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1.1.1915
 
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jeitung

Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

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Nr. 1

Gießen, Samstag, den 2. Januar 1915

10. Jahrgang

Wie wird der Krieg enden?

Ein schwedisches Urteil über Stand und schließliches Ergebnis des Weltkrieges.

Das Stockholmer Aftonbladet schreibt:. Als Anfang August die 8 riegserklärungen über Deutschland und dessen Bundesgenossen förmlich herniederhagelten, prophezeite die öffentliche Meinung im alggemeinen den Deutschen eine gründliche Niederlage. Gegen Ruß⸗ lands ungeheure Heeresmassen, gegenüber dem glühenden National⸗ haß der Franzosen und der mächtigen englischen Flotte würden e so meinte man sich nicht behaupten können. Nur in solchen Keisen, in denen man die Stärke des deutschen Kriegswesens kannte, war man anderer Ansicht. 5

Nach einer bald fünfmonatigen Kriegsdauer ist zunächst eines vollkommen klar: das Hervorwälzen der russischen Heeresmassen nach Deutschland hinein, dem man in England und Frankreich so Heffnungs voll entgegensah, hat ein jähes Ende bekommen. Eine Mederaufnahme der russischen Offensive ist jetzt ein Ding der Un⸗ möglichkeit. Vor allem scheint der innere Zusammenhalt und die 5 Sa iplin im russischen Heere so bedenklich erschüttert zu sein, daß schon dieser Umstand der Wiederaufnahme einer Angriffsbewegung gegen die festorganisierten Armeen Hindenburgs hindennd im Wege icht. Unter solchen Verhältnissen sind die technischen Hilfsmittel von doppelter Bedeutung für ein Heer. Die Russen haben aber in einem beunruhigenden Grade diese Hilfsmittel verloren, ohne Er⸗ st dafür zu bekommen. Wahrscheinlich hat das russische Heer nicht alein sein Angriffsvermögen, sondern auch die Voraussetzungen i folg ung eingebüßt. Hat die Lawine erst rollen angefangen, läßt sie sich schwer aufhalten, namentlich weil i deutsch⸗österreichisch⸗ungarischen Heere den Russen keine Zeit ir Reorganisation übrig lassen. Gleichzeitig beginnen in Rußland denkliche Zeichen eines inneren Gärungsprogesses sich zu zeigen. gußlands Aussichten sind somit schlecht. Hierzu t, daß die russische hundertjährige Balkanpolitik eine empfind⸗ iche Niederlage erlitten hat.

Die in Frankreich und Belgien vorhandenen deutschen ere haben bisher alle Angriffe der verbündeten Franzosen, Eng⸗ linder umd Belgier erfolgreich abgewiesen. Wenn die Dreiverbands⸗ nuͤchte im Westen einen für sich günstigen Ausfall herbeiführen pollen, müßten sie rassch eine für sie erfolgreiche Entscheidung er⸗ zwingen. Es scheint aber, als sollte der französischeElan seine Sürn gegen den deutschenSchneid blutig stoßen. Und wenn Hhrdenburg bald seine Rechnung mit den Slawen fertig gemacht en wird, werden Hunderttausende der besten und erprobtesten Tumppen der Welt von den Deutschen vom östlichen nach dem west⸗ lien Kriegsschauplatze geführt werden, um eine Entscheidung zu⸗ güisten Deutschlands zu beschleunigen. Die sogenauntenMillionen⸗ hare des Lord Kitchener werden anderes zu tun bekommen, als af französischem Grund umd Boden zu streiten! Wenn eine deut⸗ Landung von der Nordküste Frankreichs aus droht, wird es uf der britischen Auffassung der Dinge nicht übereinstimmen, das egzlische Inselreich von Truppen zu entblößen!

Die numerische Ueberlegenheit der englischen Flotte kn das siegreiche Vorrücken der deutschen und österreichisch⸗ mwarischen Heere nie verhindern. Die Entscheidung liegt in einem Hitinentalkriege, nicht auf dem Meere. Die Hauptaufgabe der ehlischen Flotte wird die sein, die britischen Inseln möglichst gegen ee deutsche Invasion zu verteidigen. 4

Die endliche Entscheidung zugunsten Deutschlands nnd nicht allzu lange auf sich warten lassen. Rußland wird die Danaumonarchie nicht zusammenstürzen, sondern fester zusammen⸗

gligt sehen. Frankreichs Revancheplan wird niemals die Wieder⸗ spinnung des deutschen Reichslandes erreichen: es ist vielmehr

ifelhaft ob Frankreich die Grubengebiete in seiner nordöstlichen (te künftig behalten darf. Und England wird fortan die deutsche Nchsflagge als Konkurrentin auf den Meeren dulden müsssen.

Die Nationalpolen gegen Rußland.

Den Mitteilangen des polnischen Preßbureaus, das h seit einiger Zeit in Berlin befindet, entnehmen wir folgendes: Das jetzt in Wien(1. Bezirk Neutorgasse 9) amtierende Herste polnische Nationalkomitee ist in eine neue Phase seiner ligkeit getreten. Es hat sich mit der polnischen Nationalorgaui⸗ ton verbunden, die seit dem Ausbruche des Krieges auf dem Ge⸗ ee Russisch⸗Polens hervorragende Dienste gegen das russische Re⸗ ine geleistet hat. Als Repräsentanten der Nationalorganisation uh dem obersten Nationalkomitee Universitätsprofessor Dr. Tokarz Dr. Sokolnicki beigetreten. Diese Vereinigung der aktipsten

en Politiker, die bis jetzt getrennt in Galizien und in sisch⸗Polen gearbeitet haben, verleiht dem Strome der zanti⸗ sufischen Bewegung mehr Wucht und Einheitlichkeit. Ein Resultat ui größter Tragweite ift schon jetzt zu verzeichnen: das Militär⸗ artement des polnischen Nationalkomitees, das Legionäre. an⸗ Hübt und organisiert, verlegt seinen Sitz aus Jablonka(Oesterr. kellesien) nach Russisch⸗Polen. Es ist das er ste Mal, daß auf dam biete Kongreß⸗ Polens eine ational⸗polnische litär verwaltung öffentlich und offiziell im Einper⸗ inen mit Regierungen von zwei mächtigen Staaten A polrische teitkräfte gegen den russischen Erbfeind organisiert. Diese Tat⸗ ce wird nicht verfehlen, auf die Gemlüiter der Vevölkerung den essten Eindruck auszuüben.

Die Schlacht bei de Falklands⸗Inseln. Eine Schilderung des Kommandanten der 4Dresden.

London, 30. Dez.(WE. Nichtamtlich.) n kegraph berichtet nach einem Telegramm der New Pork Titus Buenos Aires vom 17. Dezember; Der Komman dan 100 emen KreuzersDresden gab dem deutschen Konsul in 1 0 7 umas folgende Schilderung des Kampfes bei den Falke

Der gestrige Daily

landsinseln: Das deutsche Geschwader verließ den Stillen Ozean und ging un das Kap Horn nach den Falkfandsinseln. Ehe es dort ankam, sandte Aoͤmiral Graf v. Spee einen Kreuzer voraus, um festzustellen, ob englische Schiffe anwesend seien. Der Kreuzer berichtete die Anwesenheit zweier englischer Kreuzer. Der Ad⸗ miral traf sofort die Vorbereitungen zum Kampfe. Als wir uns den Inseln näherten, sahen wir nicht zwei, sondern sechs Kreuzer, aber der Abmiral hielt an seinem Entschluß fest. Noch später be⸗ merkten wir zwei Schlachtkreuzer der Lionklasse am Buchteingange. Die Wetterbedingungen waren ausgezeichnet. Der Admiral be⸗ schloß, mit derScharnhorst und derGneisenau den Kampf auf⸗ zunehmen und befahl den drei anderen Schiffen, sich zu zerstreuen. Das englische Geschwader wurde hierauf von derScharnhorst und derGneisenau angegriffen, während dieLeipzig,Nürnberg undDresden versuchten, außer Schußweite zu gelangen. Die eng⸗ lischen Schiffe führten 34.3 Zentimeter⸗Geschütze, die beiden deutschen Panzerkreuzer nur 21 Zentimeter⸗Geschütze. Der Kommandant der Dresden entnahm englischen Radiogrammen den Untergang der Scharnhorst undGneisenau, wußte aber nichts über das Schick⸗ sal derLeipzig undNürnberg.

Der Kapitän des englischen DampfersOrissa berichtet, das englische Geschwader hätte so wenig Kohle an Bord gehabt, daß einige Schiffe ihre Boote und andere verbrennbare Gegenstände verheizten. Der PanzerkreuzerCornwall wurde umter der Wasser⸗ linie leicht beschädigt.

Seekampf in der Adria?

Rom, 30. Dez.(J. U.) Aus Venedig wird gemeldet, daß die englisch⸗französische Flotte mit 30 Schlachtschiffen und vielen Torpedobvoten vor dem Kanal von Fasana erschienen sein soll, wo die äußeren Befestigungen von Pola liegen. Darauf soll sie Rovigno beschossen haben, weil vom Kirch⸗ turm aus Signale gegeben worden sind.

Auch ein Friedensprediger!

Der belgische Minister Vandervelde, bislang Vor⸗ sitzender des Exekutivkomitees des internationa⸗ len sozialistischen Bureaus, hielt am 11. De⸗ zember in der Royal Society of Arts London einen Vortrag, in dem er u. a. ausführte:

Der Vorsitzende hat mich als belgischen Kriegsminister an⸗

in

gesprochen. Ich Kriegsminister! Wer hätte je so etwas erträumt! Und doch ist in meiner Stellung nichts Widerspruchs⸗ volles. Als Sozialist, Pazifist, Inter nationalist

erkläre ich mich für den Krieg bis zum äußersten. Obschon wir Pazifisten sind, wünschen wir diesen Krieg, denn er ist der Krieg gegen den Krieg. Wenn es je einen guten Krieg gegeben hat, so ist es der Belgiens, des Opfers des deutschen Ueberfalls. Das Verbrechen dieses Krieges darf nicht dem deutschen Volke zugeschrieben werden, sondern den preußischen und österreichischen Feudalen, den Panzerplattenfabrikanten und allen denen, die sich am Kriege mästen. Einige Zeit vor Ausbruch des Krieges ließ ein deutscher Staatssekretär einen deutschen Sozialdemokraten zu sich rufen. Wir sind Pazifisten wie Ihr, sagte er,aber es wäre gefährlich, die Friedensliebe des Volkes jetzt durch Versammlungen zu er⸗ mutigen. Er log. Der Krieg wurde gewünscht, durchdacht und vorbereitet. Monate vor dem Mord von Sarajewo komplottier⸗ ten Deutschland und Oesterreich miteinander, um Serbien den Krieg zu erklären. Das deutsche Volk hat den Krieg nicht ge⸗ wollt, aber sein politisches Sustem beraubte es aller Mittel, um sich Geltung zu verschaffen. Nun aber muß mit dem Junkertum und dem preußischen Militarismus aufgeräumt werden. Was sollen die Friedensbedingungen sein? Wir müssen uns wehren gegen die Jin gos, die Deutschland in Stücke reißen wollen, aber auch gegen die Pazifisten, die, den Frieden nur um seiner selbst willen wollen. Es gibt viele solcher Leute in England. Aber sie werden keinen Er⸗ folg haben, denn zwischen ihnen und der Erflfillung ihrer Wünsche liegt der geschändete und gemarterte Leib Belgiens. Frankreich muß Elsaß⸗Lothringen, Dänemark Schleswig⸗Hol⸗ stein wiederbekommen und Italien Trentino und Tric st. Was Belgien anbetrifft, so wird Brüssel noch die belgischen Sol⸗ daten mit Ruhm und Sieg bedeckt heimkehren sehen. 5

Was Vandervelde anGeschichtstatsachen bringt, beweist seine völlige Unkenntnis der Vorgänge in Deutschland, und es wäre interessant, zu erfahren, wer ihn informiert hat. Daß bis knapp vor Kriegsausbruch Riesenversammlungen für den Frieden sprachen, weiß er offenbar nicht. Und geradezu kindlich ist seine Ansicht, daß Deutschland und Oesterreich monatelang für den Krieg mit Serbien wirkten. Dann hätte am Ende Bethmann: Hollweg den Mond in Sarajewo veranlaßt? Und nun die Friedens bedingungen: Elsaß-Loth⸗ ringen, Schleswig⸗Holstein, Trentino und Triest als Beute ohne die Bewohner dieser Länder auch nur zu fragen, ob sie eine andere Staatsangehörigkeit wünschten, Fürwahr, der Sozialist hat als Minister schnell umgelern 1.

Landgerichtsurteile in Oesterreich.

Die Bezirkshauptmannschaft(politische Behörde) von Mäh⸗ risch⸗Ostrau hat in der letzten Zeit eine Anzahl militärgerichtlicher Urteile bekannt gegeben. Die letzten davon sind diese: Ein Maler- gehilse, der auf öffentlichem Platze in Proßnitz(Mähren) vor

hier

vor⸗

mehreren Personen russophile Redensarten geführt hatte,

Wie wird es enden?

wurde zum Tode verurteilt, vom Militärkommandanten aber zu 5 Jahren schweren Kerkers begnadigt. Ein Schneider wurde wegen Majestätsbeleidigung(Ehrfurchtsverletzung) und anderer Aeußerungen zum Tode durch den Strang verurteilt. Die Kundmachung fährt fort:Dieses Urteil wurde durch Kaiser⸗ liche Gnade in Todesstrafe durch Erschießen umgewandelt, welches Urteil am 9. Dezember vollzogen wurde. Das Todesurteil gegen Lonsdale.

In einer Zuschrift an den Vorwärts hat sich der Reichs⸗ tagsabgeordnete Genosse Dr. David über das Todesurteil gegen den englischen Kriegsgefangenen Lonsdale in gleichem Sinn ausgesprochen, wie dies hier geschehen ist. Leider findet sich ein deutsches Blatt, das gegen seine Ausführungen lebhaften Widerspruch erhebt. Es ist das was niemanden überraschen wird die Berliner Post. Sie schreibt:

Auffallend ist nur, daß Dr. David nur jetzt im Namen der Menschlichkeit seine Stimme erhebt, während er schwieg, wenig⸗ stens so weit uns bekannt ist, als auf der Insel Man mehrere deutsche Zivilgefangene erschossen wurden, nur weil sie sich über die hündische Kost beschwerten, die ihnen in unanständigster Form tagelang geboten worden war. Wo war da Dr. Davids Stimme für die Menschlichkeit? Sie scheint sich nicht für die Deutschen zu erheben, sondern nur für unsere Feinde und Gegner. Wir verlangen Recht und Gerechtigkeit nach unseren Gesetzen gegen jeden englischen Verbrecher, denn nur so werden wir viel⸗ leicht die Engländer selbst zu Recht und Gerechtigkeit gegen unsere Landsleute erziehen können.. 5 a

Wenn sich die deutschen Sozialisten in bestimmten ihnen geeignet erscheinenden Fällen der in Deutschland befindlichen Kriegsgefangenen annehmen, so tun sie das in der Voraus⸗ setzung, daß die englischen und die französischen Sozialisten gegenüber den deutschen Kriegsgefangenen in gleicher Weise handeln. Wenn unser Vorgehen im Fall Lonsdale die eng⸗ lischen und französischen Sozialisten zu ähnlichem Handeln anregt, so ist damit für die Sache unserer gefangenen Lands⸗ leute mehr gewonnen als durch die Methoden der Ein- schüchterung, wie sie die Post empfiehlt. Diese Methoden können höchstens Anlaß zu Verge ltungsmaß⸗ regeln geben, und die wehrlos in Feindeshand gefallenen. Deutschen haben den Schaden davon. Uebrigens ist im Pro⸗ zeß Lonsdale die Revision beim Reichsgericht angemeldet.

Aber selbst wenn das Urteil des Oberkriegsgerichts Giltig⸗ keit behält, bleibt noch ein Appell an die Gnade des Monarchen möglich. An diese Gnade zu appellieren

würden die deutschen Sozialdemokraten, die für sich selbst niemals Gnade verlangten, in einem so außer⸗ ordentlichen Fall kein Bedenken tragen.

Gegen die Pessimisten.

General v. Gayl, der Kommandierende des 7. Armee⸗ korps, richtet in den Zeitungen seines Bezirks eine Mahn⸗ ung an die Bevölkerung, auszuharren und zu vertrauen. Er stellt zunächst die Frage:Ist es wahr, daß dieses Vertrauen hie und da zu wanken beginnt? Daß Schwarzseher am Werke sind, um in ihren Kreisen flau zu machen und die frohe Zuversicht zu dämpfen? Die Antwart, die er darauf gibt, lautet:

Sollte dem so sein, dann mag es mit voller Deutlichkeit gesagt werden: Weder jetzt noch je haben wir irgend welche Ur⸗ sache, in dem Vertrauen auf den glücklichen Ausgang des Krieges uns beirren zu lassen. Vor 44 Jahren hat unser Schwert sieben Monate hindurch nicht gerastet; heute aber sind die Verhältnisse der Kriegführung, die Zahl der Kämpfer, die Ausdehnung der Fronten ins Ungemessene gewachsen. Und Feinde ringsum! Die Abrechnung mit ihnen, an der uns treue Verbündete helfen, ist aber wahrlich im besten Gange. Im Sturme haben wir, dem Gebote der Notwehr folgend, Belgien erobert: unsere Truppen stehen unbezwinglich in West und Ost auf fremdem Boden, unsere Schiffe sind der Schrecken der Feinde. Ein Krieg freilich, in dem jeder Tag einen neuen Sieg brächte, in dem es keinen Wechselfall, keinen Rückschlag gäbe, wäre in der Tat ein merkwürdiger Krieg! Die beste Gewähr für einen glücklichen Ausgang ist der herrliche Geist unserer Truppen. Je näher an dem Feind, desto stürmi⸗ scher ihr Kampfesmut, ihre Begeisterung, ihr Wille zum Siege. Und unter uns, die wir hinter der Front wie im Schatten des Friedens leben, sollte einer verzagen? Tue ein jeder in er⸗ höhtem Maße seine Pflicht und helfe ex vor allem wirtschaftlich mit an der Stärkung unserer Kriegsrüstung: dann dürfen wir mit fester Zuversicht auf den Sieg unserer guten Sache hinüber; treten ins neue Jahr! 8

Verschärfsung der Regierungs⸗Maßnahmen

Berlin, 30. Dez.(W. B. Nichtamtlich.) Da in den Weih⸗ nachtstagen beobachtet werden konnte, daß die an die Be völkerung gerichtete Mahnung, den Verbrauch an Back, waren zu beschränken, nicht die gebührende Beacht ung gefunden hat, so sollen die bisher getroffenen Maß regeln zur sogenannten Streckung unserer Ge⸗ treidevorräte, wie wir hören, eine Verschärfung erfahren, iusbesondere sowohl hinsichtlich des Zusatzes von