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Ich habe meinen Nachbar gefragt, was wir tun könnten, um solches zu erreichen. Da sah

tion zu ein für allemal zu entrichtenden freywilligen Beyträgen eröfnet, und es hat

er mich bedeutsam an, legte seine Hände auch diese Subscription, der Erwartung

fast feierlich zusammen und sagte:Wenn

welche man sich von dem patriotischen Eifer

mein Vater einen Acker säte, dann sagte er des hiesigen Publikums für alle und jede

beim ersten Wurf leise ein paar Worte. Sie hießen: Das walte Gott! Und wenn meine

gemeinnützige Anstalten machen können, vollkommen entsprochen; dergestalt, daß

Mutter ein Brot anschnitt, dann schlug sie dieses so nöthig als nützliche Institut, läng⸗

über ihm mit dem Messer erst ein Kreuz als Dankes⸗ und Segenszeichen. Wir sind bei diesem Brot, wenn es auch oft trocken gegessen werden mußte, trefflich gediehen. Es geschah bei uns alles mit einem stillen Blick nach oben, viele Worte wurden dabei nicht gemacht. Das war eine ganz unschein⸗ bare Sache, was sie aber wert ist, das habe ich im Laufe meines Lebens selber immer mehr erfahren. Denn ich habe von meinen Eltern ganz in der Stille diese schlichte Kunst gelernt, und wenn ich morgens den ersten Schlag mit meinem Hammer tue, dann denke ich an meiner Eltern Brauch. Und Sie sehen: ich habe mich nicht schlecht dabei gestanden. 1 5.

Das war seine Antwort auf die Frage, wie uns zu helfen wäre. Sie enthält fürwahr den rechten Weg zum Segen der Arbeit. Wo sind die Eltern, die ihren Kindern so voran⸗ gehen wollen? Der alte Spruch ist noch immer gut: Bet' und arbeit', so hilft Gott allzeit!

Geschichten und Bilder aus Alt⸗Gießen.

19. Die Einrichtung einer

Straßenbeleuchtung in Gießen.

Es sind jetzt gerade 114 Jahre verflossen, seitdem die Stadt Gießen ihre Straßen beleuchtet. Johann Henrich Schaffstädt be⸗ richtet in seiner von uns im vorigen Jahre imSonntagsgruß abgedruckten Chronik vom Jahre 1806:D. 13ten Jan⸗ wary sind zum ersten mahl die Laternen angesteckt worten der Anfang ist gemacht worten in der Walthor Straße. d. Iten Mertz sind die letzten von den großen auf⸗ gehangen wordten. Es hat lange gedauert, bis man dieses Ziel erreicht hatte, 5 Jahre lang schwebten die Vorverhandlungen über

eine Straßenbeleuchtung, und zwar sind die

hierzu erforderlichen Gelder nicht aus städti⸗ schen Mitteln, sondern aus freiwilligen Bei⸗ trägen einzelner Bürger aufgebracht wor⸗ den. Eine Bekanntmachung der Landgräf⸗ lichen Polizeideputation vom 4. Dezember 1805 gibt hierüber Aufschluß. Die Bekannt⸗ machung hat folgenden Wortlaut:

Bekanntmachung.

Als vor nunmehro fünf Jahren Endes⸗

unterzeichnete Behörde einen Plan zur nächt⸗ lichen Beleuchtung der Stadt Giessen ent⸗ worfen, hat dieselbe, veranlaßt durch das freywillige Anerbieten mehrerer hiesigen Einwohner, zur Bewürkung des zur An⸗ schaffung der nöthigen Laternen nebst Zu⸗ behör erforderlichen Fonds, eine Subscrip⸗

stens würde zu Stande gebracht worden seyn, fals nicht die Ausmittlung des zur Bestreitung der jährlichen Beleuchtungs⸗ und Unterhaltungs⸗Kosten erforderlichen Fonds, den bisherigen Aufenthalt ver⸗ ursachet hätte.

Publikum auf keine Weise druckender Fond ausgemittelt worden, und die höchste Ge⸗ nehmigung Sr. Landgräfl. Durchlaucht des regierenden Herrn Landgrafen zu Hessen erhalten hat, mithin der baldigsten Aus⸗ führung des entworfenen Plans nichts mehr im Wege stehet, gleichwohl, seit der vor fünf Jahren zur Anschaffung der Laternen beschehenen Subseription, in dem Personal der hiesigen Einwohnerschaft beträchtliche Veränderungen sich ereignet haben, indem nicht nur mehrere der Subscribenten theils versiorben, theils von hier weggezogen sind,

beträchtliche Anzahl neuer Einwohner, zu deren patriotischem Eifer für ein so sehr gemeinnütziges Institut, man billig gleiches Zutrauen heget, gewonnen hat; als hat man sich bewogen gefunden, eine neue Sub⸗ seription zu Anschaffung der Laternen samt Zubehör, zu eröfnen.

So wie nun Endesunterzeichnete Behörde von dem rühmlichst bekannten Eifer der hiesigen Einwohner für alle und jede zum gemeinen Besten abzweckende Anstalten er⸗ wartet, daß ein jeder dieses, für die Sicher⸗ heit gegen Diebereyen und sonstige Un⸗ ordnungen, für die Erleichterung der Ar⸗ beiten bey Feuersgefahr, für die Bequem⸗ lichkeit und städtische Wohlanständigkeit über⸗ haupt, in gleichen Grad zuträgliche In⸗

mögensumständen angemessenen, ohnehin nur ein für allemal zu thuenden Beytrag, unterstützen werde; so verspricht dagegen dieselbe ihrer Seits, nicht nur alles was in ihren Kräften stehet anzuwenden, damit durch die zweckmäsigste Einrichtung dieser Anstalt, die Erwartung des Publikums baldigst be⸗ friedigt werde, sondern auch für die pflicht⸗ mäsigste und nützlichste Verwendung der Subscriptions⸗Gelder alle nur mögliche Sorge zu tragen.

Giessen den Aten December 1805. Landgräfl. Hess. Polizeydeputation dahier. Wir blickten vor dem Kriege etwas stolz auf die alten Zeiten und ihre unvollkomme⸗ nen Einrichtungen herab, nun hat der Krieg

uns wieder ungeheuer weit zurückgebracht. Wir brauchen hierbei nur an unsere Ver⸗

Da aber nunmehro ein solcher, das hiesige

sondern auch die hiesige Stadt seitdem eine

stitut, durch einen freywilligen seinen Ver⸗

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