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Abends feierten wir die Beförderung des Unteroffiziers Nebel zum Vizewachtmeister und Offizierstellvertreter mit einer Flasche Sekt. Nebel wohnt und ißt jetzt mit uns Offizieren zusammen.
Heute abend nach Dunkelwerden rückten wir wieder in unsere frühere Stellung hinter Bronislawy und wohnen jetzt wieder in dem früheren Häuschen. Die 5. Batterie kam für uns nach Karolkow. Ich bin froh, daß die 6 Wochen herum sind. Hier kann man sich doch immerhin etwas freier be⸗ wegen, und ich werde jetzt abends, wenn es dämmerig ist, hinter dem Dorf reiten. Mit meinem Pferd„Hans“ bin ich sehr zufrieden.
5. März 1915. Nach mehrtägiger Ruhe war die feindliche Artillerie heute wieder sehr tätig. Von meiner Frau erhielt ich die Nachricht, daß ich von Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin, die für den im Feld befindlichen Großherzog die Regent⸗ schaft führt, zum Amtsrichter in Gießen ernannt worden bin. Gott gebe, daß ich in nicht allzu ferner Zeit mein Amt antreten kann und wir dann noch lange Jahre mit Schwiegervater und Tante Ida zusammen in dem schönen Haus in Glück und Frieden leben und uns an dem Gedeihen der Kinder freuen können. Aus einem Brief meiner Frau vom 10. März 1915.) 3
12. März 1915. Gestern erhielt ich die Mitteilung, daß ich abends mit meiner Batterie Stellungswechsel machen müsse. Ich besichtigte vormittags mit Offizierstellver⸗ treter Nebel die neue Stellung; nach Ein⸗ tritt der Dunkelheit rückten wir dann in dieselbe ein. Wir lösten eine württembergische Batterie ab. Zwei Geschütze stehen im Park des Gutes Dembsk unmittelbar hinter der großen Straße; sie feuern nur, wenn die Russen die Bzura überschreiten sollten. Der Zugführer und die Mannschaften wohnen in dem ziemlich stark durch Artilleriefeuer be⸗ schädigten Gutshaus zusammen mit der In⸗ fanterie. Das Zimmer des Offiziers ist ganz hübsch eingerichtet; offenbar wohnte hier ein junges Ehepaar in guten Ver⸗ hältnissen.
Die vier anderen Geschütze stehen etwa 500 Meter westlich des Gutes in einer gut maskierten Stellung. Ich wohne mit Leut⸗ nant Thüre im Dorf Dembsk in einem ziemlich neuen, sehr geräumigen Backstein⸗ haus. Unser Zimmer ist sehr hoch, mit großem weißem Kachelofen, und, nachdem Ackermann einige Stunden gehörig geschafft hat, schön sauber.(Fortsetzung folgt.)
Uleine Mitteilungen.
Der Bund für Reform des Religions⸗ unterrichts veranstaltete in Hamburg ein Umfrage bei den Volksschullehrern, wer bereit sei, kirchenfreien Religionsunterricht zu erteflen. 1080 Lehrer und Lehrerinnen
erklärten sich bereit, ein unerwartetes Er⸗ gebnis, da man allgemein der Meinung war, die Lehrer Hamburgs lehnten jeden Religionsunterricht ab.
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In 3. Auflage(36.—50. Tausend) ist vor kurzem erschienen die Erzählung„Das Hungerjahr“ von Heinrich Bechtolsheimer (Wiesbadener Volksbücher Nr. 97), Preis mit Teuerungszuschlag 3.60 Mk.
Kirchliche Anzeigen.
Sonntag den 19. Dezember. 4. Advent In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrassistent Ramge.— Nachm. 2% Uhr:
Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Mat⸗
thäusgemeinde. Pfarrer Mahr.— Nachm. 4½ Uhr: Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Markusgemeinde. Pfarrer Becker.— Mittwoch den 22. Dezember, abends 8 Uhr: Weihnachtsfeier der Konfirmandenvereini⸗ gung der Matthäusgemeinde.
In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Ausfeld.— Vorm. 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld.— Nachm. 3 Uhr: Weihnachts⸗ feier für die Kinderkirche der Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer.— Freitag den 24. Dezember, nachm. 3 Uhr: Weihnachts⸗
feier für die Kinderkirche der Johannes⸗
gemeinde. Pfarrer Ausfeld.— Nachm.
4 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Ausfeld.
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Wartburg⸗ Verein.
Sonntag den 19. Dezember, abends 7 Uhr (Saalöffnung 6 ½)): Weihnachtsfeier im großen Saale des Hotel Einhorn. Eintritt für Mitglieder und deren Angehörige pro Person 2 Mk. Kinder unter 14 Jahren erhalten eine Freikarte. Sämtliche Plätze sind nummeriert. Außer musikalischen Dar⸗ bietungen(großes Orchester) Aufführung: 1.„Märchen im Walde“, Leitung: Engels. 2.„Kein Heimatland— kein Mutterhaus“, Leitung Dr. Modde. 3.„Fröhliche Weih⸗ machten“, Tongemälde in 16 Bildern, Lei⸗
tung; May, Karten an der Abendkasse: Er⸗ wachsene(Mitgl.) 3 Mk., Kinder 1
Mk., Nichtmitglieder 5 Mk. Evang. Arbeiterverein.
Sonntag den 19. Dezember, abends 7 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten: Weih⸗ nachtsfeier. Musikalische Darbietungen, Gesangsvorträge, Ansprachen, Theaterauf⸗ führungen und Deklamationen. Eintritt für Mitglieder und deren Angehörige 50 Pf., Nichtmitglieder 1 Mk. Verlosungsgegenstände oder Gebäck bitten wir bei Herrn Weller, Rathaus, abzugeben. Karten im Vorverkauf bei den Mitgliedern Bingel, Lindenplatz, Büttner, Landgraf⸗Philipp⸗Platz, Heß, Cred⸗ nerstraße, Scholz, Kreuzplatz.— 1. Weih⸗ nachtstag, 9½ Uhr: Kirchgang(Stadtk.).
Verantwortlich: Pfarrer Bechtols heimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange, Gießen.
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