„Das ist der Mond mein Kind"
„Ne, Großmutter. der ist ja so blaß."
„Ja, weil cs noch io hell ist"
„So?, Na aber — aber — den Hab ich nicht kaput gemacht." beteuerte er, denn als er ihn zuletzt gesehen, war er rund »nd voll gewesen.
Großmutter brachte die Kinder zu Bett und als sic die schlafenden Kötzschen auf dem weißen Kisten liegen sah, da nickte sie vor sich hin und lächelte dem kleinen Schmied mit dem weißen Schurzfell zu, der da im Kissen hämmerte.
„Klopft nur zu Meistcrchcn, klopft nur zu, recht laug und gut." Dann ging sie in ihre Stube zurück und entkleidete sich, setzte ihre iveißc Schlafhaubc auf und deckte sich mit der Decke zu, auf der die schönen Roscumustcr waren. Das weiße Porzcllanfigurchcn da drüben würde sie morgen wieder -mit frischen Blumen schmücken, und wenn der Schmied mit dem braunen Schurzfell zu hämmern anshörte, dann würde auch das Figürchcn tot sein, so tot, wie das Hutzelmännchen aus dem Eckbrctt.
Aus Welt und Leben.
Die Tätigkeit der grauen im sinnischc» Landtag. IMS, mit der Einführung des demokratischen Landtagswahlrechts, wurde auch daS Wahlrecht der Frauen beschlossen. Bei der ersten Wahl, 1007, gingen neben 612 000 Männern 707 000 Frauen zur Wahl, also gut ein Zehntel mehr. Gewählt wurden 19 ivcibliche Abgeordnete unter 200. Ihre Zahl stieg in de» folgenden Wahlen bis aus 25 <1806), sank bis 11 <1911) und ist jetzt wieder 10. Davon sind 12 Sozialdemokratinnen, meist Arbeiterinnen, Dienstboten oder sonst Berufstätige. Am bekanntesten ist Hilja P c r s i n c n , eine frühere Lehrerin, die als sozialistische Kämpserin wie als Dichterin sehr geschätzt wird. Die Betätigung der Fronen ersolgt im Nahmen ihrer Fraktionen. Nur bei spezifisch weiblichen Angelegenheiten, in die kein Klasscniutcreste hincinspielt, wirken alle in gleicher Nichtung. Sonst, wie z. B. bei der Beratung des BcrbotS der Fraueunachtarbeit, sind die Klasteninteresten entscheidend, ohne daß dir bürgerlichen Vertreterinnen ihren „Schwestern" mehr entgcgenkommcu, als ihre männlichen Klasscn- und Parteigenossen. Auch bei der Einbringung der Anträge tritt diese Zweiteilung hervor. Die bürgerlichen Frauen bringen mehr Dinge zur Sprache, die das allgemeine weibliche Jntcrcste oder das besondere der besitzende» Frauen berühren, während die Sozialdemokratinnen vorwiegend den Schutz der Arbeiterinnen betreiben. So legten die bürgerlichen Frauen Anträge vor auf: eheliche Gütertrennung: gleiches Erzichungsrecht von Mann und Frau; Zulastung der Frauen zu allen staatlichen Acmtern; Anerkennung des unehelichen Kindes und seine Zulassung zum vollen Erbrecht am väterliche» Vermögen u. a. Die sozialistischen Frauen beantragten: Mutterschaftsversicherung: Heime für ver-
laffenc Kinder und ledige Mütter auf Kosten des Staates: Tchutz- gesctze für Arbeiterinnen und Jugendliche im Gewerbe und Handel; Reform des Prostitutionsgesetzcs: Wöchncriuncnfürforge usw. — Im übrigen arbeiten die weiblichen Abgeordneten ebenso wie die übrigen in ihre» Fraktionen mit.
Eine altprcußisch« Sittcnpolizistin. Man denke nicht, daß die Sittenpvlizistin allein eine Einrichtung fortgeschrittener Länder unserer Zeit sei. Sogar vor Traugott von Jagow gab cs schon intelligente Polizeieinrichkungen. In einem Buch gcsamincltcr Berliner geschricbctier Zeitungen aus der Zeit Friedrich Wilhelms I. findet sich folgende Notiz: „Es ist hier ein gewistes Weib, sö die dicke Schneiderin genannt wird, diese ist dazu bestellt, baß sic alles leichtfertige Gesindel aussuchcn und i» gute Gewahrsam muß bringen lassen, wie ihr dann zu ihrer Sceurit« nicht allein eine Wacht zugegeben wird, sondern sie verkleidet sich auch öfters in Manneshabit und hat sie schon innerhalb 8 Tage an die 100 Huren ins hiesige Stziunhaus geliefert. Dieses Weib ist vordem selbste» unter einer Diebesbande gewesen, und hat fit wegen vielsältig verübten Diebstahls justifizicret werden sollen, da sic aber en cas (im Falle) sic Pardon erhalten sollte, versprochen die Stadt von allen: diebischen Volke, weil sic es itu» von andere» genau zu distinguircn wüßte, zu reinigen, weshalb man ihr nicht allein Pardon erteilet, sondern sie hat auch ihr Versprechen bisher wohl gehalten, gestalt man bei iveitem nicht so viel von Diebereyen gehöret, als wohl vor dem, ehe sie dieses Metier getrieben. Sie ist aber in ihren AmtSgeschäften durch bepgebrachteS Gift eines plötzliche» Todes gestorben."
Warum Frauen nicht fliegen sollten. . . . Der englische Flieger B. C. Hncks, der durch seine Sturzsliige in England schnell bekannt geworben ist, veröffentlicht in einer Londoner Wochenschrift eine launige Schilderung seiner Ersahrungen mit weiblichen Flug
paffagieren. Diese Ersahrungen sind km allgemeinen nicht sonderlich ermutigend gewesen, denn Hueks gibt allen Frauen de» Rat, sich nie um Fluglorbeeren zu bewerbe». Es gibt gewiß wenige Ausnahmen, Frauen von fast männlichem Temperament, die in Augenblicken der Gefahr eine erstaunliche Geistesgegenwart zeigen; aber das sind Ausnahmen, die die Regel bestätigen. lind die Regel heißt: Das Fliegen ist eine Tätigkeit, die dem weibliche» Naturell widerspricht. Zwar denken die Frauen meist schncllcr als der Manu, aber die schnellere Erkenntnis jetzt sich mir in den wenigsten Fällen in richtiges Handeln um; säst immer folgt ein Augenblick der Faffungölosigkcit, instinktiv regt sich in der Frau der Wunsch, das gütige Schicksal möge nun cinspriugcn, kurz, sie verliert leicht den Kops. „Die Danien, die als Passagiere mit mir slogcn, handeln fast inimer so, wie die unüberlegte Willkür einer Laune es ihnen cin- gibt, lasten sich vom Zufall treiben, sind impulsiv: und ein Flieger darf nie iiupulsiv sein. In den meisten Fällen kannten sie zwar die Gefahr nicht, in der wir einige Male schwebten, als wir in ein Luftloch gerieten, sic lachten und fanden die plötzlichen Schwankungen der Maschine sehr komisch und amüsant; in den zwei oder drei Füllen aber, in denen die Dame die wirkliche Gefahr ahnte, verlor sie sofort den Kops und klau,werte sich an den nächstbesten Gegenstand, der in Reichweite ihrer Hände war, an. Wenn die Frauen eine Maschine allein steuern würden und in ei» Luftloch kämen oder von einer Bö mitgerisscn würden, da»» wäre ganz gewiß ihr erster Juipuls, das Steuerrad fahren zu lasten und sich verzweifelt irgendwo an der Maschine anzuklammern, in der Hoffnung, das Schicksal werde nun cingreifen und das Flugzeug wieder aufrichteu. Wenn heute Unfälle von Fraucuslieger» selten sind, so erklärt sich daraus, daß nur wirklich geistesgegenwärtige und männlich disponierte Frauen das Fliegen erlernen; aber wenn die Zahl der Schülerimien, irgendeiner Modclaune gehorchend, groß wird, dann werden wir viele UnglückSsällc erleben wüsten." Sehr lustig erzählt Hucks die Geschichte einer jungen Dame, die mit ihm fliegen wollte »nd nun mit einer koketten Automobilmiitzc am Flugplatz erschien, sich ihre Locke» sorglich gekräuselt hatte und im Sinnt ihren Schoßhund hielt. Die hübsch« junge Dame war nicht zu bewege», die Mütze abznlcgcn und sich statt besten einen derben Schal tüchtig um den Kops zu wickeln, war beleidigt, als sic die Schutzbrille ansschen sollte, war empört, als sic den Hund zurüchiastcn sollte: „Slllc nieinc Ratschläge wurden abgelchnt. Und so nahm ich sie denn mit; wir blieben 20 Minuten in der Luft. Slls wir landeten, mußte sie aus der Dkaschinc gehoben werden, sie war halb erfroren, ihre Angen waren mit Blut unterlaufen, die so schön gekräuselten Locke» ein wüstes Ehaos, und der Huud zitterte ebenfalls vor Kälte. Sie wird wahrscheinlich nie wieder fliegen." Nein, die Frauen sollen nicht Aviatiker werden wollen; „und darin werden mir alle jene erfahrenen Automobilisten, die, wenn immer sie eine Dame am Steuer eine? Slutos austauchcn sehen, vorsichtig ihren eigenen Wage» zum Halten bringen, ganz gewiß beistimmen."
6,esttndßei1spfl'eqe.
Die khokolade bei Entscttungskurcn. Aus eine merkwürdig«
Eigenschaft der Ehokolade macht neuerdings Tr. Wilhelm Stcrnbcrg, der bekannte berliner Diätetikcr aufmerksam. Er hat gesunden, daß die Ehokolade imstande ist, den Appetit zu verderben, aus diesem Grunde empfiehlt er die Ehokolade zu Entfettungskuren, er hält sie aber nicht am Platze bei Mastkuren. Wenn ihm seine Mastkuren, zumal bei Frauen, nicht sofort den gewünschten Erfolg bringen, dann schöpft er den Verdacht, daß die Frauen zu viel Ehokolade naschen. Die Beobachtung ist so regelmäßig bei Frauen, wie bei Männern die Erfahrung, daß die Appetitlosigkeit bei ihnen oft lediglich aus ilbcrtricbenem Genuß von tabakhaltigcn Genußmittcln beruht. Eine ll,»frage bei vielen in Ehokoladcfabriken beschäftigten Personen ergab übereinstimmend das Urteil, daß Ehokolade jedenfalls nicht Slppctit macht. Ilebcreinstimmeud lautete das Urteil regelmäßig, das, Ehokolade sättigt, b. h. den Appetit bei der regelmäßigen Mahlzeit verlegt. Es ergiebt sich dararis die Lehre, daß es verkehrt ist, wenn namentlich unsere Frauen und Mädchen zuviel Ehokolade, besonders zur Unzeit naschen.
Kür Kaus tutb Kof.
Wer einen SluSslua macht, versorge zuvor seine Haustiere, da- niit sic in der Zeit der Abwesenheit »icht Durst und Hunger leiden oder schutzlos den brennende» Sonnenstrahlen, vielleicht atich einem Unwetter auSgcsetzt sind.


