Jammerte, fcafi es feilten Fleck mehr gebe auf Gattes Erdboden, worauf er feine Blumen malen dürfe. Und der Himmel ivar laus und breit und tief und hatte viel Platz in feiner Kuppel, die zur Rechten auf einem Berge staub und zur Linken auch.
Und er dachte: Ach wenn ich nur den Himmel vollmalen dürfte, wieviel Platz wäre da nicht für Btmnen und Bilder, ich hätte für mein ganzes Leben lana nemtfl zu tun. Aber mein Arm ist zu kurz, ich reiche auch mit dem längsten Pinsel nicht hin, »nd der Herrgott hat die Arbeit schon besorgt. Und gar nicht so übel, obwohl ich dort oben noch nie so Iuftirtc Bluneen gesehen habe, wie ich sie hin- malen lönnte.
Und als er genug in den Himmel geschaut hatte, schaute er wieder auf die Erde, wie - Sem Menschen geziemt. Da wußte er plötzlich, was er bemalen konnte. Tenn die Erde läßt einen nie in> Stich.
Hatte er nicht eine graue Hütte und einen Stall mit einem Kühlcin und ein Holzhaus »nd auch noch ein anderes kleines Häuschen, von dem man nicht gerade mit dem Pfarrer spricht und das doch auch wichtig ist und gar nicht zu verachten, wenn man bedenkt, daß nichts aus Erden unnütz ist und alles seinen Sinn und seinen Zweck hat.
lind außer diesen vier Dinge» besaß er auch eine Wiese bis zur Landstraße hin, mit zipci krüppeligen Apfelbäumen und vielen großen Steinen.
Wieviel war da nicht zn bemalen!
Und von dem Tage an ward er wieder seines Lebens froh und malte vom Morgen bis zum Abend, lind wenn man bedenkt, daß Sommers über die Tage so lang sind, daß die Nacht kaum mehr dazwischen Platz hat, so wird man begreife», daß es nicht wenig ivar, ivas er zusammenmalte.
Jede» Häuslein wurde rot. Daß ivar Gesetz und festgewachsen in ihn, von alters her. Aber seder Balkon kriegte ans dem roten Grunde noch seine besonderen Blumen hinzu, so daß die Leute die Hände über dem Kops znsaininenschlnaen, wenn sie vorübergingen und die bunten Girlanden sahen, die der Färg-Petter um sein armseliges Haus gewunden hatte, und auch um das kleine-übeiberüch- tigie Hänschen, was fie am merkwürdigste» dünkte.
Und bann nahm er Bürste und Wafler und wusch die großen grauen Steine rein, so daß alle Flechten von ihnen nbsielen. Und dann bemalte er jeden mit einer starken Farbe. Und auf dem roten und blaue» oder grünen Grund oder auch auf dem gelben setzte er seine Blumen und biblischen Figuren hin, je nachdem sie Platz hatten.
Als das die Leute sahen, schüliellen sie die Köpfe und schlugen verwundert die Hände zusammen und deuteten vielsagend ans die Stirne.
Der Färg-Petter aber, der ansgesehen halte, als sei er schon hundert Jahre alt, leqte aus einmal einige zwanzig Jahre ab, so daß man ihn kaum wieder erkannte.
Und als er die Steine bemal! halle, so daß kein graues Fleckchen übrig geblieben war, nahm er die Bäume in Arbeit. Und jeder Stamm bekam seine Farbe und jedes Blättchen seinen Klecks, daß man glaubte, man sei in einem Zanbergarlen.
Tie Leute standen eine halbe Slundc lang still, wenn sie vur- iiberginge» und trauten ihre» Augen nicht. Schließlich aber muß- ien sie doch daran glauben, baß es Wirklichkeit sei und brachten den staunende» Mund kaum wieder zn. Und als sie ihn endlich wieder zugebracht hatten, sagte» sie leise und wie verstört: „Ter Färg-Petter ist verrückt."
Ter Bildermaler aber legte wieder zwanzig Jahre von sich ab und sah nun beinal>e schon so aus, wie es seinem richtigen Alter entsprach.
lind dann zog er sein Kühlet» aus dem Stall ans Sonnenlicht, und das Äühlein war blütcnwciß, denn er hatte immer ans Reinlichkeit gehalten, und lein Stall war sauberer als manche Wohnstube, lind das blülcnwciße Kühlcin sah er lange prüfend an und überlegte sich zur Genüge, wie er die Blumen aus seinem Leibe verteilen müsse, damit sich alles am besten auSnehme. Und dann warf er dem Kühlein das beste Heu unlcrs Maul und pinselle ihm die Blumen ans den Leib, wie er es sich auSgedacht hatte, oben und unten, aus beiden Seiten und vorn und auch hinten.
Und als die Leute das bemalte Kühlcin sahen, da atmeten sie aus wie erlöst und lachten über das ganze Gesicht und sagten laut: „Er ist verrückt geworden, hol'8 der Teufel, er ist verrückt geworben!" Und ste lchlugcn sich aufs Knie, so lustig dünkte sie das, und lachten drauflos, daß es ihnen im Magen weh lat. Und von da an nannten sie ihn nur noch den Narren-Pctterl
Der aber hob die Schultern wieder um ein Beträchtliches und wischte ein paar Fallen a»S der Silin, und so jung sah er aus, daß man ihn für viel jünger hiell, als et eigentlich war, und glauben niußle, der Pfarrer habe anno dazumal beim Schreiben des Geburtsscheines einen Jahreszahljehlcr gemacht.
Weil aber Wind n»d Wetter stets fest an der Arbeit waren, die bunten Blumen und biblischen Figuren auf Balken und Steinen und Baumstämmen wegznivaschen, und auch das Kühle!» seines Jarbenschmuckes nicht lehr achtete, sondern sich in de» Mist legte wie zuvor, besonder» hinten, so hatte der Färg-Petter genug zu tun, all das Beschädigte mit Neubemalen zu verbessern.
lind das erhielt ihn jung und froh.
Aus Wett und Leven.
Lehrerin und Mutter. Mit einer richterlichen Entscheidung,
deren prinzipielle Bedeutung für die als Lehrerinnen an Schulen
wirkenden amerikanischen Mädchen und Frauen kaum Überschätzt werden kann, ist nun in Newyork ei» mit großer Erbitterung geehrter Rechtsstreit beendet, der von der ganzen OessentUchleit Amerikas voll Spannung verfolgt wurde. Es handelt« sich um eine Lehrerin, die von der Newyorker Schulbehörde an gestellt war, mit Genehmigung der Schulbehörde heiratete, dann aber, als sie Mutter ibnrdc, unter de», Vorwand der „Vernachlässigung ihrer Pflicht" entlassen worden war. Tie betroffen« Lehrerin, Mrs. Pridgei E. Pcixotto, ward!« sich an die Gerichte, und nun hat der Richter Tcabury vom Lbergerichishofe bas Urteil gefällt, daß die Newyorker Schulverwaltung keineswegs das Recht habe, eine angesiellie verheiratete Lehrerin zu entlassen, weil sie Mutter geworden ist, ganz gleich, unter welchem Vorwand die Schulbehörde die Entlassung zn rechtfertigen suche. Solange nicht ein besonderes Gesetz cingeführt ist, das der Schulbehörde ei» derartiges Recht cinräumt, bleibt die Entlassung unwirksam; und es ist kaum auziinehmcn, daß eine derart unpopuläre Maßnahme im Staatsparlamcnt durch die Eiubrin- guug eines entsprechenden Gesetzes verteidig! werde» wird. Tic Newyorker Schulbehörde staub bisher auf dem Standpunkt, daß de» Eheschließungen von Lehrerinnen keine Hindernisse bereitet werden sollten; es stand ihnen jederzeit frei, zu heirate»; aber in dem Augenblick, da sie Mutter wurden, hatten sie automatisch ihre Stellung auszugeben. Hunderte und Tausende von Lehrerinnen habeit im Verlaufe der Jahre aus diese Art ihre Stellung und ihr Einkommen verloren und lange Zeit bcschäfligte der Standpunkt der Schulbehörde die Oefsentlichkeit, bis jetzt die richterliche Entscheidung die umstrittene Frage zugunsten der Lehrerinnen entschiede» hat.
(hcsmM-eilspflejie.
Die Pjlegc des muskcllchwachcn Rückens. Ter muskelschwache Rücken verlangt bei Kindern deswegen eine besondere Beobachtung und Pslege, weil er die häusigfie Ursache der Wirbelsäuleverkrüm- mung ist. Bei diesen Kindern fällt zunächst eine gewisse MuSkel- trägheit aus, sie halten sich schlecht und zeige» noch besondere Verzerrungen der Muskulatur. Diesen Kindern muß daher die gerade Haltung gelehrt werden und durch Ucbnng der gesamten Riicken- und Bauchmuskulattir muß die längere Einhaltung der richtige» Stellung ermöglicht werden, bestehende Versteifungen müsse» bc- iveglich gemacht, doch dar! dabei daS Kind nicht überanstrengt werden. Prof. Göppcrt in Eöltingen hält den regelmäßigen orthopädischen Ilnlcrricht zum Ausgleich dieser Schädigungen sür die geeignetste Maßnahme. Wo diese nicht niöglich ist, müssen die Eltern die Pflege des mnskelschivachen Rückens Ihrer Kinder selbst übernehme» unter Anweisung und Leitung eines Arztes, wobei als erste Maßnahme die Erlangung einer geraden Haltung durch bestimmte Uebungen ln Frage kommt. An die Hebung muß sich Massage anschlleße», z»m Schlüsse kommt ein kräftiges Frottieren des Rückens. All dies muß unicr Vermeidung jeglicher Uebcrau- strengung geschehen. Lange Spaziergänge mit ihren Ermüdungserscheinungen wirke» bei diese» Kinder» nicht erfrischend, sondern schädigend. Kaltes Baden darf nicht länger als 1—2 Minuten datier» und muß von einer Ruhezeit gefolgt sein. Selbst wo es nicht gelingt, die Verkrümmung der Knoche» irgendwie zu besser», kann durch Erlernen der bestmöglichen Haltung die Enistcllnng in wesentlicher Weise verdeck! werden und durch Kräftigung und Be- wcglichmachung des Rückens der Fortschritt ansgehalten werden.
Aür /saus und Kol.
Ter Einfluß der Mästung aus das Fett ist schon lauge bekauuk. Durch die Einsührung neuer Jutlermillel ist die Güte des Felles oft Schwankmigeu uuterworsen, und es ist daher von Wert sür den Viehzüchter, zu wissen, daß Mals allein, sowie zusammen mit Kleie, ebenso wie Sauermilch »nd Saubohnen ein gutes Fett ergeben. Werden FleischabsäNe mit versltttert. so wirb bas Feit etwa» fester, und bet der VersUttening von Baumwollsaatmehl tritt ein geringer Prozentsatz ungesättigter Säuren tm JctI aus, das aber noch bis 37 oder 38 Grad fest bleibt. Mästungen mit Cosa und Erdnuß ergeben dagegen slüsflgcs Fett mit viel iingesSttiglcr Säure, durch ein« Aeuderuug ln der Futterzusamineufetzimg läßt sich aber dieser Nebel- stand sehr schnest wieder ändern.


