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leicht verwundet und erzählte von der Ver⸗ wirrung, die in dem Städtchen geherrscht hatte. Auf einer Feldpostkarte vermeldete ich den Meinen den Empfang der Feuertaufe und legte mich mit einem Dankgebet zur Ruhe nieder.
23. 8. 1914. Gestern abend und heute früh gruben wir uns in unserer gestrigen Stellung ein. Von den umherliegenden Ver⸗ wundeten sind nachts viele gestorben, die anderen wurden weggebracht. Um die Mit⸗ tagszeit kam endlich die große Bagage an. Es soll abgekocht werden. Aber damit fertig sind, trifft der Befehl zum sofortigen Abrücken ein. Die 5. Batterie kommt zu der Kolonne, die auf Suxy vor⸗ 5 unter Oberstleutnant v. W. vom Res.⸗ J.⸗R. 118. Ueber Hoisseuse, wo die Kühe mit übervollen Eutern, vor Schmerz brül⸗ lend, auf der Straße herumlaufen, geht der Marsch stundenlang durch ein für Ar tillerie sehr unangenehmes Gelände: tief— eingeschnittene, schmale Täler und dichte Wälder. Da Straimont und Suxy vom Feind geräumt waren, marschiert die Ko⸗ lonne weiter auf Jamoiare. Wir hatten einen schweren Kampf erpartet, dachten dann aber, als die beiden Orte aufgegeben waren, es komme heute nicht mehr zu einem Zusammenstoß. Als 9 7 die Führer den Wald verließen, saher sie auf der gegen überliegenden Höhe 9 Feind. Unsere Bat⸗ terie, die als einzige bei dem Iufaßterie Regiment war, trabte vor und ging um 7½ Uhr abends vor dem Wald in Stellung. Wir schossen auf geschlossene Infanterie kolonnen, bekamen aber selbst 5 Artilleriefeuer. Es standen uns 2 Batterien bei Izel gegenüber, deren Feuer wir zum Schweigen brachten. Etwa um 10 Uhr trat Ruhe ein. Wir schliefen bei den Geschützen und wurden nur einmal durch Infanterie⸗ feuer geweckt, das aber bald wieder auf hörte.
24. 8. 1914. Morgens gegen 6 Uhr setzt wieder Infanteriefeuer ein, der Feind ist also noch in der Nähe. Die Batterie geht zunächst auf einer Höhe bei Izel in Stel⸗ lung und beschießt das von feindlicher In fanterie noch besetzte Moyen und Izel. Bei unserem späteren Vorgehen wird in Moyen aus Häusern auf uns geschossen, weshalb Infanterie den Ort erst säubern muß. Auf unserem Weitermarsch müssen wir durch eine enge Straße, in der eine lange Häuserreihe in hellen Flammen steht, durch dichten Qualm und drückende Hitze traben, wobei einem der Atem benommen wird. In Izel gibt es langen Halt. Ein Laufbrunnen ge⸗ währt uns seit Tagen zum ersten Male Ge⸗ legenheit, Gesicht und Hände zu waschen, eine wohltuende Erfrischung. Nachdem sich vor dem Ort noch ein kurzer Infanteriekampf entsponnen hatte, können 5 endlich um 11 Uhr das ungastliche Izel verlassen. Bei sehr großer Hitze marschieren wir um die
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Mittagszeit durch das hübsche, von deutschen Truppen wimmelnde Städtchen Florenpiff hinter welchem die Abteilung sich wieder zusammenfindet. In dem Wald, durch den wir nachmittags vorgehen, liegen rechts und links des Wegs viele zurückgelassene Mon⸗ tierungsstücke des französischen J.⸗R. Nr. 300, sowie kleinere Fahrzeuge, was darauf schließen läßt, daß der Feind sich in eiligem Rückzug befindet. In Florenville verlas ich einen Armeebefehl des Herzogs Albrecht von Württemberg, wonach die IV. Armee durch die zeitängen Kämpfe einen Sieg er⸗ rungen habe. Darnach dachten wir, einmal Ruhe zu bekommen und abends Biwak be⸗ ziehen zu können, aber es kam anders. Nach⸗ dem wir um 4½ Uhr nachmittags bei Villers die französische Grenze überschritten hatten und eine sehr steile Straße hinauf bis auf die Höhe gelangt waren, sahen wir vor uns die 6. Batterie links der Straße in schwerem Kampfe stehen. Die ganze Marschkolonne stockte. Da wir im Strichfeuer der französi⸗ schen Artillerie hielten, verließen wir nach einiger Zeit die Straße und fuhren durch
ein Wiesental hinter einen Wald, der unter starkem Artilleriefeuer lag. Gegen 6 Uhr bekamen wir Den Befehl, in Stellung zu gehen. Im Trabe ging es in heftigem Feuer durch den Wald, einen sehr steilen
Hang hinauf und in Stellung auf Höhe 357 östlich Tremblois. Hierbei wurden verschie⸗ dene Leute und Pferde verwundet. Mit dem Batterieführer arbeitete ich mich durch dich⸗ tes Gestrüpp bis an den Waldrand vor. Der Abteilungskommandeur zeigte mir das Ziel. Ich kehrte zur Batterie zurück und richtete sie ein. Das feindliche Artillerie feuer kam bald zum Schweigen, und wir feuerten noch auf Infanterie. Wie wir später erfuhren, hatten vormittags Truppen der 21. Division in denselbe en Ste lungen in verlustreichen Kämpfen gestanden. Die feind⸗ liche Artillerie war daher vorzüglich ein⸗ geschossen, als unsere Division auftauchte. Gruppe auf Gruppe“) folgte die Fran⸗ zosen nennen das rakale— und richtete viel Schaden an. Bei völliger Dunkelheit rückten wir endlich von der Höhe ab und vorbei an der als Verbandplatz eingerich⸗ teten Douane am Wegekreuz Tremblois— Villers und Florenville—Mogues, von der aus die Division aufmarschiert war und wo jetzt die Aerzte und Sanitätssoldaten ihres schweren Amtes walteten bis kurz vor Tremblois, das in hellen Flammen stand. Es gab kein Wasser für Menschen und Pferde; alle Feldflaschen waren leer. Dabei lech zte alles nach dem heißen, anstrengenden Tag nach einem erfrischenden Trunk. Durstig und hungrig legten wir uns nach 11 Uhr unter freiem Himmel zum Schlaf nieder.
) Gruppe heißt das gleichzeitige Abfeuern aller Geschütze einer Batterie.
(Fortsetzung folgt.)
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