Ausgabe 
17.9.1915
 
Einzelbild herunterladen

Brandt, der Inspektor, wohnt, weest de? Dem gibst de murgen

Aus russischen Gesängnissen. Die Kölnische Zeitung meldet aus Stockholm: Ein schwedischer Ingenieur, der soeben aus Rußland zurückgekehrt ist, wo er einige Zeit als verdächtig im Gefängnis saß, hat einem Mitarbeiter der vierverbandfreundlichen Zeitung Dagens Nyheter seine Erlebnisse geschildert. Er mußte unter den grauenhaftesten Verhältnissen in einem winzigen Zimmer hausen, zusammen mit 39 anderen In⸗ sassen, meist verkommenen Menschen. Er machte auch die Bekannt⸗ schaft eines Russen, der von seinem 17. bis zum 30. Lebensjahre allein sechseinhalb Jahre im Gefängnis verbrachte, nur weil er sich in einem Diskusstonsverein mit Fragen über Rußlands soziale Zu⸗ kunft bechäftigt hatte. Während der beschwerlichen Fahrt von Petersburg nach Riga wurden die Gefangenen auf die brutalste Weise mißhandelt. Als er den Wärtern erzählte, daß er Schwede sei, wurde ihm geantwortet, daß die Schweden von derselben Sorte seien wie die Deutschen und auch demgemäß behandelt würden. Erfolg unserer ostafrikanischen Schutztruppen.

Ein Mitarbeiter der Kölnischen Volkszeitung, der gute afrikanische Verbindung besitzt, berichtet über erfolgreiche Kämpfe unserer ostafrikanischen Schutztruppe. So teilt er mit, daß die Engländer in den Kämpfen um Taveta am 29. März d. J. große Verluste erlitten. Sie wurden nach einem Sturmangriff auf den befestigten Ort zurückgeschlagen, wobei sie über 120 Mann an Toten, Verwundeten und Ge⸗ fangenen verloren. Zahlreiches wertvolles Material fiel unserer tapferen Schutztruppe in die Hände.

Seit dieser gründlichen Niederlage haben die Engländer den Versuch eines weiteren Angriffes auf Taveta aufgegeben. Aber ein volles Jahr weht nun schon die schwarz-weiß⸗rote Flagge über dem auf britischem Boden liegenden Ort.

Kriegskosten⸗Entschädigung.

Ueber dieses sehr aktuelle Thema äußert sich der nationallibe tale Reichstagsabgeorbnete Keinath in der Braunschw. Landes⸗ zeitung. Ganz richtig betont er, daß etwa erworbenes Land für den siegreichen Staat durchaus nicht notwendig eine Verbesserung seiner finanziellen Lage mit sich bringt. In früheren Zeiten war es anders; da bedeutete die Erwerbung eines Fleckens, einer Stadt, einer Landschaft einen ganz bestimmten Geldwert, um den sich das frühere fürstliche Einkommen vermehrte, ohne nennenswerte Mehr- ausgaben. Heute aber legt neuer Landerwerb dem siegreichen Staat eine Fülle von finanziellen Lasten auf. Die neuen Einkünfte werden von den unvermeidlichen neuen Ausgaben verschlungen. Ja, wenn es sich um kulturell tiefer stehende Gebiete handelt, muß sogar der erwerbende Staat in der Regel jahrzehntelang Zubußen aus seinen früheren Einkünften zugunsten der Neuländer leisten.

Logisch richtig wäre es, wenn der nationalliberale Abgeord nete deshalb zu einer Verneinung jeder Annexion käme. Statt dessen empfiehlt er die Ausübung von Besatzungsrechten nach dem Kriege in den jetzt mit uns verfeindeten Staaten. Das ist selbstverständlich auch eine Form der Annexion. Als Kriegs⸗ entschädigung wünscht er dann ferner Abtretung von Eisenbahnen, Zollvergünstigungen, das Recht zur Errichtung von Postaustalten, Ablösung von Privateigentum, wie Bergwerken, Eisenbahnen, Gas⸗ anstalten, Grundeigentum und Uebertragung dieser Objekte auf den siegreichen Staat. Diese Ausführungen schließen:

Unsere Feinde haben mit ihrer rücksichtslos brutalen Krieg⸗ führung mit so vielen altgewohnten Vorstellungen aufgeräumt, daß man erwarten muß, daß auch beim Friedensschluß die gewohnten Vorstellungen über die rechtlichen Beziehungen der Staaten unter sich und die Einzelpersonen zum Staate über den Haufen geworsen werden.

Wann tagt der Preußen⸗Landtag?

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Bekanntlich ist der preußische Landtag zurzeit geschlossen. Eine parlamentarische Korrespondenz verbreitet nun die An gabe, daß eine Herbsttagung, wie sie in den letzten Jahren stattgefunden hat, nicht in Aussicht genommen sei, sondern der Landtag erst im Januar wieder zusammentreten soll.

Wir nehmen diese Nachricht mit gemischten Gefühlen auf. Man hat die Wahrnehmung machen müssen, daß die Mehrheit des preußischen Abgeordnetenhauses den Landtag als eine Art dem Reichstag gleichstehendes Reichsparlament betrachtet und die gesamte innere Politik und Wirtschafts führung des Reiches vor das Forum seiner Budgetkommission zieht. Ein solches Vorgehen ist weder durch die Reichsver fassung, noch durch den Charakter des preußischen Landtags gerechtfertigt. Da von jeder neuen Tagung eine Wieder holung dieser Erscheinung zu erwarten ist, was wir aber nicht wünschen, und da es wirklich eine unbillige Zumutung an die Regierung ist, alle die Aufklärungen, die sie in der Budgetkommission des Reichstags gibt, im Landtage womög⸗ lich in noch weiterem Rahmen wiederholen zu sollen, so haben wir keinen Anlaß, ein allzuhäufiges Tagen des preußischen

einander, über den Beginn der Arbeits

1

Landtags zu wünschen. Andererseits aber bedürfen die dringendsten innerpolitischen Fragen, zumal im Interesse der zukünftigen Entwicklung, der Mitarbeit des preußischen Landtags einer Mitarbeit, von deren Wesen cs schließlich abhängen wird, ob sie die Entscheidung bringt oder nur eine Vorentscheidung sein wird. Von diesem Standpunkt aus wäre es eher zu wünschen, daß der preußische Landtag öfter Gelegenheit bekomme, Stellung zu nehmen. Aber er hat schon im ersten Kriegsjahr so deutlich gezeigt, daß er nicht daran denkt, noch im Kriege an die Neuorientierung der inneren preußischen Politik heranzutreten, daß wir ganz gut auch bis zum Januar auf die neue Bestätigung dieses Ver⸗ haltens warten können. Englisch⸗frauzösi che Ahmachungen.

Petersburg, 16. Sept.(W. T. B. Nichtamtlich.) Rjetsch meldet, die englisch⸗italienischen Abmachungen bezögen sich nicht allein auf die Dardanellen, sondern hauptsächlich sollten italienische Truppen an der Südküste Kleinasiens in der Bucht von Adalia, wo Italien große Interessen habe, Ver⸗ wendung finden; aber auch die Bezwingung der Dardanellen sei eine Lebensfrage für Italien, da es sich in einer großen Lebensmittelkrise befinde.

Noch eine internationale Sozialisten⸗ Nonferenz.

Wie italienische Blätter berichten, sollen am ersten Sonn⸗ tag im Oktober in Zürich, Bern, Geuf, Lugauo und anderen

ö 0

lüsse werden in der Konferenz nicht gefaßt. Die Deba 9 255 nur zur Information der Regierungsvertreter. 8 5 Der Heeres verwaltung gehen sortlaufend An bote auf Waren zu, die in den Kriegs gefangen n lagern Verwendung finden sollen. Die Prefßangenets sind vielfach so hoch, daß sie an Wucher grenzen. 11 Heere 0 verwaltung wird künftig derartige Verkäufer von allen Liefer

1 ie 8 8 jeßen und die Ver! seh ungen an die Heeresverwaltung ausschließen 1a anlassung ihrer Bestrafung 1§ 5 der Bekanntmachung vom b 23. Juli 1915 in Erwägung ziehen.. 1 b

Gegen den 1862 in Egisheim geborenen Redakteur Leo 0

Boll, ber bis zum Kriegsausbruch das Journal d Alsace in Straßburg leitete. ist vom außerordentliched Kxiegsgericht. Straßburg wegen Hoch- und Landesverrats ein Stecke brief erlassen worden. Das gesamte Vermögen, das Boll in Deutschland besitzt, oder das ihm später zufällt, ist beschlagnahmt worden.

schweizerischen Städten Friedensbesprechungen stattfinden, bei denen auch die deutsche und die italienische sozialdemo⸗ kratische Partei vertreten sein wird.

Cadorna wird auch krank?

Eine Mailänder Zeitung schreibt laut Berliner Lokal⸗ anzeiger mit Genehmigung der Zensur, daß das Befind en Cadornas seit einiger Zeit zu wünschen übrig lasse. Schweizer Blätter erblicken in dieser Meldung einen Himpveis auf die Möglichkeit eines Wechsels in der italienischen Heeresleitung.

Zeppelin über London.

Basel, 15. Sept.(W. B. Nichtamtlich.) Der Basler An⸗ zeiger meldet: Wie schon bekannt, wurde bei dem letzten Zeppelin⸗ angriff auf London eine St. Gallener Stickereifirma beschädigt. Jetzt wird gemeldet, daß auch die Geschäftsräume verschiedener Agenten hiesiger Firmen durch Feuer und Wasser verwüstet wor⸗ den sind. Nach der Lage der Geschäfte sind demnach Bomben bei dem letzten Zeppelinbesuch im belebtesten Geschätfsviertel der Riesenstadt, und zwar in der Nähe der Bank von England, abge⸗ worfen worden.

Ein norwegisches Unternehmen für russische MNunitionserzeugung?

Die große norwegische Gesellschaft Norsk Hydro, die mit Kapital an der norwegischen Salpetererzeugung beteiligt ist, wird nach norwegischen Blättermeldungen am Weißen Meer bei Archangelsk eine Salpeterfabrik errichten, die unzweifel⸗ haft der Munitionserzeugung dienen soll.

Kiew wird geräumt.

T. U. Kopenhagen, 16. Sept. National Tidende erfährt aus Petersburg: Obwohl der Feind noch 300 Kilometer von Kiew ent fernt steht, hat man guf Weisung der Regierung bereits mit der Räumung der Stadt. 7 80 15 Die südrussische Bevölkerung sei

sehr beunruhigt. Die Professoren und Studenten der Kiewer Uni⸗ versität siedeln wahrscheinlich nach Sarotow über.

Ein Straßenbahnunglück in Paderborn.

Auf der elektrischen Straßenbahn von Paderborn nach Horn in Lippe stürzten gestern abend zwei in voller Fahrt befindliche Wagen an einer Kurve um. Dem Paderborner Volksblatt zufolge wurden eine Anzahl Personen schwer verletzt; zwei sollen bereits gestorben sein.

Kriegsustizen.

Im Sitzungssaale der Haushalts-Kommission des Reichstags trat am Mittwoch die Konserenz zur Vorberatung eines Gesetzentwurfes betr. das Verbot der Nachtarbeit in den Bäckereien zusammen. Neben den Verbänden der Bäcker und Konditoren, waren auch der Zentralverband deutscher Kon⸗ sumvereine vertreten. Ueber die Beseitigung der Nacht- arbeit war man im allgemeinen einig, nur die Brot fabriken, die auf ununterbrochenen Betrieb eingerichtet sind, machten gewisse Vorbehalte. Dagegen gingen die Meinungen aus⸗

n

zeit am Morgen. Be⸗

Zwei aus dem Gefangenenlager in Wetzlar kürzlich ent⸗ nehf wichene russische Gefangene wurden jetzt in der 150 Gießener Gegend wieder ergriffen. 1 1 5

Der braunschweigische Landtag würde heute nach 1 Genehmigung verschiedener durch den Krieg veranlaßter Vor⸗ em lagen und Notgeseze auf unbestimmte Zeit vertagt. ang

Madrider Meldungen der Lyoner ZBlätter berschten vo neuen Aufständen in Vortugal, die sich auf Lissabon 0 und mehrere Provinzstädte erstrecken. In die letztecen sind Trup⸗ und. pen abgegangen.* 3 bed

1 be m

8 1 5 Parteinachrichten. e Verhaftung einer Schweizer Genossin in München. 9 Gran

Zu der Mitteilung des Züricher Volksrecht über die Verhaf⸗ der tung der Genossin Rüegg in München teilt die Münch. Post mit: 100

Die Annahme des Züricher Volksrecht, die Verhaftung könnte 10 wegen einer beabsichtigten Rede der Genossin Rüegg erfolgt sein, reich ist irrig. Die Polizeidirektion München, bei der wir uns erkundig⸗ gc ten, erklärt vielmehr, die Verhaftung sei ersolgt wegen Vergehens fig wider das Kriegszustandsgesetz, weil die Genossin Rüegg als Aus⸗ fie länderin sich nicht gemeldet hatte, außerdem werde sieeines uner⸗ def laubten Verkehrs mit Kriegsgefangenen beschuldigt. 3 eh Ausschluß deutschfreundlicher Sozialdemokraten aus der schwedischey über

Sozialdemokratie. 1 z 1

Die Stockholmer Parteiorganisation beschloß, den Ausschluß der Genossen Prof. Stefsen, Dr. Yngve Larsson und Otto Järte bes beim Parteivorstand zu beantragen. Der Beschluß erklärt, daß die 5 Arbeiterkommune Stockholms diese Genossen nicht mehr als Partel⸗ foi mitglieder anerkennen kann, weshalb der Ausschluß aus der Ge⸗ samtpartei gefordert wird. Als Grund wird angegeben, daß sie sich dem

durch Mitarbeit an einem anonym erschienenen Buche ilber die schwedische Auslandspolitk in der Beleuchtung des Weltkrieges für i den Anschluß Schwedens an die Zentralmächte ausgesprochen haben 11

Das set gleichbedeutend mit Kriegshetze. Ein Beweis für die 1h 1 liche Mitarbeit wurde nicht erbracht. Wie verlautet, ist N N Branting für den Ausschluß. Eingehender Bericht folgt. 7 11 Zur Haltung des Avanti. 51 fh Die Kölnische Zeitung hat dem Avanti Kriegstreiberef di hinter der Friedensmaske vorgeworfen, da er von Deutschland das Gesamibild eines uneinigen Volkes entwerse,das v0 die vor Jahresfrist glänzend bekundete Geschlossenheit und Ent⸗ 90

schlossenheit verlorey hat, das immer lauter gegen die Kriegspolitif A der herrschenden Klassen murrt und in Bälde den Friedeusschluß u. erzwingen wird, außerdem die Kriegsmüdigleit, die Rückkehr der di deutschen Sozialdemokratie zum Internationalismus, die Ver⸗ folgung und Vergewaltigung der Partei ausführlich schildert, daß

0 aberderartige grau in grau gemalte Darstellungen nur auf 0 Deutschland kommen, während weder über Frankreich, noch g England und Rußland ähnliches berichtet wird. Die Köln a0

Zeitung nimmt au, daß die schädliche Wirkung solcher Berichterstat⸗ tung von den Leitern des Blattes wohl beabsichtigt sein muß. Gegen eine devartige Verdächtigung des italienischen Zentral⸗

Die Grenzfeve. 0

Eine Erzählung aus dem Heidelgebirge von A. E. Brachvogel. Hannes, de gehst jetzunder nach Friedland nein, wo der

früh mei Briefel asu, daß ersch kriegen muß, hierscht de?

Und ich sull wieder retour, eh der Teifel losgeht?! Nee! Mehr Beene als zwee hab ich eemal nich!

Du sullst och nich. Du giehst ins Rheimswald nein zu deim Vater! Hier hust de mein letztes, zwee Taler. s is derspart!

Gut, ich gieh gleich!

Nee doch, wart a bissel! Sie strich sich die Stirn. De Dunnerberglähne gehiert deim Vater?

Ja! Oder och nich! Mei Vater hat alles ver spekeliert. Der Taxater aus Waldenburg is schun da gewest.

s schadt nischt. Haha, wir sein alle verspekeliert! Im Leben is de Niederträchtigkeit Mode jetzunder, und sie deutete nach obenwann's wo anderscht och nich noch böser is! Hiehr ock, Hannes, das Hulz uf der Lähne hat dei Vater geschlagen und ufgepackt?

Ja, a Jude will's n fix wegkofen! keener su balde.

Hannes, da uf der Ecke dar Haufen s is wull ta su drei Klaftern?

Ehnder viere als nich! Wenn ma de Stange lusmacht und a kleenes Schubsel gibt, kümmt de ganze Bublatsche alleene runder, su schwer is a!

Hannes, mach a bissel Luft! Ziehea bissel de Stange in de Höchte, daß se grade ock noch spielt! Tu's, oh de giehst! Da fällts ganze Geklafter aber nunder, wenn der Wind 7

Hieher kimmt doch

Nu do fällt se! Tu's!

Der Hannes erstieg die steile Lehne, unterhalb welcher die Feve ruhig auf ihrem Pack saß. An der jähen Felswand stand schräg aufgerichtet ein ungeheurer Holzhaufen. Eben gefällt wie andere im Walde, nur durch einen Wehrbaum, eine schneidige Tanne, vor dem Herabstürzen gehalten. Wollte man das Holz unten in der Schlucht aufladen, so lüftete man den Wehrbaum erst, zog ihn dann mittels einer Leine rückwärts hinweg, und alles stürzte zu Tale.

Der Hannes lüftete die Stange das ganze Holz knackte. Gieh weg, Feve! schrie Hannes oben. Wann's

knirscht, da kann's abdrücken und derschlägt dich drunten!

Laß derschlagen! sagte die Alte höhnisch. Mich der schlägt nischt! Da is an Strick, mach de Schlinge rum!

Ueber den Gleichmut der Feve vor Schrecken sprachlos, fing Hannes die emporgeworfene Leine auf, machte eine Schlinge im Mondschein und warf sie nach dom Wehrbaum. Nach einigen Versuchen gelang's, die Schlinge saß, und als sie Hannes ein wenig scharf anzog, gab es einen dumpfen Krach, dessen Echo ringsum tönte. Im Schrecken ließ er die Leine los. Ruhig saß die Feve unten, und der Holzstoß fiel nicht. Langsam kam Hannes herab.

Nu mach, daß de nach Friedland rein kummst, eh's helle wird!

Willst de denn hier bleiben, Feve? Kümmer dich nicht um ungelegte Eier! Uebermorgen wirschtes wissen; gieh! Regenslos blieb sie sitzen. Hannes brummte verschiedenes vomSatan undsündigen Seelen und schritt um die linke Bergkante abwärts seines Weges Als der Schall seiner Tritte verhallt war, stand langsam Genofeva von ihrer Bürde auf, sah forschend nach dem Voll

giebt!

organs wendet sich die Essener Arbeiterzeitung vom 25. August. Sie 8 kannes sich nicht denken, daß der Avanti die Kuebelungen in Ruß, 910 land, die inneren Schwierigkeiten in Frankreich, die Avbeiterbe⸗ 0 wegung in England, die Teuerung überall ignoriert. 0 0 Leider irrt die Essener Arbeiterzeitung; von all solchen Dinge 10 ist tatsächlich nichts im Avanti zu lesen. Man darf ihm das aber 0 nicht zur Last legen: die Arbeiterzeitung vergißt, daß in Italien 5 eine Zensur ihres Aintes waltet, die von verbündeten Ländern il nur Günstiges zu berichten erlaubt. Dagegen haben wir öfters 0 darauf hingewiesen, daß der Avanti tatsächlich mit Nachrichten über 0 die deutsche Lage im allgemeinen und die Parteinachrichten im be⸗ ö sonderen überschwemmt wird, die die Kölnische Zeitung noch viel. zu harmlos schildert. Wir haben immer den offenkundigen Wi des Avanti anerkannt, objektiv zu berichten, ihn aber immer sell 1 als Opfer einer Berichterstattung angesehen, die sich allerdings f Un verantwortliche an Verhetzung gegen die deutsche g 5 und an schiefer Darstellung der Lage in Deutschland leistet. 1 einem Teil stammen die Nachrichten auch aus der Berner Tagwacht! 0 Uebrigens tut auch die Kölnische Zeitung dem Avanti mit dem 0 druckFriedensmaske Unrecht. Zurzeit erklärt er sich 5 ganz offen gegen den Frieden, wie wir schon verschie; 0 dentlich berichteten. 1 0 b. e 0 dem Holzstoß um, der fast über ihrem Haupte hing, 1 1 durch die zähe Federkraft des Tannenbäumchens gehalten 1 Ein schriller Wind pfiff durch den ureinsamen Hochwald. 1 Er fällt nich! Satan, wenn de mein Geselle sein willst, laß in nich fallen, bis, sie schüttelte sich, dann lachte sie Plötzlich trat sie in den Weg gerade unterhalb der Lehne f 90 jauchzte laut:Hurijehi! Das Echo warf den Schall ö heimlich zurück. Die Alte machte darauf einige seltsame B wegungen, als ziele sie, dann als werfe sie. Nach einig 0 Zeit nahm sie ihren Knüttel, ging an eine vorhin f. 0 e passierte Stelle, wo die Schlucht sich von der Grenze herauf 0 zog. Dort zog sie ein Messer aus der Tasche, bohrte mühevoll in die harte Erde ein Loch und steckte den Prügel hinein 90 Sofort zog sie ihn wieder heraus, eilte rasch zu ihrem. e warf es über die Schultern, und ein Geheul ausstoßend wie die Wölfin, welche den Fraß wittert, verschwand sie in dey 0 Waldesnacht. 5 0 Der Tag war angebrochen, Herr Steuerinspoktor Brand in Friedland schlürfte den Kaffee, rauchte seine Zigarre ung las lächelnd einen Brief seiner Braut Lina, der älteste 1 1 Tochter seines Chefs, des Steuerrats Hanstein zu Wilden 1

burg, welche ihn flehentlich bat, bei der bevorstehenden Ex vedition nicht zu kühn sein zu wollen. Brandt war ein Teufelskerl! Obwohl sechsundvierzig Jahre nahezu, sah noch aus, als wenn er so viel in den dreißigen zähle; er ha eine gute Struktur, wie der Anatom, oder ein dickes F wie wir anderen Menschen sagen würden. Von Liebe bei dieser Heirat war seinerseits nicht wohl die Rede; ö platonische Dummheiten lagen längst hinter ihm. Aber di Partie war brillant in jeder Hinsicht; seiner Zuknaft schi ein grand fortune gewiß.

mond und nickte wobloefällia leise, daun wendete ie sich nach!

FCFortsetzung folgt.)