Jesus der Führer ist. Die Welt braucht so viel Licht. Denn sie ist verfinstert durch den Haß— sie ist krank vor lauter Nacht, in der sie liegt. Ihr seid die Bürger der kommenden Zeit! Bringt ihr, was sie braucht: das Licht der großen Liebe. Ihr müßt ein neues Leben bringen, das lichte Leben des freien Herzens, das nicht sucht und giert nach dem Vergänglichen, sondern daheim ist im Ewigen. Wie wird die Welt licht und klar, wo Licht aus den Herzen der Jugend strömt. Wir Alten sagen immer wieder:„Auf euch hoffen wir! Ihr müßt das neue Deutschland bringen. Ihr müßt es schaffen mit starken und unermüdlichen Hän⸗ den!“ Aber es liegt nicht an den Händen allein, so fleißig die sich regen. Es liegt viel mehr an den Herzen. An euren Herzen, die im Glauben mächtig und unerschrocken werden müssen. Wollt ihr das? In die Hände geben wir euch das Licht— hütet
es! Hütet das Licht, das Jesus euch in die B
Hände und ins Herz gegeben hat!
Und führt uns zum Festsaal, in dem Gottes Hände uns den Tisch rüsten!
der vibeljäger.
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Von Dr. Karl Esselborn. 1
In der Gegend von Alsfeld saß an einem Samstagabend ein Pfarrer in seiner Garten⸗ laube und meditierte über die Predigt, die er am nächsten Tage zu halten gedachte. Da entstand auf einmal ein Geräusch in seiner Nähe, er blickte vom Buche weg und gewahrte zu seiner Verwunderung keine zwei Schritte von sich entfernt einen Hasen, der
wahrscheinlich dem Kohl im Garten nach⸗
geschlichen war und bei dieser Gelegenheit sich in die Laube verirrt haben mochte. Beide Teile sahen sich ganz verdutzt einander an, und es schien beinahe, als hätte sie das Unerwartete des Zusammentreffens wechsel⸗ seitig erstarrt, so regungslos waren sie im Augenblick; doch erholte sich der Pfarrer am ersten von seinem Erstaunen und tat, was wohl jeder an seiner Stelle unter diesen Umständen getan haben würde. Er ergriff nämlich das erste, was ihm zur Hand war, „h. die Bibel, und schleuderte sie mit solcher Heftigkeit nach dem armen Lampe, daß er Knall und Fall sein edles Leben verhauchte und alle Viere von sich streckte. „Auch gut!“ sagte der Pfarrer zu sich,„das gibt mir einen stattlichen Sonntagsbraten, den ich mir herrlich schmecken lassen will“.
Er nahm also seine unverhoffte Beute, die sich bei näherer Untersuchung als überaus feist und schwer erwies, mit sich ins Haus und dachte, es würde kein Hahn nach der Geschichte krähen. Allein er hatte sich ge⸗ täuscht und sollte noch vielen Verdruß des⸗ wegen haben; denn ein Nachbar, der dem frommen Seelsorger nicht wohl wollte, hatte den ganzen Vorgang mit angesehen und nun
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nichts Eiligeres zu tun, als eine Anzeig davon beim Forstgerichte zu machen. Na
dem die Sache durch alle Rechtswege 5 N 13 dem Schluß, daß der improvisierte geistliche Nimrod in eine sehr bedeutende Geldbuße verurteilt warde nicht denn
gangen war, blieb es bei
und noch von Glück zu sagen hatte, gar seines Amtes entsetzt zu werden: die Jagdgesetze waren damals
Weil er seiner Schuld überzeugen konnte, versucht er das letzte Mittel und wandte sich a den Landgrafen selber, in einer Bittschrif alles gehörig auseinandersetzend und dem bessern gnädigsten Erme sen anheimstellend. Dieser Schritt hatte dann auch den erwünsch⸗
äußerst streng.
ten günstigen Erfolg für ihn und eröffnete
ihm auf einmal
ö den Ausgang aus dem Labyrinth; denn.
der Fürst sah
verfügte sofort am Rande: ibel auf die Waffe ein Stück
für keinen Jagdfrevler passieren; ich spreche dahero rebus sic stantibus den Pfarrer N. 59 von aller Strafe frei. Ludwig Land⸗ graf.“
„Wer mit der
jedoch sich durchaus nicht von
den 5 die Sache aus dem richtigen Gesichtspunkte an und
Jagd geht und mit dieser Wild erlegt, derselbige kann
Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen.
22. Eine merkwürdige
mation.
In diesen Frühlingstagen stehen in den beiden Gießener Kirchen viele Kinder als Konfirmanden vor dem Altar. Da mag an eine merkwürdige Konfirmation erinnert
Konfir⸗
In dem Verzeichnisse unserer Konfirman⸗ den, das mit dem Jahre 1651 beginnt, findet sich folgender Eintrag:
„Am 8. t. Mertz 1770 wurde Fräulein Maria Catharina Christiana von Gerßdorf Herrn Johann Samuel von Gerßdorf, ersten
Generals über die Chur Trierische Trou⸗
pen, und Commendanten zu Coblentz eintzige Fräulein Tochter, von Ihro Hochw. Herrn Superintendent D. Benner, in Beysein der beyden Stadtpfarrer meiner des Stadt⸗ pfarrer Dietz, und Herrn M. Schwartzen, Stadt und Burg Pfarrers, wie auch der drey Kirchenältesten des amtstragenden Herrn Ober Bürgermeister und Kirchen⸗
ältesten Herrn Steinbergers, Herrn Kohler⸗ manns und Herrn Wormsers in der
Sa⸗ 5 cristey confirmirt. Sie ist in ihren Kinder Jahren in das Catharinen Closter Benedie⸗ tiner Ordens zu Maintz gethan worden, und ist daraus im Anfang dieses Jahres, aus inneren Trieb und göttlicher Ueberzeugung, um die evangelische Lutherische Religion zu ergreifen, glücklich entwichen und anhero
gekommen; worauf in der Heilsamen Lehre
unsres Glaubens genugsam von mir Endes⸗ unterschriebenem unterrichtet, darauf obge⸗ dachter Maasen confirmiert, am 10. Mertz
werden, die in alter Zeit hier erfolgt ist. g
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