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und Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung. Ein Erfolg der sozialdemokratischen Frauen.

Lebensmittelpreise von bisher nie gekannter Höhe und sehr niedrige Unterstützungssätze für die Kriegerfamilien haben diese, soweit sie den minderbemittelten Volksschichten angehören, in eine schlimme Notlage gebracht. Dabei steht der Winter vor der Tür, der den Familien erhöhte Aus

gaben für Heizung, Beleuchtung und Kleidung bringt. Die

sozialdemokratische Partei, die, gemeinsam mit den Gewerk seit Kriegsbeginn unablässig bemüht ist, in der Lebensmittelfrage die Interessen der Konsumenten wahrzu nehmen, die den Lebensmittelwucher aufs schärfste bekämpft und die Regierung zu wirksamen Maßnahmen gegen diesen zu drängen sucht, ist auch fortgesetzt tätig, um für die minder⸗ Hemittelten Kriegerfamilien eine erhöhte Fürsorge zu er sangen.

In den kommunalen Körperschaften, in den Landtagen und im Reichstage hat sie ihre Stimme für die Hilfs- bedürftigen erhoben und die Kritik an den Unzulänglichkeiten ausklingen lassen in praktischen Vorschlägen zur Behebung des Notstandes.

Aus eigener Erfahrung könnten die sozialdemokratischen Frauen, die meistens selbst auf das schmerzlichste den Druck der Verhältnisse empfinden und zudem täglich Zeuge sind, wie andere, noch ungünstiger gestellte Familien schwer leiden, reichliches Material beibringen, welches die Dringlichkeit schneller, umfassender Hilfe dartut. Ihre politische Recht⸗ losigkeit hindert die Genossinnen jedoch, im Parlament in diesem Sinne zu wirken; sie müssen sich damit begnügen, den sozialdemokratischen Abgeordneten ihr Material zu übermitteln und durch Petitionen die Aktionen der Fraktion zu unterstützen. 0

Das ist auch jetzt wieder geschehen bei der letzten Tagung des Reichstags. Genossin Luise Zietz hat im Namen der sozialdemokratischen Frauen folgende

N Petition betr. Kriegsunterstützung dem Reichstag eingereicht:

5Weite Schichten der minderbemittelten Kriegerfamilien sind in großer Not. Die Staatsunterstützungen sind niedrig; Tausende von Gemeinden zahlen keine Zuschüsse, Tausende sehr geringe, ver⸗ Hältnismäßig wenige hundert und mehr Prozent. Uns gehen von Kriegerfrauen fortgesetzt bittere Klagen zu über ihre Notlage, insbesondere von dort, wo die Gemeindezuschüsse ganz fehlen oder sehr niedrige Sätze aufweifen. Die sozjialdemokratischen Frauen, die in der Kriegshilfe tätig sind, berichten in gleichem Sinne.

Nach einer von der Generalkommission der Gewerkschaften neranstalteten Umfrage gaben von 3740 Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern über 2000 überhaupt keine Unterstützungen an Kriegerfrauen und ihre Familien. In einer großen Anzahl Ge⸗ meinden. die Unterstützung in irgendeiner Form zahlten, waren diese äußerst gering.

Dabei sind die Lebensmittelpreise fortgesetzt gestiegen und gegenwärtig so hoch, daß mit den geringen Einnahmen keine nur einigermaßen hinreichende Ernährung möglich ist.

In weitem Maße sind die Kriegerfrauen bemüht, Erwerbs⸗ arbeit zu erlangen, um durch eigenen Verdienst eine bessere Er⸗ nährung der Familie zu ermöglichen. Nun sind aber manche Ar⸗ beiterfrauen arbeitsunfähig, andere können wegen der großen Kinderzahl der Erwerbsarbeit nicht nachgehen, wenn sie ihre

Kinder nicht ohne Aufsicht lassen und damit schweren körperlichen und moralischen Gefahren aussetzen wollen, deun in den meisten Gemeinden fehlt es an Säuglingsheimen, Kindergärten und Kinderhorten, in denen die Kinder beaufsichtigt und gepflegt wer⸗ den könnten oder diese stehen nicht unentgeltlich zur Verfügung und Geldausgaben dafür können bei den beschränkten Mitteln nicht gemacht werden. In diesen Fällen kann höchstens Heimarbeit übernommen werden, die meistens sehr niedrig entlohnt wird, aber auch nicht immer zu haben ist, namentlich nicht in ländlichen Orten. Dazu kommt, daß infolge des Mangels an Rohmaterialien, insbesondere in der Tertilindustrie, Arbeitsmangel herrscht.

In anderen zahlreichen Fällen, namentlich in Sachsen, Ost⸗

und Westpreußen, ist den Kriegerfrauen, die Erwerbsarbeit ge⸗ funden haben, von den Behörden sogar die Staatsunterstützung entzogen, mit der Begründung, es liege keine Bedürftigkeit vor. Auf eingelegte Beschwerde ist in den einzelnen Fällen Abhilfe ge⸗ schaffen worden, aber diese Handhabung seitens der Behörden be⸗ steht leider vielfach noch weiter. 5 Die Folge dieser weitverbreiteten Notlage der Kriegerfamilien ist Unterernährung, schließlich gesundheitliche Schädigung und eine steigende Verbitterung über ihr trauriges Los. Sicherlich fühlen sich auch die Soldaten stark bedrückt, wenn sie hören, daß ihre Lieben Not leiden, während sie im Kriege ihr Leben einsetzen.

Die sozialdemokrafischen Frauen bitten deshalb den Reichs⸗ tag, daß er eintritt für die sofortige Erhöhung der staatlichen Unterstützungssätze au die Kriegerfamilien, und daß ex die Ge⸗ meinden verpflichtet, zu diesen Unterstützungen Zuschüsse zu leisten, deren Erstattung bei finanzschwachen Gemeinden das Reich übernimmt.

Die sozialdemokratischen Frauen erwarten, daß das Hohe Haus im Interesse der Kriegerfamilien, die ohnehin auf das schwerste unter dem Kriege leiden, ihre Bitte erfüllen wird.

Im Reichstag wurde Berücksichtigung der erhobenen Wünsche zugesagt. Die Regierung hat jetzt, wie die Presse bereits meldete, Erhöhungen von 20 bis 25 Prozent in Aus- sicht gestellt.

In diesem Sinne zu wirken war den Genossinnen leb haftes Bedürfnis und damit einiges zu diesem Erfolg bei⸗ getragen zu haben, wird allen eine große Freude sein.

Hoffentlich werden nunmehr die Gemeinden dem Bei⸗ spiele des Reiches folgen, insbesondere dort, wo bisher noch jede Beihilfe fehlte oder diese äußerst gering war.

Neue Brotmarken. Morgen gelangen die Brotmarken für die nächsten zwei Wochen an den bekannten Stellen vor⸗ 5 7 von 812 und nachmittags von 26 Uhr zur Aus gabe.

Zwei Leseholztage in der Woche. Nach einer Bekannt⸗ machung des Oberbürgermeisters darf jetzt jeden Mittwoch und Freitag Leseholz im Walde geholt werden, während dies bisher nur Mittwochs gestattet war. Vor einiger Zeit hatte Landtagsabgeordneter Raab im Landtage angeregt, an mehreren Tagen in der Woche die Staats- und Gemeinde⸗ wälder für Holzsammeln freizugeben.

Städtische Lebensmittelversorgung. burg werden von der Stadt gute, frische zwei Pfennige billiger, als der Marktpreis Die Eier werden aus Ungarn bezogen.

In Magde⸗ Eier das Stück beträgt, verkauft.

Wahlverein Gießen. Wir werden ersucht, an dieser Stelle auf die am nächsten Montag stattfindende regel⸗ mäßige Mitgliederversammlung aufmerksam zu machen. Die Parteigenossen wollen sich zahlreich zu dieser Versammlung einfinden.

Krawall auf dem Wochenmarkte. In unserer Nachbar stadt Marburg kam es am Dienstag auf dem Wochen⸗ markte zu Spektakel. Wie es bereits am Samstag geschehen war, weigerten sich die Hausfrauen, mehr als 1,50 Mark für das Pfund Butter zu bezahlen, wogegen die Verkäufer 2 Mk. verlangten und ein Teil derselben sich anschickte, den Markt zu verlassen. Dabei kam es zu lebhaften Auseinander⸗ setzungen; von den Bauern sollen einige gesagt haben, daß sie die Butter lieber den Russen als den Städtern zu fressen geben wollten. Das gab natürlich desto mehr Erbitterung auf der anderen Seite und ehe man sichs versah, kollerten die Butterkörbe auf dem Markte herum. Die Polizei mußte einschreiten. Angesichts der grenzenlosen Preistreiberei sind derartige Vorkommnisse ja sehr erklärlich. Nützen wer den sie aber nichts; besser wäre schon, wenn Regierung und Behörden dafür sorgen würden, daß nicht Wucherpreise für notwendige Lebensmittel gefordert werden.

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Landsturmmann Hermann Vogel, Straßenbahnwagen⸗ führer aus Gießen, Res.⸗Inf.⸗Reg. 116. Musketier Heinrich Schäfer aus Wetzlar-Niedergirmes, Inf.⸗Reg. 166. Ge⸗ freiter Hermann Muskat aus Mandeln, Kreis Wetzlar, Landsturm⸗Pionier⸗Komp. 2. Leutnant Ernst Rückels⸗ hausen, Forstassessor in Ehrengshausen bei Alsfeld, Inf. Reg. 99.

Haussranen⸗Verein. Wir werden um Aufnahme des Jol⸗ genden ersucht: Gießener Hausfrauen haben sich ent⸗ schlossen, der Lebensmittelteuerung entgegenzutreten, wie dies Hausfrauen anderer Städte bereits mit Erfolg gelungen ist.(Mar⸗ burg, Eisenach, Heilbronn usw.) In einer Vorbesprechung, an der eine größere Anzahl Hausfrauen teilnahm, wurde der Entschluß gefaßt, einen Verein zu gründen und zu diesem Zweck eine Ver⸗ sammlung der Gießener Hausfrauen einzuberufen. In dieser Versammlung sollen die Zwecke und Ziele des Vereins von sach⸗ kundiger Seite dargelegt werden. Frau v. d. Groeben aus Eisenach, die Vorsitzende des dortigen Hausfrauen⸗Vereins, hat es über⸗ nommen, über Mittel und Wege zu berichten, die der Eisenacher Hausfrauen⸗Verein erfolgreich anwandte, um der immer uner⸗ träglicher werdenden Steigerung der Preise für alle Lebensmittel zu begegnen. Der Vortrag wird am Dienstag, den 21. d. Mts., abends 8 ½ Uhr, in der großen Aula stattfinden. Bei der Be⸗ deutung der Sache für jeden Hausstand, sollte jede Hausfrau es ermöglichen, in die Versammlung zu kommen und dem zu gründen⸗ den Verein beitreten, um geschlossen gegen die Lebensmittel- steigerung Front zu machen. Um jeder Frau den Beitritt in den Verein zu ermöglichen, wird der jährliche Mitgliedsbeitrag nur 50 Pfg. bis 1 Mark betragen.

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Reignet die dritkeKriegsanleihe!

Burgfriedliches. Die Stadt Nordha usen hat, wie viele andere Städte, Fleischdauerware gekauft. Offenbar nur ungern, denn nach der Aufhebung der Regierungsverordnung schränkte sie den Einkauf, der sich der Einwohnerzahl entsprechend auf 382 000 Mark hätte beziffern müssen, sosort auf 72 000 Mark ein. Daß mit diesem geringen Vorrat bei dem großen Mangel an Fleischwaren nicht viel geholfen ist, liegt auf der Hand. Der Magistrat verkauft trotzdem die in städtischem Vorrat sich befindlichen Schinken und Knackwürste an das Rote Kreuz, vor allem aber auch an reiche Ein⸗ wohner. Als diese Tatsache bekannt wurde, entstand natürlich unter den Minderbemittelten, filr die die Fleischwaren nach Beschluß der Stadtverordneten bestimmt sein sollten, lebhafte Unruhe. Die Nord⸗ häuser Volkszeitung wies in einer vein fachlichen Notiz auf die um⸗ gehenden Gerüchte hin. Der Oberbürgermeister bestätigte dann ihren Inhalt auch. Aber in diesergroßen Zeit brachte es die liberale Stadtverwaltung doch fertig, der Volkszeitung mitzuteilen, daß als Folge ihrer Notiz die Stadtverwaltung jede Verbindung mit ihr aufhebe. Besonderen Nachdruck legte das Schreiben der Stadt⸗ verwaltung auf die Ankündigung, daß die seit der ersten Zeit der Kriegsbegeisterung der Volkszeitung zur Veröffentlichung über⸗ wiesenen amtlichen Bekanntmachungen wieder weg⸗ fallen werden. Der Burgfriede, der gleiche Behandlung aller ohne Unterschied der Parteien bedingt, hört also sosort auf, wenn sich die liberale Stadtverwaltung durch die Wahrnehmung der In⸗ teressen der ärmeren Schichten bedrückt fühlt. Auch an den Kampf⸗ mitteln hat der Krieg nichts geändert: Wer nicht pariert, dem wird der Brotkorb höher gehängt.

Kreis Alsfeld⸗Lauterbach.

d. Alsfeld. Maßnahmen gegen die Lebens mittel⸗ teuerung verlangte eine Eingabe, die mehrere Einwohner an den Stadtvorstand gerichtet haben und die in der Sitzung am Dienstag zur Verlesung kam. Es heißt darin, daß die Preise der meisten Lebensmittel auch in Alsfeld eine Höhe erreicht hätten, die von der gering bemittelten Bevölkerung, besonders aber von Fa⸗ milien, deren Ernährer im Felde stehen und die auf die Reichsbei⸗ hilfen angewiesen seien, nicht bezahlt werden könnten, es liege im Interesse der Sicherung der Volksernährung, geeignete Maß⸗ nahmen zu ergreifen, die die Herbeiführung normaler Preise für die notwendigsten Lebensmittel gewährleisten. Der Stadtvor⸗ stand steht der Eingabe sympathisch gegenüber und beschloß, beim Kreisamt Antrag auf Festsetzung von Höchstpreisen zu stellen.

Westerwald und Unterlahn.

Die neue Bahnstrecke Weidenau⸗Siegen⸗Dillenburg, welche am 1. Oktober eröffnet werden sollte, wird bis dahin nicht fertig. Sie soll erst am 1. November und zwar nur bis Haiger für den Güterverkehr in Betrieb genommen werden. Der völlige Ausbau der Bahn bis Dillenburg wird noch längere Zeit be⸗ anspruchen.

Von Nah und Fern.

Herr Profiitlich. Wegen Steuerhinterziehung verurteilte die Bonner Ferienstrafkammer den Stadtverordneten und früheren Bei⸗ geordneten der Stadt Honnef, Metzgermeister Profittlich, zu 5220 Mark Geldstrafe, das ist der zehnfache Betrag der in den Jahren 1909, 1911 und 1912 hinterzogenen Steuer. Der Angeklagte hatte seit 1895 das steuerpflichtige Einkommen aus seinem Metzgerei betriebe, das bis zu 15000 Mark betrug, weit geringer bis auf 2000 Mark herab angegeben. Die vor 1909 liegenden Hinterziehungen waren verjährt. Das Gericht erkannte auf die gesetzliche Höchststvafe mit Rücksicht auf die vieljährige Dauer der Hinterziehungen und auf die Vertrauensstellungen des Beschuldigten in der Stadt Honnef.

Ein verzweifelter Vater. Der Silberarbeiter Schultz am Engelufer in Berlin hatte einen 22 Jahre alten Sohn, der bei Aus⸗ bruch des Krieges schon ein Jahr aktiv bei der Infanterie diente. Dieser wurde seit dem 5. Oktober nach einem Sturmangriff im Westen vermißt. Die Familse hörte seitdem nichts mehr von ihm, bis sie jetzt vom Standesamt seine Todesurkunde zugestellt erhielt.

f ist der junge Krieger am 7. Juli in einem franzölischen Sag zn ber ae aft gestorben. Als der Wale wende von

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der Arbeit kam und die Trauenkunde vernahm, lief er mit den Worten:Für was lebt man benn noch! von der Küche, in der sich die ganze Familie besand, nach der Stube, sprang aus dem Fenfter auf die Straße hinaus und starb auf der Stelle an einem Schadel⸗ bruch. Der Arzt konnte nur noch seinen Tod seststellen.

Vom eigenen Hunde zerfleischt.

Der Wächter Weber von der Wach⸗ und Schließgesellschaft in, Kaßffel wurde am Mittwoch früh, bei einem Rundgange plötzlich von seinem Hunde angefallen und fürchterlich gebissen. Der Wächter zog schließlich den Säbel und stach das Tier durch den Hals, es da⸗ durch auf den Erdboden anspießend. Mit dem Säbel im Halse riß sich der Hund wieder los und durchbiß dem Wächter den Unterarm⸗ knochen. Endlich gelang es den Schwerverletzten, das wütende Tier durch ein paar Revolverschüsse zu töten. Weber wurde ins Kranken⸗ haus gebracht, wo er bedenklich darniederliegt. Man befürchtet, daß der Hund von Tollwut befallen worden ist.

Telegramm.

Lageleriht dies hrosen Humptritng

Die Kämpfe an der Düna und um Wilna.

Pinsk in deutschen Händen. Westlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. 5 Oestlicher Kriegsschauplaz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Auf dem linken Ufer der D ünsa dringen unsere Trup⸗ pen unter erfolgreichen Kämpfen in Richtung auf Jakob stadt weiter vor. Bei Liewennof wurden die Russen auf das Ostufer zurückgeworfen. 5 Nördlich und nordöstlich von Wi Ina ist unser Angriff im Vorschreiten. Dem Vordringen nordöstlich von Grod us setzt der Feind noch zähen Widerstand entgegen.* Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die Lage ist unverändert. Heeresgruppe des Geueralfeldmarschalls v. Mackensen. 15 Halbwegs Jan owaPinsk versuchten die Russen erneut unsere Verfolgung zum Stehen zu bringen. Die feindlichen Stellungen wurden durchbrochen, 6 Offiziere

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746 Mann gefangen genommen, 3 Maschinengewehre er⸗ beutet. Das Gelände zwischen Pripjet und Jasiolda und

die Stadt Pinsk sind in deutschem Besitz. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Wie an den vorhergehenden Tagen scheiterten russische Angriffe vor den deutschen Linien. Oberste Heeresleitung.

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Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht

2* Scheitern der russischen Angriffe in Ostgalizien

und Wolhynien. Wien, 16. Sept.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart, September 1915: 5 Rufsischer Kriegsschauplaß.

Alle Versuche der Russen, unsere ostgalizische Front ins Wanken zu bringen, bleiben ersolglos. Gestern führte der Feind unter großem Aufwand von Artilleriemunition seine Hauptangrisfe gegen unsere Front an der mittleren Strypa. Er wurde überall geworsen, wobei unsere Truppen durch Flantierungsangrifse auf den Brückenkopf von Buezaez und auf den Raum südlich von Zalocze mitwirkten. Bei der Erstür mung des 20 Kilometer füdlich von Zaloeze liegenden Dorfes Zebrow wurden dem Feind elf Offiziere und 1900 Mann als Gefangene abgenommen und drei Maschinengewehre erbeutet. Auch in Wol⸗ hunien haben unsere Streitkräfte zahlreiche Angriffe abgeschlagen. Bei Nowo⸗Aleksiniee wurden die Russen unter erbitterte Hand⸗ gemenge aus den Schützengräben des Infanterie⸗Regiments Nr. 85 vertrieben. Bei Nowo⸗Poczajew war es dem Feinde vor⸗ gestern gelungen, an einzelnen Punkten auf das westliche e vorzubrechen. Gestern wurde er überall auf das Ostufer zu⸗ rückge worfen, wobei er unter dem flankierenden Jener un⸗ serer Artillerie große Verluste erlitt. Neben dem Infanterie⸗ Regiment Nr. 32 und dem Jäger⸗Feldbataillon Nr. 29 gebührt dem Linzer Landsturm⸗Regiment Nr. 2 ein Hauptverdienst an diesem

Erfolge.. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. 5 Versuche der Italiener, unsere Stellungen auf dem Maute Piano zu umgehen, wurden vereitelt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant.

* 1 Pinsk.

Die Kreisstadt Pins k, die unter ihren 36 000 Einwohnern freilich wie alle Städte des Ansiedlungsbezirkes sehr viele Juden zählt, ist doch in der Hauptsache von Weißrussen bewohnt. Dieses Volk, das in den vermutlichen Ursitzen der Slawen wohnk/ zählt ungefähr 6 Millionen Soelen; es ist wohl der Sprache nach, die aber über die Bedeutung eines Dialektes nicht hinausgekommen ist, von den Großrussen verschieden, hat auch in seiner hellen, aus gebleichter Leinwand bestehenden Tracht ein Kennzeichen, das ihm vermutlich den Namen gegeben hat, es gehört aber in weit engerem Sinne zu den Russen, als dies etwa bei den Ukrainern der Fall ist⸗ Einen eigenen Staat haben die Weißrussen nie gebildet, auch eigene Literatur besitzen sie nicht. Wir sind daher durchaus berechtigt, sie als volle Russen anzusprechen. Die deutsche Offensive hat somit die zufsischen Grenzmarken, die vonFremdvölkischen⸗ bewohnt waren, siegreich durchschritten und echt rufsisches Land besetzt. Pinsk Liegt 159 Werst(zu 1087 Meter) östlich von Brest⸗Litowsk am Pripet; es hat im Sommer Flußdampferverbindung mit Kiew. Vor genau drei Wochen ist Brest⸗Litowsk gefallen; die Schnelligkeit des deutschen Vormarsches auf dieser wichtigen Linie mag danach berechnet werden.

Die Lage in Livland.

Laut Nowoje Wremja verbot der Chef des Armeestabes in Riga jeden telegraphischen, telephonischen und P 0 st vera kehr in deutscher Sprache sowie das Erscheinen allen deutschen periodischen Druckschriften. Die Zensur soll alle deutschen Briefe vernichten. Die Rigaer Be- hörden erhielten vom General Danklow die Mitteilung, daß die Anordnung, wonach die Kupferdächer der Domkirche und, der Jakobskirche abgenommen werden sollen, rückgängig ge- macht wird. Den beiden neugebildeten lettischen

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Bataillonen fehlt das Offiziers- und Aergztepersc nal., e u 0

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