Einzelbild herunterladen

4 4

gepflanzten Seitengewehr; denn er ist da⸗ für verantwortlich, daß die Gefangenen nicht entfliehen. Geschieht dies dennoch, so hat sich der Transportführer wegenEnt⸗ weichenlassen von Kriegsgefangenen, wie der ominöse Ausdruck lautete, vor dem Kriegsgericht zu verantworten. Daß solche Entweichungen von den Arbeitskomman⸗ dos häufiger vorkamen, ist nicht verwun⸗ derlich, wenn man die oft mangelhaften Absperrungsmaßregeln in den Unterkünften in Rücksicht zieht und wenn man bedenkt, daß ein einziger Mensch eine größere An⸗ zahl Gefangener, oft 2030 Mann, täglich und stündlich bewachen und dabei noch die mancherlei sonstigen Dienstverrichtungen wahrnehmen soll, als da sind Appeels, Aus⸗ gabe der Post und Pakete, Führung der Lohnlisten, Meldungen ans Lager usw. Und dazu kam oft eine gewisse Vertrauensselig⸗ keit. die sich aus längerem gemeinsamen Leben und Arbeiten ergab, die von seiten des Kommandoführers menschlich verständ⸗ lich war, aber von den Gefangenen nicht selten zu Fluchtversuchen ausgenutzt wurde.

Es ist oben gesagt worden, daß die Be⸗ wachung und Beaufsichtigung der Gefange⸗ nen auch eine hohe moralische Kraft er⸗ forderte. Dazu noch ein paar erläuternde Worte! Jeder neu ankommende und jeder das Lager verlassende Gefangene mußte ge nau untersucht werden, ob er nicht ver⸗ botene Gegenstände bei sich führte. Bei diesen Durchsuchungen gingen dem deut⸗ schen Wachtmann nicht nur größere Geld⸗ summen, Lebensmittel und dergl. durch die Hand, sondern oft auch die wertvollsten Gegenstände, darunter vielfach Dinge, die in Deutschland immer seltener wurden, z. B. Schuhzeug, Wäsche, Kleider, silberne und

goldene Wertsachen. (Schluß folgt.)

Kleine Mitteilungen.

Der Vortrag, den Missionar Walther am 29. Februar abends 8 Uhr in der Johannes⸗ kirche hielt, war von ungefähr 800 Per⸗ sonen besucht, übte somit eine starke An⸗ ziehungskraft aus. Der Redner, der in fesselnder und anschau licher Weise zu reden versteht, namentlich auch das Naturleben (Tiere und Pflanzen) in Afrika scharf beob⸗ achtet hat, entwarf zunächst ein interessantes Bild von seiner Missionstätigkeit in Kame⸗ run, die vom September 1912 bis zum September 1914 währte, von seiner Berüh⸗ rung mit den Negern und seinen Reisen durch den Urwald. Im September 1914 geriet er in französischer Kriegsgefangen⸗ schaft und wurde mit anderen Leidensge⸗ fährten nach Dahomey verbracht. Mit Recht nennt er das dortige Gefangenenlager die afrikanische Hölle. Unter der Aufsicht von Negern mußten die Deutschen schwere Arbeit verrichten. Der Kommandant war

gang.

so grausam, daß er einzelnen Gefangenen,

die nicht arbeiten konnten, Daumenschrauben

anlegen ließ. Mehrere Gefangene, die man zwang, ein von Milzbrand verendetes Rind zu zerlegen und wegzubringen, erkrankten unter schweren Erscheinungen gleichfalls an

Milzbrand. Trotzdem ließ man das Fleisch dieses Tieres kochen und den Gefangenen vorsetzen. Diese warfen es den Aasgeiern vor, welche es jedoch verschmähten. Re⸗

pressalien der deutschen Regierung machten diesen Zuständen ein Ende. nach Marokko und dann nach Frankreich,

Im November 1919 erlangte er seine Frei⸗ 1

heit. Die Gesangsabteilung des Evang. Arbeitervereins brachte unter der Leitung ihres Dirigenten Herrn Gernhardt am Be⸗

ginn und am Schlusse der Veranstaltung 1

in meisterhafter und ansprechender Weise Choräle zum Vortrag.

Kirchliche Anzeigen.

Sonntag den 14. März. Lätare. In der Stadtkirche. Vormittags 9 ¼ Uhr: Pfarrer Mahr. Vorm. 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr. Abends 6 Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Mar⸗ kusgemeinde: Pfarrer Becker. Montag den 15. März abends 8 Uhr: Vortrag der Frau Missionarin Wuttke über Dienst und Erfolg der Frauenmission.

In der Johanneskirche. Vorm.% Uhr:

Pfarrer Bechtolsheimer. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 6 Uhr: Pfarrer Ausfeld: Feier des hl. Abendmahls für Lulas⸗ und Johannesgemeinde. 8 Uhr: Bibelbesprechung im Joha nessaal. Mitt⸗ woch den 17. März abends 6 Uhr: Pas⸗ sionsgottesdienst: Pfarrer Bechtolsheimer.

Wartburg⸗ Verein. Sonntag den 14. März nachm. Spazier⸗ Abmarsch 2 Uhr Heim, Diezstraße. Abends 8 Uhr: Mitgliederversammlung, Diezstraße. Da wichtige Vereinsangelegen⸗ heiten besprochen werden, wird um pünktl, und vollzähliges Erscheinen gebeten.

Evang. Arbeiterverein.

Sonntag den 14. März l. Is. abends 5 Uhr im Markus saal, Kirchstr., Märchen⸗ abend für die Kinder(musikalische Dar⸗ bietungen, Märchen von Ander en, Grimm usw.). Eintritt 20 Pf., auch Erwachsene haben Zutritt.

Abends 8 Uhr im gleichen Saale Kam⸗ mermusikabend(leicht verständliche gute Musik). Der Besuch ist diesmal be⸗ sonders empfehlenswert. Eintritt 50 Pf.

Eintrittskarten für beide Veranstaltungen sind auch für Nichtmitglieder zu haben bei Schreibmaterialienhandlung Bingel, Linden⸗ platz, und Friseur Büttner, Landgraf-Phil.

Platz. Ein etwaiger Ueberschuß wird der 4 Sterbekasse des Vereins überwiesen.

Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange,

Gießen.

Walther kam.

Gem

Nr.

f Evangel

tut

Wenn

Sünde! ausgelae so furch Mensche keit kein sei mor. Gefahr

lange 3 hingerei zu verd man in kann jetzt hei

Sack un

Wohe nicht vo vom Vi auf ihn.

offt ar chaffun sichtigen rika un herausz uns die Versam die ma Mit Weltges

Helfer unsere wir mit unser U teriellen 75

er Ja Verderb wenn n geprüfte kann ni Guten. unsere begehrei neues 2 sonne leuchtet Gottes.

f

Aus de

d. R. A Die

dem sck