Ausgabe 
30.1.1914
 
Einzelbild herunterladen

«ifjcikii, wo die Provinzen Kwangtung, Kivangsie, Kiangsi und Hunan aneinanderstoßen. Tic Iautz sind ein kriegerisches, wach eig­nen Gesehen lebendes Volk, unter das sich selbst die Chinesen nur selten wagen, und Leuschners Studienreisen waren keineswegs un- gesiihrlich. Interessant ist, was er über die Stellung der F r a n bei den Iautz erzählt. Sic ist dem Mann nicht unter-, sondern über­geordnet, sie steht ihm nicht nur gleich, sondern hat sogar größere Rechte als er. Mädchen und Frauen dürsen immer unter Männern sein und werden zuvorkommend behandelt. Es steht der Frau frei, den Mann, der sic nicht gut behandelt, zu verlassen. Sie sucht dann entweder im Hause ihrer Eltern oder in dem eines andern Mannes Zuflucht. Wen» auch der eigene Mann genau weiß, wo sic ist, hat er doch keine Macht, sic gegen ihre» Willen zurückzuholen. Ter Mann muß seiner Frau ^n Gefallen leben, ihr alles kaufen, ivas sie will, sonst läuft sie ihm fort und erfreut zeitiveilig eine» andern Mau». Ausnahmsweise gibt es auch Ehepaare, die sich bis ins Aller treu bleibe». Aber in de» meisten Ehe» ist selbstverständlich, daß der Gatte auch eine Geliebte, die Gattin auch einen Geliebte n hat. Es kommt vor, daß die Iran ihren Eicisbeo in das Haus ihres Gatten bestellt und in der Ausübung ihrer Freiheiten selbst aus die Anwesenheit ihres Mannes nicht Rücksicht nimmt; dieser darf detl Eindringling nicht hiuauswerseu, er muß ihn sogar noch bedienen. Auch kommt es vor, daß eine junge Frau ihre» Man» verläßt, einige Woche» bei ihrem Liebhaber wohnt und dann wicderkommt. Ebenso erhält der Mann zeitweise Besuch von andern Frauen, manchmal sogar von zweien oder dreien aus einmal; diese »chnien in der Zeit ihres Besuchs am ganzen Haushalt teil. Eine Witwe, die kinderlos ist, darf eine Heirat ans kurze Zeit schließen; sie ladet einen Mann 8» sich «in und trennt sich dann von ihm, wenn sie Erfolg merkt. Eine große Rolle spielt im LicbeSleben der Iautz der Gesang. Lind große Gesellschaften, zu», Bc>ipiel bei Hochzeiten, beisammen, so singen einzelne Frauen vierzciiigeAusforderunge» zum Tanzes die an bestiitimlc Personen gerichtet sind. Der angesungene Mann ant- wvrict dann in schönen Brusttöne» zustimmend oder wartet schwei­gend ab, bis eine ihm erwünschtere Jrcierin sich an ihn wendet. Gegen den Wille» oder ohne Aufmunterung einer Frau würde ei» Iautz niemals einer Frau näher zu treten wage». Ten Fremde» sehen die Iautz schon mit Hinsicht aus ihre Frauen mißtrauisch a». Ein Engländer, der das Volk cinnial besuchte, mußte eilig slüchic», weil er mit seiner Kameradie Seelen der Frauen sing"; diejenigen, nach denen der srcmdc Teufel mit dem schwarzen Kastengeschossen" hatte, tiefen weinend zu jenen Männern und klagte» über Schmerze» in der Herzgegend. Mit den Chinesen bekomme» die Iautz oft Streit; sie werdcti von den Chinese» mit Hinsicht ans ihre Moral kurzwegH » n d t" genannt.

Tic Frau als Arzt. Im Pall Magazine lief! mau: In England ist die Aerzti» bereits eine ganz alltägliche Erscheinung. Nicht weniger als tausend weibliche Namen stehe» im britische» Aerztc- register; London zählt davon allein 200, Brigthon 10, Manchester 5. Fast alle Städte besitzen wenigstens eine Aerzti», und wo noch keine ist, herrscht ein dringendes Bedürfnis danach. Erstaunlich rasch habe» sich die Tokiorinnen das Vcriraue» des englischen Publikums erobert. Tic Fra» aus dem Volke will von einer Frau behandelt werde», und so sind denn in .zahlreichen Frauenkrankenhäuser,, Eng­lands bereits Aerztinnen an leilcnde Stellen gerückt, jo i» dem Franenhospital in London nud in dem neuen Südiondoncr Fraueu- lrankenhaus, in dem Neuen Hospital von Ensto» Noab, dem Lad» Ehichester-Hospltal in Brigthon u. a. Die iveibiichcn Aerzte Eng­lands crsüllcn nicht nur ihre praklischc» Pflichten auss ircfslichste, sondern habe» auch bereits bedeutende wisienschastlich« Leistungen zu verzeichnen. Ihr Studiumgang ist der gleiche, wie der der Män­ner. Sie mUsien zttiiächst durch ein Examen i» allgemeinen Fächern, Englisch, Latein, Mathcmattk, Griechisch oder einer modernen Sprache, ihre Befähigung zum Besuch der Universität Nachweisen, stndiercn dann ü 0 Jahre Medizin und müsse» dann noch eine Probezeit im Krankenhaus ablcgc».

Tie amerikanische Hausfrau im Kampse gegen die Teuerung.

Tie amerikanischen HauSsrane» habe» resolut den Kamps bis a»ss Messer gegen die beständig steigende Teuerung der Nahrungsmittel allsgenommen und wollen den Vorteil, den th»c» die neuen Tarif» gesctzc in AnSstcht stellte», sich nicht durch die Truste, Zwischenhändler und Kleinhändler zunichte machen lasse». Tie Händler erkläre» nämlich, daß, soweit sie i» Betracht kämen, an ein Riebrigwerben der Preise nicht zu denken sei. Tie 700 000 Mitglieder u»,fastende »Liga der HauSsrauen von Amerika" will sich das aber nicht gefallen

laste» und hat eine Propaganda unter allen Hausfrauen des Landes

organisiert, um mit allen Mittel» eine Verbilligung der Nahrung durchzusctzcn. Besonders empört sind die Hausfrauen über die ge­waltige» Preis« der frische» Eier, von denen «in Dutzend jetzt nicht weniger als 2,ä0 Mark kostet und vor Ende des Winter» noch ans 0,30 Mark hinaufgchcn soll. In den Kühlhäusern des Eierlrustes liegen aber allein im Staate Ncwiwrk nach den offiziellen Angaben 22 Millionen Eier, von denen das Dutzend zn 73 Pfg. angekauft wurde. Jedes Mitglied der Hansfrauenliga und alle, die sich ihnen anschließen, sollen »»» die T r u st e i c r boykottieren, bis die Preise herabgesetzt sind, und Hilst das nichts, dann will die Liga selbst von England, Deutschland und Oesterreich her Eier einsühren, die zu einem billigen Preise abgegeben werden können. Ter Kreuz- zug der Hausfrauen gegen die Teuerung findet in ganz Amerika allgemeine» Beifall »nd die weitestgehende Anteilnahme.

^-esttttdöeitsp liege.

Ein Heilmittel gegen Verbrennungen. Als ein vortreffliches Heilmittel gegen Verbrennungen wird in der Münchener Medizini­schen Wochenschrift von Tr. Bambcrger (Kissingen) die gewöhnliche Soda empfohlen, wie sie in jedem Haushalt vorhanden ist. Tie Aiimcndungsivcise ist sehr einfach: man nimmt einen Kristall Soda, taucht ihn in Waffer und bestreicht die vcrbrannie Stelle einigemal. Tic Wirkung ist frappierend, der Schmerz hört nach kürzester Zeit, oft momentan ans. Gelegenheit, sie z» prüfen, hatte Tr. Bambcrger nur nach Verbrennungen ersten Grades. Bei Verbrennungen zweiten »nd dritte» Grades empfiehlt er, Kompressen mit zehn- prozentiger Sodalösung anszulegen; auch als Zusatz zni» perma­nenten Wasserbadc iväre sic zu versuchen. Rechtzeitig, das heißt sofort aiigcivandt, scheint die Soda sogar die Blasenbildung zu ver­hüten; in einem Falle wenigstens blieb die mit Sicherheit erwartete Blase nach Berbrühuna der Hand mit heißem, eben vom Herbe iveg- gcnommcncm Fette aus. Wie diese Wirkung der Soda zustande kommt, vermag Tr. Bambcrger ebensowenig anzugcbcii wie den Namen des Autors, der sic zuerst empfohlen hat; der genannte Arzt fcmit das Mittel vom Hörensagen.

Kür Kaus rmd Kof.

Ter Lehrmeister im Garte» und Kleintierhof sHaihmcistcr u. Thal, Leipzig). Inhalt der Nr. 4. lieber die Verwendung unserer einheimischen Farnkräuter in Garten und Park. Von G. Müller, Fürst!. Obcrgärtner. M. Abb. Ter Fruchtgiirtel. Von Walter Pocnickc, Delitzsch. Aus einem Kern gezogener Pfirsich. Von Hans Geyer, R-ichenhall. M. Abb. Tic drei größten Feinde des Obst- züchtcrs. Von Venator. M. Abb. Petersilie. Von F. Steinemann. Ein praktischer Banmhakter. V. R. Oppermann. M. Abb. Ter Zuchtstamm. Von G. BoaS. Tic Aufzucht von Schlachtgänscn. Von Frau Pf. Leitze. M. Abb. Ein nächtlicher Räuber. Von Bruno Hossman». M. Abb. Die Kanaricnhccke. Von I. Rose. Ist Lnstnot der Biene» eine Krankheit? Von Kreisbicnenmeister Wei­gert. Mein Kaninchenstall. Von F. Grieshammcr. M. Abb. Einige wichtige Winicrarbcitc» des Teichwirts. Von K. O. Walther. Kleinere Mitteilungen Hauswirtschaft Meinungs­austausch Kleintierarzt Jragekastc» Feuilleton: Ter weiße Hase. sFortsctznng.) Von Julius R. Haarhaus. Ausstellungs. kalcnder UntrrrichlSivefe» Aus der Geschäftswelt.

kos. Ein praktisches Mittel gegen Snndegcbcll empfiehlt Prof. Helly. ist nicht leicht. Hunden zweckloses Bellen abzngcwöhnen. namcutlich iven» man Schläge vermeiden möchte. Nun kann man aber auch aus einem sehr einfachen Wege Hunde dazu bringen, nie zwecklos z» bcllcti. Sobald nämlich der Hund ohne ersichtlichen Grund zu bellen anfängt, bespritzt man ihn mit einem ausgiebigen Wafferstrahl und wiederholt dieses Verfahren so oft es nötig ist. Man kann jedoch sicher sei», daß es nur weniger Aicderhoinngcn derSpritzkur" bedarf, da der Hund anßcrordcnilich rasch verstehe» lernt, weshalb er bespritzt wird, »nd von nun an gewiß nur dann bellt, wenn Irgend eine Veranlassung dazu vorliegt. Ta die Lpritz- mclhode weder der Gesundheit schädlich noch schnierzhast ist. kann sie auch schon bei jungen Hunden unbedenklich angewendet werbe». Natürlich muß aber stets darauf geachtet werde», daß,das Spritzen nur dann vorgenommcn wird, wenn der Hund tatsächlich zwecklos bellt, hingegen niemals, wen» er durch Irgend eine Ursache Z»»> Bellen ae.zwunarv wird