3 8 8 2
— 198—
ein tatenloses Leben bei gleichzeitiger Sehn⸗ sucht nach der. Heimat in hohem Maße Mibderprücdend einwirken. Hier boten die früher genannten„Haager“ Artikel eine
Handhabe. Nach ihnen können die Kriegs⸗ bezüglich der gefangenen, abgesehen von Offizieren, und schen,
bestimmten Unteroffiziergruppen von dem
Aufenthaltsstaat zur werden: so konnte einerseits der verderb⸗ lichen Langeweile des Lagers e gewirkt, andererseits manche Lücke geschlossen werden, die infolge Einberufung aller waffenfähigen Männer im deutschen Wirt⸗ schaftsleben entstanden war.
Natürlich benötigte man schon im Lager
selbst eine große Anzahl von Gefangenen
täglich unumgänglichen Arbeiten,
zu den i Küchenarbeiten,
als da waren: schälen, Reinigungs⸗ und Wegearbeiten, Landwirtschaft, insbesondere Gemusebau, schriftliche Arbeiten auf den Geschäftszim⸗ mern und Hilfe bei dem e n Postbetrieb, Kammerarbeiten, hauptsächlich aber solche in den Handwerkerwerkst ätten, also in der Schuhmacherei, der Schneider⸗ und Tischlerwerkstatt usw. Soweit angängig, wurden für Außenarbeit unbrauchbare Gefangene zu den Lagerarbei⸗ ten Ante ber für den Postbetrieb zu meist Unteroffiziere. Vielfach deten sich auch nicht zu Arbeiten verpflichtete Ge⸗ fangene freiwillig, um nicht ohne Beschäfti gung zu sein oder sich einen schaffen, mit dem sie ihre Lage verbessern konnten. Außerhalb des Lagers boten
schaft und Industrie weiterhin gelegenheit in Fülle. In größeren oder kleineren Trupps, auch unter gewissen Um⸗ ständen einzeln, wurden die Gefangenen
Landwirt⸗
Kartoffel⸗
Arbeit herangezogen
vorzugsweise von den Franzosen, die eine be⸗ sondere Begabung zeigten, es sich auch mit beschränkten Mitteln in dem Lager möglichst behaglich zu machen, wobei man allerdings Sauberkeit nicht den deut⸗ auch nicht den englischen Maßstab anlegen durfte. Es kam dem Franzosen dabei der Trieb zu fröhlicher Geselligkeit und ein ausgesprochenes Geschick in der Veranstal⸗ tung von Festlichkeiten usw. zu statten. Ganz anders der Engländer! Mit einem scharf ausgeprägten Gefühl für 1 und Disziplin ausgestattet, 1920 tei ihm in hohem Maße die Gabe, sich das Leben mit fröh⸗ licher Gesell igkeit zu verschönern, wenn auch das geliebte Fußballspiel natürl ich eifrig
gepflegt wurde. Fast ohne jede geistige Reg⸗
der Schmiede, eine Anzahl von
Verdienst zu wirtschaftliche
Arbeits⸗
durch das früher genannte„Arbeitsamt“
abgegeben. Der Arbeitgeber hatte Wohnung und Verpflegung sowie einen von der In⸗ spektion der Kriegsgefangenen festgesetzten Tagelohn zu stellen, den fleißige Gefangene durch Zulagen nicht unwesentlich vergrößern konnten. Das alles sind so bekannte Dinge,
daß ich darüber nicht eingehend zu be⸗ richten brauche; erwähnen will ich nur kurz, daß Franzosen und Russen sich besser zu landwirtschaftlichen Arbeiten eigneten, wäh⸗ rend die Engländer infolge ihrer ausgepräg⸗ ten Befähigung zu organisiertem Zusammen⸗ arbeiten gern in industriellen Betrieben ge⸗ sehen wurden. Und wo man sie ihrer Eigen⸗ art entsprechend zu behandeln verstand, haben sie auch wirklich tüchtige Arbeit geleistet, wie mir oft versichert wurde.
Etwas ausführlicher möchte ich bei der geistigen Beschäftigung im Lager verweilen, wobei ich den Begriff„geistig“ möglichst weit fassen will, indem ich ihn auch auf Unter⸗ haltung, Spiel und Sport isbn Die Anregungen zu geistiger Betätigung gingen z. T. von den Lagerbehörden, z. T. aber auch von den Kriegsgefangenen selbst aus,
samkeit waren die Russen, kaum daß sie einiges in einfachen musikalischen Betäti⸗ gungen und im Theaterspielen leisteten; am liebsten brüteten sie in ihrer Mußezeit still vor sich hin. Doch war ihnen eine ge⸗ wisse Geschicklichkeit in der Holzschnitzerei eigen. f
Wie in allen Lagern war auch im hiesigen Unterrichtskursen einge⸗ richtet. Das bot keine Schwierigkeiten, denn
unter den Gefangenen befand sich stets eine große Anzahl gebildeter, zum großen Teil
studierter Leute, Universitätsprofessoren, Oberlehrer, Lehrer, Rechtsanwälte, Theo⸗ logen, Architekten, e Ingenieure
usw., die somit Gelegenheit fanden, sich in ihrem Berufe lehrend zu betätigen. Am meisten wurden die Sprachkurse besucht.
Sie boten den Gefangenen eine will⸗ kommene und dabei kostenlose Gelegenheit, sich in einer oder der anderen Sprache auszubilden. In großem Umfang wurde naturgemäß die Beschäftigung mit der deut⸗ schen Sprache getrieben, denn ein Gefan⸗ gener, welcher die deutsche Sprache be⸗ herrschte, hatte manche Vorzüge vor anderen voraus; er wurde als Dolmetscher oder Barackenältester verwendet und war nicht den vielen Mißverständnissen ausgesetzt, die
sich sonst im Verkehr mit den Bewachungs⸗
mannschaften nur gar zu leicht einstellten.— Natürlich gab es auch Anfängerkurse für die recht zahlreichen russischen, aber auch belgi⸗ schen und französischen Gefangenen, die gar nicht oder nur in sehr bescheidenem Maße des Lesens und Schreibens kundig waren. Daneben wären noch zu nennen Kurse in Mathematik, doppelter Buchführung, Ge⸗ schichte und Geographie, Elektrizität, Land⸗ wirtschaft usw. Der Unterrichtsbetrieb war z. T. schulmäßig, z. T. wurde er in der Form von Vorträgen 1 8 Da es natur⸗ gemäß im deutschen Interesse lag, den viel⸗ fach gänzlich falsch unterrichteten Gefange⸗ nen ein wirklich zutreffendes Bild von deut⸗ schen Verhältnissen zu geben, so wurden aufklärende Vorträge auch von der Kom man⸗ dantur eingerichtet, in denen etwa über deutsche Geschichte, deutsche Verfassung, die
1
deutsche Kapitel wurde, Gefangen Ordnung und mit lernen.
Ei Aus den d. R. La
Süd! von Ost der Einn pen östl. bildet fa unsrigen. die teilwe pen über Sucha⸗ u seit 14 Erfolg f
Beck aus gestärkt 1 1 der Heim in unsere abend ha meiner 2 Da ging freiwillig „Als der für meine Aber jetzt Friede ge ehrlichen einem die auch fallt mählich&
2 O. F die Zeit 1 über schos und wir Nachtruhe fanterie n Bzura ge eröffnen 1 Schießen nach Age greifen b
angel a mich; ich Am Tag weil das wenn es deriegescho Das Wett mit Schn Regen. A An sehr Feuer im nicht durd zu verrate


