Ausgabe 
17.9.1915
 
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Kiew, Dunadurg und Riga. 5 Moskauer Blättern zufolge besteht die Möglichkeit, Kiew aufzu⸗

geben. Die Eisenbahnbeamten wurden bereits aus der Stadt aus⸗ gewiesen. Es besteht aber nicht die Absicht, Privatpersonen oder Eigentum zu entfernen. Die Zeitungen erscheinen wegen Papier⸗ mangels nur noch in Je⸗Format und bringen nur offizielle Berichte. In den Schulen wurde der Unterricht geschlossen. Die Räumung Dünaburgs ist beendet. In der Stadt ist alles Leben erstorben. Die Zahl der dortigen Flüchtlinge beläuft sich auf 360 000, 5

In Riga ruht das Leben auf der Straße völlig. Allgemein wird deut sch gesprochen. Die letzte deutsche Zeitung, die Rigaische Zeitung, wurde von der Militärbehörde verboten. Gegen den Grafen Reutern⸗Noloken, dem Adels⸗Marschall von Kurland, wurde wegen provokatorischen deutschsprechens ein Strafverfahren einge⸗ leitet. Die Sparkasse wird vom Publikum belagert.

Beschießung Ypernus.

Die Times berichten aus dem englischen Hauptquartier: Am Sonntag wurde Ypern sehr schwer beschossen. 300 Granaten fielen in die Stadt. Am Montag war das Bombardement schwächer, aber ein Geschoß kam aus einem 42 Zentimeter⸗Mörser.

Der türkische Tagesbericht.

Konstantinopel, 16. Sept.(W. T. B.) Das Haupt⸗ quartier teilt mit: An der Dardanellenfront ist die Lage un⸗ verändert. Bei Anaforta gelang es unseren Truppen in der Nacht zum 14. September, feindliche Kräfte durch kühne Ueberfälle zu beunruhigen, zu zerstreuen und zur Flucht zu zwingen. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr brachten wir am linken Flügel eine Gegenmine zur Explosion, die eine feindliche Mine zer⸗ störte. Am rechten Flügel verhinderten wir durch Bomben⸗ würfe die feindlichen Truppen, Schützengräben im Zickzack anzulegen, und brachten ihnen Verluste bei. An diesem Flügel brachte unsere Artillerie zwei feindliche Batterien zum Schweigen. Unsere Batterien an den Meerengen nahmen um 13. September feindliche Truppen in der Umgebung von Kap Helle unter wirksames Feuer, ebenso die Landungsstelle von Tekke Burnu, den Abschnitt von Sedd⸗ül⸗Bahr und die feindlichen Batterien von Hissarlik, die auf unsere Infanterie schossen. Wir erzielten durch unsere Beschießung ein gutes Ergebnis bei den feindlichen Truppen. Die feindliche Batterie von Hissarlik wurde zum Schweigen gebracht. Am 14. September zersprengten dieselben Batterien eine feind⸗ 205 Artilleriestellung bei der Landungsstelle von Seddeül⸗

ahr. An den anderen Fronten nichts Bedeutendes.

Keine italienischen Truppensendungen. Konstantinopel, 15. Sept. Die verschiedenen Nachrichten, daß die Italiener sich auf Rhodos konzentrieren oder in Adalia und Mersina landeten, sind durchaus falsch. Bis⸗ her sind keine Truppen aus Italien nach der Levante abge⸗ gangen. In Fühlung mit ihrem Mutterlande befindliche italienische Kreise Konstantinopels bezweifeln stark die Ent⸗ sendung italienischer Expeditionskorps nach dem Orient. Sie dersprechen sich viel von den mündlichen Aufklärungen, die der bisherige Botschafter Marchese Garroni dem König von Italien gab. Garroni war unumwundener Gegner der Teilnahme Italiens am Dardanellenfeldzuge. Ein englischer Dampfer im Schwarzen Meer torpediert. 1 Petersburg, 16. Sept.(W. B.) Meldung der Petersburger Telegraphen⸗Agentur. Auf der Höhe von Odessa, zehn Meilen von der Küste, hat der englische, mit einer Ladung nach Nikolajew be⸗ stimmte DampferPatagonia Havarie erlitten. Man nimmt an, daß sie durch ein deutsches Unterfeeboot verursacht worden ist. Der russische RegierungsdampferMaria, der voransuhr, wurde gleich⸗ falls von dem Unterseeboot angegriffen, entging aber der Gefahr.

Die Stimmung in Sosia.

Sofia, 15. Sept. Das Abkommen mit der Türkei, die ausweichende oder, richtiger gesagt, ablehnende Haltung Serbiens auf die Schritte der Entente, die Einberufung der mazedonischen freiwilligen Landwehr und aller in Mazedonien geborenen Bulgaren zu Uebungen, Serbiens eifrig betriebene Befestigungsarbeiten und Truppenansammlungen an der bulgarischen Grenze, die rätselhafte, ungewisse Haltung Rumäniens, Veniselos' Erklärungen in der Presse, Griechen land werde fest zu Serbien halten, das energische Vorgehen der bulgarischen Regierung gegen die verwirrende Agitation der Presse und Straße all' dies verleiht der Stimmung in Sofia und ganz Bulgarien eine schwer zu beschreibende und besondere Note. Es herrscht nicht gerade Aufregung, doch hat sich aller Kreise eine lebhafte Bewegung bemächtigt, die an die Septembertage 1912, vor der Mobilisierung, er⸗ innert. Alle Gespräche drehen sich um die Möglichkeiten der bulgarischen Politik. Die Geschäfte sind voll von Käufern, die sich mit Gamaschen, Soldatenstiefeln, Strümpfen, Pelz⸗ jacken, Flanellwaren, Feldbestecken usw. versehen. Vom Kom

men des Krieges spricht man als einer sicheren Sache, wie von dem Eintritt des Winters. Inzwischen ist das Diplo matenspiel noch nicht beendet. Man erwartet neue Schritte der Entente. Serbien verzichtet nicht auf direkte Unterhandlungen mit Bulgarien, was jedoch dieses immer ab lehnt. Die Frage der Besetzung des von der Türkei abge kretenen Gebiets wird lebhaft erörtert, und man ersdartet hier über eine amtliche Erklärung.(Frankf. Ztg.)

Vertagung der Reichsduma.

Petersburg, 16. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentur. Ein kaiserlicher Er

laß ordnet die Vertagung der Duma an. Gemaß dem kaiser⸗ lichen Erlaß vom 11.(24.) Januar 1915 nimmt die Duma wegen der außergewöhnlichen Umstände spätestens im No⸗ vember die Sitzungen wieder auf.

Robert Cecil über den Frieden.

Auf die Frage, ob Friedensverhandlungen im Gange seien, erklärte der Unterstaatssekretär Lord Robert Cecil, wie Reuter meldet, im Unterhause: Ich bin nicht imstande mitzu⸗ teilen, welche Besprochungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten stattgefunden haben. Uns ist darüber nichts mitgeteilt worden. Direkte Friedensvorschläge sind uns von Deutschland nicht zugegangen und ich kann mir nicht vorstellen, daß Deutschland Friedensvorschläge machen wird. Wir können uns auch auf keine Friedensvorschläge einlassen, es müßte denn sein, daß diese in Uebereinstimmung mit den Verpflichtungen geschehen, die wir mit den Verbündeten ein⸗ gegangen sind.

Vereinskalender. Montag, 20. September:

Wahlverein. Abends 9 Uhr: Mitglieder⸗Ver⸗

Gießen. sammlung. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.

Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 5 Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.

Bekanntmachung.

Die Rechnung der Armenkasse Gießen für Rechnungsjahr 1913 liegt vom 20. September 1915 ab eine Woche lang zur Einsicht der Beteiligten auf dem Städtischen Armenamt, Asterweg 9, offen.

Gießen, den 15. September 1915.

Der Oberbürgermeister: (Armenverwaltung.) Keller.

Bekanntmachung.

Leseholzuutzung in den Staats⸗ und Gemeindewaldungen. Nach dem sich das Bedürfnis für die Erweiterung der Lesehy erg auf wöchentlich zwei Tage ergeben hat, ist von G h rste Gießen angeordnet worden, daß bis auf weiter⸗ 5 Freitag jeder Woche Leseholztage sind.

Gießen, den 10. September 1915.

Der Oberbürgermeister: J. V.: Grünewald. a

Obstversteigerung der Stadt Gieße

Gießen zur öffentlichen Versteigerung. Das Ausgebot erfolgt an Ort und Stelle baumweise. 5

Vormittags Uhr beginnend w

den Bäumen 3 1 am Leihgesternerweg geschätzt auf 20 Zentner Aepfel aus der früheren Aktienbrauerei geschätzt auf 5 Zentner A am Wiesecker Weg geschätzt auf 15 Zentner Birnen im Lärchenwäldchen geschätzt auf 2 Zentner Aepfel und Birnen auf dem Lutherweg geschätzt auf 3 Zentner Aepfel am Steinbacher Weg geschätzt auf 9 Zentner. Aepfel und Birnen am Anneröder Weg geschätzt auf 23 Zentner Aepfel an der Licher Straße geschätzt auf 72 Zentner Aepfel.

Die Jusammenkunft ist auf dem Leihgesterner Weg an der früheren Aktienbrauerei. Das Obst von einigen Bäumen am Krof⸗ dorfer Weg und am Hardtweg und die Nußernte von einigen Bäumen auf dem Hardtberg kommt an der Aktienbrauerei mit zum Ausgebot. Am Schluß der Versteigerung werden die Kastanien von den Bäumen an der Kaiser⸗Allee und an der Licherstraße ausgeboten. Nachmittags 2 Uhr beginnend wird die Ernte vom städtischen Obst⸗ baumstück an der Licherstraße bei der Kaserne, bestehend aus feinem Tafel⸗ und Wirtschaftsobst, geschätzt auf 300 Zentner Aepfel und 36 Zentner Tafelbirnen versteigert.

Obsthändler sind vom Mitbieten ausgeschlossen.

Gießen, den 13. September 1915.

Der Oberbürgermeister: Keller.

Verstorbene. Frau Helene Kbös Wwe., geb. Weil, in Gießen, 81 Jahre alt. Ludwig Schäfer im Albach, 69 Jahre alt. Heinrich Tröller, Lehrer in Niedenretz, Kr. Wetzlar. Frau Christine Decher in Alsfeld.

Gießener Hausfrauen!

Einladung zu einer

Versammlung

am Dienstag, den 21. d. Mts., abends Uhr, in der großen Aula. Vortrag von Frau v. d. Groeben aus Eisenach, Vorsitzende des dortigen

Hausfrauenvereins, über:

Ungerechtfertigte Lebensmittelteuerung.

Diskussion. Anschließend: Gründung eines Gießener Jährlicher Mitgliedsbeitrag 50 Pfg. Gießener Hausfrauen kommt alle!

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Allgemeiner Deutscher Frauenverein.(Ortsgruppe Gießen).

Bekanntmachung.

Von den in diesem Jahre der Stadt zur Verfügung stehenden

Fichtendeckreiser können eine beschräukte Anzahl Wellen auf Wer solche zu beziehen wünscht, wolle dies alsbald spätestens aber bis zum 1. Oktober ds. Js. auf dem Stadthaus, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 15 anzeigen.

Private abgegeben werden.

Der Preis für die Welle beträgt 30 Pfennig und ist bei der Be⸗

stellung zu entrichten.

Weniger als 5 Wellen werden nicht abgegeben. Gießen, den 14. September 1915.

Der Oberbürgermeister:

J. V.: Grünewald.

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