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anstalten. Dieser Aufforderung kamen wir > denn auch nach und fuhren auf einem Dampfer, der den Verkehr zwischen Ncwhork und Buffalo unterhielt, nach Hudson.
Der 4. Juli ist für die Amerikaner ein wichtiger Feiertag, an welchem nicht gearbeitet wird und den sie in der ungebärdigsten Weise von morgens früh bis spät in die Nacht hinein mit Schießen, Abbrennen von Feuerwerk aller Art und allen: erdenklichen Unfug zubringen: niemand ist an diesem Tage seines Lebens sicher. Wir waren daher froh, diesem Lärm aus dem Wege gehen zu können, und kamen bei guter Zeit an un- serm Bestimmungsort an. Das beabsichtigte Konzert sollte am Nachmittag stattsinden, und da der Tag unerträglich heiß war, so entschlossen sich unser vier Mann, ein Bad in dem nahen Flusse Hudson zu nehmen, was wir denn auch zur Ausführung brachten. Mein Freund Kilian war der erste im Wasser, das ihm nur bis an die Brust ging, und plätscherte fröhlich darin herum, uns andere ausfordernd, sofort diesen Genuß mit ihm zu teilen. So folgte ich ihm denn auch nach, und da ich — wie ich hier sagen mutz — zU meinem Unheil ein wenig schwimmen konnte, so schwamm ich denn der Mitte des Flusses zu. Als ich, müde geworden, mich ausstcllen wollte, schlug das Wasser über mir zusammen. Ter Boden des Flusses war mit Schlinggewächsen bedeckt, so daß mir ein Emporsteigen, da sich meine Füße darin verwickelten, sehr erschwert war. _ Mit Mühe und Not kam ich zweimal an die Oberfläche. Als mein Freund Kilian meine Not erkannte, wollte er mir zu Hilfe kommen, konnte sedoch nichts ausrichten, da er kein Schwimmer war Und ich an eine tiefere Stelle des Flusses geraten war, als er. Ta ries er die noch am Ufer Weilenden zu Hilfe. Ich ging zum drittenmal« unter und, ehe mir ganz die Sinne schwanden, zog mein ganzes, seitheriges Leben im Zeiträume von wenigen Sekunden wie ein Panorama an meinem geistigen Auge vorüber. Mein Geschäftsfreund Melosch hörte die Hilferufe Kilians, warf schnell die Kleider von sich, sprang ins Wasser, und als guter Schwimmer gelang es ihm, mich zu fassen und an das Ufer zu bringen. Es war die höchste Zeit. Ich war ganz Blau im Gesicht, und da ich den Mund fest geschlossen gehalten hatte, schluckte ich kein Wasser, wäre aber unfehlbar erstickt. Ich war durch meine Unvorsichtigkeit in eine tiefere Stelle des Flußbettes geraten, was ich vorher nicht berechnet hatte. Als ich aus meiner Bewußtlosigkeit wieder zu mir kam, j war ich müde und matt und hatte arge Kopfschmerzen, die den ganzen Tag über anhielten, so daß ich zu allem unfähig war. Tresen Tag habe ich auch bis heute nicht vergessen und hat da Gott, wie noch oft in meinem langen Leben, seine Hand sichtbar über mrr gehalten.
vom Leuchten.
In der Welt ist's dunkel, Leuchten müssen wir,
Tu in deiner Ecke,
Ich in meiner hier.
Wir alle kennen die Macht des Lichtes. Wir reden vom Leuchten 'der Sterne am Himmelsdom, vom Leuchten der Lampen in unserem Zimmer. Dieses, so schlicht auf kleinen Raum beschränkte, wie wohltuend, wie unenibehrlich ist es uns! Jenes, eine weite Wetr bestrahlend, macht, daß wir immer wieder unsere Augen aufwärts richten, um uns daran zu erfreuen.
Können wir uns den sichtbaren Himmel ohne Sterne denken? Ich glaube nicht: denn wir wissen, was für ein Trost, ein Friede uns in die Herzen strömt, schauen wir still zum Sternenhimmel empor. Wie warten wir sehnsüchtig an dunklen Abenden auf das Erscheinen eines Sternes! Und in der Morgenfrühe, wenn wir genötigt sind, eher als sonst den Tag zu beginnen, sehen wir da nicht mit Dankbarkeit noch die Sterne am Himmel, wie sie nach und nach der Tageshelle, dem Sonnenlichte, weichen?. Wir wissen: sie sind da, auch wenn wir sie nicht sehen, und sie kehren wieder, sobald die Nacht anbricht.
Es gibt ober noch ein Leuchten, das unsere Herzen erwärmt, wenn wir es sehen. Hat es uns nicht schon aus dem Angesicht eines Menschen entgegen geschienen, wie der Widerschein einer inneren Glückseligkeit? Ich glaube, die ganze Welt wäre froher,- leichter, glücklicher, wenn wir dieses stille Leuchten in einem Menschenantlitz häufiger fänden
Mir wurde erzählt, daß unser Kaiser, nachdem er ein Lazarett Schwerverwundeter besucht hatte, den Schwestern beim Abschied gesagt habe: „Vor allem aber, ihr
Schwestern, immer fröhliche Gesichter!" Auch von fröhlichen Gesichtern geht ein Leuchten aus, und das müßte uns ein Ansporn sein, eigenes Leid zu verbergen, um allen denen, die der Aufrichtung bedürfen, ihr Leid und Weh tragen zu Helsen, nicht mit vielen Worten, aber mit der erbarmenden Lieb«, die sich im Angesicht derer spiegelt, die sich mit der göttlichen Liebe eins wissen.
Tie Bürde dieses Lebens ist oft schwer, aber „der Herr hat wunderbare Wege, um seinen Kindern wohlzutun."
Baronin R.
Mine Mitteilungen.
Eine amtliche Bekanntmachung des kgl. württemb. Oberamts Spaichingen zur Em- schärfung der durch Neuordnung des stellvertretenden Generalkommandos herabgesetzten! Polizeistunde gibt allen, die über diese Matznahmen ungehalten sind, einen vorzüglichen Rat, den wir allen, die cs angeht, besonders


