Es dämmert, und draußen, da ee toll,
Die Flocken in lautlosen Spielen
Und im Ofen, da knistert's geheimnisvoll
Zu dem Huschen des Scheins auf den Dielen.
Und die Mutter erzählt von dem Königs⸗ Hoch droben auf luftigem Berge, schloß, Von den Rittern, die auszogen hoch zu Roß, In den Kampf gegen Alfen und Zwerge; Von den edelen Fraun und der Königin, In goldenem, glitzernden Kleide, Von dem König, so stolz und so trotzig von Sinn, Auf dem Throne von Purpur und Seide.
Und das Königspaar hatte ein Töchterlein, Das von göttlicher Huld ihm beschieden, So lieblich und zart, so hold und so fein, Wie der Frühling in duftenden Blüten. Sein silbernes Blondhaar, sein Elfengewand Umfloß es in schimmernden Strahlen. Auf dem Haupt trug's ein Krönlein aus Diamant
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Hoch droben auf luftigem Berge Und es schützen als Reitersmann, hoch zu
0 Gegen Nixen und Alfen und Zwerge.
„Versuch es, mein Junge,“ die Mutter g sprach; „Es jagen zeitlebens so viele
Den Träumen der Jugend, den goldenen,
nach, Das Glück vielleicht hilft dir zum Ziele!“
Die Zeiten entschwanden nur allzu ge⸗ 5 schwind, Verblaßt ist der Jugendzeit Schimmer; Doch das Märchen vom lieblichen Königs⸗ kind Umfängt meine Sinne noch immer.—
Ich hab' es gehalten, was einst ich ver⸗
„„ 5 sprach Und gesucht in viel tausenden Stunden. Doch habe ich bis zu dem heutigen Tag Das Königskind nirgends gefunden.
Und die Füßchen in güldnen Sandalen.
Einst stieg das Prinzeßchen, gelockt von der Pracht Und berauscht von der Nachtigall Lieder, In mondheller lieblicher Maiennacht Von dem Schloß in die Auen hernieder. Da hört es am Waldsaum, wie's kichert b und lacht Und den Klang von Schalmeien und Geigen. Es feiern die Elfen Walpurgisnacht ö Und tanzen und schlingen den Reigen. ö
Sie lockten mit Kosen und Schmeicheln, so weich, Sie warben mit Sehnsucht und Flehen. Das Königskind zog's in ihr Zauberbereich Dann ward es nicht wieder gesehen. Hier endet das Märchen. Des Königs Be⸗ mühn, Das Geheimnis der Nacht zu erkunden, War eitel Bestreben, kein Bote erschien, Das Prinzeßchen blieb immer verschwunden.
Das war, ach so traurig; mein Mütterchen schwieg; Ich fühlt', wie die Pulse mir klopften, Wie ein endloses Weh meine Brust beschlich Und voll Kummer die Aeuglein tropften. Und draußen, in Herden zusammengeschart, Tippten leis an die Fenster die Flocken; Aus der Ferne, von lustiger Schlittenfahrt, Klang verloren das Klingen der Glocken.
der konfirmierten Johannesgemeinde.
Das holde Prinzeßchen erfüllte fortan Mein Sinnen. Ich wollte es suchen In goldenem Wagen, voll Marzipan, Voll Puppen und Torten und Kuchen. ö Dann wollt' ich es bringen zurück auf das Schloß,
Abends 6 Uhr: Pfarrer Mahr.
Februar 1920. L. Frech.
Uirchliche Anzeigen.
Sonntag den 7. März. Okuli.
Gottesdienst.
In der Stadtkirche. Vormittags 9¼ Uhr; Pfarrassistent Dr. Bingel.— Vormittags 11. Uhr: Kinderkirche für die Markusge⸗ meinde: Pfarrassistent Dr. Bingel.— — Mon⸗ tag den 8. März abends 8 Uhr: Vereini⸗
gung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde.
— Donnerstag den 11. März abends 8 Uhr im Markussaal für Frauen und Männer der Markusge⸗ meinde Vortrag über das Thema„Wie
1 2 ward Luther zum Reformator?“
In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Ausfeld.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld. Abends 6 Uhr: Pfar⸗ rer Bechtolsheimer. Abends /8 Uhr:
Vereinigung der konfirmierten männlichen
Jugend der Johannesgemeinde.— Mon⸗ tag den 8. März abends ½8 Uhr: Ver⸗
einigung der konfirmierten weiblichen Ju⸗ gend der Lukasgemeinde.
10. März abends 6 Uhr: Passionsgottes⸗ dienst: Pfarrer Ausfeld.— Freitag den 12. März abends ½8 Uhr: Vereinigung weiblichen Jugend der Am kommenden Sonntag den 14. März findet im Abend⸗ gottesdienst Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Johannesge⸗ meinde statt. Die Gemeindepfarrer erbitten vorherige Anmeldung. 5
Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch⸗ und Steindruckerel R. Lange,
Gießen.
— Mittwoch den
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