allo die Schüler der gewöhnlichen Volksschulen kein Schulgeld

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zu zahlen haben, während auf die Schüler der höheren Schulen im Durchschnitt ein solches von 112 Mk. entfällt, ist doch der Betrag, den Staat und Gemeinde zu den Schulkosten leisten, in den höheren Schulen ein zweieinhalbmal so großer pro Schüler, als in den Volksschulen.

Röntgenstrahlen und Bau der Materie.

Vor ein paar bundert Jahren tobte in der physikalischen Wissenschaft ein großer Streit, um die Natur des Lichtes. Der große britische Naturforscher Newton behauptete, das Licht sei stofflicher Natur; von der Lichtquelle würden außerordentlich kleine Stoff⸗ teilchen ausgeworfen, die die Erscheinungen des Lichtes hervorriefen. Gegen ihn stand der geniale holländische Physiker Hungens, der be⸗

uptete, das Licht sei eine Wellenbewegung. Diese Ansicht trat aus m Rahmen der Anschaulichkeit stark heraus, weshalb man überall geneigt war, Newtons gewaltiger Autorität zuzustimmen. Aber nicht lange hat das gedauert. Die sogenannten Beugungserschei⸗ nungen haben mit unwiderstehlicher Klarheit bewiesen, daß Huygens im Rechte war, daß also die von einer Lichtquelle ausgehenden Licht⸗ impulse in Wellenform durch den Raum wandern. Diese Wande⸗ rung geht mit der ungeheuren Geschwindigkeit von 300 000 Kilo⸗ meter in seder Sekunde vor sich. Es würde uns hier zu weit führen, diesen Beweis zu führen, obwohl jeder sich durch verhältnis⸗ mäßig einfache Experimente davon zu überzeugen vermag.

Als vor einigen Jahrzehnten Heinrich Hertz die elektro- magnetischen Wellen entdeckte, ergab sich für sie das Gleiche, wie für die Lichtwellen. Auch die elektromagnetischen Wellen pflanzen sich mit der genannten Geschwindigkeit durch den Raum und es ergab sich sogar, daß beide gleicher Natur seien, daß das Licht nichts als eine elektromagnetische Erscheinung sei. Nur die Länge der Wellen war verschieden. Die rein elektromagnetischen Wellen sind einige Zentimeter bis Kilometer lang, die Lichtwellen

dagegen bloß einige tausendstel Millimeter; das ist der ganze Unterschied! Als nun die Rönt

bis auf den Lebens keine

zwar bestehen, e sich, daß hier die Möglichkeit vorliege, die Frage ben utgenstrahlen zu prüfen und zugleich auch die des Baues der Kristalle. Er durchleuchtete also einen Krfstall mit ugenstrahlen und erhielt in der Tat Beugungsbilder⸗

Die wissenschaftliche Tragweite dieses Versuches läßt sich kaum ausdenken. Nicht bloß, daß er auf einmal die Natur der Rönt⸗ genstrahlen erkennen ließ sie sind in der Tat Wellen er ergab zugleich auch die Wellenlänge, ferner Aufschluß über den Bau der Kristalle und den Bewels für die Existenz der Atome. Mehr kann man nicht verlangen! Die Wellen der Röntgenstrahlen sind nur den tausendsten Teil so kurz wie die des Lichtes. Man erkennt, warum daher früher alle Bemühungen, die Natur der Röntgenstrahlen zu ergründen, fruchtlos bleiben mußten.

Das Wettrennen um neue Erkenntnisse hat auf einem neuen Gebiete begonnen. Die Diskussion und Ueberprüfung der Laueschen Versuche, die selbständige Weiterarbeit anderer Forscher hat bereits wieder eine Fülle neuen Wissens zutage gefördert, und es beginnt sich eine neue Disziplin auszubilden, die eine ähnliche Stellung einnimmt wie die Spektralanalyse des Lichts. Diese hat uns ja zu den wichtigsten Erkenntnissen und praktischen Exrungenschaften ge führt. Wir verdanken ihr nicht bloß die fabelhafte Entwicklung der Farbenindustrie, sondern eine fruchtbare Rückwirkung auf alle mög⸗ liche Gebiete. Die Metalltechnik hat davon ebenso profitiert, wie die Astronomie, die Textilindustrie usw. Man wird auch von der Röntgenspektralanalyse eine wahrhafte Befruchtung der Wissenschaft wie der Technik erhoffen dürfen. Felix Linke.

Aus unserer Sammelmappe.

A. Damaschke:Aufgaben der Gemeindepolitit; Teil I:Die Besteuerung des Bodens. Verlag von G. Fischer, Jena. Preis 1,20 Mk. 6. Aufl. 21.25. Tausend). Aus seinem Inhalt sei her⸗ vorgehoben:

I. Einleitung. II. Vom Wesen der Grundrente. III. Wen trifft die Besteuerung der Grundrente? IV. Die Steuer nach dem gemeinen Wert. V. Die Verbesserungs⸗ oder Bau⸗Abgabe. VI. Die Zuwachssteuer: 1. Ihr Weg. 2. Die Reichszuwachssteuer. 3. Das geltende Recht. 4. Die Gemeinde⸗Zuschläge. 5. Be⸗ sondere Steuerordnungen. 6. Teilung zwischen Staat und Ge⸗ meinde. 7. Vorteile. 8. Einwendungen. 9. Eine Umfrage. 10. Grundstücksinteressenten für die Zuwachs steuer. VII. Die Umsatzsteuer. VIII. Teraininteressenten und Hausbesitz. Grundrente undWohltäter.

Auch in unserem Lande und in unserer Gemeinde steht die Frage der neuen Steuern im Vordergrund des Interesses. Namentlich muß ja die Zuwachs steuer genau geregelt werden. Da kommt nun dieses billige inhaltveiche Büchlein zur rechten Zeit. Wie man auch zu den Anschauungen Damaschke's stehen mag, Freund und Gegner erkennen an, daß er gerade auf dem Gebiet der Bodensteuern zu denen gehört, die hier am meisten gearbeitet haben und deren Wort am meisten Wirkung ausgeübt hat. Jedem Gemeindevertreter und jedem Vorstand eines Vereins, der sich mit öffentlichen Fragen be⸗ schäftigt, wird dieses Buch gerade jetzt willkommen sein.

Der Ausbruch des Katmai-Vulkans im Jahre 1912, der auf der ganzen Erde die großen atmosphärischen Störungen hervorgerufen hat und dadurch auch das Wetter vielsach ungünstig beeinflußte, ist durch eine Expedition, die die National Geographie Society of Washington aussandte, näher erforscht und in der Zeitschrift der ge⸗ nannten Gesellschaft beschrieben worden. Der 2286 Meter hohe Katmai⸗Vulkan ist einer von den bekannten zehn oder zwölf mehr oder minder tätigen Vulkanen, die sich auf der Halbinsel Alaska be⸗ finden. Eine größere Anzahl Vulkane scheinen librigens noch auf den vorgelagerten Inseln vorhanden zu sein.

Sowie es feststand, daß der Katmai⸗Vulkan die Ursache der Störung sei Hellmann in Berlin wies zuerst darauf hin, schickte die genannte Gesellschaft Herrn G. C. Martin nach Ort und Stelle, um möglichst schnell den Tatbestand zu untersuchen und ge⸗ naue Nachrichten über den Ausbruch zu sammeln. Sein Bericht liegt nunmehr vor; er ist durch zahlreiche Bilder und eine Karte ergänzt. Danach hatte die Eruption des Vulkans ähnliche Erscheinungen im Gefolge wie der gewaltige Ausbruch des Krakataua im Jahre 1883 auf einer der zahlreichen Sundainseln. Glücklicherweise hat der Katmaiausbruch jedoch kein Menschenopfer gefordert, da die Gegend dort sehr spärlich bewahnt ist. Daher war auch der Schaden verhält⸗ nismäßig gering. Laruströme scheinen sich überhaupt nicht gebildet zu haben; der Ausbruch bestand in drei gewaltigen Aus wilrfen innerhalb zweier Tage, die zuerst Bimsstein und dann immer feiner werdenden Aschenstaub zutage förderten. Zwanzig Mellen vont Vulkan entfernt hatten sich die Bimssteine derart angesammelt, daß Menschen ohne einzusinken darauf gehen konnten. In Rodiak, 100 Meilen vom Vulkan entfernt, fiel starker Aschenregen und verur⸗ sachte für sechs Stunden eine vollkommene Finsternis. Die Asche

erreichte im allgemeinen

eine Höhe von 25 bis 30 Zentimeter.