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Fflaschen Neckar⸗Wein zu laben, nach diesem war unser erster Gedanke, das Heidelberger Faß zu sehen. Mühsam erglimmten wir den steilen Berg und kamen endlich auf dem Schloß an. In dem Schloßkeller, auf einem besonderen Gerüst liegt jener Fässer⸗Koloß, der mit ungeheuer dicken eisernen Reifen umgeben ist. Man versicherte uns, daß es ehedessen wirklich gebraucht worden wäre, und mehrmalen mit Wein angefüllt ge⸗ wesen seh. Außerdem lagen in demselben Keller noch viele sehr große Fässer von 7 bis 10 Fuder, die ehrwürdigen Ruinen dieses alten Schlosses zeugen noch deutlich seinen ehemaligen Glanz. Der dabey be⸗ findliche Schloßgarten entspricht ganz seinem Zweck, da er jedem offen stehet, so wird der Freund der Natur hier eine angenehme Erholung finden. Die reine Luft, die man auf diesem erhöhten Standpunkt atmet, die schattigen Lauben, und die angenehmen Ruhepunkte, welche allenthalben in ange⸗ nehmen Abwechselungen angelegt sind, wer⸗ den jedem Verehrer des Schönen willkom⸗ men seyn, dieses alles ist aber nicht zu ver⸗ gleichen mit der herrlichen Aussicht, welche man hier genießt und die schwache Feder eines Sterblichen nicht zu schildern ver⸗ mögend ist. Eine weite fruchtbare Ebene liegt hier vor dem staunenden Auge. In schlängelnden Krümmungen benetzt der Neckar diese schöne Fluren und eilt, sich endlich mit dem Rhein, den man hinter Mannheims Thürmen deutlich blinken steht, zu vereinen. Prachtvoll gelagert dehnt sich Heidelberg umgeben von Reben⸗Bergen an dem lieblichen Fluß hin. Im Hintergrunde begränzten die blauen Rhein⸗Gebürge diese schöne Scene. Voll Bewunderung über die erschöpften Schönheiten dieser Natur⸗Scene waren meine Blicke stets auf diese reizenden Gegenstände geheftet. Voll heiliger Ehr⸗ furcht entbrannt über die Meisterhand des Schöpfers dieser himmlischen Natur, ver⸗ ließen wir diesen Ort und stiegen langsam den Berg wieder hinunter zur Stadt, die wir nun allenthalben durchstreiften. Die Straßen sind größtentheils ziemlich weit und schön gepflastert, und die Stadt hat durch viele ansehnliche Gebäude das An⸗ sehen von Wohlhabenheit. Die Universität soll aber durch die strengen Maßregeln zur Ausrottung der Landsmannschaften viele Studierende verlohren haben und nur noch gegen 300 Studenten zählen. Gegen 4 Uhr nahmen wir von Heidelberg Abschied. Eine schnurgerade Allee führte uns nach Schwet⸗ zingen, welches 2 Stunden entfernt ist. Allenthalben bemerkten wir auf dem Weg dahin Haufen von Hopfenstangen, pira⸗

midenmäßig aufgestellt, diese Frucht wird

4. October. J Schwetzingen, ein kleines Städtchen, ist

der Sommer⸗Aufenthalt des Badischen Hofes. Unser erster Wunsch war, die ge⸗ spannten Erwartungen von den so oft ge⸗ hörten Schönheiten in dem 800 Morgen großen Schloß⸗Garten zu befriedigen. Am frühen Morgen begaben wir uns dahin, der Hofgärtner war auf unsre Einladung bereit⸗ willig, uns im Garten umherzuführen. Stehet man unter dem Schloßthor, welches in den Garten einführt, so erblickt man vor sich durch eine Allee in weiter Ferne die Rhein⸗Gebürge, und in gerader Richtung hinter sich die Neckar⸗Gebürge, welches einen schönen Anblick gewähret. Kömmt man nun in den Garten, so erblickt man zuerst in der Mitte eines schönen Vorplatzes eine Fon⸗ taine, woraus sieben Wasserstrahlen empor⸗ steigen, wovon die stärckste bis 20 Fuß sich erhebt. Jetzt drangen wir in die herrlichen Alleen und Schatten⸗Gänge ein und kamen indeß zum Bade⸗Hauß hin, das Innere ist ganz von Marmor und äußerst kostbar ein⸗ gerichtet. Der Tempel des Apollo, welcher auf marmonen Seulen ruhet, zog bald unsere Aufmerksamkeit auf sich. Er stehet auf einem kleinen Hügel, an dessen Fuß sprudelt aus einem künstlich angebrachten Felsen ein Bach und bewirkt ein angenehmes Rauschen. Die türkische Moschee, dieses Prachtgebäude, mit seinen zwei runden Türmen, zeigte sich bald unsern forschenden Blick. Das Aeußere dieses schönen Gebäudes entspricht ganz dem Inneren. Marmor und Gold blicken überall verschwenderisch hervor. An den inneren Wänden der Moschee stehen Wahlsprüche aus dem Alkoran, man versichert uns, daß dieses Gebäude mehr als eine Million ge⸗ kostet habe. Jetzt zeigte man uns eine Allee, wodurch man in weiter Ferne ein Dorf erblickte, als wir an das Ende der Allee kamen, bemerkten wir die Täuschung, diese Landschaft war an eine Mauer ßperspec⸗ tivisch gemahlt. Ueberall hat Kunst und Natur in diesem schönen Garten sich er⸗ schöpft. Bald kamen wir durch herrliche Schattengänge zu einem Bach, der ein an⸗ genehmes Rieseln hervorbrachte, bald an einem Felsen, auf dem Pan mit der Wald⸗ pfeife saß und vor dem sich sprudelnd ein Wasser herunterstürzte, hier an einem klei⸗ nen Fluß, über den eine Brücke führt. Dort ändert sich das Schöne, Anmutige in eine wüste Gegend, worin die Ruinen eines alten Thurmes sichtbar werden, weiterhin in einem kleinen Wald, liegt wieder ein Tempel, kurz, Abwechselungen aller Art überraschen auf das angenehmste. Eine Menge der schön⸗

hier sehr häufig gebaut. Im Pfälzer Hof brachten wir die Nacht zu, und hatten Ur⸗ sache, über die dasige Bewirtung sehr zu⸗ frieden zu seyn.

sten Statuen von Marmor sind in den Alleen aufgestellt und erhöhen deren Schön⸗

heit. (Fortsetzung folgt.)

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