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146 steht auf demSchäferplacken einem ab⸗

geholzten Platze, ein dreikantiger Grenz⸗ pfahl, der an der einen Kante die Farben rot⸗weiß, an der anderen die Farben schwarz⸗ weiß, an der dritten die Farben blau⸗weiß aufweist. Aus dem mitgeteilten Eintrage unseres Kirchenbuches geht mit ziemlicher Sicherheit hervor, daß Johann Henrich Moll auf der Wanderschaft nach Gießen kam und hier die Witwe Bernbeck, eine geborene Lony, geheiratet hat, vielleicht war sie die Witwe seines früheren Meisters. Der Name Bernbeck kommt in den alten Gießener Kirchenbüchern vielfach vor, seine männ⸗ lichen Träger waren zumeist Bäcker. Bern⸗ beck bedeutet der am Born wohnende Bäcker. Dem genannten Ehepaare wurde am 13. November 1781 ein Sohn geboren, der Johannes Balthasar genannt wurde. Er erlernte auch das Bäckerhandwerk, wurde aber, und zwar nach der Angabe seines Enkelsohnes, im Jahre 1802, Ratsdiener. Er verheiratete sich am 13. März 1808 mit Elisabetha Damm aus Alten-Buseck und starb, nachdem er zuletzt im Ruhestande gelebt hatte, am 7. Mai 1849. Sein Sohn Philipp Moritz ist der Verfasser unserer Chronik, er wurde am 6. Februar 1809 geboren, verheiratete sich am 21. Mai 1837 mit Johannetta Marx von hier, stand wie sein Vater als Ratsdiener im Dienste der Stadt Gießen und starb am 5. November 1862. Sein Sohn ist unser Mitbürger Karl Moll, der am 29. Juni 1839 geboren ist 5 seit 1862 im Dienste unserer Stadt steht.

Wir geben die Aufzeichnungen genau nach dem Original wieder. Die Erläuterungen, die der Herausgeber hinzugefügt hat, sind allemal in Klammern gesetzt. Nicht uner⸗

wähnt soll bleiben, daß bei diesen Erläute⸗

rungen Herr Heinrich Hochstätter sen. wirk⸗

sam mitgeholfen hat, indem er aus seinen

Erinnerungen über manchen Vorfall nähere Mitteilungen gemacht hat.

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Angefangen im Jahr 1837 von Philipp Moritz Moll.

Am 23ten May morgens sollte Johannes Heß hingerichtet werden, wurde aber erst nachmittags hingerichtet.(Johannes Heß war bei seiner Hinrichtung 35 Jahre alt, er stammte aus Niederohmen und war der Reihe nach Hütejunge, Knecht und Tag⸗ löhner. Am 31. Dezember 1834 war er vom Landgericht Grünberg wegen Dieb⸗ ftahls und Unterschlagung zu einer Ge⸗ fängnisstrafe von 4 Wochen verurteilt wor⸗ den, kurz darnach erhielt er wegen Unter⸗ schlagung eine Korrektionsstrafe von drei Monaten, am 12. Juli 1835 wurde er aus der Haft entlässen. Schon am 10. August desselben Jahres beging er das Verbrechen, wegen dessen er zum Tode verurteilt wurde. An diesem Tage traf er in einem Wirts-

hause zu Friedberg, wo er angeblich Arbeit gesucht hatte, die ledige Katharina Steeg aus Nastätten. Das Mädchen hatte in ihrer Heimat ihr Vermögen, bestehend aus einem Kapitale von 240 Gulden, abgeholt, um in Kurhessen ihren Bräutigam zu heiraten, Sie war so unvorsichtig, dies Heß zu erzählen, und erbat sich den ihr unbekannten Men⸗ schen als Begleiter bis nach Lich, beim Weggehen zahlte sie die Zeche. Als die beiden zwischen Langsdorf und Lich an⸗ gelangt waren, lagerten sie sich in der Abenddämmerung am Waldrande, um zu essen. Die Katharina Steeg zerschnitt mit einem Messer ein Brötchen, um es mit ihrem Begleiter zu teilen. In diesem Augenblicke entriß ihr der Unmensch das Messer und schnitt ihr den Hals durch. Vor Gericht sagte er später, sie sei sogleich tot gewesen, hätte nur nochein bißchen gegakst. Der Mörder bedeckte die Leiche mit Baumästen, nahm das Geld, auch die Schuhe der Er⸗ mordeten an sich und ging nach Friedberg zurück, wo er sich zum Schlafen in einen Weizenhaufen legte. Zwei Tage später ver⸗ dingte er sich in Okarben als Knecht, verließ diese Stelle aber schon wieder nach fünf Tagen. Am 14. August wurde die Leiche

entdeckt. (Fortsetzung folgt.)

mit den 116 ern bei Gravelotte. Von Berthold Ebel.

Bearbeitet und herausgegeben von Dr. Karl Esselborn. (Fortsetzung.)

Massenhafte französische Signale waren vor uns hörbar. Endlos wurde getrom melt. Das Unterholz der Lichtung, worin wir standen, war so hoch, daß stellenweise vor unserer Front keine Feuerwirkung möglich war. Wir Kompagnieoffiziere bemühten uns daher längere Zeit, mit unseren scharfen Säbeln dem nachzuhelfen, indem wir das

Buschwerk zusammenhieben.

Nach und nach stellte sich großer Hunger ein. Ein Kamerad hatte noch von Orny ein noch nicht gar gekochtes Huhn bei sich, womit er allmählich herausrückte. Es wurde nunmehr in fünf Teile zerrissen oder wan⸗ derte vielmehr von Mund zu Mund und wurde mit größtem Wohlbehagen verzehrt. Getränke waren keinerlei zur Stelle.

Gegen 7 Uhr wurde in Sektionen, bzw. Reihen, durch den Wald, den Bois des Ognons, abmarschiert. Nachdem wir aus dem Wald herausgekommen waren, stiegen wir die nach Gravelotte hinführende Schlucht hinab und auf der anderen Seite wieder herauf. Ein toter Franzose lag auf dem Fußpfade. Dann marschierten wir in Ge⸗ sechtsformation über einen großen Teil des Schlachtfeldes von Mars la Tour. Eine Menge Toter, namentlich Franzosen, lag allenthalben umher; einige Verwundete

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