollte. Schwühl brannte die Sonne jetzt, und ein Wiesengrund lud uns ein, hier am Ufer etwas auszuruhen. Die Weinberge um uns her waren allenthalben mit fröhlichen Win⸗ zern angefüllt; was uns besonders hier auf⸗ fiel, waren große Butten, welche an den Straßen standen, worin man die Trauben schüttete, und welche von Buben, welche große Stiefel anhatten, zertreten wurden, anstatt man sie in der Pfalz mit einem Stampfer zerquetschte; Mittelheim ein ebenfalls sehr schöner Ort, lag am Ufer umhüllt von den 15 Traubenhügeln. Majestätisch erhob ich nun der Johannes Berg, auf ihm trohnen einige schöne große Gebäude, und lieblich blickte an seinem Fuß ein Dörfchen hervor. Sein trefflicher Wein ist nur zu sehr bekannt. Dieses Jahr hatte das Han⸗
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von Johannes Berg für 30 000 Gulden gekauft, dieser treffliche Weinberg gehört jetzt dem französischen Marrschall Keller⸗ mann. In Heftrich das ebenfalls einen äußerst trefflichen Wein erziehlt, hielten wir Mittag, ein Trupp Musikanten war im Wirtshauß versammelt, um durch ihre musi⸗ kalischen Töne die Speisen zu würzen, die uns auch ohne dies trefflich behagten, denn die Bewegung im Gehen ließ uns keinen Mangel an Appetit leiden. Allmählich er⸗
darin brühen können, überdies schmeckt es gesalzen und ist genießbar, gewährt außer⸗ dem den Vortheil, daß man an die Speißen, welche damit gekocht werden, kein Salz zu thun braucht. Im Schwanen einem Bade Hauß badeten wir, wofür man 12 Kreuzer für die Person zahlte. Im Kuhr Saal nahmen wir ein Frühstück ein; besahen die Stadt und setzten dann unsere Reise weiter, um unser Hauptquartier nach Frankfurt heute zu verlegen. Nach einem kleinen Auf⸗ enthalt in Höchst eilten wir Frankfurt zu, und kamen gegen 5¼᷑ Uhr bey Herr Tho⸗ mann zur Landsburg an, von wo wir so⸗ gleich in die Commödie gingen. Nach Be⸗ endigung derselben statteten wir noch einen Besuch bey unserm Freund Tasché ab, den wir so ganz unvermuthet überraschten, und noch eine Stunde recht vergnügt bey ihm im trauten Erzählen der Abentheuer unsrer Reiße zubrachten.
14.
Da es gerade Sonntag war, so wurde beschlossen, denselben hier, um etwas aus⸗ zuruhen, zu genießen. Ich besorgte früh am Morgen einige Aufträge, welche ich in einem Brief von meinem Vater erhalten hatte. Nachdem gingen Busch und ich in die deutsch reformierte Kirche, nach dessen Beendigung bestiegen wir den Dom, wo man nach allen Seiten hin eine herrliche Aussicht genießt. Frech hatte indessen am Morgen mehrere seiner dortigen Verwandten besucht, und bey Kumpf, dortigen Tapezier zu Mittag ge⸗ speist. Gegen halb zwey fand er sich indessen mit Tasché wieder bey uns ein. Da der gerade Weg von hier nach Hauß wenig merkwürdiges uns darbot, indem wir ihn schon so oft gemacht, so wurde einmüthig beschlossen, über Homburg vor der Höhe zurückzukehren. Gegen 4 Uhr verließen wir Frankfurt, begleitet von Taschs, der noch eine Stunde mit uns ging; und abends kamen wir im Engel in Homburg an. Die Wirtsstube war von Handwerks Gesellen angefüllt, welche sich beym Apfelwein einen frohen Abend machten und eine Wolke von


