ohl zun
98
en. 05 an
näher zu
jetzt auf⸗
stets zu
der Herr Da trat
fiel, und
nes hatte 1 1
m Hause
kam. Wie
311 wei⸗
wir ihm eilich war 0
Nr
ers vor⸗
c unglück⸗ beharrlich
über war, er wohl
an kaum kopf und i frischen usre Be⸗ „
urden.
ohte Do⸗ tutzer!“ Mensch ie Reihe
Juni. Christen⸗ katthäus⸗ / Uhr: iderkirche ker. zugleich rten der mer.— — Vorm. ohannes⸗
2 Uhr: achtigal 1 Heim. end im
ind ruckerei
und mit
e wurde
er dieser
Kompli⸗
onntags gruß
emeindeblatt fuͤr die evaͤngelische Kirchengemeinde Gießen
Nr. 23
Gießen, 2. Sonnt. n. Trinitatis, den I3. Juni 1920
9. Jahrg.
Freude.
Psalm 73, 28. Das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte und meine Zu⸗ versicht setze auf den Herrn, daß ich ver⸗ kündige all dein Tun.
In den Zug, der am Abend nach der Stadt fuhr, stiegen zwei junge Arbeiter, die Kornblumensträuße in den Händen hielten. Sie hatten sie auf dem Heimwege von der Fabrik am Rande des Kornfeldes gepflückt, sicherlich, um sie Menschen, die ihnen nahe⸗ stehen und die sie lieben, zu bringen. Die beiden jungen Männer machten einen so er⸗ freulichen Eindruck. Ihre Kleidung war rein⸗ lich und ordentlich, ihr Benehmen den Mit⸗ reisenden n freundlich und beschei⸗ den. Ohne 1555 man sie näher kannte, konnte man sagen, daß sie tüchtige und ernste Menschen sind, auf ein gutes Familienleben halten, keine schmutzigen Reden im Munde führen und ruhig und besonnen ihren Weg gehen. Die blauen Blumen gaben ihnen den Charakter des Festlichen, Freudevollen. Ich dachte, als ich sie sah, an Luthers Wort: „Freude und guter Mut in Ehren und Züch⸗ ten ist die beste Arzenei eines jungen Men⸗ schen, ja aller Menschen. Wenn ein Mensch fröhlich ist, so erfreut ihn ein klein Bäum⸗ 25 ja ein kleines Blümlein oder Sträuch⸗ ein. 4
Diese Arbeiter suchten und fanden Freude am rechten Orte. Viele Menschen suchen
sie im Genuß, in der Herstren euung, in Ver⸗
gnügungen sinnlicher Art. Schöne Kleider, Perlenhalsbänder, Juwelen, Automobilfahr⸗ ten, durchtanzte Nächte, Schwelgerei an voll⸗ be setz ten Tischel n und bei aufregender Musik, das sind die Freuden, die jetzt viele, die im Kriege gute Geschäfte gemacht haben, er⸗ streben und auch finden, Freuden, auf die das graue Elend folgt. Der Christ findet da die rechte Freude, wo Jesus, der Freude— bringer, sie gesucht und gefunden hat. Auch er freute sich über die Blumen, nicht ohne Grund mahnt er in der Bergpredigt: Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie 1 Er freute sich über das Getreidefeld, das weiß war zur Ernte, über die Vögel unter dem Himmel, er freute sich über die guten und nach dem ewigen Heile verlangenden Menschen. Seine größte Freude aber war die, daß er sich zu Gott hielt, auf ihn seine Zuversicht setzte und den Menschen sein Tun verkündigte. Das war die Freude in dem Herrn, von der Paulus spricht, die voll⸗ kommenste Freude. Wer an Jesu Hand geht, dem wird diese Freude beschieden ein. H. B
In Gewaltmärschen bis zur Marne.“
Aus dem Kriegstagebuche des Hauptmanns d. R. Landgerichtsrat Trümpert, Gießen. (Fortsetzung.)
22. 8. 1914. Die Nacht war feucht und kalt, aber ich schlief gut bis zum Morgen. Mittags hatten wir zwei Stunden Rast. Wir 5155 seit 1 Uhr nahes Geschütz- und Ma⸗ chinengewehrfeuer. Um 3 Uhr geht die Abteilung in Stellung. Heftiges Infanterie⸗ und Maschinengewehrfeuer im Wald vor uns. Um 6 Uhr macht meine(die 5.) Bat⸗ terie Stellungswechsel; bis dahin hatten wir noch keinen Schuß abgegeben, da sich kein Ziel bot. Um /½7 Uhr geht die Batterie im heftigen feindlichen Infanteriefeuer, aus
einem Walde heraus kommend, wenige hun⸗
dert Meter hinter unserer hart bedrängten Infanterie(J.⸗R. 168 u. R.⸗J.⸗R. 83) in Stellung. Die Geschosse pfeifen um uns herum und machen die Pferde sehr unruhig. Ich komme aber mit der Batterie heil in Stellung; die Geschosse gehen meist über uns hinweg. Wir reiten an vielen toten und verwundeten Franzosen vorbei. Die feind⸗ liche Infanterie geht nach unserem Ein⸗ greifen bald zurück. Gegen 8 Uhr kommt unsere Infanterie, Gefangene 5 sich füh⸗ rend, aus der Mulde, in der sie hart hatte kämpfen müssen, durch unsere Feuerstellung und sagt, wir hätten unsere Sache gut ge⸗
955 sie hätte schwer gelitten, ehe wir eingriffen; aber als unsere Geschosse ein⸗ schlugen, wären die Franzosen zurückgegan⸗ gen, andernfalls wäre es unserer Infanterie, die schwere Verluste hatte, schlecht gegangen. Es standen ihr hier französische Kolonial⸗ truppen(Regimenter 21, 22 und 23) gegen⸗ über. Unsere letzte Stellung war etwa 1 Kilometer westlich der Straße Neuf⸗
chateau Assenois bei Hoisseuse. Wir näch⸗ tigen an dieser Stelle, ohne Zelte aufzu⸗ schlagen: ringsumher liegen viele verwun⸗
dete Franzosen, die verbunden und auf Stroh gebettet worden sind. Am Horizont sieht man brennende Ortschasten. Wir sitzen ach lange um das Feuer herum und unter⸗ halten uns über die Eindrücke dieses ersten Kampftages. Wir hatten noch eine besondere
Freude, als ein Kamerad, der als Verbin⸗
dungsoffizier bei der Divisi ion in Neuf⸗ chäteau gewesen war und bei der dort ein⸗ setzenden Schießerei aus Häusern und Kellern nach Meldung seines Begleiters gefallen sein sollte, plötzlich bei uns erschien. Er war nur
S. Nr. 20.


