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(1768 bis 1790) hatte eine unüberwindliche Abneigung gegen seine Hauptstadt Darm⸗ stadt und widmete sich in Pirmasens der Ausbildung von Rekruten.

Diese nicht erfreuliche Zeit wird in Essel⸗ borns Buch, in dem allerdings das Heitere, Humoristische überwiegt, geschildert. Beson⸗ deren Wert hat das Buch durch 12 beigege⸗ bene Tafeln, die das Leben am Darmstädter Hofe wiedergeben und die genannten Für⸗ sten im Glanze ihrer Herrschergewalt ab⸗ bilden. In gewohnter historischer Gründ⸗ lichkeit und Genauigkeit hat der Verfasser eine Reihe von Anmerkungen beigefügt, die über die im Buche genannten Personen näheren Bescheid geben. Allen Freunden heimischer Geschichte und Kulturgeschichte sei das Buch, das auch in jeder Volksbibliothek seinen Platz finden kann, angelegentlich empfohlen.

Kleine Mitteilungen.

Der Familienabend des Evangelischen Bundes am dritten Adventssonntag in der gut gefüllten Stadtkirche verlief äußerst harmonisch und anregend. Nachdem Herr Görlach eine Bachsche Fuge durch den Raum hatte brausen lassen, gab er mit zwei Künstlern der Reichswehrkapelle die Moditation von Bach⸗Gounod wundervoll fein wieder. Dann begrüßte der Vorsitzende des Zweig⸗Vereins Professor Dr. Schmoll die Versammlung, und es folgte ein Vor⸗ trag des Herrn Divisionspfarrers Tiesmeyer überDeutsche Arbeit und deutsch⸗evange⸗ lische Kirche in Lothringen. Auf Grund langjähriger eigener Beobachtungen entwarf der Redner eine plastische, teilweise tief er⸗ greifende Schilderung der Verhältnisse in dem nun wieder von uns abgeri' senen Lothringen: ein hohes Lied auf deutsche Arbeit und Unternehmungslust, zumal auf das Wirken der deutsch-evangelischen Kirche im ehema⸗ ligen Reichsland. Zahlenmäßige Angaben, verwoben mit persönlichen Erinnerungen an den Grafen Haeseler, an Kirchenweihen und Kaiserworte, auch an mancherlei unerfreu⸗ liche Kämpfe mit neidischen französisch den⸗ kenden Gegnern ließen ein Bild entstehen, das allen Besuchern des Abends unvergeßlich sein wird und auch bei ihnen den lebhaften Wunsch hervorgerufen hat, daß alle diese Arbeit nicht umsonst gewesen sein möchte, auch wenn der weitaus größte Teil der deutsch⸗evangelischen Pfarrer inzwischen von den Franzosen ausgewiesen worden ist und auch die wenigen noch im Lande weilenden mit der Ausweisung rechnen müssen. Möchte es gelingen, wenigstens den kirchlichen Zu⸗ sammenhang mit den abgetrennten Stam⸗ mes⸗ und Glaubensbrüdern aufrechtzuerhal⸗ ten. Mit dem wiederum künstlerisch dargebotenen Largo von Händel und dem gemeinsamen Gesang des Lutherliedes schloß

die eindrucksvolle Veranstaltung, der im Laufe des Januars ein zweiter Abend folgen

soll. *

Infolge der Weihnachtsferien und der mehrmaligen Unterbrechung unserer Sonn⸗ tagsgottesdienste, die durch die Kohlenknapp⸗ heit notwendig geworden ist, hat auch die Abhaltung unserer Kindergottesdienste eine Unterbrechung erfahren. Damit die Kinder und ihre Eltern Bescheid wissen, teilen wir mit, daß Sonntag den 11. Januar Kinder⸗ kirche für die Markus⸗ und Johannes⸗ gemeinde, Sonntag den 18. Januar Kinder⸗ kirche für die Matthäus⸗ und Lukas⸗ gemeinde ist.

worte für den Jahresanfang.

Der blasse Tod ist ein Reitersmann, dem keiner davonreiten kann, wohl dem, den er auf das Roß nimmt und mit ihm in den Himmel reitet ein ganzes Jahr ist er dir schon wieder näher zugeritten, und übers Jahr? Ach, wer weiß, wie bald die Glocke schallt! 1 Emil Frommel.

Auf dem Zifferblatt einer alten Turmuhr in Nürnberg steht die lateinische Inschrift: Una harum ultima, d. h. eine von diesen Stunden wird die letzte sein. Derselbe Ge⸗ danke ist an der Uhr des Rathauses in Minden so ausgedrückt:Omnes vulnerant, ultima caedit, d. h. alle verwunden, die letzte tötet. Schöner ist die Erinnerung auf dem Zifferblatt einer Uhr in Straßburg: Nescitis, qua hora veniat herus, d. h. ihr wißt nicht, wann der Herr kommt.

Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 11. Januar (1. Sonntag nach Epiphanias).

5 Gottesdienst. Kollekte für die Heidenmission.

In der Stadtkirche. Vormittags Uhr: Pfarrassistent Schaefer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markus⸗ gemeinde: Pfarrer Becker. Abends 5 Uhr: Pfarrer Mahr. Montag den 12. Jan., abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmier⸗ ten weiblichen Jugend der Markusgemeinde. Dienstag den 13. Januar, nachm. 4 Uhr: Frauenmissionsverein(Kirchstr. 9).

In der Johanneskirche. Vorm. 9/ Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld. Abends 5 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 88 Uhr: Ver⸗ einigung der konfirmierten männlichen Ju⸗ gend der Johannesgemeinde. Montag den 12. Januar, abends ½8 Uhr: Vereini⸗ gung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde. Freitag den 16. Ja⸗ nuar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Js⸗ hannesgemeinde.

Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch⸗ und Steindruckeref R. Lange, Gießen.

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