unter einem burch eine Sandwlüste schreitenden nackten Manne das Leben des Proletariats versinnbildlicht. Er sagt dazu: „Das Leben des Proletariats gleicht einer endlosen Wüste, es ver⸗ geht Tag und Jahr in derselben Eintönigkeit, keine Freude, nur Leid ist ihm beschieden, von allem bleibt nur seine blutige Fußspur, welche die Zeit gleich verwischt. Sein Ende gleich einem glanzlosen trüben Tag, wie die Sonne verwölkt untergeht, so endet auch sein Leben.“ Dieses Bild soll eines der schönsten sein.
Die Ausstellung, an der nur Schweizer oder in der Schweiz lebende Arbeiter beteiligt sind, wird drei Wochen dauern. Wenn der Verein zustande kommt, sind regelmäßige Veranstaltungen ins Auge gefaßt.„Wenn die Hoffnungen, daß die in Verbindung ge⸗ brachten Arbeiterkünstler sich selbständig und eigenartig anregen und befruchten werden, sodaß ihre Kunst, statt ein schlechter Abklatsch der großen Kunst zu bleiben, sich zu einem bodenständigen Eigen⸗ gewächs entwickelt, das aus seinem anders gearteten Nährboden auch ganz andere Kräfte saugt und andere, aber in ihrer Art nicht weniger wertvolle Früchte zeitigt, wenn diese Hoffnungen nur zum Teile in Erfüllung gehen, dann wird die beiterkunstausstellung sich vielleicht ein gutes geschichte erobern. Weniger durch das, was sie augenfällig zeigt, als durch das, was sie angedeutet und als erste bewußt angeregt haben wird.“
So wird auch diese Ausstellung ein Beitrag zum großen Werke der ene einer neuen Menschheit sein, im Sinne der Dichter⸗ worte:
„Die Schönheit, auf Unrecht aufgebaut, ist keine Schönheit!
Es ist ein häßlicher Flecken an ihr, der sie zugrunde richtet. Darum ist die Schönheit Griechenlands untergegangen,
Denn sie war gebaut auf Sklaverei. Die Schönheit, die wir aufrichten wollen, Soll gebaut sein auf Menschenliebe, Und darum wird sie leben bleiben.“
Der Tintensisch. Von Prof. Dr. Konrad Guenther.
Ravigno heißt ein Felsennest, das in der österreichischen Küstenprovinz am blauen adriatischen Meere auf einsamer Kuppe aufsteigt, von einer schönen Kirche gekrönt. Weithin schaut der hohe Turm über das Meer, die Statue der heili⸗ gen Euphemia bildet seine Spitze, und der Fischer kann, fern draußen, ehe er seine Netze legt, zu der über den Fluten sichtbaren Schutzpatronin um reichen Fang flehen.
Von der eigentlichen Stadt führt ein steinerner Quai am Meere entlang zu einem Gebäude, das eine zoologische Station beherbergt und der Kaiser Wilhelms ⸗Stiftung ge⸗ hört. An diesem Quai sieht man oft schlanke Burschen gehen mit einer Harpune in der Hand. Aufmerksam spähen die dunklen Augen in das klare Wasser. Plötzlich erhebt der Mann gedankenschnell die Waffe und schleudert sie wuch— tig in die krystallene Flut. Und schon hat er sie wieder in der Hand und lachend schüttelt er von ihrer Spitze ein weißlich⸗graues Tier ab. Klatschend fällt es auf das Stein-
pflaster. 5 Es ist ein eigenartiges Wesen von länglich⸗flacher Ge⸗ stalt und mit einem wohlabgesetzten Kopf, an dem zwei große Augen sitzen, während vorn zehn mit Saugnäpfen besetzte Arme die Mundöffnung umgeben. Während die Arme suchend und tastend um sich greifen, laufen fortgesetzt farbige Wellen über den von der Harpune aufgerissenen Körper. Ein zähes Leben besitzt das Tier, und der Tod tritt erst ein, wenn es in der Küche zerschnitten und in die Pfanne ge⸗ worfen wird, um mit Butter gebräunt zu werden, eine dem Italiener liebe und auch in der Tat recht wohlschmeckende Speise.
Kalmar heißt der sonderbare Bewohner des Meeres. Er gehört zu den Tintenfischen, oder besser Tintenschnecken, denn mit den Fischen haben die Wesen nichts zu tun, sind hingegen mit den Schnecken verwandt. Es sitzt auch eine Art Schale unter der weichen Haut, die bei einer Art, dem eigentlich Tintenfisch, stark entwickelt ist, und als Sepia⸗ schulp dazu verwandt wird, dem Kanarienvogel Gelegenheit zu geben, seinen Schnabel zu wetzen. Es ist nicht leicht, einen
almar zuharpunieren, denn rasend schnell kann das Tier dahinschwimmen. Der eigentliche Tintenfisch hingegen rettet sich auf andere Weise. Mit scharfen Augen hält er Wacht und erblickt er Gefahr, so stößt er plötzlich aus einem Beutel eine schwärzliche dicke Flüssigkeit aus, die im Augen lick das Wasser dunkel färbt und den Gefährdeten unsicht⸗ dar macht. Diese Flüssigkeit ist die echte Sepia, auch ist sie ein begehrter Artikel für den Menschen. g
Plätzchen in der Kunst⸗
(Leopold Jacoby.)
erste schweizerische Ar⸗
„Von den kleineren Bewohnern des Meeres werden die Tintenfische sehr gefürchtet. Besonders die
das Krebschen über den steinigen Grund, die langen Stiel⸗ augen forschend nach allen Seiten wendend, die Scheren zur Abwehr bereithaltend. Da plötzlich stürzt eine weißliche Masse über das Tier, zehn Arme umschlingen seinen Körper und schnüren alle Beine so eng zusammen, daß die Scheren sich nicht mehr öffnen können. Und schon beginnen zwei scharfe hornige Zangen den Panzer des Unglücklichen aufzu- brechen und in das weiche Innere einzudringen. Und öffnet sich die furchtbare Umschlingung, dann fallen statt des lebens- vollen Tieres nur einige Schalen auf den Boden.
Verkehrstechnische Rundschau.
Die Funkentelegraphie im Eisenbahnsignaldienst— Zeitgemäße Bahneinrichtung, natürlich nicht bei uns— Endlich ein guter Motor⸗ schlitten— Luftschraubenantrieb von Autos— Der„Wüstenwagen“
spannender Gleichstrom statt Einphasenbetrieb, was jeder preußische
Abgeordnete wissen sollte!— Die fliegende Magnetbahn.
Ein Eisenbahnzug ohne Signal ist wie ein Blinder im Walde, jeder Schritt vor⸗ oder rückwärts kann Gefahr bringen. Unser Land wird selten von Naturereignissen heimgesucht, die den Eisen⸗ bahnverkehr durch Zerstörung des Signalwesens ganz lahmlegen, anders in Amerika, wo die langen Ueberlandleitungen allen Un⸗ bilden der Stürme ausgesetzt sind, die sich auf den gewaltigen Ge⸗ bieten frei entwickeln und austoben können. Winter hat z. B. ein furchtbarer Schneesturm den Eisenbahnbetrieb im Osten der Vereinigten Staaten schwer geschädigt, well er die Signalleitungen und Masten zerstörte. Nur die Delaware⸗, Lacka⸗ wanna- und Western-Eisenbahn die Bahnen von Newyork über Buffalo hinaus in den Staaten Pennsylvania und Newyork betreibt, war in, der Lage, ihren Betrieb aufrecht zu erhalten, weil sie den Signaldienst durch Funkentelegraphie ausübte. Dieser Erfolg hat die Bahngesellschaft veranlaßt, noch weiter zu gehen und ihre Züge mit funkentelegraphischer Aus rüstung zu versehen. Mit einem dieser Hauptzüge kann sie auf diese Weise bis auf 160 Kilometer Ent⸗ fernung in Verbindung treten. Die Anlage hat ihre Betriebssähig⸗ keit erwiesen und scheint auch durch die elektrischen Starkströme der Beleuchtung nicht gestört zu werden. Man wird also nun wohl bald auch dahin gelangen, bei den großen Ueberlandfahrten die wichtigsten Begebenheiten im fahrenden Zuge ebenso schnell zu erhalten, wie die Zeitungsredaktionen selbst.
In Luftfahrzeugfragen ist Frankreich noch immer voran; von dort gehen wichtige Anregungen und die Initiative aus. So wird neuerdings durch Beschaffung besonderer Eisenbahnwagen zur Be⸗ förderung von Luftfahrzeugen daflür gesorgt, daß die Apparate un⸗ beschädigt und unberührt durch die bei uns übliche bureaukratische Placke rei verschickt und transportiert werden können. Bei uns ist man noch nicht so weit. Was die weise Bahnverwaltung nicht hat,
schreitet die Bahnverwaltung souverän über die Entwicklung hin⸗ weg, bis sie schließlich—— selbst unter die Räder kommt. Nachdem Prof. Oswald Flamm durch seine einfache und schöne Erfindung gezeigt hat, daß und wie man die schädliche Wirkung der Schiffsschraube auf die Kanalsohle und das Strombett aufheben kann, ist man von dem Luftantrieb von Schiffen mittels Luft⸗ schrauben ganz abgekommen. Man hat überhaupt den Luftantrieb durch Schrauben von anderen als Luftfahrzeugen zumeist als
mit ihm beschäftigt. Dennoch hat der Luftantrieb bei einem Be⸗ förderungsmittel einen unleugbaren Vorzug, nämlich beim Schlitten. Für den Schlitten hatte die frühere Technik keinen geeigneten motorischen Antrieb, das Segel war das einzige, was an mechani⸗ schen Hilfsmitteln ernsthaft in Frage kam. Seitdem es aber dle Luftschraube gibt, und seitdem man gelernt hat, gutwirkende Luft⸗ propeller herzustellen, ist dieses Hilfsmittel der ideale Antrieb für den Schlitten. Aber auch noch an anderer Stelle benutzt man ihn in neuester Zeit mit großem Vortell. Zeder Radfahrer weiß, daß er auf losem Sand mit feinem Rade nicht weiterkommt, well der Sand unter dem angedrehten Rade wegrutscht. Ebenso geht es dem Automobil: auf lockerem Sande ist es verraten und verkauft, weil das Rad sich darin wohl dreht, aber nicht„faßt“, nicht in den Boden
leinen Antrieb nicht durch die Räder, fondern von außen, z. B. durch Pferde oder durch Luftschrauben, so kommt es auch im losen Sande wie auf Schnee vorwärts. Man muß dort also jebes Hilfsmittel be⸗ grüßen, das ilberhaupt einen motorischen Antrseb ermöglicht. ö hat sich die französische Heeresverwaltung in Algier zunutze ge J 1Sie läßt leichte enwagen, so Wllstenwagen, bauen,
munteren Krabben haben viel von ihnen zu leiden. Vorsichtig klettert
— Das Pflasterproblem— Eine wichtige Richtigkeit— Hochzu⸗
Im vergangenen
das kann man nicht benutzen und darf nicht verlangt werden. So
Spielerei angesehen und sich recht und angelegentlich überhaupt nicht
greift, weil es also keine Schubkraft gewinnt. Bekommt der Wagen
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