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2 Denn ein Er war es doch, gelt Tante? versenken; denn, verliert nicht eine jede

Damit brachten wir die schon schmun⸗ zelnde Alte zum Reden. Die Geschichte er⸗ zählt sie gern, die war ja aus der eignen Jugend, da sie achtzehn Jahre alt war, und von dieser Zeit erzählen alle Frauen gern.

Ja, damals, da hing einem der Himmel noch voller Baßgeigen! Die sind einstweilen heruntergekommen und haben gebrummt, tüchtig gebrummt. Aber das glaubt man nicht, wenn man jung ist und lieblich an⸗

zuschauen, so wie wir beide waren, die Base Lina und ich. An jenem Morgen,

da wir mit der Postkutsche nach Gießen zur Tante Christine fahren sollten, da war uns der Himmel blauer als blau, und wer uns gesagt hätte, daß er einmal anders sein könnte, den hätten wir hell ausgelacht. Wir sahen aber auch niedlich aus in unsern braunen Baregekleidern mit den grasgrünen Mänteln und rosa Seidenkapuzen, ganz wie

Schwestern, eine wie die andre. So hatten wir es uns gewünscht. Linas Mutter war es gewesen, die die Herrlichkeiten besorgt hatte für ganze vierzig Gulden.Eine teure Ausstaffierung, brummte zwar mein guter Vater darob, aber es war auch für die Reise mach der Stadt, und seine Schwester hatte geschrieben, daß sie mit den Nichten Staat machen wolle. Da mußte schon ein übriges geschehen. l

(Fortsetzung folgt.)

von der Crübsal. Ist auch der Weg verborgen, Der heim mich führen soll, Bin dennoch ohne Sorgen, Den Führer kenn' ich wohl.

Wohl noch nie hatten wir so viel Ursache, mit schweren Sorgen den kommenden Tagen entgegenzusehen. Wenigstens ergeht es mir so, als ich im Rückblick auf mein langes Leben mir sagen muß: Noch nie stand die Sorge um Familie und Vaterland so drohend da, wie eben jetzt, noch nie pochte der Hunger so stark an Vieler Tür, noch nie war die Beschaffung von Kleidung und Wärmemitteln so erschwert und eine Ab⸗ hilfe so aussichtslos.

Zu all diesen äußeren Nöten tritt noch eine andere große, die Seelennot. Blicken wir um uns, so werden wir sehen, daß all das Hasten und Jagen nach Zerstreuung nur die innere Leere vergessen machen soll, das Fehlen des Stützpunktes, des Haltes, der in dieser Zeit allgemeinen Zerfalls so notwendig ist. Es fehlt die innere Samm⸗ lung, die Stille, die wir uns schaffen müssen, um die Unrast zu bannen.

Wie eine denlenswerte Ermutigung emp⸗ fand ich da kürzlich das Bibelwort: Einer trage des andern Last. Versuchen wir doch, uns recht in den Sinn dieses Wortes zu

Last durch gemeinsames Tragen an Schwere? Könnten wir nicht mancher einsamen lieben Seele die innere Not, die Vereinsamung er⸗ leichter, indem wir Mittel und Wege such⸗ ten und fänden, mit ihr in Berührung zu kommen? Wie einst Hiob in seiner größten Trübsal sich all des empfangenen Guten erinnerte, so sollen auch wir jetzt all des einst uns Beschiedenen mit Dankbarkeit ge⸗ denken und damit auch andern das Bei⸗ spiel geben, ein Gleiches zu tun. Gemein⸗ sam wollen wir danken, hoffen, beten, ringen und uns den zum Führer nehmen, der unser aller Leid und Weh kennt und allein uns davon befreien kann.

Ich folge dir, mein Führer, auf der Bahn, Da du mich führst zum Ziel.

Die Welt erwählt in ihrem blinden Wahn Sich falscher Führer viel.

Ich bleibe dir ergeben,

Nur ewig dir geweiht,

Dir folg' ich nach im Leben,

Dir nach in Ewigkeit. Baronin R.

Kleine Mitteilungen.

In unseren Opferstöcken findet sich eine Menge von Kriegsnotgeld, das von aus⸗ wärts stammt und das man hier nicht unterbringen kann. Wer für die Armen und Kranken unserer Gemeinden oder für kirchliche Zwecke etwas opfern will, der möge doch Geld einlegen, das hier im Kurse ist.

Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 8. Februar. Sexagesimä. Gottesdienst.

In der Stadtkirche. Vormittags Uhr! Pfarrer Becker. Vorm. 11. Uhr: Kinder⸗ kirche für die Markusgemeinde: Pfarrer

Becker. Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Dr. Bingel. Montag den 9. Februar

abends 8 Uhr: Vereinigung der konsirmier⸗ ten weib ichen Jugend der Markusgemeinde. Dienstag den 10. Februar nachm. 4 Uhr: Frauenmissionsverein.

In der Johanneskirche. Vorm. Uhr: Pfarrer Aus eld. Vorm. 11 Uhr: Kinder⸗ kirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld. Abends 6 Uhr: Pfarrer Bech⸗ tolsheimer. Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lulas⸗ und Johannesge⸗ meinde. Die Gemeindepfarrer erbitten vor⸗ herige Anmeldung. Abends ½8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde. Mon⸗ tag den 9. Februar abends /8 Uhr: Ver⸗ einigung der konfirmierten weiblichen Ju⸗ gend der Lukasgemeinde. Freitag den 13. Februar abends ¼8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde.

Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange, Gießen.

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